Brandneu: Das Dt. Reich und der II. WK, MGFA

  • "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg"
    " Die Ostfront 1943/44" , Bd. 8,
    herausgegeben vom MGFA, 1319 Seiten.
    Ich findes es sehr gut !
    Preis: 48,50 Euro z. zgl. Versand,
    DVA München, Buchhandel.


    Besonders Interessant finde ich die Beiträge über Kursker Offensive "Operation Zitadelle".
    Viele Karten, Skizzen und einige Statistiken.


    geplant, Bd. 9/1: "Die Deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945
    Polarisierung, Vernichtung, Überleben"


    geplant Bd. 9/2: "Die deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945
    Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung"


    Bd. 10: ????

  • Quote

    Original von Karl Grohmann
    geplant, Bd. 9/1: "Die Deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945
    Polarisierung, Vernichtung, Überleben"


    geplant Bd. 9/2: "Die deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945
    Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung"


    Bd. 10: ????


    Die 9/i sind schon eine Weile draussen. Geplant ist Band 10 in einem Jahr "Das Ende des Dritten Reiches".

  • Hallo,


    hört sich sehr interessant an! Kannst du mal das Inhaltsverzeichnis posten? Oder gibt es eventuell Leseproben?


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited once, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo Niwre


    Das stimmt für Band 8 definitiv nicht.
    Bd. 8 wurde erst vor 2 Wochen in einer Sonderveranstaltung des MGFA in Potsdam vorgestellt und kam jetzt in den Buchhandel.


    Bezüglich Band 9/1 und 9/2 stimmt es. Eine führende Stuttgarter Buchhandlung hat mich mißverstanden und soeben berichtigt, dass Band 9/1 und 9/2 bereits 2004 erschienen seien, aber nicht an mich ausgeliefert worden waren.


    Danke für den Hinweis,
    Grüße Karl

  • Hallo Tobias
    Ich werde in wenigen Tagen antworten. Vorher geht es aus technischen Gründen wahrscheinlich leider nicht.


    Bis bald, Karl

  • Quote

    Original von Karl Grohmann
    Hallo Niwre


    Das stimmt für Band 8 definitiv nicht.


    Habe ich auch nie behauptet.


    Quote

    Bd. 8 wurde erst vor 2 Wochen in einer Sonderveranstaltung des MGFA in Potsdam vorgestellt und kam jetzt in den Buchhandel.


    Und vor ueber einem Monat ging es schon durch die Presse: http://forum.balsi.de/index.php?topic=3762.0

    Edited once, last by Gast-User ().

  • Hallo Tobias
    Durch den Beitrag von Niwre hat sich m. E. eine weitere Antwort erledigt, da in dem angehängten Link alles gesagt wird..


    Allerdings schließe ich mich der Meinung des Schreibers des dort veröffentlichen Artikels aus der F.A.Z. nicht an. Man muß letztlich das Gesamtwerk bewerten...........


    Gruß Karl

  • Also ich bin sehr gespannt auf das Werk, selbst wenn es zu lastig der Operationsgeschichte folgen sollte.

  • Servus,


    hab ne allgmeine Frage. Und zwar Lohn es sich die Bände anzuschaffen/lesen?


    Danke

  • Das Lesen lohnt! Aber nicht das ganze Werk, sondern nat. nur die Teilbereiche die einen interessieren.
    Aus meiner Sicht Standardwerke der Militärgeschichte, nat. sollte man so einem Werk, was vom MGFA kommt, auch etwas "zivilieres" entgegen halten!


    Kaufen ist eher eine monetäre Frage ;)

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

  • Hier Rez. zu Band 9/1 und 9/2
    http://hsozkult.geschichte.hu-…de/rezensionen/2006-1-053


    Nachtrag: Der erste Satz, bzw. Satz 2 gefällt mir besonders gut....


    Quote

    Die Militärgeschichte hat in den letzten Jahren einen erstaunlichen Wandel vollzogen. Kulturgeschichtlich rundum erneuert, hat das Fach den grauen Staub operationsgeschichtlicher Planspiele weitgehend abgeschüttelt und ist zum Ort leidenschaftlicher Debatten geworden.


    Werden hier aber einige anders sehen :D duckundweg

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

    Edited once, last by basil ().

