38.SS Pz.Gr.Div. "Nibelungen"

  • Hallo Roland
    Hab zwar nicht viel aber eventuell bringt es etwas Licht in die Sache.
    Lammerding war bis zum 20.03. bei der Heeresgruppe Weichsel.


    Laut Charles Trang übernahm er die Division schon am 09.04.!!!


    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Roland !


    Mit einem ehemaligem Angehörigen der "Nibelungen" kann ich
    dir nicht dienen ,haben aber etwas aus meiner "Ecke" gefunden.


    http://www.geisenfeld-online.d…archiv/2005/20050408a.htm



    Ich weiß das die "Division" um Ingolstadt mit der "GvB" im Einsatz war und
    unter anderem für die Brückensprengung veantwortlich sein soll.
    (Unter Kapitulation)


    http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Ingolstadt



    Besser als nix denke ich ;).


    Gruß Robert

    Edited once, last by robs ().

  • Guten Tag,
    laut DAL Waffen SS Stand 1. Juli 1944: Lammerding, Heinz Kdr. 2. SS-Pz.Div "R" (hs. Zusatz:) z. RFss kdrt. Patent (Beförderungen)20.04.44 Bem.: Gruf.
    --Nummer 77 der Liste--
    Laut DAL der Schutzstaffel der NSDAP vom 09.11.44: Brigadeführer 20.04.44
    Gruß Paule

  • Hallo Paule,


    die Bemerkung: "Gruf." in der DAL vom Juli 1944 ist ein Zusatz von Brün-Meyer (Biblio).
    Das genaue Beförderungsdatum zum späteren Gruf. wußten sie demnach bei
    Drucklegung auch nicht !


    20.04.1944 ist die Beförderung zum Brif. und steht so auch noch in der
    DAL vom Nov.1944 und es gibt, wie von Roland schon vermutet, bislang
    anscheinend kein Dokument zur weiteren Beförderung !


    Spekulationen darüber betreffen hier den Zeitraum von ca. Ende Nov.1944,
    bis Januar 1945 (siehe auch z.B. Hinweis DWA).


    In Lammerdings Personal-Akte ist halt leider nichts vermerkt:



    Viele Grüße
    PETER
    .........

  • Hallo Jan,


    vielen Dank für die Rückmeldung, Lammerding selber gab in einer Vernehmung nach dem Krieg an, dass er nach seiner Zeit bei der H.Gr. Weichsel zunächst seine Gesundheit wieder herstellte… dabei muss ihn der Befehl zur Übernahme der neu aufzustellenden Division erreicht haben … die Daten variieren um den 6. oder 9.4.1945 …. :rolleyes:



    Hallo Robert,


    genau diese Hinweise meine ich, vielen Dank …. :]


    Sollte aus „Deiner Ecke“ noch was herauszufinden sein, denk an mich … ich habe zwar das WWW „durchsucht“, aber es ist ja nach wie vor unmöglich, alle Hinweise zu finden!!


    Daher zählt eben jeder Hinweis!! ;)



    Hallo Paule,


    auch hier meinen Dank, das hatte ich aber bereits gelesen ... =)
    Wie Du ja gesehen hast, ist in der DAL der Waffen-SS v. 1.7.44 der Eintrag ohne Datum ….
    Aber immerhin die Bestätigung, dass der „Gruppenführer“ nicht aus der Luft gegriffen war …



    Hallo Peter,


    die Personalakte bzw. die Auszüge bei John P. Moore habe ich gesehen, die Stammblätter wurden leider in späten Zeiten nicht mehr aktualisiert, daher fehlt hier auch der „SS-Gruppenführer“, aber sehr interessant der Hinweis auf die Zeitungsnotiz … :]


    Aber welche Kampfgruppe wäre dabei gemeint? Lammerding „taucht“ erst im Februar 1945 bei der H.Gr. Weichsel „auf“ …. ?(



    Gibt es in den Archiven der Mitglieder und –leser evtl. auch Berichte über Überstellungen von der (ab 9.3.45 neu „gebildeten“) 30.Waffen-Grenadier-Division der SS (weißruthenische Nr. 1) zur Nibelungen?
    Das steht im Zusammenhang mit dem „Aufstellungsstab Lammerding“ in Neustadt an der Waldnaab bzw. Weiden in der Oberpfalz, östlich von Grafenwöhr ….
    Aber in diesem Zusammenhang – der „Lockenheld“ hat da sehr interessante Angaben gefunden und dankenderweise zur Verfügung gestellt (vielen Dank auch hier noch mal auf diesem Wege!! :D) – werde ich an gegebener Stelle noch mal nachfragen… ;)


    Herzliche Grüße Euer Rolandus

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland
    Da ja Lammerding bei der 2.SS-Div. war und im Januar zur Heeresgruppe Weichsel versetzt wurde, geh ich mal von aus das er bei der 2. eine Ka.Gru. führte.
    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Jan,


    Otto Weidinger schreibt hier zu Heinz Lammerding im Band V Div,,Das Reich'',


    11.04.1944 Ritterkreuz als Oberführer u.Kdr SS Pz-Kampfgruppe,, Das Reich''- also Hat H.Lammerding bei der 2.SS PzDiv DR eine KaGr geführt.


    und bei Divisionskommandeure,
    Heinz Lammerding
    SS BrigFhr u. Gen.Maj. der Waffen-SS/letzter Dienstgrad
    07.03.1944-24.07.1944 Verwendung als Kdr
    23.10.1944-02.02.1945 Verwundung
    Kdr 38.SS PzGrenDiv,,Nibelungen'' letzte Einheit



    mfg Eumex

  • Hallo
    Was mich ein wenig wundert ist das Martin Stange im April bis Mai 1945 beim XIII.SS-AK war.
    Und zwar als Kdr. des SS-Arko 113, da frag ich mich wie der bei der 16.SS war?
    Denn nach meinen Infos war Stange nur bis März 45 bei der 16.SS-Div..
    Der grübeldene Jan.

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Roland!


    Danke für deine freundlichen Worte ,habe daraufhin noch etwas gestöbert
    und noch einige Kleinigkeiten herausgefunden:


    Kampfhandlungen in Neumarkt/ Oberpfalz


    http://militarischer-verband-i…ungen%E2%80%9C/itemdetail


    Kampfhandlungen in Moosburg


    http://www.panzer-archiv.de/fo…t.php?t=5578&start=0&sid=


    (Beitrag vom 11.01.2010 - 20:36 ziemlich weit unten auf der Seite)


    Ergänzend noch vieleicht ein Buchtipp auf den ich gestossen bin ,vieleicht
    ,wenn nicht bekannt ,interessant für dich (ich kenne es nicht).


    http://books.google.de/books/a…=OzisAAAAIAAJ&redir_esc=y


    Gruß Robert

    Edited 2 times, last by robs ().

  • Hallo
    Hier einige Offiziere die von der 30. zur 38. kamen.
    SS-Ostuf.Vrabka
    SS-Hstuf.Arimont
    SS-Hstuf.Fosgreen


    Jan

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  • Hallo zusammen,


    die KGr. „Das Reich“, die Lammerding führte, war die von 1944 an der Ostfront, der Artikel vom 31.1.1945 mit dem Dienstgrad „SS-Gruf. u. Gen.Lt. d.W-SS“ ist vom 31.1.1945, und dürfte sich wohl auf die Ardennenoffensive beziehen?? ?(


    Lammerding unterzeichnet erst am 14.2.1945 das erste Dokument bei der H.Gr. Weichsel, soweit ich das herausfinden konnte, aber bereits als SS-Gruf. u. Gen.Lt. d. W-SS….



    Martin Stange: vielen Dank für den Hinweis, ich hatte mich auch bereits gewundert, wie ein altgedienter Artillerist am 21.4.45 (Bef. z. SS-Standartenführer zum 20.4.45) zur „Nibelungen“ ersetzt werden sollte, und das als Divisionskommandeur. :rolleyes:


    Die Angabe ARKO XIII.SS-AK – bei dem Korps war die „Nibelungen“ ja ab 25.4.1945 eingesetzt - macht da natürlich mehr Sinn …
    Hat vielleicht jemand mal einen Bericht vom Martin Stange gelesen oder vorliegen, wo er über den letzten Einsatz berichtet?? ?(



    Hallo Robert.


    Vielen Dank auch für Dein erneutes „Stöbern“ :]


    Deine „Fundstücke“ sind wieder mal sehr interessant!!!! ;)


    Nur die „Spuren der Nibelungen“ habe ich bereits in meinem Bücherschrank (und grüble seit Jahren über die Einheitsbezeichnungen der ehemaligen Adolf-Hitler-Schüler im Rahmen des SS-Gren.Rgt 96 …..



