• Hallo,


    Oberfeldwebel Hans Bähr, schwere Panzer-Abteilung 508


    "Der Panzer" 


    Es gibt Landser, die sitzen im Panzer.
    Das ist ein Kasten mit Hebeln und Rasten,
    läuft auf Raupen und tut stauben.
    Die drin sitzen, schwitzen und fitzen.


    Feuer und Bewegung ohne erregung,
    das ist die Parole der hohen Panzerschule.
    Jeden Feind niederringen und bezwingen,
    allen voran, so greifen sie an.


    Fünf Männer sind es, sie halten zusammen
    auf Leben und Tod in Gottes Namen.
    Sie wissen, dass Fehler oder Unterlassung
    den Verlust des Wagens bringt und der Besatzung.
    Jeder kennt seine Arbeit und jeder vertraut jedem
    ein Stoßgebet zum Himmel und sie bleiben am Leben.


    Der Fahrer, ein alter erfahrener Fuchs,
    fährt durch's Gelände, sicher und flugs
    nutzt jede Deckung, er weiß bescheid,
    wo der Richtschütze kann sicher zielen zu jeder Zeit.


    Der Richtschütze trifft genau, er ist sehr gut,
    er ist sehr schnell und hat ruhig Blut.
    Man kann ihm vertrauen, das wissen alle -
    Aufregung gibt es in keinem Falle.


    Der Funker, ein ganz besonnener Mann,
    gibt Befehle weiter und nimmt welche an.
    Mit seinem MG hat er so manch' feindliches Nest
    ausgeräuchert oder in Unruhe versetzt.


    Der Ladeschütze ist sehr bedacht,
    dass der Richtschütze auchalles richtig macht.
    Er hilft ihm, wenn er in Nöten kommt,
    die Hemmung beseitigt er gewissenhaft und prompt.
    Ob Kanone oder MG, was er macht, ist immer OK.


    Im Turm der Kommandant
    seine Befehle sind klar und markant:
    "Panzergranate Turm 2 Uhr,
    Entfernung 600, ein Panzer im Flur!"
    Wenn Ziel erkannt - "Feuer frei!"
    ... Donnerwetter, da kommen noch drei!


    Schnell und doch ruhig muss alles gehn.
    Der erste Schuss sitzt, die Panzer bleiben stehn,
    ein zweiter Treffer, der Feindwagen brennt,
    man sieht, wie ein anderer den Turm zu uns schwenkt.
    Doch wir sind schneller, es folgt Schuss auf Schuss.
    Drei Panzer brennen, es ist noch nicht Schluss.


    Ein vierter geht stiften und will nun wenden,
    die Breitseite zeigt er, das kann nicht gut enden.
    Zwei Treffer braucht er, dann bleibt er liegen,
    aus der Turmluke sieht man den Rauch davonfliegen.


    Verteckt muss aber noch einer gestanden sein,
    denn plötzlich schlägt auch bei uns eine Granate ein.
    Der Panzer ruckt, der Kommandant zuckt,
    der Richtschütze rüttelt, der Ladeschütze schüttelt.
    Kommandant ruft, Richtschütze sucht,
    die Hemmung - höchste Beklemmung!


    Ein heller Klang, der Rückwärtsgang.
    Ein Stück fährt man zurück.
    Wir müssen in Deckung, um nachzusehen,
    denn der Turm klemmt und lässt sich nicht drehn.


    Zwischen Aufbau und Turm, wir hatten noch Glück,
    steckt von der Granate ein beachtliches Stück.
    Die Werkstatt wird den Schaden beheben.
    Gott sei Dank, wir blieben am Leben.


    Der Kompanie berichtet: Vier Panzer vernichtet!
    Der eigene Panzer ist zur Zeit,
    von einer Granate getroffen, nicht einsatzbereit.
    Nach der Instandsetzung, ein ein oder zwei Tagen,
    sind wir wieder vorn bei unseren Kameraden.



    Wenn noch jemand weitere hat, dann kann er sie gern einstellen! :D


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Hallo ihr da draußen!