  • Hallo,



    Wobei "operationsgeschichtliche Planspiele" in der Reihe "DDRZWK" sowieso überwiegend ein Schattendasein führten.


    Vom achten Teil erhoffe ich mir endlich die Möglichkeit zu bekommen, auf die entsprechenden Arbeiten von Hinze, Scheibert, Haupt&Co verzichten zu können.



    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

  • und aus welchem Grund? Bis auf Letzten, der sowohl akteptables als auch Schrott rausbringt, sind doch alle Autoren recht gut!


    Und auch das MGFA kocht nur mit Wasser. ;)


    Oder meinst du damit, das es endlich eine Gesamtdarstellung gibt?


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Hallo Tobias,



    Ich glaube jeder hat individuelle Erwartungen von einem Buch bzw. dessen Inhalt und das ist auch gut so. Wenn ich nun also auf deine Frage antworte, dann bitte ich das oben erwähnte zu berücksichtigen. Des Weiteren stellt der folgende Beitrag selbstverständlich nur meine persönliche Meinung zur Thematik dar. Das ich mir mit den kritischen Ausführungen, die alten Herren betreffend, bei "Einheits- u. Endkampfexperten", keine Freunde mache, ist mir bewusst.



    Ich meinte primär tatsächlich die Qualität der Autoren. Dass das MGFA-Werk offenbar die Jahre 1943/44 in operationsgeschichtlicher Hinsicht zusammenfasst, ist ein netter Nebeneffekt. Ziehen wir als Beispiel, um den Rahmen nicht zu sprengen, Hinze heran. Als erstes lese ich das Quellen&Literaturverzeichnis um mir einen Überblick über die Breite der herangezogenen Quellen zu verschaffen. Bei seinem viel gepriesenen Standardwerk, "Rückzugskämpfe in der Ukraine 1943/44" z.B., stelle ich gleich anhand der Überschrift fest, dass auf (Primär-)Quellen scheinbar verzichtet wurde. Ein flüchtiger Blick durch das Literaturverzeichnis ergibt ein recht einseitiges Bild, hauptsächlich Truppenchroniken, deren Quellenbasis sowieso ein ganz eigenes Kapitel ist. Darunter finden sich freilich auch alte Kameraden, wie Carell, Degrelle, Haupt, Tieke usw.


    Der wissenschaftliche Aufbau des Buches fehlt vollständig. Sämtliche Angaben bleiben ohne Quellenverweis. Fußnoten, die Basis jeder wissenschaftlichen Arbeit, sind für Hinze offensichtlich ein Fremdwort. Das ist für mich umso erstaunlicher, als das auch Juristen über derartige Methoden unterrichtet werden. Die Arbeit stellt zuletzt keine Analyse eines Quellenstudiums dar, sondern beschränkt sich im Prinzip auf die Zusammenfassung von Truppenchroniken u.ä. Sekundärquellen. Ich kann mich daher der Aussage Hinzes anschließen, das Werk bleibt zwangsläufig ein Versuch einer geschichtlichen Darstellung. Positiv ist jedenfalls das, im Vergleich zu seinen Kollegen, relativ akzeptable Kartenwerk, sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht.


    "Das Ostfront-Drama 1944, Rückzugskämpfe Heeresgruppe Mitte", verwendet wenigstens ein paar Primärquellen, wenn diese auch im Wesentlichen auf KTBs beschränkt bleiben. Wissenschaftlich orientiert es sich hingegen vollständig am zuvor beschriebenen Werk. Dafür darf man dann z.B. folgende Passagen lesen: Der Wehrmacht weltanschauliche Bestrebungen vorzuhalten, scheitert an deren politischer Neutralität. [...] Hierbei wird aber wohl übersehen, daß (sic!) Hitler die Truppe zwar zur Verwirklichung weltanschaulicher Ziele eingesetzt hatte, die Truppe selbst aber weltanschaulich neutral geblieben war. Dazu z.B. ein Propagandablatt eines Nationalsozialistischen Führungsoffiziers.



    1. Nie hat Asien Europa besiegt. Wir werden die asiatische Flutwelle auch diesmal brechen.
    2. Herrschaft asiatischer Untermenschen über Abendland ist Unnatur und nicht Sinn der Geschichte.
    3. Hinter der Flut roten Mobs grinst Fratze der Juden. Sein Herrschaftsgelüste wird zerbrochen, wie einst seine Macht in Deutschland.