    Hallo Jan,


    vielen Dank für die Namen =)


    es kamen zum Aufstellungsstab Lammerding in Neustadt/Waldnaab anscheinend von der 30.WGD
    der bisherige Ia Major d.Sch. und SS-Stubaf. Deutschbein,
    der bisherige Ic, SS-Ostuf. Kersebaum,
    der bisherige Leiter der III, SS-Ostuf. Vrybka,
    der bisherige Führer der Kfz-Staffel (Leiter Abt. V?), Hauptmann d.Sch. und Hstuf. Arimont und
    als Zahnarzt der Hstuf. Fosgreen….


    Zeitpunkt dürfte etwa der 17.4.45 gewesen sein, es scheint, es wäre der Stab des SS-Gruf. u. Gen.Lt. d. W-SS Lammerding erst durch die Zuführung dieser Offiziere der ehem. 30.WGD einsatzbereit gewesen oder einsatzbereit gemacht worden, da ja ab dem 17.4.45 erste Teile aus dem Raum Neustadt/Waldnaab – Weiden/Oberpfalz dann bei der 17.SS-Pz.Gren.Div. im Einsatz genannt werden (SS-Pz.Jg. 38, I. leichte und III. schwere Art.Abt.)


    Freue mich also immer über jeden weiteren Hinweis :]



    Herzliche Grüße Euer Rolandus

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland
    Da ich jeden schnipsel nach gehe folgendes wäre wenn:
    Einheiten oder Personal des Begl.Btl.Reichsführer-SS
    Einheiten oder Personal der 6.SS-Geb.Div.
    Einheiten oder Personal des XIII.SS-AK


    zur Aufstellung der Nibelungen beitrugen?
    Jan

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  • Hallo Jan,


    jeder Schnipsel hat ja seinen Ursprung …. :D


    Es gab den Befehl vom 9.4.1945, nach Auffrischung des Begleit-Btl. RFSS durch das aufzulösende „Begleit-Btl. RFSS z.b.V.“ dessen Reste der „Nibelungen“ zuzuführen …
    Was ich persönlich zeit- und raummäßig nicht mehr für möglich halte …. Aber ohne weitere Angaben bleibt der Befehl als solcher stehen ;)



    Es kamen Angehörige der 6.SS-Div. „Nord“ zur Division (s.a. Chronik „Kampf unter dem Nordlicht“), Berichte liegen mir leider nicht vor, vielleicht aber „Charly Peng“ …. ?(



    Einheiten oder Personal des XIII.SS-AK: das dürfte um den 25.4.45 nicht mehr ganz so „toll“ ausgesehen haben, aber natürlich dürfte der eine oder andere Versprengte des Gen.Kdo. auf Einheiten der Division und umgekehrt gestoßen sein …
    Ohne Quellenangabe kann ich dazu nichts sagen … ?(


    Herzliche Grüße Dein Rolandus

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Ronaldus,


    bei zwei Aussagen in deinen Angaben habe ich andere Informationen, ich hoffe du siehst mir es nach. ;)


    Wenn du im "Freiwilligen" 1990 blätterst, findest du anlässlich des Geburtstages von Martin Stange die Bestätigung, daß er doch Kommandeur der 38. Nibelungen war, ferner hatte ich Schriftwechsel mit ihm und irgendwo habe ich auch seine Berichte liegen.


    Die TK der 16.RF schreibt im DF:


    ...1943 Taktiklehrer in Tölz und Lehrgruppen Kommandeur, dann Aufbau und Kommando des Art. Rgt. der 16. - 1945 designierter Divisionskommandeur der
    38. SS-Pz-Gren.-Div Nibelungen. Kapitulation der deutschen Streitkräfte - bis 1948 Kriegsgefangenschaft.


    Demzufolge war wohl auch ein Artillerist Div.-Kommandeur. :]


    Dann habe ich wirklich sehr viele Berichte, daß nicht per 17.4.45 erste Zuführungen aus dem Raum Weiden - Vohenstrauss Rötz und auch Neustadt an der Waldnaab zur GvB erfolgten, sondern bereits am 31.3.45 - hier wurde aber sehr häufig die


    Feldersatzbrigade 501 in der Oberpfalz unter Peinemann genannt.


    In diesen Orten lagen Angehörige der A.u.E. Btl 1, 9, 12 und des (E) D frührer Standort Prag-Rusin.


    Irrtümlich wird auch heute noch immer das Ausb. u. Ers. Btl. automatisch einer Div. zugeordnet, deren Nummer es trägt. Wesentlich war, welcher Feldtruppenteil dringend Ersatz brauchte und nicht für welche Div. das A.u.E. Personal ausbildete.
    Rekruten ausbildete.


    Diese Zuführungen erfolgten im Raum Sinsheim ( Adersbach f. Rgt. 38 ) und
    ( Neckarbischofsheim für Rgt. 37 ) und betrugen personell die Aufstockung der jeweiligen III. Btl. beider Regimenter und dem kpl. I./37 ( auch Kampfgruppe Bitsch genannt ) da der Btl. Kommandeur diese Namen trug.


    Die Zuführung wurde über den Regimentsstab Fick veranlasst und stärkemässig aufgeteilt.


    Am 17.4. waren schon die ersten Teile des Rgt. 38 im Raum Crailsheim-Ansbach-Nürnberg und standen kurz später vor der Einkesslung und dem fast vollständigen Untergang in der Stadt.


    Unklar ist mir also, woher und was die Quellen sind,die besagen, daß Einheiten aus der Raum Oberpalz noch zu diesem späten Zeitpunkt der 17. SS-Pz.-Gren. Div. zugeführt worden sind. Vielleicht kannst du mir weiterhelfen?


    Im Auftrag von Dietsche wurden aus der Junkerschule Tölz und von den umliegenden AH-Schulen befehlsgemäss ein Panzerjagdkommando Mörth zusammengestellt, sowie 15-16 jährige eifrige AH Schüler unter besten Bedingungen wie in Friedenszeiten ausgebildet.


    Am 26.4. - einem Donnerstag, kam dann der Einsatzauftrag, über Murnau und Kohlgrub, falls frei auch nach Saulgrub und in Richtung Rottenbuch vorzustoßen. Fahrzeuge, Waffen und Munition waren samt Verpflegung erst irgendwo zu besorgen. Eigenhändige Zeichnung von Dietsche habe ich irgendwo noch in meinem Archiv - ebenso weitere Episoden.


    Nachweisslich unterstand dieses Kommando unterschiedlich der 17. und auch der 38. "Nibelungen."


    Irgendwann zog man sich in die Bergwelt bei Vorderiss zurück und viele, auch die AH-Schüler versuchten sich in Zivilkleidung in die Heimat durch die amerikanischen Linien zu schlagen. Oft gelang dies auch ohne jemals in Gefangenschaft zu geraten.


    Die österreichischen Mitkämpfer traten natürlich den Weg nach Süden an.


    Es würde wirklich zu weit führen das alles im Detail zu schildern. Wollte damit nur sagen, daß auch ein Großteil der Junkerschule in die Nibelungen eingegliedert wurde. Gleichzeitig denke ich, daß die Unterstellung vieler AH-Schüler in die Div. bereits ausführlich in die Literatur aufgenommen wurde.


    Rolanduns, sehs mir nach, aber diese Richtigstellung schien mir wichtig zu sein. =) Sollte ich falsch liegen bitte Rückmeldung. Danke.


    Grüsse


    Dieter

    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
    Die Nichtswürdigen regieren mit List und der Edle wird in ihre Netze fallen." Joh. W. von Goethe: "Götz von Berlichingen."

  • Hallo
    Der Däne SS-Ostuf.Christen Dall Führte eine Ka.Gru. bei der 38.SS-Div..
    Ebenfalls bei der 38.SS-Div., der Däne SS-StdOJu.Fritz Weber.
    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Dieter, „mein Fuchs“!!!

    Vielen herzlichen Dank auf Deine "Rückmeldung" - ich hatte ja eigentlich auch auf Dich gehofft ;)

    Hinsichtlich Stange: es wäre mir schon sehr wichtig, wenn Du evtl. aus den Berichten von Martin Stange heraussuchen könntest, wann er bei der Div. "Nibelungen" eintraf
    und was er zu dieser Zeit schrieb . .. auch wenn es nicht viel sein sollte!


    Dass Martin F. Stange zur „Nibelungen“ kommen sollte, habe ich in dem Buch von Josef Putigam bereits festgestellt, Stange wurde laut Chronik der 16.SS-Div. am 20.4.45 SS-Staf., am 21.4.45 als Kdr. SS-AR 16 abgelöst, um als Div.Kdr. die "Nibelungen" zu übernehmen.


    Das hätte m. E. ein Eintreffen zwei – drei Tage später an der Donau möglich gemacht?!


    Mein Problem: Literatur sagt zu den Div.Fhr./Kdr.:
    Schulze-Kossens,
    Lammerding
    Reichsritter von Oberkamp
    Martin Stange

    Lammerding habe ich als Führer Aufstellungsstab der Div. in Neustadt/Waldnaab "Anfang April 1945", schätze so um den 6.4.45, in einem Gerichtsverfahren betr. Oradour gab er an, die "Nibelungen" bis ca. 2.5.45 geführt zu haben, ich habe aber auch einen Soldbucheintrag vom 4.5.45 mit seiner Unterschrift.