    Kompanielied der 12./IR 543/387 ID


    Wir ziehn als kleiner Haufe ...


    1. Wir ziehn als kleiner Haufe ins große Russenreich,
    frag'n nicht nach Stand und Name, das ist uns völlig gleich.
    Wir ziehen als Soldaten mit gleichem Schritt und Tritt.
    Der Brugger führt den Haufen als guter Kamerad,
    als unser bester Freund und fröhlicher Soldat.
    Man kennt uns überall schon, sei da es oder hie.
    Wir sind ein fröhlich Haufe, die 12. Kompanie.


    2. Wir sind in frohen Tagen stets munter, frech und froh
    und müssen wir uns schlagen, so halten wir es so:
    Wir kennen unsern Feind und gehen drauf und dran
    und jeder gibt sein Bestes, so gut ein jeder kann.


    3. Wir stehlen Schwein und Hühner und Gänse sonder Zahl,
    denn Dürsten und auch Hungern bedeutet unnütz Qual.
    Wir stehlen, wenn wirs brauchen, organisieren wir im Nu,
    es schwimmt in Schillings Kochtopf so manche alte Kuh.


    4. Und ist der Krieg zu Ende - der Tag ist nicht mehr fern -
    dann geht es in die Heimat. Wer ginge da nicht gern?
    Nach Landshut geht der Haufe - mit frohem Landsknechtsang,
    und auf dem Weg nachhause zum letzten Mal erklang:
    Der Brugger ...



    Worte: Richard Kindl, Gefreiter
    Weise: Roland Bueb, Leutnant


    Gruß
    armin

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  • Hallo,


    "Also dekend krebst der Landser
    wie ein lahmgeschossender Panzer
    sich durch Russlands Schlamm und Dreck,
    zweifelnd an des Daseins Zweck
    kommt er zu dem weisen Schluss,
    dass man rückwärts schalten muss:
    von dem Asphalt hin zum Schlamm
    und von dort zum Knüppeldamm;
    doch von hier noch mehr zu denken,
    konnte sich der Landser schenken,
    da er mit dem nächsten Schritt
    restlos in die ... glitt."


    Unteroffizier Selke der 1./Fla 607 über die Wegeverhältnisse Russlands!


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

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  • Ein Gedicht, mehr eine Überlegung zum Jung sein aus den Aufzeichnungen meines Vaters.


    Jung sein heisst lebendig sein
    heisst lebensvollen Anteil nehmen
    an allem was die Zeit bewegt
    an ihren Sorgen und Nöten
    am Wollen und Hoffen.
    Jung sein heisst sich hingeben
    an einen Gedanken an ein Ideal.
    Jung sein heisst treu sein frei echt und wahr,
    heisst selbstständiges handel
    ohne knecht'sche Unterwerfung,
    unter übernommenen Autoritäten und
    über eingekommenen Achtung beider Seiten.
    Jung sein heisst vor allem Sehnsüchte haben und
    schaffen wollen um das Ersehnte zu verwirklichen.


    Gruß Rolf

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  • Der tote Soldat
    Johann Gabriel Seidl



    Auf ferner, fremder Aue,
    da liegt ein toter Soldat,
    ein ungezählter, vergeßner,
    wie brav er gekämpft auch hat.


    Es reiten viel Generale
    mit Kreuzen an ihm vorbei;
    denkt keiner, daß, der da lieget,
    auch wert eines Kreuzleins sei.


    Es ist um manchen Gefallnen
    viel Frag´ und Jammer dort;
    doch für den armen Soldaten
    gibt´s weder Träne noch Wort.


    Doch ferne, wo er zu Hause,
    da sitzt beim Abendbrot
    ein Vater voll banger Ahnung
    und sagt:"Gewiß, er ist tot!"


    Da sitzt eine weinende Mutter
    und schluchzet laut: "Gott helf´,
    er hat sich angemeldet:
    die Uhr blieb stehen um elf!"


    Da starrt ein blasses Mädchen
    hinaus ins Dämmerlicht;
    "Und ist er dahin und gestorben,
    meinem Herzen stirbt er nicht!"


