Umgekommen bei Flugzeugabsturz

  • Hallo!


    Ich habe eine - zugegeben mit sehr wenigen Informationen unterfütterte - Frage: Irgendwann zwischen 1942 und 1944 kam es bei Bialystok (wahrscheinlich; möglich ist auch ein anderer Flugplatz in Richtung Ostfront) zum Absturz einer von der Luftwaffe als Beutemaschine eingesetzten Caudron C.440 kurz nach dem Start. Dabei kamen zumindest ein Offizier im Generalsrang sowie Stabsoffiziere ums Leben. Ist jemandem bekannt, um wen es sich bei dem General gehandelt haben könnte?


    Vielen Dank!!


    Grüße

  • Hallo,


    das "Beuteflugzeug" sollte richtigerweise wohl eine Caudron C.445 sein.... Von diesem Typ wurden nach September 1940 insgesamt 752 Stück für die Luftwaffe gebaut; also eigentlich kein Beuteflugzeug mehr...


    Grüße Fred

    Halle/Saale: Heeres- und Luftnachrichtenschule // Siebel Flugzeugwerke

  • Nun ja, die C.445 ist ja Teil der C.440-Serie...wahrscheinlich handelte es sich um eine C.445, jedenfalls aber um eine C.440-Serien-Maschine. ;)
    Die Luftwaffe flog sowohl die in Vichy-Frankreich für die Luftwaffe neu gebauten Maschinen als auch nach "Anton" erbeutete Flugzeuge der Vichy-Regierung. Beides sind m.E. zumindest Beuteflugzeuge im weiteren Sinne.
    Nachdem nun alle Erbsen gezählt wurden, zurück zum Thema...:

  • Hallo,


    um historisch korrekt zu bleiben, was nun nichts mit Erbsenzählerei zu tun hat, das wirst Du als Neuling hier auch noch mitbekommen, befanden sich die Werke Caudron nicht in der unbesetzten (=Vichy-Frankreich) Zone, sondern unterstanden damit dem Besatzungsrecht.


    Weitrerhin ist (bis Du den Gegenbeweis in Form von Werknummern etc.) antrittst, bei 752 Stück an die Luftwaffe gelieferten Flugzeugen schon aller Wahrscheinlichkeit gut davon auszugehen, daß es sich nicht um ein Beuteflugzeug gehandelt hat.


    Grüße
    Fred

    Halle/Saale: Heeres- und Luftnachrichtenschule // Siebel Flugzeugwerke

  • Also, eigentlich will ich jetzt nicht großartig off topic geraten, aber:


    Ich verfüge eben gerade NICHT über Detailinformationen bzgl. des exakten Flugzeugtyps und lege mich daher auch nicht auf einen bestimmten Typ (441, 445 oder sonstwas) fest, sondern bleibe - eben um historischer Korrektheit Rechnung zu tragen - bei der übergreifenden Typenbezeichnung, ohne mich auf möglicherweise fehlerhafte Details festzulegen. Als geübter Neuling weißt du bestimmt noch viel besser als ich, dass man Informationslücken nicht mit Phantasie und Schneegestöber auffüllen sollte!


    Für mich reicht es jetzt endgültig mit off topic, daher also auch endgültig zurück zum Thema:

  • Ein freundliches Hallo in die Runde,
    die Zeit nehme ich mir mal. =)


    Man kann gerne anderer Meinung sein, diese seinem Gesprächspartner auch mitteilen...nur sollte das ohne "Spitzen" möglich sein.


    Das hab ich mir schon als "ich bin neu hier" gewünscht, als "geübter Neuling" erst recht und mit den blauen Sternen im Gepäck habe ich gar keine andere Wahl als darauf zu achten.


