• Hallo Bert, Lothar, Kordula,
    bleiben wir mal bei "Bert" Brecht, nicht nur wegen Bert hier im Forum, Lothar, danke für den Hinweis! Vielleicht wollte er nicht "hold" sein und hat deshalb den "Bertolt" gegeben, wer weiß. Abgesehen von seinen bedeutenden dramaturgischen Neuerungen (Episches Theater), mit der er sich in der Literatur einen großen Namen gemacht hat, war er doch vor allem auch ein politischer Dichter, und er war bekennender Kommunist (ein Augsburger, in die DDR emigriert, sozusagen)... Eigentlich ein Skandal oder? :thumbsup:
    Aber mein Hinweis galt eher dem "Kinderkreuzzug 1939", der an den historischen Kinderkreuzzug im 13. Jh, anspielt. Falls das jemand kennt, würde mich mal interessieren, was Ihr davon haltet.
    Herzliche Grüße
    Eberhard

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  • Hallo zusammen, ein gedicht vom Gefreiten Reinhold Amthor zitiert.
    Doch Heldengräber am Wegesrand gemahnen uns von Zeit zu Zeit an den Ernst des Krieges – und die roten Tupfen des Mohns, die wie Blutstropfen aus den Feldern leuchten. Ich schaue nachdenklich in mich. Roter Mohn….. Und da geht es mir durch den Sinn:

    Roter Mohn am Wegesrand,
    nicht rasten wollendes Blut Gefallener, das aus den Gräbern emporsickert
    an den grellen Tag!
    Aus der fröstelnen Nacht des Todes
    Kommst du, roter Mohn,
    zur wärmenden Sonne,
    Die nun immerdar aufgehende Saat derer,
    die in Frankreichs Äckern schlafen….
    Weit leuchten deine Fackeln,
    Blutroter Mohn,
    den Völkern ein Mahnmal!

    Wenn die Granaten des Krieges
    Die Erde nicht mehr zerreissen,
    aber der Pflug des Friedens
    wieder Furchen in die Äcker gräbt,
    Aus dass sie locker werden für des Sämanns Werk
    Wachen die Toten auf
    Und streuen mit unsichtbarer Hand
    Auch ihre Saat…..
    Und wenn dann im Sommer das Korn
    In ährenscherer Reife steht,
    und der Wind in den Halmen lobsingt,
    Schiesst aus dem Sonnenheissen Boden
    Der rote Mohn ans Licht
    Des fruchtbaren Friedens
    Und gemahnt dich und mich!

    Roter Mohn auf Frankreichs Äckern,
    Geheiligtes Blut,
    Deutsches Blut!
    Wir wollen es nie vergessen,
    das du geflossen
    Für ein grosses geeintes Reich,
    für den Frieden der Völker.

    Gruß Reinhold


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  • Hallo Reinhold,
    ein sehr ergreifendes Gedicht. Kommt aus dem I. Weltkrieg, stimmt´s?
    Herzliche Grüße
    Eberhard

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  • Hallo Eberhard,
    hast Recht, aus den Berichten die ich bekommen habe sind auch "Hetz - Geschichten" in den französischen Schulbüchern mit Text erwähnt.

    Gruß Reinhold


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  • Hallo zusammen, hier ein Lied das jeder kennt mit einem etwas anderen Text:


    Traum im Osten
    Auch ein Text um Lili – Marlen

    An der Kaserne
    Vor dem großen Tor
    steht nun die Laterne
    ohne Licht davor.
    So bald kann´s wohl nicht wieder sein,
    daß wir da im Laternenschein
    uns sehn, Lili-Marlen.

    Vor der Waldaihöhe
    fern im Russenland
    fühl ich deine Nähe,
    deine kleine Hand.
    Und bei der Kerze Dämmerlicht
    Träum ich von deinem Angesicht,
    von dir Lili-Marlen

    Gibt es in der Heimat
    einst ein Widersehn?
    Verlobung und dann Heirat
    mit dir, Lili-Marlen?
    Ich gäb was drum, wenn ich verließ
    im Nu das Sowjetparadies,
    Glaub mir´s, Lili-Marlen

    Bleiben heil die Knochen,
    hol ich alles nach,
    die süßen Flitterwochen
    und auch den Ehekrach
    und alles, was dazu gehört,
    du hast mein Herz total betört,
    mein Herz, Lili-Marlen.