    Drei Augenpaare schicken,
    so heiß es ein Herz nur kann,
    für den armen, toten Soldaten
    ihre Tränen zum Himmel hinan.


    Und der Himmel nimmt die Tränen
    in einem Wölkchen auf
    und trägt es zur fernen Aue
    hinüber in raschem Lauf.


    Und gießt aus der Wolke die Tränen
    auf´s Haupt des Toten als Tau,
    daß er unbeweint nicht liege
    auf ferner, fremder Au.



    Thomas

  • Kriegsweihnachten 1943


    Einmal im Jahr zur heiligen Weihenacht,
    Wenn am Baum die hellen Lichter entfacht,
    einmal im Jahr, aus Frost und Kälte und Eis,
    treten die toten Soldaten in unseren Kreis.
    Einmal im Jahr, wenn das Weihnachtswunder geschieht,
    wandern sie alle herbei, aus Osten, Norden und Süd.


    Nichts ist zu sehen - doch sind sie uns greifbar nah.
    Nichts ist zu hören - aber alle, alle sind sie da.
    Wortlos warten sie neben Vater und Mutter und Kind -
    Lasst sie es fühlen, dass sie willkommene Gäste sind.
    Lasst sie begrüßen, dass keiner vergessen ruht.
    Ach, wir wissen es alle, wie weh doch Vergessen tut!


    Eine Kerze am Baum soll für sie alle brennen,
    dass sie unser treues Erinnern erkennen.
    Eine Kerze am Baum soll ihnen allen sagen,
    dass wir sie fest und warm in unseren Herzen tragen.
    Eine Kerze am Baum, sie hat den hellsten Schein,
    darin soll all unsere Liebe geborgen sein.


    Singen wir dann Hand in Hand unser Weihnachtslied,
    singen die toten Soldaten Worte und Weisen mit.
    Singen mit uns vor dem Baum das Lied von der heiligen Nacht ...
    Und dann gehen sie wieder hinaus zur ewigen Nacht.
    Unsere Kerze allein weist ihnen den Weg und auch Schritt,
    und unsere Herzen ziehen heimlich verstohlen mit.


    Einmal im Jahr, aus Frost und Kälte und Eis,
    treten die toten Soldaten in unseren Kreis.
    Einmal im Jahr, beim brennenden Lichterbaum,
    treten die toten Soldaten in unseren Raum.
    Zeigt ihnen allen, dass wir an sie gedacht!
    Weihnacht ist wieder - stille, heilige Nacht!


    Ida Rief-Aloys


    aus: Aus vergangenen Tagen Tirols, Eigenverlag

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  • Die 12. Kompanie des IR 543/387 ID heißt ihren Kompaniechef willkommen, nachdem er sich im Nachbarabschnitt das EK I verdient hat.


    Zum 9.9.42


    Oh! Grüß Gott! Und heil, heil, heil!
    Die 12te hatte all die Weil
    Zeit zum Denken und Studieren
    was man alles kann verlieren,
    wenn der Vater nicht zu Haus.
    Mein Gott – schaut die 12te aus
    19 tot, neune verschwunden
    viel verwundet und zerschunden.
    Die 12te ist arg zugerichtet
    nicht aber hat man uns vernichtet
    den Willen wieder anzufangen.
    Und nun geht’s los ohne zu bangen.
    Auf in eine neue Zeit.
    Freilich heut sind wir noch weit
    entfernt von unserm Ziel,
    aber wenn ein jeder will
    muß und wird es sicher gehen.
    Herr Oberleutnant werden sehn
    Sie voraus, wir hinterdrein
    Und solls der Teufel selber sein.
    Ewig bleibt vieles ungesprochen.
    Der Rest jedoch steht ungebrochen
    nach wie vor in Treu zu Ihnen
    und wir wollen uns verdienen
    Ihre Liebe und vertrauen.
    Ist’s soweit – Sie werden schauen
    steht in Glanz und Gloria
    eine neue 12te da.
    Feste sind nicht nur allein
    zum Reden und Heil Hitler schrein.
    Ein Fest begeht man zum Erbauen
    und jetzt wollen wir mal schauen,
    dass wir in die Bude finden.
    Es sammeln sich schon Leut’ da hinten.
    Wir sind da nicht mehr ungeniert,
    weil alles auf die Tür herstiert.
    Wir sind auch schließlich nicht im Zoo.
    Aber eines sind wir – froh.
    Froh, dass wir sie wieder haben.
    Doch nun wollen wir uns laben
    Denn die Fahrt war sicher schwer.
    Herr Oberleutnant! ...Bitte sehr.