    Vgl. NfH.




    Darf man Wikipedia ausnahmsweise Glauben schenken, so mobilisierten sich innerhalb eines Jahres fast 50.000 Offiziere als "Koordinatoren" der neuen Weltanschauung. Besonders erschreckend, ist die eklatant hohe Zahl an nebenamtlichen "Funktionären". Die von Hinze suggerierte Wirkungslosigkeit dieser geistigen Manipulationsversuche, darf angesichts dieser Zahlen bezweifelt werden. Besonders aufschlußreich ist auch seine Aussage bezüglich der Rekrutierung der NSFO. So wurden diese explizit nicht aus Parteifunktionären gebildet, sondern ausschließlich aus dem Offizierskorps. Damit schießt er sich nicht nur selbst ins Knie, sondern wirft ungewollt auch noch ein bezeichnendes Licht auf die politische Gesinnung gewisser Führungskreise.



    Den militanten Antibolschewismus, wie er in der Wehrmacht vorherrschte, konstatiert nicht nur Wolfram Wette in verschiedenen seiner einschlägigen Studien, zuletzt in seinem Band „Die Wehrmacht. Feindbilder. Vernichtungskrieg. Legenden". Frankfurt 2002 [...] Der Konsens der deutschen Militärgeschichtsforschung in dieser Frage reicht von Christian Streits Dissertation, Keine Kameraden, 1978, in der er ausführt, dass „der extreme Antibolschewismus ...auch jene Soldaten partiell in die Ausrottungspolitik integrierte, die sich ansonsten traditionellen Werten verpflichtet fühlten“ (S.20), bis zum ehemaligen Leitenden Historiker des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes der Bundeswehr (MGFA) , Wilhelm Deist, der einen „ausgeprägten, aggressiven Antikommunismus (als) Hintergrund für das Verhalten der militärischen Führung 1941“ ansah.


    Zit. nach Wigbert Benz.




    Die eine Buchseite zuvor von ihm als ein Übel bezeichnete Kollektivbeurteilung kommt hier offenbar, als probates Instrument in seinem Sinne, voll zu Tragen. Nur um sein Buch mit folgendem Absatz zu beenden.


    Zu den größten Enttäuschungen eines jeden Soldaten dieser Kämpfe mußte es für das ganze Leben gelten, daß (sic!) schließlich alle Kampfanstrengungen mit dem Ziel, die Rote Armee von deutschem Heimatboden fernzuhalten, sicher letztlich infolge völliger politischer Fehlführung durch Hitler – vergeblich geblieben ist, so daß (sic!) die von Ehrenburg aufgestachelten marodierenden Angehörigen der Roten Armee ein furchtbares Blutbad unter der Bevölkerung in Ostpreußen, Schlesien, Pommern anrichten konnten – gefolgt von einer menschlich unvorstellbar sinnlosen Zerstörungswut. Hinzu kam, daß (sic!) die Westmächte sogar die Hand dazu geboten hatten, daß (sic!) die Sowjetunion selbst ihren Machtbereich bis nach Mitteleuropa verschieben konnte.


    Hervorhebung durch mich.


    Auch Hinze, obwohl meiner Meinung nach noch der Gemäßigste der so genannten alten Kameraden, kann offenbar seine subjektiven Einflüsse nicht unterbinden.


    Letztlich haben diese Bücher einen populärwissenschaftlichen Charakter mit unterschiedlich starken Tendenzen, abhängig vom jeweiligen Autor. Teilweise sind die Bücher, z.B. Scheibert, "Kampf und Untergang der deutschen Panzertruppe", gerade noch bessere Bilderbücher. Vielleicht schafft das MGFA noch eine entsprechende Darstellung der Ereignisse für die Endphase des Krieges, dann könnte man auch die letzten "Standardwerke", eines Tieke oder Saft, ad acta legen.




    Zusammenfassend fehlt es den genannten Herren an Objektivität und wissenschaftlicher Methode, wodurch ihre Arbeiten einen nicht zu unterschätzenden Substanzverlust erleiden und beschleunigt durch fundierte Studien zu ersetzen sind.





    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

  • Hallo,


    letztendlich kann ich zu dem Werk über die Kämpfe in der Ukraine von Hinze nichts sagen, da ich es (noch) nicht gelesen habe. Allerdings hält Jan-Hendrik einiges von dem Buch! Und Hinzes Chronik zur 19. PD ist recht gut!


