Luftschutz Bunker

  • Hallo Udo,


    Danke für's Zeigen! Ich freue mich immer, wenn Relikte des Zweiten Weltkrieges unter Schutz gestellt und damit der Nachwelt als Anschauungsmaterial erhalten bleiben. Geschichte bleibt nur in Büchern nämlich nicht lebendig, sie braucht auch Sachzeugen, damit wir sie ganz verstehen können.


    Gruß, Thomas!

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo,


    wer die Bauartbezeichnung der Splitterschutzzellen aus Udo's Beitrag kennt, möge sich melden, ich suche schon länger nach dem Hersteller, der diese konische Form gefertigt hat, normalerweise haben die Betonzellen gerade Wände.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    Das versuche ich auch seit einiger Zeit herauszufinden. Im Luftschutzbunkerforum hat ein Schreiber behauptet, in einer solchen Zelle ein Herstellerschild entdeckt zu baben, aber da warte ich schon jahrelang auf Rückmeldung. Ich nenne die Zelle provisorisch Typ Westdeutschland, weil hier das Hauptvorkommen zu sein scheint. Außerhalb finden sie sich eher vereinzelt.


    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo nochmal,


    Auf ksta.de wird berichtet, die Einmannbunker in Liblar wären von der Neuwieder Firma Rasselstein hergestellt worden. Das spräche für die schon früher angestellte Vermutung, sie gehörten zu einer RL-Sammelkennnummer und wären daher nicht einem bestimmten Hersteller zuzuordnen.


    Außerdem könnte laut Kölner Stadtanzeiger eine Verbindung zum ehemaligen Luftwaffen-Munitionsdepot Bliesheim bestehen. Dieses wurde 1939 für die Flakbatterien der LVZ-West des Westwalls gebaut.
    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo Thomas,


    Quote

    Das spräche für die schon früher angestellte Vermutung, sie gehörten zu einer RL-Sammelkennnummer und wären daher nicht einem bestimmten Hersteller zuzuordnen.


    eigentlich müßte ein Typenschild mit genauer Herstellerangabe vorhanden sein, denn der Erlaß des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Az 41 L 42 12 Nr. 22136/43 (L In 13/3 II Ca) "Richtlinien für den Bau
    von Splitterschutzzellen und -schränken" sagt ganz klar:


    Kennzeichnung
    An der Innenseite der Splitterschutzzellen ist neben der Einstiegsöffnung in Augenhöhe ein Schild aus dauerhaftem Werkstoff von mindestens 6½ x 10cm Größe oder eine dauerhafte Aufschrift mit den folgenden Angaben anzubringen:
    Hersteller mit Namen und Anschrift
    Fassungsvermögen (nur Angabe der höchstzulässigen Personenzahl)
    Baustoff
    Baujahr
    Gewicht (nur bei nicht ortsfesten Zellen)


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    Genau da liegt ja der Hund im Pfeffer bzw. der Hase in der Pfanne: In noch keinem Exemplar dieses Zellentyps wurde bislang ein Typenschild entdeckt. Allerdings findet sich in beispielsweise den Zellen von Engel & Leonhardt nur eine aufschablonierte Beschriftung, was darauf schließen lässt, dass bei spät hergestellten Zellen eben kein Typenschild zu erwarten ist. Das bisherige völlige Fehlen einer Beschriftung bleibt angesichts der großen Anzahl dieser Zellen rätselhaft, aber vielleicht weiß man bald mehr - irgendwo kommt die Info, die Liblarer Zellen seien von Rasselstein produziert worden, schließlich her.


    Gruß, Thomas!

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo,


    hier mal ein Bericht zu Umbau und Weiternutzung eines ehemaligen Luftschutzbunkers als Wohnhaus. Beachtlich finde ich ja schon die Feststellung, das der Dämmwert der Meterdicken Bunkerwände nicht mehr die heutzutage gängige Norm für Dämmwerte erfüllt und die Aussenfassade des Bunkers deshalb nachgedämmt werden mußte.


    http://www.caparol.de/referenz…/bombensicher-wohnen.html


    Gruß, J.H.

  • Hallo,


    und noch etwas aktuelles in der Nachnutzung von Bunkern. In Bremen ist am 5.März ein Bunker öffentlich versteigert worden, das Anfangsgebot lag bei 95.000 €. Der Zuschlag erfolgte am Ende bei 338.000 € und hat somit die Verkaufserwartungen um mehr als das dreifache Überstiegen. Umso beachtlicher, da in der Ausschreibung ausdrücklich daurauf hingewiesen wurde, daß für das Grundstück und den Bunker selbst noch gar keine Baugenehmigung vorliegen:


    http://www.bundesimmobilien.de…rch_form%5Btype%5D=region


    Gruß, J.H.

  • Hallo Raffael,
    das scheint ja eine riesige Anlage zu sein. Wäre es möglich, dass da was produziert wurde (U- Verlagerung)? Im Wichert finde ich nur was von Krefeld -Uerdingen.


    Beste Grüße
    Nic

  • Hallo Nic,


    es handelt sich um den Bunker Hansastraße in Krefeld, der 10. - 12.000 Menschen Schutz bieten sollte.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo, hallo Raffael,
    danke für die Aufklärung. 10- 12000 Menschen sind ja schon mal eine Ansage. Kann man noch was von Küche, Toiletten, Waschräumen o.ä. erkennen?
    Klingt ja echt interessant, solche Riesenbunker gab es in Berlin nicht.


    Beste Grüße
    Nic

  • Hallo Nic,


    da dieser Bunker nach dem Krieg als Tiefgarage benutzt worden ist, sind die Wirtschaftsräume alle umgebaut.
    Man erkennt nichts mehr. Es wurden auch kleinere Umbauten gemacht. Somit kann man die dicke der Wände erkennen.


    Gruß
    Raffael

  • Hallo,


    heute weiß man: Stahlbeton ist kein Material für die Ewigkeit - Stichwort Karbonatisierung, die zur Korrosion an den Bewehrungen führt.


    Mich würde mal interessieren, ob und welche Schutzmaßnahmen bei noch genutzten oder unter Denkmalschutz stehenden LS-Bauten durchgeführt werden.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Nic,
    aber klar gab es die auch in Berlin, mit Flak oder Radar oben drauf am Zoo und Humboldthain... such mal Flakbunker Berlin...


    Grüße
    Fred

    Halle/Saale: Heeres- und Luftnachrichtenschule // Siebel Flugzeugwerke

  • Hallo Fred,
    da muss ich nicht suchen, sind bekannt. Die hatten aber ursprünglich einen militärischen Zweck und nicht Luftschutz. Die gezeigte Anlage war eine extra gebaute LS- Anlage. Dass letztendlich in der Flaktürmen und Reichsbahnbunkern auch 10 000 Schutzsuchende unterkamen war eine andere Sache. Dafür waren sie nicht konzipiert, entsprechend waren die Verhältnisse dann.


    Beste Grüße
    Nic