    Zum Willkommensgruß zur 12. Kompanie/IR 543
    Zum Gruß zeichnet für den Haufen und die Richtigkeit


    Gefreiter Kindl

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  • Kamerad Pferd
    Mein treues Pferd hat man erschossen,
    das mich als Melder trug so manchen Tag.
    Von Feindes Kugeln schwer getroffen,
    es unter mir zusammenbrach.
    Ich hörte noch sein letztes Stöhnen,
    als wollt`s mir sagen noch „Ade“.
    Noch einmal streich ich über seine Mähnen,
    dann übermannten mich Schmerz und Weh.
    Hinter seinem Leib suchte ich dann Schutz,
    Mein Gott – ich wollt doch überleben
    und allem Leid und Schmerz zum Trutz,
    die aufgetrag`ne Meldung weitergeben.
    Satteltaschen und Zaumzeug auf dem Rücken,
    konnt ich bei Dämmerung von dannen schleichen,
    und in später Abendstunde, mit schmerzlichen
    Bedrücken, das mir Anvertraute weiter reichen.
    Den „Bernhard“ werd ich nie vergessen,
    den hab ich mir in mein Gedächtnis eingeschrieben.
    War er auch „nur“ ein treues Tier gewesen,
    ist doch die Erinnerung in mir geblieben.


    Ein Reiter von der 59. ID* – IR 208
    *Goslarer Jäger-Regiment – später IR 17


    http://www.kavallerie-regiment18.de/kamerad_pferd.html

    vg
    mra


    -die Feder ist uns von Haus aus ein fremdes Handwerkszeug. Aber nun hat unser Leid einen schreiben heißen –

  • Wir Kradschützen
    Kameraden der Luftwaffe, wie ihr euch kühn durch die Lüfte schwingt, als Sturzkampfflieger den Tod in den Fängen tragend oder die Jäger in wilden Kurven den Gegner mit bellenden Maschinengewehren in der Tiefe sucht, wir von der Infanterie geben es neidlos zu, dass die Bewun-derung euch gehört.
    Kameraden der U-Boot-Waffe, die ihr bei jedem Wetter die tosende See durchpflügt und tagelang in der schwankenden Dünung auf Geleitzüge lauert, wir von der Infanterie neiden euch nicht die blaue Jacke und die blaue See.
    Auch wir haben Waffen, und wenn es auch nicht der drohende Panzer ist, der sich Feuer speiend gegen den Feind wälzt. Stolz ist der Panzerjäger auf die Feuerkraft seiner unscheinbaren Waffe, hinter der er mit kaltem Auge die schier unverwundbaren Kolosse anvisiert, um sie mit Granaten aufzubrechen. Wer je unter die Schirmmütze in das verwegene Gesicht eines Alpenjägers geschaut, kann lesen, dass er keine größere Ehre kennt, als das Edelweiß am Ärmel tragen zu dürfen.
    Der rascheste Kämpfer aber ist der Kradschütze. Verwachsen mit der schweren Maschine, ist er der Schrecken des Gegners, dem es noch nie gelungen ist, den Kradschützen abzuschütteln, wenn dieser sich auf seine Fährte gesetzt hat.
    Männer mit Nerven von Stahl und mit eisernen Muskeln braucht diese Waffe. Unerschrockenheit und persönlicher Mut sind seine Voraussetzungen, gewachsen jeder körperlichen Anstrengung, immer sprungbereit, gewohnt, stundenlang auf seiner Maschine zu sitzen, dem Feind nachzuhetzen und ihn zu stellen.
    Der Kradschütze ist es, der an der Spitze der Truppe als Aufklärer durch die Gegend sichert. Er verlässt nicht früher seine Maschine, bis ihn der Gegner durch das Feuer zwingt, sich an die Erde zu schmiegen. Immer an Zahl unterlegen, harrt er auf der Stelle aus, bis der Angriff organisiert ist und er von dem stürmenden Gros aufgenommen ist.
    Sitze fahren heißt: Durch Ortschaften zu brausen, in denen hinter jedem Fensterladen der Tod lauert. Mit zusammengebissenen Zähnen die Straße entlang rasen, jederzeit gegenwärtig, von einer tückischen Mine in Atome zerfetzt zu werden. Er kennt kein Zaudern und Zögern. Er for-dert den Feind heraus, zu feuern und dadurch dessen Stellung zu verraten, der Kradschütze.