    Der Reichsritter passt da überhaupt nicht mehr rein, er ist bisher nicht durch Berichte belegt, geschweige denn durch eine "Lücke" in der Führung der Division....


    „Designierter Divisionskommandeur“ ist ein schöner Ausdruck! Ich wäre also sehr froh, wenn man aus der Feder Stanges erfahren könnte, wann er bei der „Nibelungen“ eingetroffen ist und an was er sich noch erinnert hat! :]


    Da wäre dann die Frage, wie das so mit der Verwendung als ARKO XIII.SS-AK ausgesehen soll???



    Standort Weiden/ Oberpfalz - Tr.Üb.Pl. Grafenwöhr: ich denke, man muss da unterscheiden zwischen der Zeit bis Ende März 1945 und die Zeit ab Anfang April 1945.

    Vorher war der Standort für den dort gesammelten Ersatz, der dann u.a. der 17.SS-Div. zugeführt wurde.
    Ich habe aber leider keine genauen Angaben dazu, wann und wie das dort „ablief“. Ich weiß auch nicht, ob dort noch Reste dieser dort gesammelten Abstellungen von Ersatzeinheiten lagen, als dann der Aufstellungsstab Lammerding eintraf.


    Sicher ist, dass die Artillerie und die beiden Pz.Jg.Kpn. der „Nibelungen“, die durch den BdW-SS Böhmen und Mähren zu bilden waren, ab dem 8.4.1945 in diesen Raum transportiert wurden.


    Der Stab Lammerding dürfte „Anfang April 1945“ in Weiden bzw. in Neustadt an der Waldnaab eingetroffen sein, genauer kann ich das noch nicht sagen.

    Die SS-Pz.Jg.Abt. 38, Nestler (ehem. Nord) wurde dann mit der I. leichten und III. schweren Abt. AR 38 zum 17.4.45 der 17.SS-Div. zugeführt, und auch in Chronik Band III sowie KTB belegt.
    Andere Teile aus dem Raum Weiden - Neustadt/Waldnaab, die dann ab 17.4.45 zur 17.SS-Div. (oder zur „Kgr. Grafenwöhr“??!!) kamen, sind mir nicht bisher bekannt bisher.

    Es sind also noch genügend Lücken vorhanden, aber z. B. Angaben von Stange selber zu seiner Zeit bei der „Nibelungen“ wären schon sehr interessant!

    Solltest Du evtl. auch noch weitere Berichte von Ehemaligen oder Angaben über die "Nibelungen" haben, wäre es für mich auch sehr wichtig! :]




    Hallo Jan,


    vielen Dank für die beiden Dänen


    Woher stammen Deine Angaben? Fritz Weber habe ich mir aus einem „Freiwilligen“ bereits notiert, den Ostuf. Christen Dall habe ich bisher noch nicht?


    Laut Moore Führerliste war dieser im Februar 45 Ustuf. im SS-Geb.Jg.Rgt 11, er dürfte dann wohl zu den Teilen der „Nord“ gehört haben, die zur „Nibelungen“ gestoßen sind.


    Wie gesagt, hinsichtlich der Reste der 6.SS-Div. hoffe ich noch auf unseren „Charly Peng“ und sein Archiv…  8)



    Ich weiß, dass es im Jahre 2012 nicht mehr leicht sein wird, Veteranen ausfindig zu machen, die noch detaillierte Berichte „abliefern“ können.


    Aber wenn man jeden „Schnipsel“ sammelt, der im Laufe der vergangenen Jahre irgendwo veröffentlicht wurde (bitte dann auch mit Quellenangabe!!!) oder aus den Berichten der Ehemaligen, die bei dem einen oder anderen Mitleser liegen, noch Angaben herausziehen kann, gelingt vielleicht noch, die eine oder andere Lücke zu füllen.



    Herzliche Grüße Euer Rolandus

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland
    Ich hab gedacht du kennst die beiden.
    Du weist ja das ich hinter jeden Soldaten her bin der irgendetwas mit dem Korps Steiner zu tun hatte, auch diese beiden.
    Der Christen ist eigendlich ein sogenanter Nordschleswiger.
    Er kam 1940 zur SS, zur 1.Kp./Reg.Nordland, später war er dann in der 13.Kp.. Er absolvierte den 9.Kriegsjunker-Lehrgang in Bad Tölz.
    Dannach kam er zum III.SS-Pz.K. 1944 wurde er Kompanie-Führer der 13.Kp./Reg.Norge.
    Wie er dann zur Nibelungen kam, hab ich noch nicht heraus finden können.
    Quelle: H.T.Nielsen "Nordic Warriors"


    Am 10.April 1945 wurde in Titisee der Stab der Werkstatt-Kp. aufgestellt. Führer war ein Ostuf Windigen und kam von der Div.Nord.
    Quelle Landwehr Siegrunen Nr.46


    Am 16.April 1945 wurde in Weiden /Oberfalz die Pz.Jg.Abt.38 aufgestellt. Führer war Hstuf Nestler, die 2.Kp. führte Ostuf Jenkens.
    Sie kamen von der Division Nord.
    Quelle Landwehr Siegrunen Nr.45


    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

    Edited once, last by Endzeit-Jan ().

  • Hallo Jan,


    Vielen Dank für Deine Angaben – auch i c h kann nicht alles wissen (oder mich an alle Hinweise erinnern ….) – und deshalb bin auch ich auf jede „Gedankenstütze“ angewiesen ...



    Anbei mal meine „gesammelten“ Unterlagen zum SS-Art.Rgt 38, die ich auch im AHF eingestellt habe ....


    SS-Artillerie-Regiment 38


    Aufstellung durch Abgaben des SS-Artillerie-Lehr-Regimentes der SS-Artillerie-Schule II Beneschau, SS-Truppenübungsplatz „Böhmen-Mähren“, sowie des SS-Artillerie-Ausbildungs- und Ersatz-Regiments Prag als Rahmen für das ab dem 27.März 1945 für die neuaufzustellende SS-Division “Junkerschule” (später “Nibelungen) zu bildende Artillerie-Regiment


    Fernschreiben KR Blitz SSSS 00181 3.4. 0430
    1.) SS-Art.Schule II Beneschau
    2,) SS-Art.Ausb.u.Ers.Rgt. Prag,
    3.) SS-Gren.Div. „Nibelungen“
    4.) Höh. SS- u. Pol.Fhr. Böhmen-Mähren


    Nachr. OKW/WFSt, OKH/Gen.St.d.H./ Org.Abt., Gen.Kdo. XVIII.SS-AK, B.d.W-SS Böhmen-Mähren, Höh.SS- u. Pol.Fhr. Böhmen-Mähren, Höh.SS- u. Pol.Fhr. Südwest,
    W.Kdo. V, Kdtr. SS-Tr.Üb.Pl. „Böhmen“, Verb.Fhr. d. W-SS b. Führer, Chef Adj. RF-SS,
    Verb.Offz. d. W-SS b. OKH/Gen.St.d.H./ Org.Abt., Verb.Offz. d. W-SS v. Ch. Trspw.


    Geheime Kommandosache


    1.) Der Führer hat sof. Aufstellung der SS-Gren.Div. „Nibelungen“ befohlen.
    2.) Hierzu sind sof. unter Rückgriff auf sämtl. pers. u. mat. Teile (außer Verwaltungs- und San.-Führer) einsatzbereit aufzustellen:
    A) bei SS-Art.Schule II Beneschau: 1 Stb. u. Stbs.Bttr. Art.Rgt I.D. 45
    KSt u. KAN 401 v. 1.1.45
    B) bei SS-Art.Ausb.u.Ers.Rgt. Prag: 1 St. u. Stbs.Bttr. Art.Abt. I.D. 45
    KSt u. KAN 403 v. 1.1.45
    2. Battr. le. Feldhaub. (6 Gesch.) zust. (*)
    KSt. u. KAN 433 v. 1.11.44
    3.) Die unter Ziff. 2.) A) u. B) aufzustellenden Einheiten sowie die gem. Verfg. SS-FHA Amt II Org.Abt. Ia/II Tgb.Nr. II/1662/45 geh. v. 23.1.45 bei SS-Art.Schule II Beneschau zur Aufstellung befohlenen SS-Art.Ausb. (Lehr-) Abt. sind im Pfeiltransport nach Neustadt südostw. Freiburg/ Breisgau zu verlegen. Meldung bei SS-Aufst.St. „Nibelungen“
    4.) Verladebereitschaft 6 Stunden nach Eintreffen des Fs
    5.) Transportdurchführung: SS-FHA TO-SS
    6.) Inmarschsetzung sowie Eintreffen ist dem SS-FHA Org.Abt. Ia fernschriftlich zu melden.