    Sind fünf Jahr vergangen
    und der Krieg ist aus,
    haben wir fünf Rangen,
    der Storch bracht sie ins Haus.
    Und alle Jahr läßt er sich sehn,
    ist das nicht einfach wunderschön?
    Mama Lili-Marlen.

    Gruß Reinhold


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  • Hallo Reinhod,
    nicht schlecht - darf ich fragen, wo es herkommt?
    Herzliche Grüße
    Eberhard

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  • Moin Reinhold,


    so oder ähnlich mögen viele junge Soldaten gedacht haben, die sich unerwartet in furchtbaren Lebenslagen befunden haben. Wenn ich solche Texte lese, denke ich immer, wie weit doch unsere heutige junge Generation von solchen Empfindungen entfernt ist, obwohl doch die aktuellen politischen/militärischen Konflikte so vielfach sind. Diese Zeilen werden viele junge Menschen nicht verstehen.


    Ein schönes Wochenende und viele Grüße


    Horst

  • Guten Abend zusammen,


    zuoberst mal was zum Thread: Soll es hier nicht um Gedichte gehen?


    Mein lieber Horst, was soll ich sagen, Sehnsucht wird in Worte gepackt?
    Hält die kleine Lili-Marlen nicht gerade dafür her, was sich jeder Landser wünscht, erträumt....Russland adieu, ein Zuhause mit einer netten Frau, einen Stall voll Kindern, Glück und Zufriedenheit?


    Heute, wie sollen junge Menschen auf diese Schiene gebracht werden, Knopp hilft nur bedingt, wenn überhaupt, Schule, na ja.
    I c h möchte keinen Wissensstand zum Thema Nationalsozialismus abfragen, das Ergebnis dürfte mich umfallen lassen.


    Das sind ganz sicher keine neuen Erkenntnisse von mir, du hattest während deines Arbeitsleben mit der politischen Führung zu tun,
    war so was nie Thema?


    Politik, ja ja....


    Beste Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Das Opfer


    Nun stirbt das Volk, es sterben hin die Reinen,
    die ohne Schuld am tiefen Fall der Welt;
    wenn nicht ein Licht aus reinem Herzen fällt,
    wird bald kein Licht mehr auf die Erde scheinen.


    Die Nacht stürmt fort, und lauter wird das Weinen
    und all der Toten unbeschütztes Zelt
    und all die Schwermut, die kein Trost erhellt
    und kühne Geister, die sich nie vereinen.


    Doch wo ist Hoffnung, wenn im Opfer nicht
    der Unbefleckten, die mit heiligem Mut
    in unsrer Sünde Todesnacht gegangen?


    Um ihre Gräber dunkelt das Gericht,
    es klagt uns an, es fordert uns ihr Blut,
    bis ihre Bitten uns dereinst empfangen.


    Robert Schneider (1903 - 1958)


    Unseren Gefallenen und Vermissten!

    "Feigheit ist die Mutter der Grausamkeit" Montaigne


    Suche Einsatzorte 3./schwere Artillerie Abt. 848 ab Juni 1943


  • Für Samay


    Wir kommen weit her
    liebes Kind
    und müssen weit gehen
    keine Angst
    alle sind bei Dir
    die vor Dir waren
    Deine Mutter,
    Dein Vater
    und alle, die vor Dir waren
    weit weit zurück
    alle sind bei Dir
    keine Angst
    wir kommen weit her
    und müssen weit gehen
    liebes Kind.