    geschrieben von
    SS-Kriegsberichter Valentin J. Schuster

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  • Hallo habe im Netz ein Lied vom Ladogasee gefunden:
    von Alfred Scholz am 27.05.1942 aufgeschrieben in Starija Russa


    1. Vom Ladogasee im Norden
    zogen wir durch Eis und Schnee,
    zu Starija Russas Mauern
    am verfluchten Ilmensee.


    2. Partisanen rings umlauern,
    nachts klingt krächzend ihr Hurrä,
    in Starija Russas Mauern,
    am verfluchten Ilmensee.


    3. 48 Grad im Schatten
    setzt sogar der Stuhlgang matt,
    wenn wir das in Frankreich hatten,
    fand der Krieg im Sande statt.


    4. Schöne Frauen, rote Rosen,
    Nachtlokale sind uns fremd,
    aber Läuse und Franzosen,
    und die Wanzen jeder kennt.


    5. Nachts die Sowjets-Kaffern ballern,
    unentwegt knallt die Artillerie,
    unsere Feldpost ist verschollen,
    Heimaturlaub gibt es nie.


    6. Mag der Krieg noch 10 Jahre dauern,
    wir halten durch bei Eis und Schnee,
    um Starija Russas Mauern,
    am verfluchten Ilmensee.


    7. Sollte der Krieg noch länger dauern,
    meine Kinder ich schon seh,
    vor Starija Russas Mauern,
    am verfluchten Ilmensee.
     
    Gruß Andreas

  • eines hab ich noch! =)


    Steh ich in finstrer Mitternacht
    so einsam auf der stillen Wacht
    im Damenpelze muss ich’s tun
    und aus dem Brustlatz strömt Parfum.


    Die Mütze auf dem Kopfe drobn,
    die muss ich allerbestens lobn,
    dass sie zu klein ist, das ist sehr schad
    doch riecht sie heut noch nach Pommad.


    Der Schutz fürs Ohr, der kommt mir gut,
    weil er die Ohren wärmen tut
    Ich weiß, wer sie spendieret hat
    Herr Adam Käs Stupidienrat.


    Und schaut den schönen Schal hier an
    Der stammt von Pg. Bursian.
    Die Handschuh eines Mädchens hold
    Sind ein Geschenk des Pg. Gold.


    Und halt im Muff die Hand ich warm
    Seh ich ein Mädchen voller Charm
    Doch foppt mein Bild mich armen Narrn
    Würd ich sofort zu Eis erstarrn.


    Nichts nützten mich die Stiefel dann
    Die hab ich von der Eisenbahn.
    Sie braucht jetzt nimmer soviel fahrn,
    die muss für d’Schul die Kohle sparn.


    Doch in der Hand da dies Gewehr,
    das hab ich schon vom Militär
    Der Rheumatismus gehört auch her
    Und vieles andre und noch mehr.


    Und sieht sich manches spassig an,
    die Heimat hat ihr bestes tan.
    Auch sie ist hart und tatgewohnt
    Hier steht die Heimat und die Front.


    Und ihr Matrosen gebt fein acht.
    Gar bitterkalt wird heut die Nacht.
    Ein Mädchenskopf, ist er gepflegt
    Wirkt wärmend, wenn er aufgelegt.