    SS-FHA, Amt II Org.Abt. Ia/II Tgb.Nr. 239/45 g.Kdos
    i.A. Blume SS-Ostubaf. Ia Org.Abt.


    (* Im Original-Fernschreiben steht dort „2.Battr.“, es kann sich natürlich auch um zwei
    Batterien handeln, die aufzustellen waren)


    Fernschreiben KR Blitz SSSS 00164 3.4. 0430 (aufgenommen SSSS 3/4 0855)
    1.) Schw. SS-Art.Abt. 505
    2.) SS-Gren.Div. „Nibelungen“ (im Original mit „ie“)


    Nachr. Höh.SS- u. Pol.Fhr. Böhmen-Mähren, OKW/WFSt, OKH/Gen.St.d.H./ Org.Abt.
    Gen.Kdo. XI.SS-Pz.Korps, Gen.Kdo. XVIII.SS-A.K., SS-Art.Schule II Beneschau,
    B.d.W-SS Böhmen-Mähren, Höh.SS- u. Pol.Fhr. Böhmen – Mähren, Höh.SS- u. Pol.Fhr. Südwest, W.Kdo. V, H.Gr. Weichsel, Chef Adj. RF-SS
    Verb.Fhr.d. W-SS b. Führer, Verb.Offz. d. W-SS b. OKH/Gen.St.d.H. Org.Abt.,
    Verb.Offz. d. W-SS b. Ch. Trspw.


    Geheime Kommandosache
    Betr.: Verlegung schw. SS-Art.Abt. 505
    Bezug: SS-FHA Amt II Org.Abt. Ia/II Tgb.Nr. II/5730/45 geh. v. 31.3.45


    1.) Der Führer hat die Aufstellung der SS-Gren.Div. „Nibelungen“ befohlen
    (im Original hier nur „i“)
    2.) Hierzu ist entgegen Bezugverfügung die schw. SS-Art.Abt. 505 (ohne 3./schw. SS-Art.Abt. 505) sof. im Pfeiltransport nach Neustadt südostw. Freiburg/Breisgau zu verlegen und als IV. Abt. in das Art.Rgt. der auszustellenden Div. einzugliedern. Meldung bei SS-Aufst.St. „Nibelungen
    3.) Verladebereitschaft 6 Stunden nach Eintreffen des FS
    4.) Transportdurchführung: SS-FHA TO-SS
    5.) Inmarschsetzung und Eintreffen ist SS-FHA Org.Abt. Ia fernschriftlich zu melden
    6. Ziff. 3.) der Bezugsverfügung (liegt nicht vor, der Verfasser) bleibt durch den Befehl unberührt.


    SS-FHA, Amt II Org.Abt. Ia/II Tgb.Nr. 2469/45 g.Kdos
    i.A. Blume, SS-Ostubaf. Ia Org.Abt.


    In der Stärkemeldung des Befehlshabers der Waffen-SS Böhmen und Mähren vom 6.3.1945 wird die s.Art.Abt. 505 u. B-Bttr. An der SS-Art.Schule II zusammen mit der ebenfalls an dieser Schule befindlichen le. SS-Art.Abt. 28 „Wallonien“ mit 4 Führern und 130 Mann angegeben! Die Abteilung hatte also enormen Auffrischungsbedarf!
    In der Stärkemeldung vom 6.4.1945 findet die schw. SS-Art.Abt. 505 und deren Beobachtungs-Batterie keine Erwähnung mehr!


    Somit waren am 3.4.1945 zu bilden
    Stab und Stabs-Batterie SS-Art.Rgt 38


    Stab und Stabs-Batterie einer Abteilung SS-Art.Rgt 38
    mit zwei Batterien (?)


    Dazu trat die
    SS-Art.Ausb. (Lehr-) Abteilung SS-Art.Schule II (anscheinend mit 3 Batterien) und die
    schw. SS-Art.Abt. 505 mit Stab sowie 1. und 2.Batterie als IV. Abt. SS-Art.Rgt.


    Diese hatten sechs Stunden nach Eintreffen der beiden Fernschreiben des SS-FHA – bei
    einem ist die Aufnahme um 8.55 Uhr am 3.4.1945 vermerkt – verladebereit (!) zu sein.
    Das wäre also am Nachmittag des 3.4.1945


    Nun ist leider nicht bekannt, ob diese Befehle auch so umgesetzt wurden und/oder die Zuführung so durchgeführt wurde.


    Es wären aber in diesem Falle bereits drei Abteilungen vorhanden!


    Gemäß Verfügung des SS-FHA In 4 (Artillerie) Tgb.Nr. II/5938/45 geh. v. 5.4.1945 werden laut Regiments-Sonderbefehl SS-Art.Ausb.u.Ers.Rgt., IIb Sch./Re., Prag, den 14.4.1945, Nr. 85/45 nachstehende Unterführer und Männer zur 38./SS-Div. „Nibelungen“ für SS-Art.Rgt versetzt: (246/42)
    ...
    Inmarschsetzung regelt die II./Abt. und erfolgte am 6.4.45 ab Seltschan unter Fahrt-Nr. 611 226 nach Grafenwöhr.
    Die Karteimittel sind innerhalb von 14 Tagen abzuschließen und der Feldeinheit: Wehrpaß, Strafbuchauszug und Stammkartenabschrift zuzusenden.
    Der Befehl ist sofort auf seine Richtigkeit zu überprüfen. Veränderungen sind dem Rgt. bis zum 20.4.45 zu melden.
    Der Kommandeur des SS-Art.Ausb.u.Ers.Rgt., Einspenner, SS-Standartenführer
    F.d.R. Bartling, SS-Hauptsturmführer und Rgt.-Adjutant


    Am Abend des 8.4.1945 folgte das Fernschreiben KR Blitz SSSS 006 8/4 2000
    Geheime Kommandosache


    An B.d.W-SS B.u.M, Prag, an
    1.) KR Blitz – 37.SS-Freiw.Kav.Div. Beneschau
    2.) KR Blitz – an SS-Art.Schule II Beneschau
    3.) KR Blitz – SS-Pz.Jg. (Stu.Gesch.) Schule Janowitz
    4.) B.d.W-SS B.u.M.
    5.) HSSPF B.u.M
    6.) KR Blitz – SS-Art.A.u.E.Rgt Prag


    Betr. Aufstellung 38.SS-Div. Nibelungen


    1.) Entgegen bisher ergangener Befehle erfolgt Aufstellung der 38.SS-Div. Nibelungen auf Tr.Üb.Pl. Grafenwöhr.
    2.) Transportumleitungen erfolgen durch Chef Transportwesen


    SS-FHA Amt II Org.Abt. Ia/II Tgb.Nr. 2587/45 g.Kdos.
    i.A. Blume – SS-Obersturmbannführer Ia Org.Abt.


    Die sich bereits auf dem Transport (?) befindlichen Teile der auf dem SS-Tr.Üb.Pl. „Böhmen“ aufstellten Artillerie-Einheiten der Division, die eigentlich in den Raum Neustadt bei Freiburg geleitet werden sollten, wurden also laut Mitteilung des SS-FHA vom 8.4.1945, 20.00 Uhr, dabei nach Weiden in der Oberpfalz östlich des Tr.Üb.Pl. Grafenwöhr umgeleitet.


    Obwohl bisher davon ausgegangen wurde, dass im Rahmen des SS-Artillerie-Regiments 38 die I. (leichte) und III. (schwere) Abteilung durch die jeweilige Abteilung des SS-Artillerie-Lehr-Regimentes Beneschau gebildet worden sei, sind an Hand der o. g. Befehle nunmehr andere Rückschlüsse möglich.


    Kommandeur wurde der bisherige Kommandeur des SS-Artillerie-Lehr-Regiments in Beneschau, der SS-Obersturmbannführer Hinrich Horns.


    Gliederung:


    Stab


    Stabsbatterie


    I. leichte Abteilung mit


    1.Batterie
    2.Batterie


    II. leichte Abteilung mit


    3.Batterie
    4.Batterie


    III. leichte Abteilung mit


    5.Batterie
    6.Batterie


    IV. schwere Abteilung mit


    7.Batterie
    8.Batterie


    Als man noch von einem Regiment mit zwei leichten und einer schweren Abteilung ausging, konnte man annehmen, dass als II. Abteilung die neuaufgestellte, bisherige III. Abteilung des SS-Polizei-Artillerie-Regiments 4 der 4.SS-Polizei-PzGrenDiv zum Regiment getreten sein dürfte.


    Das ist nun nicht mehr so eindeutig zu sagen. Es bestanden zunächst einmal die SS-Art.Ausb. (Lehr-) Abteilung an der SS-Art.Schule II Beneschau und die bisherige schwere SS-Art.Abt. 505, wobei letztere die IV. Abteilung im SS-Art.Rgt 38 bilden sollte.