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Quote


    Den militanten Antibolschewismus, wie er in der Wehrmacht vorherrschte, konstatiert nicht nur Wolfram Wette in verschiedenen seiner einschlägigen Studien, zuletzt in seinem Band „Die Wehrmacht. Feindbilder. Vernichtungskrieg. Legenden". Frankfurt 2002 [...] Der Konsens der deutschen Militärgeschichtsforschung in dieser Frage reicht von Christian Streits Dissertation, Keine Kameraden, 1978, in der er ausführt, dass „der extreme Antibolschewismus ...auch jene Soldaten partiell in die Ausrottungspolitik integrierte, die sich ansonsten traditionellen Werten verpflichtet fühlten“ (S.20), bis zum ehemaligen Leitenden Historiker des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes der Bundeswehr (MGFA) , Wilhelm Deist, der einen „ausgeprägten, aggressiven Antikommunismus (als) Hintergrund für das Verhalten der militärischen Führung 1941“ ansah.


    Zit. nach Wigbert Benz.


    Einige von Wettes Arbeiten sind nicht unumstritten. Olle Wigbert zitiere ich eigentl. nur, wenn ich jmd. aergern will. Sein linksagitatorischer Stil im Buch ueber Carell war in der Fachpresse doch einiger Kritik ausgesetzt. Ich wuerde sagen als Gegengewicht zu Hinze und Co. genau richtig, neutral aber noch lange nicht.

  • Hallo,



    Tobias Giebel


    Quote

    Allerdings hält Jan-Hendrik einiges von dem Buch!


    Ich weiß und wenn ich mich recht entsinne auch von Tieke, Saft&co. Um ehrlich zu sein, habe ich im oben geschriebenen Absatz auch an ihn gedacht. Insofern ist es vielleicht ganz gut, wenn er im Augenblick nicht im Forum verweilt, sonst könnte das hier zu einer hitzigen Diskussion werden. Aber noch einmal, das ist meine persönliche Sicht der Dinge, ich habe kein Problem damit, wenn jemand eine andere Meinung hat. Du hast mich gefragt, daher habe ich dir auch geantwortet. Für mich befriedigen die Bücher der alten Frontkämpfer nicht die gerade hier notwendige empirische Struktur und damit Hand in Hand die zu Gebote stehende Objektivität. Punkte, die die Studien des MGFA, beherzigen.


    Quote

    Und Hinzes Chronik zur 19. PD ist recht gut!


    Ich habe sie nicht gelesen und erlaube mir daher auch kein Urteil. Ich glaube aber kaum, dass der Autor hier seine Gewogenheiten geändert hat.




    @Niwre


    Quote

    Sein linksagitatorischer Stil im Buch ueber Carell war in der Fachpresse doch einiger Kritik ausgesetzt.



    Ich kenne sein Buch über Carell nicht, verweise aber auf diesen Link. Dort ist von der FAZ bis zum MGFA alles vertreten. Ich frage mich daher ernsthaft, welche Fachpresse hier geurteilt hat. Mir ging es auch primär um die Literaturverweise in seinem Absatz bzw. die Allgemeinfeststellung hinsichtlich der Forschungslage über politische Ansichten der militärischen Führungsebene.


    Im Gegensatz zu den großteils von mir und dir erwähnten Autoren, hat Benz wie auch Wette in Historikerkreisen eine Reputation. Ein Hinze ist hinsichtlich einer wissenschaftlichen Methodik meilenweit von Benz entfernt, weshalb ich einen Vergleich, in dieser Art und Weise, Gelinde gesagt, für verfehlt halte. Benz/Wette belegen ihre Aussagen, im Normallfall, durch Quellen. Auch etwas, das die angesprochene Autorenschaft vermeidet.


    Angesichts dieser Tatsachen nehme ich deine Aussagen zu Wette und Benz zur Kenntnis, im völligen Unverständnis darüber auch hinsichtlich eines von dir suggerierten Objektivitätsverlustes, distanziere ich mich aber ausdrücklich davon.