    Richard Kindl, IR 543/387 ID

    Suche alles zur 387 ID, zum IR 543

  • Willst den Deutschen Du regieren
    Feind, dann kauf Dir ein paar Deutsche,
    Die für Dich das Zepter führen,
    Und Du sparst die Sklavenpeitsche.


    Wege finden sie und Mittel
    Deine Wünsche wohl zu wahren,
    Ohne daß Du mit dem Knüttel
    Nötig hast dareinzufahren.
    Laß sie schalten, laß sie walten,
    Eingespannt in Deine Sielen.
    Dir ziemt's, sich herauszuhalten,
    Um den Rechtlichen zu spielen.


    Spare Dir die Sklavenpeitsche,
    Baue auf der Deutschen Wesen,
    Denn dem Deutschen ist der Deutsche
    Stets der schlimmste Feind gewesen.


    "...entstand im Lager Jelabuga das Gedicht von Otfried Preußler..."
    Aus dem Buch, "Die 71. Infanterie-Division 1939-1945"

  • Hallo,


    "Lieber Kilian, gib mal Laut,
    wo Ihr jetzt auf die Pauke haut?
    Wir kämpfen hier nach West und Nord
    und auch im Süden vor dem Ort.
    Mal drängt er uns in'n Keller rein,
    mal kommt auch wieder Sonnenschein!
    Wir lassen uns durch nichts erschüttern,
    wenn auch die Wände heftig zittern.
    Wir hoffen auf ein Wiedersehen
    in einem ruhigen Kalinin!"


    Oberstleutnant i.G. Wenck am 24. Oktober 1941 an Major i.G. Graf Kliensegg der 6. Panzer-Division


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Hallo,


    ein Gedicht aus der Kriegszeit:


    "Unser Führer
    Der nach russischer Art regiert,
    Sein Haar nach französischer Mode frisiert,
    Seinen Schnurrbart nach britischer Art geschoren,
    Und selbst ist nicht in Deutschland geboren,
    Der uns den römischen Gruß gelehrt,
    Von unseren Frauen viel Kinder begehrt,
    Und selbst keine zeugen kann,
    Das ist in Deutschland der führende Mann!"


    Der Verfasser wurde vom SD ausfindig gemacht und zu 1 Jahr Zuchthaus verurteilt.


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited once, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo Freunde,
    eines hab ich noch. :D


    Willkommensgruß der 12. Kompanie/IR 543 an den Chef, der nach Verwundung und Auszeichnung mit EKI zu seinen Soldaten zurückkehrt.


    Wir schreiben den 9.9.42


    Es naht der Gratulanten Schar
    die Auswahl ist so ganz und gar
    die beste, die man denken mag,
    sie naht mit Schweiß und Müh und Plag
    das EK I ist wohl verdient
    und dass Sie heute nicht geschient
    Arm und Fuß in Eisenschrauben,
    haben wir dem Glück zu danken.


    Oft genug Sie standen draußen,
    wo die Stalinorgeln sausen,
    wo der Dreck Fontänen spritzt,
    während Luggi blutig schwitzt.


    Nun ist’s soweit, der Herbst ist da
    in Russland – nicht in Afrika.
    Das Vorkommando will Sie holen,
    naht deshalb auf leisen Sohlen
    ??? zur halben Nacht,
    kündet: Herr, es ist vollbracht.
    Zur 12ten heim und ab ins Reich.
    Ob Hauptmann oder nicht ist gleich.
    Und wir wollen wie die Narrn
    heim ins Reich (uns reicht’s) zur Mutti fahrn.


    Im Herbst geschwind noch ein paar Schrofen,
    im Winter dann den warmen Ofen
    und fahren mit der Eisenbahn,
    es sollen jetzt die andern dran.


    Ob dieser Sache Frau und Kind
    alle gleich entzücket sind.



    Gruß
    armin

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  • Der tote Soldat
    Johann Gabriel Seidl


    Hi Thomas,


    Weißt Du Näheres? über den Autor? wann/zu welchem "Kriegsanlaß" geschrieben?
    Es ist das mich am stärksten anrührende Gedicht.


    Gruß, Kordula

    Edited once, last by kkn ().