    Ob die anscheinend mit leichten Feldhaubitzen ausgestattete SS-Art.Ausb. (Lehr-) Abt. nun als I. Abteilung in das Regiment eingegliedert wurde und die beim SS-Art.Ausb.u.Ers.Rgt Prag neuaufzustellende leichte Art.Abt. mit zwei (?) Batterien als II. Abteilung, kann an Hand fehlender Angaben nicht eindeutig bestätigt werden.


    Somit bliebe für die ebenfalls zuzuführende III. Abteilung SS-Pol.Art.Rgt 4 nur die Eingliederung als wiederum III. Abteilung des SS-Art.Rgt 38.
    Da der Berichterstatter dieser Abteilung, der SS-Obersturmführer Behnke, keine „Umbenennung“ seiner 6.Batterie erwähnt – vielleicht aber auch nicht gewusst hat – ist auch hier letztendlich keine eindeutige Aussage zu treffen.


    Um die an sich schon nicht leichte Aufstellungsphase noch weiter zu verkomplizieren, liegen nunmehr auch noch folgende Angaben vor: Die Artillerie-Abteilung der aufzulösenden 30.Waffen-Gren.Div. d.SS (weißruthenische), Kommandeur Hauptmann und Hauptsturmführer Glaser, Standort Kohlberg, wurde schon vor dem 20.4.45 zur SS-Division „Nibelungen“ überstellt und dort dem Artillerie-Regiment Horn unterstellt.
    (Der Oberststaatsanwalt beim Landgericht Weiden, Oberpfalz, 1a J s 89/5 v. 22.1.1960, 19 Seiten, hier S. 5, Vernehmung III 481)


    Die genaue Ausstattung dieser Abteilung ist leider nicht bekannt, es ist die Rede von zwei Batterien 12,2 cm Feldhaubitzen (r) und einer Batterie Werfer (Rolf Michaelis, Russen in der Waffen-SS, S. 83, Stand 14.9.1944)


    Am 9.April 1945 in Nürnberg, erreichte über Sulzbach eine Gruppe von etwa 300 Mann der 6.SS-Geb.Div. „Nord“, aber auch anderer Verbände schließlich Weiden, wo sie zur 38.SS-Panzer-Grenadier-Division „Nibelungen“ unter dem Kommandeur SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Lammerding stießen.


    Darunter waren u.a. Führer des SS-AR 6 – Meyer, NO, Rammelmayer Ib, Dussler OO und der Adjutant Gehm (Schneider, Nordlicht, S. 377)
    Diese fanden mit aller Wahrscheinlichkeit dann Verwendung im Artillerie-Regiment des SS-Obersturmbannführers Horns.


    Der damalige SS-Obersturmführer Peter Meyer vom SS-Geb.AR 6 „Nord“ erlebte in einem Wäldchen vor Wächtersbach am 2.April 1945 das „... Ende der 6.SS-Gebirgsdivision „Nord“...“. Er berichtete über den weiteren Weg. „... Hier traf ich vom Regimentsstab Zappe, Neumann und Schwarz.
    03.04.1945 In kleinen Trupps setzen wir uns ab. Als ersten Sammelpunkt legten wir Bad Kissingen fest. Mit dem Marschkompass marschierte ich dann über Bad Orb, quer durch den Spessart. In allen Orten befanden sich die Amerikaner. Der Weg ging über Burgjoß, Burgsinn, Hammelburg (feindfrei). Erste Übernachtung. Aura, Bad Kissingen, Haßfurt, Bamberg. Hier wurde zwei Tage gerastet. Ich traf (Sturmbannführer) Nestler wieder. 7./8.4.45 im Schloss fanden wir Unterkunft.
    09.04.1945 Nürnberg. Von hier ging es über Sulzbach, Weiden zur 38.Division „Nibelungen“. Ich kam zum Artillerieregiment (Kommandeur Hirns (richtig: Horns), I. Abteilung (Zenker) nach Kohlberg.


    Zur Division brachten wir etwa 300 Mann mit.


    Alles war in der Aufstellung, wenig Gerät, keine Fahrzeuge; kamen kaum zum Einsatz. Beim Anrollen der Amerikaner Stellungswechsel, z. T. mit Ochsengespannen....“
    (Peter Meyer, Der Einsatz im Westen, Abschrift von handschriftlichen Notizen, in Nordruf, Traditionsverband 6.Geb.Div. Nord der ehem. Waffen-SS e.V., 6.Jahrgang Brief Ne. 24 März 1988, S. 1 – 5, hier S. 5, Meyer verstarb am 15.März 1964 in Hanau)


    Der Hinweis auf die „I. Abteilung (Zenker)“ in Kohlberg ist sehr interessant. Denn Kohlberg – südwestlich von Weiden, nordöstlich von Hirschau – wird bis Mitte April 1945 als Standort für die Artillerie-Abteilung der 30.Waffen-Grenadier-Division der SS unter dem SS-Hauptsturmführer Glaser genannt!!!!


    SS-Oscha. Johann Benjamins wurde im April 1945 mit 3 weiteren Kameraden von der “Ersatz-Batterie für Feldzeugdienste” an der SS-Art.Schule II über Prag zur Weiterleitung zum Artillerie-Regiment der SS-Division „Nibelungen” als Hauptgerätewarte Richtung Grafenwöhr in Marsch gesetzt.


    Da Grafenwöhr bereits von den Amerikanern besetzt worden war, traf die Gruppe ihre Einheit irgendwie auf dem Rückmarsch.
    Oscha. Benjamnis kam als Hauptgerätewart zu einer „9.Batterie“, die von einem SS-Ostuf geführt wurde. In der Batterie gab es nur noch einen Oberjunker, die anderen waren Mannschaftsdienstgrade, größtenteils in der Verwaltung bzw. Führungsstäben tätig.


    Diese Angaben können so nicht stimmen. Die Amerikaner standen am Samstag, den 21.4.1945, in Grafenwöhr.
    Benjamin beschreibt dann Rückmarsch der 9.Batterie über Weiden/Oberpfalz – Nabburg – Schwansdorf – Regensburg.
    Also stieß er bereits im Raum Weiden zum Art.Rgt der SS-Div. „Nibelungen“, also vor dem 21.4. und noch vor dem 16.4., dem Zeitpunkt der Unterstellung bei der 17.SS-Pz.Gren.Div.! Er gibt als Geschützmaterial die 10,5 cm Feldhaubitze an, also die leichte Feldhaubitze. Demnach kann er nicht der 9.Batterie angehört haben, sondern einer der Batterien in der I. und II. leichten Abt.


    Die Batterie selber war aus jungen Rekruten der Jahrgänge 1927 und 28 rekrutiert, die ohne jegliche intensive Ausbildung waren. Wenn irgendwie möglich, machte Benjamins mit dem Oberjunker mit ihnen infanteristische und artilleristische Ausbildung.
    Ausgestattet war die Batterie mit 10,5 cm Feldhaubitzen, Zugmaschinen, wenn vorhanden, RSO, sowie Traktoren und requirierte Ochsen-Zuggespanne.


    Die Bezeichnung der Batterie durch Benjamins erklärt sich leider nicht aus den bisher bekannten Angaben. Da er aber von keinem Einsatz, sondern lediglich von einer Rückverlegung aus dem Raum Weiden spricht, dürfte er der I. Abteilung des SS-Hstuf. Zenker angehört haben, die ja frisch beim SS-Art.Ausb.u.Ers.Rgt in Prag zusammen gestellt worden war und bei der sicherlich noch Ausbildungsbedarf bestand.



    Die Frage ist auch, welche von den obengenannten Abteilungen zu diesem Zeitpunkt einsatzbereit waren, als durch die Frontlage die Zuführung der Artillerie nötig machte.


    Da man davon ausgehen kann, dass die ehemalige „SS-Artillerie-Ausbildungs- (Lehr.) Abteilung“, die bereits mit Verfügung des SS-FHA Amt II Org.Abt. Ia/II Tgb.Nr. II/1662/45 geh. v. 23.1.45 bei SS-Art.Schule II Beneschau gebildet worden war und demnach bis zur Alarmierung am 3.4.1945 knapp drei Monate Zeit hatte, sich zu formieren, ist daher eher eine Einsatzbereitschaft zu vermuten als bei der erst mit Befehl vom 3.4.1945 beim SS-Art.Ausb.u.Ers.Rgt in Prag neu zu formierenden Abteilung.


    Wenn die oben genannte Gliederung des Regiments der Realität entsprach, wurde dann aus der II. Abteilung die neue I. Abteilung und ging als solche in den Einsatz.
    Demnach wäre dann die alte I. nunmehr die neue II. Abteilung und wurde nicht eingesetzt.


    Bei der schweren Abteilung bleibt kein Zweifel, da nur eine im Rahmen des SS-Art.Rgt. 38 bestand. Trotzdem wurde sie anscheinend in „III. Abteilung“ umbenannt, wobei die Gründe unbekannt sind.


    Die fehlende dritte Abteilung im Regiment – die bisherige III./SS-Pol.Art.Rgt. 4 – befand sich zum Zeitpunkt des Einsatzes der ersten beiden Abteilungen des Regimentes wegen Verzögerungen des Eisenbahntransportes noch im Raum Pilsen.