    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

  • Quote

    Original von Rote-Kapelle


    Ich glaube jeder hat individuelle Erwartungen von einem Buch bzw. dessen Inhalt und das ist auch gut so. Wenn ich nun also auf deine Frage antworte, dann bitte ich das oben erwähnte zu berücksichtigen. Des Weiteren stellt der folgende Beitrag selbstverständlich nur meine persönliche Meinung zur Thematik dar. Das ich mir mit den kritischen Ausführungen, die alten Herren betreffend, bei "Einheits- u. Endkampfexperten", keine Freunde mache, ist mir bewusst.


    MfG



    Hallo,


    erstelle doch bitte mal eine persönliche Literaturempfehlungsliste,
    würde mich wirklich interessieren.
    (mir gehts dabei besonders um den politischen Teil der Militärgeschichte)
    Ich finde Deinen Literaturanspruch gut, auch wenn ich nicht alle Deiner Schlußfolgerungen teile.


    Uwe

  • Hallo,


    Quote

    Ich weiß und wenn ich mich recht entsinne auch von Tieke, Saft&co. Um ehrlich zu sein, habe ich im oben geschriebenen Absatz auch an ihn gedacht. Insofern ist es vielleicht ganz gut, wenn er im Augenblick nicht im Forum verweilt, sonst könnte das hier zu einer hitzigen Diskussion werden. Aber noch einmal, das ist meine persönliche Sicht der Dinge, ich habe kein Problem damit, wenn jemand eine andere Meinung hat. Du hast mich gefragt, daher habe ich dir auch geantwortet. Für mich befriedigen die Bücher der alten Frontkämpfer nicht die gerade hier notwendige empirische Struktur und damit Hand in Hand die zu Gebote stehende Objektivität. Punkte, die die Studien des MGFA, beherzigen

    ´


    Zu Saft und Tieke kann ich wieder mitreden! ;)


    Deine Ansicht zu Hinzes Buch habe ich zur Kenntnis genommen, 1 zu 1 auf Tieke und Saft übernehmen, lässt es sich aber leider auch nicht!


    Eins vorweg:


    Ich will keine Lanze brechen, gerade für Saft nicht, dem die Infos teilweise ins Gesicht gesprungen sind, er sie aber trotzdem nicht finden konnte und so Fehler und Unklarheiten mit übernommen hat.


    Natürlich haben beide Bücher einige Fehler und keinen Anspruch auf Vollständigkeit, was aber eigentlich kein Buch nicht hat und man den Autoren auch nicht verübeln darf, wenn man selbst zu einem Thema recherchiert hat, dann lernt man sowas kennen. Gerade bei dem Buch vom Saft ist mir das im Zusammenhang mit meiner eigenen Recherche aufgefallen. Aber Tieke und Saft haben sich auch wirklich schwierige Felder mit ihren Büchern zu den Endkämpfen ausgesucht.


    Aber danke der privaten Arbeit, die viele tun und der teilweise großartigen Forenarbeit, im z.B. Panzer-Archiv oder Axishistory-Forum, werden diese Fehler alle gefunden und die gefundenen Fehler sind im Hinterkopf bereits korrigiert! ;)


    So, das zur, wenn man so will, negativen Seite der Bücher.


    Allerdings sind beide Bücher äußert Informativ, sie haben keine ernstzunehmenden Mitstreiter, die mit ihren Büchern die selben Räume abdecken und qualitativ gleich gut sind und es ist eben so, das diese, gerade weil sie relativ gut sind und es nichts vergleichbares gibt, das sie in dem Kreis, die sich mit den Endkämpfen beschäftigen, als sozusagen Grundliteratur gelten.


    Und ich kenne keinen, der nach dem Lesen von Tieke- oder Saft-Büchern dümmer war als vorher! ;)


    Ok, ich habe nur zwei Bücher von Tieke, aber dieser Mann hat sich anscheind vorgenommen sachlich zu schreiben und gut zu recherchieren, denn den Punkt, der dir sauer aufstößt, das kein neutrales Bild herrscht, trifft auch nicht wirklich auf die beiden zu!


    Natürlich wird bei Tieke mal was geschrieben wie: "Heute um fünf griff DER RUSSE an..."


    Aber DAS tut dem Wert des Buches nun wirklich keinen Bruch!


    Und Saft musste als Oberstleutnant der Bundeswehr neutral schreiben, ob er nun wollte oder nicht! ;)


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

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  • Quote

    Original von Rote-Kapelle
    @Niwre



    Ich kenne sein Buch über Carell nicht, verweise aber auf diesen Link. Dort ist von der FAZ bis zum MGFA alles vertreten.