  • Ein Auszug aus:


    Die Glocke von Lushno
     
    Dort, wo das Dorf und die Kirche stand,
    aus Trümmern geborgen im Niemandsland,
    hoben wir mit letzter wuchtiger Kraft
    eine Glocke hoch an einen Gerüsteschaft.


    Ein jeder mit klammenden Händen anschwang.
    Es dröhnt in der Nacht der bronzene Klang.
    Winterwind summt heulend mit im Geleit,
    verkündend die Weihnachtsweihezeit.


    Sie läutet hinüber für Freund und Feind,
    als riefe sie zu : Seid heute geeint"
    Da hielt der Gefechtslärm den Atem an,
    die Glocke von Lushno zog jeden in Bann.


    Und sie läutet den Toten im Schneegrab zu,
    einen letzten Gruß zur ewigen Ruh.
    Dann zerbarst der schwingende Balkentron,
    tief im Schnee verhallt der Glocke dumpfer Ton.




    Walter Becker Weihnachten im "Kessel von Demjansk"


    Lushno war/ist ein Ort im ehemaligen "Kessel von Demjansk"

    Immer auf der Suche nach Daten, Bildern und Material über die 32. Infanterie Division, sowie über Straf,- und Bewährungseinheiten.

  • Hallo zusammen,
    In mehreren Divisionsgeschichten zu finden


    Nach dem Kriege
    Verfasser unbekannt


    Wo ist der Mann, der seinen Tabak mit mir teilte,
    in einem Schützenloch am Wolchow, in dem Dreck?


    Und wo der andere, der auf Kirischi bei mir weilte?


    Wo sind die Landser mit dem Herz am rechten Fleck?


    Wo blieb der Alte, der im Schein der Kanonaden
    mir wie ein Vater den zerschossenen Arm verband?


    Wo sind die vielbesungenen guten Kameraden,
    von denen einer für den anderen grade stand?


    Wo sind die Kumpels aus den schweren Rückzugstagen?


    Wo blieben jene, die mit jedem brüderlich
    die Lasten schleppten ohne nach dem Lohn zu fragen?


    Sind sie nicht heimgekehrt? Wo sind sie eigentlich?


    Gruß


    FRank

  • Hallo Kordula,


    freut mich, daß es Dir gefällt. Mich hat es auch beim ersten Lesen berührt.


    Ich habe es aus einem alten Lesebuch(von 1907) für höhere Lehranstalten.
    Darin steht zum Dichter noch folgendes:


    "Seidl,Johann Gabriel, geb. d. 21. Juni 1804 zu Wien, Kustos ?(des Münz-und
    Antikenkabinetts daselbst, gest. d. 18.Juli 1875."


    Das Gedicht ist also wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Befreiungskrieg
    entstanden.


    Gruß Thomas

  • Quote

    "Seidl,Johann Gabriel, geb. d. 21. Juni 1804 zu Wien, Kustos des Münz-und Antikenkabinetts daselbst, gest. d. 18.Juli 1875."


    Ein Kustos (von lateinisch custos = Wächter) bezeichnet:


    -einen Domkapitular oder Domvikar, der Gebäude beaufsichtigt;


    -einen Wissenschaftler in einem Museum, wobei der Begriff Kurator ebenso verwendet wird;


    -ein Zeichen im Buchdruck, siehe Kustode;


    -einen mit den Verwaltungsaufgaben eines Hochschulinstituts oder -seminars betrauten wissenschaftlichen Mitarbeiter.


    -der Vorsteher einer Regionalorganistion des Franziskanerordens innerhalb einer Ordensprovinz. Dazu gehört auch der Kustos des Heiligen Landes als Leiter der Kustodie des Heiligen Landes. In der Vergangenheit nahm er auch die Funktion eines Botschafters des Vatikans in Jerusalem wahr und gilt heute noch als der neben dem Patriarchen von Jerusalem wichtigste Repräsentant der katholischen Kirche in Jerusalem.


    -ein Hilfszeichen in der Quadratnotation, siehe Custos (Neume)


    Quelle: Wikipedia



    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941