    Interessant ist hierbei eine vorliegende „Gliederung u. Stellenbesetzung des SS-Art.Rgt 38 „Nibelungen“ (Wolfgang Vopersal, BA-MA N 750) mit folgenden Angaben:


    Regimentskommandeur: SS-Ostubaf. Hinrich Horns
    Regiments-Adjutant: SS-Ostuf. Herbruck (*)
    Ordonannzoffizier: SS-Ostuf. Georg Dussler (**)
    Ib: SS-Ostuf. Simon Rammelmayer (**)
    Nachrichten-Offizier: SS-Ostuf. Peter Meyer (**) (***)
    TFK:


    I. Abteilung: (****)
    Kommandeur: SS-Hstuf. Zenker
    Abteilungs-Adjutant:


    1. Batterie
    2.Batterie
    3.Batterie


    II. Abteilung (SS-Art.Lehr-Abt.)
    Kommandeur: SS-Hstuf. Walter Gerth
    Abteilungs-Adjutant SS-Ustuf Richard Bähr
    TFK: SS-Ostuf. Erich Appel


    4. Batterie (1./SS-Art.Lehr-Abt.)


    5.Batterie (2./SS-Art.Lehr-Abt.) SS-Ostuf. Erwin Höke


    6.Batterie (3./SS-Art.Lehr-Abt.


    Alle Batterien waren mit je 3 lFH 18 ausgerüstet.


    III. Abteilung (III./SS-Pol.Art.Rgt 4)
    Kommandeur: SS-Hstuf. Werner Wode
    Abteilungs-Adjutant: SS-Ustuf. Karl Gehm


    7.Batterie (5./SS-Pol.Art.Rgt 4) SS-Ostuf. Schwarz
    Batterie-Offizier SS-Hscha. Richter


    8.Batterie (6./SS-Pol.Art.Rgt 4) SS-U-, sp. Ostuf. Carlheinz Behnke
    Batterie-Offizier SS-Hscha. Saiger


    IV. Abteilung (*****)
    Keine weiteren Angaben bekannt


    Als Batteriechef im Regiment wird außerdem ein Ulrich Ehlers aus München genannt, vermutlich handelt es sich um den SS-Ustuf. Heinz-Ulrich Ehlers, der im Januar 1945 noch beim SS-Art.Ausb.u.Ers.Rgt Prag genannt wird.


    (* laut Mutterlose Adjutant im Art.Lehr-Rgt in Beneschau, ob er jedoch mit in den Einsatz ging, ist bisher nicht bekannt)
    (** alle drei Führer kamen um den 10.4.1945 vom SS-Art.Rgt 6 „Nord“ im Raum Weiden zum Regiment, es ist möglich, dass sie diese Funktionen auch im SS-Art.Rgt 38 wahrnahmen)
    (*** nach eigenen Angaben kam Peter Meyer zur I. Abt. unter SS-Hstuf. Zenker, eine Funktion nennt er leider nicht)
    (**** mit dem Zusatz „Reste SS-AR 6“, wobei auf Grund der o. g. Aufstellungsbefehle und der Tatsache, dass der Hstuf. Zenker im Juni 1944 noch als Batteriechef 1./SS-Art.Rgt „G.v.B.“ genannt ist und nicht bei der „Nord“, zu vermuten ist, dass es sich dabei um die neu aufgestellte leichte Art.Abt. des SS-Art.Ausb.u.Ers.Rgt Prag mit lediglich zwei Batterien gehandelt haben könnte)
    (***** mit dem Zusatz „Art.Ausb.Abt. 5“ ohne weiteren Angaben


    Von den oben genannten Teilen des SS-Artillerie-Regiments 38 befanden sich anscheinend bis zum 16.4.1945 die I. leichte und II. leichte Abteilung sowie die IV. schwere Abteilung im Raum Weiden in der Oberpfalz.
    Die III. Abteilung befand sich noch auf dem Eisenbahn-Transport in den Versammlungsraum.



    Im Rahmen einer Neugliederung des Artillerie-Regimentes der 4.SS-Polizei-Panzer-Grenadier-Division wurden Ende Januar 1945 von Altsohl, dem Versammlungsraum der Division zum Abtransport nach Pommern, Stämme der Artillerie zur Neuaufstellung einer III. leichten Artillerie-Abteilung nach Landshut in Mähren, nördlich Lundenburg abgestellt.
    Nach Aufstellung und Ausbildung auf einem Truppenübungsplatz sollte diese Abteilung der Division wieder zugeführt werden.


    Kommandeur: SS-Hauptsturmführer Wode, vorher Chef 8.Batterie in III. (schwere) Abt.
    Adjutant: SS-Untersturmführer Gehm
    5.Batterie: SS-Obersturmführer Schwarz (in Griechenland von LAH zur Division)
    6.Batterie: SS-Untersturmführer Behnke
    Batterie-Offz.: SS-Hauptscharführer Richter und Saiger


    Ausgerüstet mit modernem Gerät – 6 leichte Feldhaubitzen 18/42 je Batterie und Vollketten-Zugmaschinen, den sogenannten „Ostschleppern“ (RSO) – personell voll aufgefüllt, erfolgte Anfang April 1945 in Lundenburg in zwei Eisenbahn-Transporten die Verladung zur Fahrt nach Süddeutschland.


    Nach einer Meldung des Abteilungskommandeurs, des SS-Hauptsturmführers Wode, über die vollzogene Aufstellung kam „leider“ vom SS-Führungshauptamt statt der erwarteten Zuführung zur Stamm-Division der Marschbefehl zur 38.SS-Pz.Gren.-Division.
    (Anfang und Ende einer neuen Artillerie-Abteilung in Friedrich Husemann, Die Guten Glaubens waren, Band 2, 2.Auflage 1986, S. 607 – 608, Dokumentenanhang 13, nach Aufzeichnungen von Behnke und ergänzenden Angaben von Wode, hier S. 607, s.a. S. 472; im Folgenden „Husemann, S.“)


    Der damalige SS-Untersturmführer Carl-Heinz Behnke, Führer der 6.Batterie der Abteilung in Lundenburg, schrieb: „… Auf Befehl der Reichsführung-SS wurde unsere Artillerieabteilung nicht der Division nach Pommern zugeführt, sondern wurde nach Süddeutschland in Marsch gesetzt.
    Im mot. Marsch ging es bis nach Auspitz, wo wir einige Tage im geräumten SS-Lazarett lagen und auf die Verladung warteten….“ (Bericht Behnke, undatiert, S. 38)


    Endlich verladen, ging der Transport über Prag – Pilsen Richtung deutsche Grenze bei Furth im Wald.


    Behnke berichtete weiter: „… Am 17.April – die Strecke wurde immer wieder von tschechischen Partisanen gesprengt – stand der Transportzug der 6.Batterie mit dem Abteilungsstab in Pilsen auf dem Hauptbahnhof. Auf den Nebengleisen vier Lazarettzüge. … Einige Tage vorher waren wir noch durch Prag gefahren, das Wetter war in diesen Tagen mild und wolkenlos. Ein Fressen für die feindlichen Flugzeuge, die die eindeutige Luftüberlegenheit hatten…
    Ich verlangte wegen der Fliegergefahr, dass der Zug aus dem Bahnhof gezogen wurde. Mit Lok standen wir außerhalb der Bahnhofshalle, hier ließ der tschechische Lokführer Dampf ab und wurde nicht mehr gesehen. Kurz nach Mitternacht erfolgte ein schwerer Fliegerangriff auf Pilsen. Wir lagen im Bombenhagel unter den Waggons, mit einigen in einem Stollen…. Der Angriff hatte verheerende Folgen. Der Hauptbahnhof war zerstört. Hunderte von Toten, Teile der Stadt brannten. Uns und dem Transportzug war wie durch ein Wunder nichts geschehen. Ohne Lokführer – den Dampf machten wir mit den Holzrungen – fuhr ich mit einem Ustuf. aus Wien (?) den Transportzug im Schritttempo an den Skodawerken vorbei zum nächsten Haltepunkt.
    Hier dann Tieffliegerangriff aus wolkenlosem Himmel. Wode wurde verwundet, der Befehlswagen des Stabes brannte aus. Ursula“, Behnkes Frau, die anscheinend mit weiteren Frauen von Angehörigen der Abteilung bei der Truppe war, „hatte sich tapfer, wie auch die anderen Frauen geschlagen…“ (Behnke, S. 38, s.a. Husemann, S. 607)


    Der verwundete Kommandeur, SS-Hauptsturmführer Wode, verblieb aber bei der Truppe. (Husemann, S. 607)


    Weiter Behnke: „… Mit neuer Lok ging es weiter in Richtung Furth im Wald. Wir standen mit dem Transportzug im Grenztunnel, in Cham stand die 5.Batterie, Schwarz, zum Entladen an der Rampe. Hier erfolgte in der Nacht ein Angriff auf das Bahnhofsgelände. Wir sahen den Feuerschein und hörten das Dröhnen der Bomber. In zwei Felsstollen fanden die Soldaten Zuflucht und erlebten die völlige Zerstörung des Bahnhofs und ihres gesamten Geräts. Zwei Mann waren gefallen. Unsere Batterie war die letzte der Abteilung. (Behnke, S. 38 unten, S. 39 oben)


    In der Nacht vom 17. auf den 18. April 1945 wurden in Cham bei einem Luftangriff 63 Menschen getötet und 46 verletzt, als 90 „Lancaster“ und 11 „Mosquito“ der No. 5 Bomber Group der Royal Air Force die Bahnanlagen von Cham und den westlichen Teil des Ortes angriffen
    Somit können sich die Angaben von Behnke zeitlich verschieben, also Vernichtung der 5. Batterie in Cham am 17./18.4., Halt in Pilsen also in der Zeit 16./17.4.