    Einen wunderschönen Abend
    wünscht Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Zusammen...


    ich bleibe mal direkt beim Thema.... :D


    bdhelldiver... ist es Dir möglich den Zeitraum etwas stärker einzugrenzen?
    Zwei Jahre sind relativ lang und schwierig zu überprüfen und ich vermute das Dir noch weitere wenn auch möglicherweise geringe Informationen zum Absturz vorliegen. Z.b. woher hast Du die Information zum Absturz, woher kennst Du die Zusammenstellung der Opfer (General,, Stab, etc..), vielleicht ergibt diese Quelle hier den Leuten den entscheidenden Tipp zur Identifikation sowohl der Person als auch des "genauen" Flugzeugtyps...


    Zum Flugplatz bei Bialystok kann gesagt werden, das von diesem polnischen Flugplatz viele Maschinen in Richtung der Heeresgruppe Mitte und Nord flogen (und umgekehrt), er war ein größerer Flugplatz, wo noch heute der Tower und ein oder zwei Hangars aus der Zeit stehen. Er lag z.b. auf der Route Warschau - Bialystok - Minsk...


    Der einzige mir "bekannte" Todesfall per Flugzeugunfall in diesem Gebiet ist der Absturz des OT-Einsatzgruppenleiter Architekt Prof. Walter Brugmann
    siehe dazu auch Link zumAxis History Forum http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?p=648480 im möglicherweise besagten Raum im Mai 1944, leider ist mir aber nicht bekannt mit welchem Flugzeugtyp er unterwegs war...


    Beste Grüße Taiko

    Edited once, last by Taiko ().

  • Eine genauere Eingrenzung des Zeitraumes ist leider nicht möglich (die einzige Quelle ist ein Zeitzeugenbericht). Ebensowenig eine Aussage über die Zugehörigkeit der Maschine oder der Opfer des Absturzes, wobei die Offiziere jedenfalls Wehrmachtsangehörige waren (wahrscheinlich Heer).
    Die Maschine stürzte unmittelbar nach einem Zwischenstopp in Bialystok, der auch zu kleineren Reparaturen am Flugzeug genutzt wurde, nach dem Start noch in Sichtweite des Flugplatzes ab. Folge waren dann Untersuchungen gegen einen der Flugzeugmechaniker der Luftwaffe, die jedoch im Sande verliefen.

  • Hallo bdhelldriver,


    aus „Opfergang der Generale v. J.Folkmann und H.Möller-Witten“ die tödlich verunglückten Generale im Osten, leider ohne Ünglücksursache.


    Heer:


    Kubitza, Gen.Maj. Armee-Pi-Führer, 1943


    Freiherr v. Schleinitz, Gen.Maj. Kdr. 96.ID., 1942


    Voelter, Gen.Maj. Chef Gen.St. 6 Armee, 1944


    Luftwaffe:


    Fischer, Gen.Ing. Flottening. Luftfl.1, 1943


    Waffen-SS:


    Fritzthum, SS-Gruppf. Gen.Lt.d.W-SS, Div.Kdr., 1944


    Vahl, SS-Brig.Fhr., Gen.Maj.d.W-SS, Div. Kdr., 1944


    MfG, Lemmy

  • Hallo...


    Kubitza, Gen.Maj. Armee-Pi-Führer, 1943
    starb bei einem Flugzeugunglück in (polnischer Name) Olita (heute Alytus /Litauen) siehe dazu http://www.unithistories.com/officers/bio/german/HeerK2.htm


    Freiherr v. Schleinitz, Gen.Maj. Kdr. 96.ID., 1942
    verunglückt bei Tosno 5.10.42 (Region Leningrad)
    http://www.unithistories.com/officers/bio/german/HeerS1.htm


    Voelter, Gen.Maj. Chef Gen.St. 6 Armee, 1944
    verunglückt 1944
    http://www.unithistories.com/officers/bio/german/HeerV.htm


    Fischer, Gen.Ing. Flottening. Luftfl.1, 1943
    zu ihm habe ich keine weitere Info


    Fritzthum, SS-Gruppf. Gen.Lt.d.W-SS, Div.Kdr., 1944


    Vahl, SS-Brig.Fhr., Gen.Maj.d.W-SS, Div. Kdr., 1944
    zu beiden ebenfalls keine weiteren Details