    Natuerlich auf das Positive gekuerzt.


    Quote

    Ich frage mich daher ernsthaft, welche Fachpresse hier geurteilt hat. Mir ging es auch primär um die Literaturverweise in seinem Absatz bzw. die Allgemeinfeststellung hinsichtlich der Forschungslage über politische Ansichten der militärischen Führungsebene.


    Welche Fachpresse? Gut zwei Beispiele:


    ZfG 3/2006, Dr. Klaus Jochen Arnold:


    Auszug:

    Quote


    Auch die Geschichte der Wehrmacht besteht nicht allein aus Verbrechen, und die hier im Stil einer Kampfschrift vorgetragenen Vorwürfe präsentieren sich letztlich als larmoyante Klage über die Lesegewohnheiten der "unaufgeklärten" Deutschen. Allzu deutlich wird, dass sich der Autor die Wehrmacht allein als verbrecherische Organisation und die Nachkriegszeit lediglich als Verschwörung von Altnazis vorzustellen vermag. Das Unverständnis für diese Seite der Geschichte und die übersteigerte Ablehnung des Militärs gehören zum Credo des Verfassers und scheinen der Grund zu sein, warum der Versuch nicht unternommen wird, dem Protagonisten seiner Studie auf dessen Wegen zu folgen, zu abwägenden Einschätzungen zu gelangen. Benz geht es allein darum, die Kontinuität des Denkens Schmidts sowie seine Rolle als Berater für den Springer Verlag aufzudecken und die vermeintlich nazistische Kontamination der Nachkriegsgesellschaft zu brandmarken.


    Quote


    Es werden vornehmlich Nürnberger Dokumente herangezogen, systematische Quellenarbeit wurde nicht geleistet, ein gewichtiges Manko, wenn man zu derart dezidierten Schlussfolgerungen gelangt.


    Die Rezension endet mit:

    Quote


    Paraphrasierung, Straffung und Überarbeitung wären zudem vorteilhaft gewesen, bei der Division "Großdeutschlandland" handelte es sich nicht um eine "SS-Division", sondern um einen Heeresverband. Letztlich bestätigt diese Schrift das Urteil, das Richard J. Evans, Gutachter im Prozess gegen David Irving, jüngst (Journal of Contemporary History, 39, 2004) fällte: "Since the early 1990's, the historiography of the Third Reich has become not more scholarly, more neutral, more academic, but less so. Historians, far from increasingly approaching the subject sine ira et studio, have shown a growing tendency to abandon analysis, argument and interpretation in favour of the exercise of moral judgement. The historiography of nazi Germany has been invaded, even taken over, to a striking degree by the language of the court prosecutor and the sermonizing moralist."


    weiterhin Vierteljahreshefte fuer Zeitgeschichte 1/2006, Dr. Andreas Hilger:

    Quote


    Die von der Forschung seit den 1960er-Jahren favorisierte These von der Alleintäterschaft van der Lubbes zieht Benz hier in Zweifel, ohne aber eine ausführliche Widerlegung zu versuchen. Stattdessen gerät ihm dieser Abschnitt zu einer recht polemischen Auseinandersetzung mit einzelnen Institutionen und Forschern. Dieser Gefahr erliegt die Darstellung auch in anderen Kapiteln: Im Extremfall verlässt der Text den Boden jeder sachlichen Auseinandersetzung und versteigt sich zu in dieser Form inakzeptablen Aussagen, wie bei der Auseinandersetzung mit der Behandlung von Carells Ungarn-Initiative in Peter Longerichs Dissertation über die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes (46 f.). Um die Person Schmidts scheint es in diesen Passagen gar nicht mehr zu gehen.


    Quote

    Im Gegensatz zu den großteils von mir und dir erwähnten Autoren, hat Benz wie auch Wette in Historikerkreisen eine Reputation. Ein Hinze ist hinsichtlich einer wissenschaftlichen Methodik meilenweit von Benz entfernt


    Kann es sein, dass Du Wolfgang Benz mit Wigbert Benz verwechselst? Wigbert Benz ist in Fachkreisen eher der lustige Geselle mit den putzigen Thesen ohne Begruendung.

    Edited once, last by Gast-User ().