    Im Morgengrauen ging es zum nächsten Bahnhof – hier dampfte die Lok ab. Im Mannschaftszug fuhren wir dann immer 2 Waggons an die Rampe und entluden. Sofort wurde der Unterziehraum, einer naher Wald, bezogen. Kaum war alles entladen und das letzte Fahrzeug im Wald getarnt, ging der Bahnhof in Trümmern. Wieder einmal Schwein gehabt. (Behnke, S. 39, s.a. Husemann, S. 607 – 608)


    Den Führer-Geburtstag (20.4.) hatten wir bei Cham erlebt und die Goebbels-Rede gehört.“ (Behnke, S. 40) Behnke wurde am 20.4.1945 noch zum Obersturmführer und Batteriechef ernannt.


    Ein Aufenthalt in Cham über mindestens zwei Tage 18.4. – 20.4.45 würde sich dadurch erklären, dass sich die I. und III. (?) Abteilung des SS-Art.Rgt 38 bereits im Einsatz bei der 17.SS-Div. befanden, die anderen Teile der 38.SS-Div. zu diesem Zeitpunkt über Dachau (20.4.45) an die Donau transportiert wurde (Eintreffen ab 21.4.45).
    Erst danach konnte der III./SS-Pol.Art.Rgt 4 der neue Einsatzraum mitgeteilt werden und die Abteilung verlegte am 21.4.45 in den Raum Aigelsbach



    Einsatz der I. (leichten) und III. (schweren) Abteilung


    Bereits am 16.April 45 werden also die „I. leichte und III. schwere Abteilung“ des SS-Artillerie-Regimentes 38 sowie die SS-Pz.Jg.Abt.38, die sich bereits an der Donau befanden, laut Divisionsbefehl Nr.211 der 17.SS-Pz.Gren.Div "G.v.B", der aus dem Raum Schwäbisch Hall kommenden Division nach Neumarkt zugeführt und unterstellt.

    Das SS-Artillerie-Regiment 17 bildete daraufhin am 17. April 1945 aus den Resten des SS-Art.Rgt 17 und aus den bisher verfügbaren I. u. III./SS-Art.Rgt 38 zwei Artillerie-Gruppen: eine mit I./SS-Art.Rgt 17, I. u. III./SS-Art.Rgt 38


    Einzelheiten zum Einsatz sind leider nicht bekannt.


    In der Wochenmeldung der 17.SS-Pz.Gren.Div vom 23.April 1945 an das LXXXII.AK meldet diese nach sieben Tagen Einsatz noch 8 leichte und 6 schwere Feldhaubitzen der I. und III. Abteilung des SS-Art.Rgt „Nibelungen"


    Das wären also in der I. leichten Abteilung, die ja aus drei Batterien mit jeweils 3 lFH 18 bestanden haben soll, den Verlust mindestens eines Geschützes; sowie jeweils drei Geschütze in den zwei Batterien in der III. schweren Abteilung.

    Das SS-Art.Rgt 17 unterstellte am 24.April 1945 die I./SS-Art.Rgt „Nibelungen" der verstärkten SS-Pz.AA 17.


    Die von der 17.SS-Pz.Gren.Div. eingesetzten Artillerie-Abteilungen und die Panzerjäger-Abteilung der SS-Division "Nibelungen" traten mit dem Überschreiten der Donau am 25./26.April 1945 wieder unter den Befehl der Division „Nibelungen" und waren „im unmittelbaren Einvernehmen mit dieser” von ihr heranzuziehen.


    Die I. und III./SS-Art.Rgt "Nibelungen" schieden also aus dem Unterstellungsverhältnis zur 17.SS-Pz.Gren.Div aus.


    Laut der Erinnerungen des damaligen Kommandeurs des SS-Pz.Gren.Rgt. 97, SS-Ostubaf. Richard Schulze „…. trafen Teile der Artl.Schule II Beneschau m.W. erst ein, als wir mit Teilen der Division uns Moosburg näherten….“
    (Richard Schulze-Kossens, 4 Düsseldorf, Karl-Müller-Str. 14, 22.3.1974 Betr.: 38.SS-Panzer-
    Grenadier-Division „Nibelungen“, nur Seite 1 und 2 vorliegend, hier S. 1)


    Laut Angaben des Oscha. Benjamnis erfolgte der Rückmarsch seiner „9.Batterie“ leichte FH ohne Kampfeinsätze in Richtung Süden, teils mot., teils im Fußmarsch: Weiden/Oberpfalz – Nabburg – Schwansdorf – Regensburg


    Die Einheit kam also über Regensburg auf das südliche Donauufer.

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Einsatz im Rahmen des Regimentes


    SS-Obersturmführer Peter Meyer, bei der I. Abteilung SS-Art.Rgt 38 unter SS-Hauptsturmführer Zenker, schrieb zum Marschweg der Abteilung aus dem Raum Kohlberg:
    „... 20.04.1945 Schnaittenbach (westlich Hirschau),
    Luhe,
    Schwandorf (südlich Weiden, nördlich Regensburg, etwa in der Mitte zwischen diesen Orten), Burglengenfeld (südlich Schwandorf),
    Regensburg,
    Abensberg (hart nordöstlich von Neustadt an der Donau),
    Train (südöstlich von Neustadt),
    Aiglsbach,
    Münchmünster (westlich von Vohburg),
    Mainberg (Berührung mit Amerikanern), (vermutlich Mainburg, beim Rückzug von der Donau!)
    Moosburg,
    Thann,
    Dorfen...“
    (Peter Meyer, Der Einsatz im Westen, Abschrift von handschriftlichen Notizen, in Nordruf, Traditionsverband 6.Geb.Div. Nord der ehem. Waffen-SS e.V., 6.Jahrgang Brief Ne. 24 März 1988, S. 1 – 5, hier S. 5, Meyer verstarb am 15.März 1964 in Hanau)


    Meyer beschreibt hiermit die Verlegung der „I. Abteilung“ aus dem Raum Grafenwöhr – Weiden nach Süden über Regensburg in den Einsatzraum der 38.SS-Division an der Donau.


    Im Raum Aigelsbach in der Holledau dürfte sich der Regimentsstab des SS-Art.Rgt 38 befunden haben, da sich dort auch die III./SS-Pol.Art.Rgt 4 meldete!
    Die „... Berührung mit Amerikanern...“ dürfte bei den Absetzbewegungen ab dem 27.April 1945 erfolgt sein.
    Moosburg spricht für den 28.April 1945, Thann liegt aber noch weit westlich von Moosburg, evtl. wurde die „I. Abteilung“ von Moosburg aus nochmals in eine Feuerstellung verlegt?


    Dorfen wiederum liegt südöstlich von Moosburg. Die Amerikaner erreichen diesen Ort etwa am 1.5.1945, die I. Abteilung des SS-Art.Rgt. 38 dürfte aber bereits früher dort durchgezogen sein?!