    Dein Großvater


    8. Mai 1985



    Heinrich Böll

    "Feigheit ist die Mutter der Grausamkeit" Montaigne


    Suche Einsatzorte 3./schwere Artillerie Abt. 848 ab Juni 1943


  • Hallo Cristiane,
    find ich einen schönen Hinweis auf einen Dichter, der heute hundert Jahre alt geworden wäre, nebenbei gesagt auch Soldat war und einiges über den Krieg geschrieben hat.
    Herzliche Grüße
    Eberhard

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  • Karsamstag

    Es hat der Schmerz seine Krone,
    der Tod hat seine Gewalt,
    das Blut rann aus dem Sohne,
    der unsere Schuld vergalt.


    Die unter dem Kreuze lehnen,
    noch quält sie der traurige Wahn.
    Erlosch auch das Auge in Tränen,
    es ist noch nicht alles getan.


    Schon ahnst du die schauernde Kühle
    des aufgehobenen Steins,
    die jungen erfrischten Gefühle
    des wiedererweckten Gebeins.


    Du merkst, wie ein zartes Beginnen
    im rauchenden Acker sich regt,
    und wie dein Herz sich von innen
    mit göttlichem Hauche beschlägt.


    Heut aber ist dein Gewissen
    in Leiden und Hoffen geteilt.
    Siehe, dein Herz ist zerrissen,
    siehe, dein Herz ist geheilt.


    Sei wie die bebende Waage,
    die Gleiches mit Gleichem verhält.
    Geh, meine Seele, und trage
    auf beiden Schultern die Welt.


    Sei wie die stille, gerechte,
    die wassertragende Magd.
    Fühl die gemarterten Nächte
    und fühle die Gnade, die tagt.


    In deines Nackens Beschwerde
    füge sich beides in Eins.
    So hast du das Gleichmaß der Erde,
    so hast du die Summe des Seins.


    Hans Egon Holthusen
    (1913 - 1997)

    "Feigheit ist die Mutter der Grausamkeit" Montaigne


    Suche Einsatzorte 3./schwere Artillerie Abt. 848 ab Juni 1943


  • Mutter


    Ich sehe dich in deiner Kerze Licht
    im Rahmen einer dunklen Pforte stehn.
    Du spürst die Kühle von den Bergen wehn,
    du frierst ja, Mutter ... dennoch weinst du nicht.


    Du schaust mir nach, der in die Nacht enteilt,
    in dunklen Schicksals ungewisse Frist,
    mit einem Lächeln, das nur Weinen ist,
    mit einem Schmerz, den kein Vertrauen heilt.


    Ich sehe dich in deiner Liebe Licht
    im Zittern deiner weißen Haare stehn.
    Du spürst die große, dunkle Kühle wehn -


    und langsam, langsam senkt sich dein Gesicht.
    Noch immer leuchtet fern der Kerze Schein -
    du frierst ja, Mutter ... Mutter - geh hinein ...



    Albrecht Haushofer (1903 - 1945), in München geboren; war Professor an der Berliner Universität. Während der Hitlerzeit schloß er sich den Widerstandskreisen an, wurde von der Gestapo verhaftet und 1945 in einem Berliner Gefängnis durch Genickschuß hingerichtet. Sein ebenfalls verhafteter Bruder fand in den Händen des Toten das Manuskript der "Moabiter Sonette" , seiner letzten Gedichte, die er angesichts des Todes im Gefängnis geschrieben hat.


    (Quelle: Das Wort der Dichter; Ehrenwirth Verlag München)


    "Feigheit ist die Mutter der Grausamkeit" Montaigne


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  • Der sterbende Gaul


    Vor Tag im feuchten Graben

    Liegt ein verendendes Pferd.

    Die Kanoniere haben

    Es von der Straße gezerrt . . .


    Die Batterie trabt vorüber,

    Die Kanonen, Stück für Stück –

    Den sterbenden Kameraden

    Lassen die Gäule zurück.


    Der wiehert noch einmal so traurig

    Und hebt den Kopf so bang.

    Der Lärm der Räder und Hufe

    Den Abschiedsgruß verschlang . . .


    Sehnsüchtig bläht er die Nüstern,

    Dann sinkt er zurück und ist tot.

    In den verglasten Augen

    Bricht sich das Morgenrot.