    Finde Olita ist recht nahe am gesuchten Ort, ein direkter Treffer aber ist nicht dabei... zumindest nicht beim Heer


    Gruß Taiko



    *** Ergänzung... Sollte es sich bei dem in der Nähe liegenden Flugplatz um den in Pulawy handeln, dann ist der gesuchte General, General Major Walther Schlösser, gestorben am 23.7.1044 bei einem Flugzeugabsturz bei Pulawy Polen (http://maps.google.de/maps?q=P…&resnum=1&ved=0CB8Q8gEwAA)

    Edited 2 times, last by Taiko ().

  • Hallo,


    nur falls es interessieren sollte:


    Quote

    Anfang Oktober erhielt die Division den Vorbefehl zur Herausziehung aus ihrer
    jetzigen Front zu anderer Verwendung. General von Schleinitz fuhr zum Korps zur
    Besprechung und verunglückte auf der nächtlichen Rückfahrt mit seinem Begleitoffizier
    Oberleutnant Koch tödlich. Der Tod dieses allseitig verehrten Divisionskommandeurs war
    für die 96. Inf.Div. ein schwerer Verlust.


    Gruß
    Tobias


    Quelle: Hartwig Pohlmann, "Geschichte der 96. Infanterie-Division 1939-1945", Verlag Hans-Henning Podzun, Seite 171

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Vielen Dank für die vielen in Frage kommenden Personen!!
    Olita scheidet allerdings wohl aus, da der Absturz in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes in Bialystok geschah, d.h. vom Bodenpersonal noch beobachtet wurde. Olita ist aber 150 km entfernt.
    Von Schleinitz scheint ja wohl bei einem Kfz-Unfall umgekommen zu sein.
    Ich gehs mal durch...
    Danke jedenfalls schonmal!!

  • Hallo zusammen,

    Quote

    Original von Taiko
    ....Fritzthum, SS-Gruppf. Gen.Lt.d.W-SS, Div.Kdr., 1944


    Vahl, SS-Brig.Fhr., Gen.Maj.d.W-SS, Div. Kdr., 1944
    zu beiden ebenfalls keine weiteren Details ....


    bei beiden waren es Verkehrsunfälle, Vahl in Griechenland und Fitzthum bei Wien, scheiden also auch aus ... ;)


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • SS-Brigadeführer Hubert-Ernst Vahl, kaum zehn Tage nach seiner Ankunft in Griechenland, verunglückte am 22.06.1944 tödlich mit seinem Kraftwagen.

  • Hallo Zusammen,


    denke immer noch es Handelt sich um den benannten OT-Einsatzgruppenleiter Architekt Prof. Walter Brugmann
    mit seinem Stab...


    Ich habe unter http://www.unithistories.com/officers/bio/german/HeerK2.htm
    jeden Eintrag auf Flugzeugunglück / Absturz geprüft. Kann also das Heer insoweit ausschliessen, außer das der General nur verletzt wurde und in folge der Verletzung mit zeitlichem Abstand verstarb. Dann könnte der Eintrag von "Flugunglück" in "An Verletzung erlegen" geändert sein... Dies zu überprüfen ist in der Gänze mir nicht möglich...


    Grüße Taiko

  • OT-Einsatzgruppenleiter Brugmann habe ich mir angesehen. Angeblich ist er in Przemysl bestattet, was ca. 370 km von Bialystok entfernt ist. Unterstellt, der Zeitzeuge täuschte sich und es handelte sich um Angehörige der OT (und nicht der Wehrmacht), spricht der Beisetzungsort aber wiederum für einen anderen Absturzort. Denn der Absturz geschah in Sichtweite des Flugplatzes Bialystok.

  • Hallo,


    nach längerer zeit hier noch ein kleines Fundstück zum Tod von Walter Brugmann - leider gehen auch daraus keine genauen Ortsangaben hervor.
    Quelle: Das Kleine Blatt, Folge 152 vom 4.Juni 1944, Seite 3


    Gruß, J.H.