Pilotenausbildung

  • Hallo,


    ich wollte mal wissen nach welchen Kriterien damals Piloten eingezogen wurden. Durften das nur Männer mit höhrem Bildungsabschluss oder mussten diese sich speziell bewerben oder wurde jeder wie es grade nötig war dafür auserkoren.


    Die Ausbildugn ist ja schon etwas komplexer als die anderen Aufgabengebiete in der Wehrmacht, deshalb frage ich, wem diese Türen geöffnet wurden Pilot zu werden.


    Grüße


    EnkelHenle

  • Hallo EnkelHenle,


    Anbei mal die Richtlinien aus dem Wehrgesetz der Wehrmacht.


    Teil V: Personelle Angelegenheiten
    2. c) C)Dienstlaufbahnen


    Dort kannst Du einschätzen, welche Anforderungen an das fliegerische Personal gestellt werden


    Weiterhin anbei etwas Zeitgenössisches, wobei die Propaganda natürlich durchschimmert.


    Nicht vergessen sollte man natürlich, daß Ausbildung, Anforderungen, Auswahl usw. durch den Kriegsverlauf teils tiefgreifende Veränderungen erfuhr.


    Wenn Du Dich tiefer in die Materie einarbeiten willst, seien Dir folgende Bücher empfohlen:


    Sven Carlsen / Michael Meyer: Die Flugzeugführer-Ausbildung der Deutschen Luftwaffe 1935-1945:
    Band I : Von der Grundausbildung bis zur Blindflugschule, 1998
    Band II: Fliegerwaffenschulen und Ergänzungsgruppen, 2000


    Viele Grüße
    Steffen

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    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

  • Morjen,
    beim Durchsehen der Vermißtenbildlisten des DRK -Suchdienstes zu den einzelen fliegenden Verbänden findet man so fast alle Berufe vom Studenten bis zum Posthilfsschaffner d.h. der Beruf war zweitrangig!
    h.

  • Hallo,


    anbei ein kurzer Pressebericht zu Auswahlkriterien und Ausbildung des fliegenden Personals in der Luftwaffe.
    Quelle: Bildwerk "Die deutsche Luftwaffe", Herausg. Major (E.) Dr. Kürbs, Verlag Junker u. Dünnhaupt, Berlin 1938
    Auszgusweise abgedruckt in: Reichspost, Folge 209 vom 14.August 1938, Seite 21


    Gruß, J.H.

  • Hallo,
    Maj. (E) Heiner Kürbs war vom "Fach", als Kommandeur der FFS (E) A/B München-Oberwiesenfeld im Jahr 1938.


    Viele Grüße
    Sven

  • Moien,
    die mir bekannten Flugzeugführer hatten sich alle freiweillig dafür gemeldet! Übrigens, die Schulbildung war zweitrangig (außer für den Offiziersnachwuchs, die ja auf den LKS ausgebildet wurden).
    h.

  • Hallo zusammen,


    in diesem Thema 15.(Sturm) Jagdgeschwader 3 "Udet" , Operation Bodenplatte, Informationen über meinen Großvater

    ist mir ausgefallen dass der Protagonist Gerhard Adolf Schmidt bei der alliierten Befragung nach der Gefangennahme angegeben hat, das er von August 1943 - Oktober 1943
    beim SG 101 Reims nicht geflogen ist weil kein Gerät zur Verfügung stand. Wie aus dem Beitrag zu entnehmen ist hatte er außer in Schulen keine Flugpraxis.


    Hat man die lange ausgebildeten Piloten einfach nicht genutzt weil....

    Hatte ein Pause ohne Flugpraxis Auswirkungen auf die Lizenz ?
    Oder hat der Pilot eine eigene Wahrheit zu Protokoll gegeben ?

  • Moin,


    > dass er von August 1943 - Oktober 1943 beim SG 101 Reims nicht geflogen ist weil kein Gerät zur Verfügung stand.


    ein Erklärungsversuch:

    im fraglichen Zeitraum wurden die Stuka- und Schlachtverbände massiv umstrukturiert. Die Bf 109 verschwand bei den Schl.G. vollständig aus dem Einsatz und wurde durch Focke Wulf Fw 190 ersetzt, weiterhin diverse Stuka-Verbände von Junkers Ju 87 auf Focke-Wulf Fw 190 umgerüstet. Aus den Sturzkampfgeschadern (St.G.) wurden Schlachtgeschwader (SG), neue Schlachtverbände aufgestellt.


    Der Umstellung musste auch in der Ausbildung Rechnung getragen werden - und in der Endschulung für den späteren Einsatz sollte u.a. beim SG 101 in Teilen die Fw 190 zum Einsatz kommen. Das Muster stand aber für die Schlachtfliegerschulung schlichtweg nicht in genügender Anzahl zur Verfügung., weil die Neuflugzeuge anderweitig benötigt wurde und bevorzugt die Jägervariante (A-Ausführung) hergestellt wurde. Für die Schlachtfliegerei wurde die Ausführung F entwickelt und eingesetzt, in der Variante für große Reichweite die G.


    Die Fw 190 ja auch bei den Jagdgeschwadern, Schnellkampfgeschwadern und bei den im Fronteinsatz stehenden Schlachtverbänden ein begehrtes Flugzeugmuster. Die Frontverbände wurden beim Ersatz der Ausfälle und im Rahmen der Umrüstung natürlich bevorzugt mit Neuflugzeugen versorgt. Und so konnte - mangels Gerät - auf der Fw 190 für die Schlachtflieger-Ausbildung zeitweise keine Schulung stattfinden.


    Wieso nicht zur Inübunghaltung auf anderen Maschinen geflogen wurde, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht fand das ja auch statt - und der Autor hat das nur nicht erwähnt?


    V. Grüße, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."