    Joseph Roth, Illustrierte Kriegszeitung vom 10.1.1917

  • Grenadiere


    Wir kämpfen noch den alten Streit -

    ein Mann verjaget vier.

    Wir fragen nicht, wie stark ihr seid -

    wo steht ihr - fragen wir.

    Wahlspruch der Grenadiere Friedrichs des Großen

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Guten Abend,


    ich habe vor einiger Zeit wiederholt die filmische Dokumentation "Beuys" aus dem Jahr 2017 auf dem Sender Arte gesehen.

    Wikipedia Eintrag zu dieser Dokumentation: https://de.wikipedia.org/wiki/Beuys_(Film)


    In einer kurzen Sequenz in der Doku sprach Joseph Beuys einige wenige Sätze über seinen damaligen Einsatz in der Luftwaffe.


    "Man hat mich damals zurechtgeschossen."


    Die Dokumentation ist sehr sehenswert, berührend, sehr zu empfehlen.


    Gruß


    Micha


    P.S. Ich habe das hier in dem Thema "Gedicht" eingefügt, dieser Satz passt gut in das Thema.

    Edited once, last by Holzkopf ().

  • Memento


    Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,

    nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.

    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?


    Allein im Nebel tast ich todentlang

    und lass mich willig in das Dunkel treiben...

    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.


    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr

    - und die es trugen, mögen mir vergeben.

    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur,

    doch mit dem Tod der andren muss man leben!


    Mascha Kaléko, 1907 bis 1975, 1938 in die Vereinigten Staaten emigriert

    "Feigheit ist die Mutter der Grausamkeit" Montaigne


    Suche Einsatzorte 3./schwere Artillerie Abt. 848 ab Juni 1943


  • Hallo Christiane,


    wie schön, wie treffend ...


    (man möge mir den Einzeiler vergeben)


    Gruß Heidy

  • Pommerngedicht eines unbekannten Soldaten

    (übergeben von Gertraud Czogalla (Schütt), 1919, Köpitz)


    Ich hörte einst, daß man von meinem Heimatlande,

    von meinem Pommern recht verächtlich sprach.

    Ein ödes Land sei es, in Sumpf und Sande,

    und Pommernvolk sei weit den anderen nach.


    Ich sprach: verzeihen Sie, darf ich mal fragen,

    haben Sie mein Pommern überhaupt gesehen?

    Sahen Sie auf Rügen unsere Stubnitz ragen

    und unsere Stubbenkammer-Felsen stehen?


    Zogen Sie entlang den Forellenbächen,

    durch Täler weit beim lieblichen Polzin,

    und sahen Sie schon die körnerschweren Weizenflächen,

    bei Rügenwalde, Pyritz und Demmin?


    Sahen bei Stettin Sie schon die vielen Masten,

    wie sie geschäftig ziehen ihre Bahn,

    wie sie bei Tag und Nacht nicht rasten,

    und sahen Sie schon den mächtigen "Wulkan"?


    Sind oderwärts Sie gefahren,

    und zogen Sie hinab den Oderstrom?

    Sahen Sie den Ostseespiegel schon, den klaren,

    und zogen Sie durch Pommern Waldesdom?


    Haben Rügenwalder Spieckbrust Sie gegessen,

    Stralsunder Flundern und Kösliner Wurst?

    Haben Sie in Pommern irgendwo gesessen,

    mit Pommern-Bräu zu löschen Ihren Durst?


    Und lernten Sie schon Pommerns Frauen kennen,

    die stets das Herz am rechten Fleck.

    Und hörten Sie schon Pommern Männer nennen:

    Ernst Moritz Arndt und Joachim Nettelbeck?


    Und schon in jedem Völkerringen, hat Pommern treu sich oft bewährt,

    daheim die Pommern jedes Opfer bringen, wenn draußen kämpft das Pommernschwert!


    Das sagte ich, sie alle, alle schwiegen, sie schwiegen, weil mein Wort sie überwandt,

    so wird mein Wort stets die besiegen, die Dich verachten, Du mein Pommernland.