    Ab 21.4.45
    Die 6.Batterie (Behnke) der III. Abteilung SS-Pol.Art.Rgt 4 kam dann zum Einsatz bei der 38.SS-Panzer-Grenadier-Division „Nibelungen“, die zu der Zeit von SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Lammerding geführt wurde. (Husemann, S. 608: „… Im März 1945 war die Division zunächst als 38.SS-Grenadier-Divison „Junkerschule Tölz“ („Nibelungen“) bezeichnet worden….“)


    Das Artillerie-Regiment dieser Division bestand aus dem Art.-Lehr-Rgt Beneschau, Kommandeur war SS-Obersturmbannführer Horns (Husemann, S. 608, hier als „Hornung“ bezeichnet, „ … Das Art.Rgt. der „Nibelungen“ war ja das Ers.Rgt. Beneschau (Richtig: Artillerie-Lehr-Regiment) unter Ostubaf. Hinner Horns und sonstigen bekannten Kdr.…“ Hans-Joachim Lindow an den Verfasser v. 7.7.1999, 5 Seiten, hier S. 2)


    SS-Obersturmführer Behnke, 6.Batterie III./SS-Pol.Art.Rgt 4, schrieb: „…. Im Raum Aigelsbach in der Holledau stießen wir zu „Nibelungen“. Das Artillerie-Regiment führte Obersturmbannführer Horns, ein alter Bekannter von der Art.-Schule Beneschau. Die Division führte Gruppenführer Lammerding. Die Infanterie wurde von der Junkerschule Tölz gestellt. Hier traf ich meinen Sportlehrer Wiemer wieder. (Behnke, S. 39, gemeint wohl Karl „Wiemann“, zu diesem Zeitpunkt Hstuf. und Adjutant SS-Pz.Gren.Rgt 95)


    Von Aigelsbach fuhr Ursula und die anderen Frauen über Mühldorf nach Zell am See in ein SS-Lazarett. Hier wollten wir uns, wenn möglich, wieder treffen. (Behnke, S. 39)


    Es ist nicht bekannt, ob die Abteilung des Pol.Art.Rgt bei der Eingliederung in das Artillerie-Regiment der SS-Division „Nibelungen“ umbenannt wurde. Der Untersturmführer Behnke behielt bei seiner Berichterstattung die „alten“ Bezeichnungen der III./SS-Pol.Art.Rgt 4 – eben 5. und 6. Batterie – bei.


    Zum Zeitpunkt des Eintreffens der Abteilung bei der Division südlich der Donau, anscheinend um den 21.4.1945, waren die I. (leichte) und die III. (schwere) Abteilung des SS-Art.Rgt 38 noch bei der 17.SS-Pz.Gren.Div. vorwärts der Donau im Einsatz. Erst beim Übersetzen auf das Südufer der Donau am 25./26.4.1945 schieden diese beiden Abteilungen aus der Unterstellung bei dieser SS-Division aus und traten unter den Befehl ihrer vorgesehenen Stamm-Division.
    Eine Eingliederung als III. (leichte) Abteilung SS-Art.Rgt 38 wäre also möglich.


    24.04.45
    Die der 17.SS-PGD unterstellte Artillerie der Division „Nibelungen" war auf Befehl des AOK 1 aus dem Einsatz herauszulösen und der SS-Division „Nibelungen", Gefechtsstand Siegenburg, im unmittelbaren Einvernehmen zuzuführen.
    SS-Obersturmführer Carl-Heinz Behnke, 6./SS-Pol.Art.Rgt 4, berichtete weiter: „Bei Ingolstadt auf dem Pionier-Wasserübungsplatz am Südufer der Donau ging ich mit meinen sechs Geschützen in Feuerstellung, über 1000 Schuss Munition in der Feuerstellung. Hier zwei Tage gekämpft,
    hinter uns ging der Fliegerhorst Manching im Bombenteppich in Trümmern. (Behnke, S. 39, vermutlich am 21.4.45?)
    (Einsatzraum II./95; linker Divisionsflügel)


    26.04.45
    Am Vormittag des 24. April kamen Soldaten der 352. Volksgrenadierdivision, die zuvor westlich von Eichstätt in heftige Abwehrkämpfe verwickelt waren, nach Ingolstadt. Zur gleichen Zeit hatte die 86. US-Infanteriedivision mit dem 342. und 343. US-Infanterie-Regiment an verschiedenen Stellen die Altmühl überquert. Da die Ingolstädter Großsirenenanlage beim letzten Luftangriff vom 21. April zerstört worden war, verkündete die Glocke des Münsters „Panzeralarm“. Der größte Teil der Bevölkerung begab sich daraufhin in die Luftschutzkeller und verbrachte dort in ständiger Unklarheit die letzten Kriegstage.
    Auf einen Befehl des Generalkommandos hin sprengten abziehende SS-Truppen am frühen Morgen des 26. April die Donaubrücken in Ingolstadt. Von 01:00 bis 04:58 Uhr sanken die Autobahnbrücke, die Eisenbahnbrücke und die Donaustraßenbrücke in den Strom. Am Vormittag des 26. April setzten sich dann die "Volksgrenadiere" in Richtung Süden ab, worauf es im gesamten Stadtgebiet halbwegs „friedlich“ geworden war.
    Gegen Mittag hatte die US Army die Stadt vom Westen her umfasst und die Donau erreicht. Der deutsche Stab beobachtete von der Brückenkopfkaserne den Aufmarsch der Amerikaner am nördlichen Donauufer, zu Kampfhandlungen kam es jedoch nicht mehr. Dann setzten amerikanische Jagdbomber im Tiefflug längs des Südufers mehrmals zum Angriff an. Am nördlichen Mauerwerk des Reduit Tilly sind noch heute durch diesen Tieffliegerbeschuss verursachte Beschädigungen an der Fassade sichtbar. Nebelgranaten der Artillerie ermöglichten schließlich um 19:20 Uhr den ungehinderten Flussübergang von Soldaten dreier Kompanien der 86. US-Division in Sturmbooten. Um 23:00 Uhr schlug ein weiteres Bataillon der 86. US-Division flussabwärts, zwischen der gesprengten Straßen- und Eisenbahnbrücke eine Spurtafelbrücke über die Donau. Noch in der Nacht gelang daraufhin ein Übersetzen weiterer Truppen mit schwerem Gerät.
    Erst jetzt bemerkten die Amerikaner, dass sich im Brückenkopf noch zahlreiche deutsche Soldaten befanden. Die Amerikaner setzten zum Angriff an und drohten, den gesamten Brückenkopf durch Artillerie und Bomben zu zerstören. Vor dem Tor forderte anschließend ein US-Parlamentär mit weißer Fahne binnen 20 Minuten die Kapitulation der gesamten Kommandostelle Süd. Da der Kampfkommandant infolge eines Schwächeanfalls nicht mehr handlungsfähig war, wurde der nächst ranghöchste Offizier mit der Stadtübergabe beauftragt. Am Vormittag des 27. April 1945 versammelte sich die komplette Brückenkopfbesatzung mit weißer Fahne vor der Pionierkaserne am Brückenkopf und rückte am nächsten Tag in ein Kriegsgefangenenlager ab.
    Die 86. "Black Hawk" Infanteriedivision konnte noch am gleichen Tag bis Manching vordringen. Ein weiterer Donauübergang im Raum zwischen Donauwörth bis Vohburg war damit geglückt, der Weg ins Alpenvorland und nach München offen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Ingolstadt


    Der Fliegerhorst Manching soll laut Recherchen aber bereits am 26.April 1945 von der US-Army besetzt worden sein.
    http://www.hackners4ever.de/pl…tze/manching/manching.htm


    Während die Brückenköpfe Marxheim und Donauwörth ohne größere Kämpfe von amerikanischen Truppen eingenommen werden, räumte die 352.VGD, mit unterstellter 6.Bttr. III./SS-Pol.Art.Rgt 4) erst nach schweren Gefechten am 26.4.45 den Brückenkopf Ingolstadt. (6./AR 38?, Rückzug nach 2 Kampftagen aus Raum Ingolstadt über Landshut- Wasserburg in den Raum ostwärts München. In Haar wurde die III./SS-AR 4 = II./SS-AR 38 durch amerikanische Verbände fast vollständig aufgerieben)


    Am 26.4.45 schieden die I. (leichte) und III. (schwere)/SS-AR 38 sowie auch die SS-Pz.Jg.Abt. 38 aus dem direkten Unterstellungsverhältnis zur 17.SS-PzGrenDiv aus und traten in den Verband der 38.SS-Division über.
    Ob in der Zeit vom 23. bis zum 26.4. noch Verluste, u.a. an Geschützmaterial, eintraten, ist nicht bekannt.


    Nun waren alle vier Abteilungen des Regiments im Abschnitt der Division versammelt. Leider ist nicht bekannt, wo genau die Abteilungen dann in der Donauverteidigung eingesetzt wurden.
    Lediglich von der einzigen, einsatzbereiten Batterie der III. Abteilung SS-Pol.Art.Rgt 4 (38?) ist der Einsatz bei Ingolstadt bekannt. Demnach wird sich der Abteilungsstab wohl ebenfalls auf dem linken Divisionsflügel befunden haben.
    Die I. und II. leichte Abteilung werden dann wohl einem der an der Donau eingesetzten Regiment zur Unterstützung zugewiesen worden sein, mit der schweren Abteilung (die nun wieder die Bezeichnung „IV. (schw.) Abt.“ führte?) an einem der vermuteten Schwerpunkte.


    Dazu kam ja am linken Divisionsflügel südwestlich von Regensburg anscheinend die I. leichte Abteilung des Waffen-Artillerie-Regiments der SS (ungar. Nr. 2) in der Zeit vom 25. bis zum Morgen des 28.4.1945.



    Am 27.4.1945 begannen die Absetzbewegungen und –kämpfe nach Süden. Einzelheiten sind leider nur in geringem Umfange bekannt.


    SS-Obersturmführer Behnke, 6.Batterie/SS-Pol.Art.Rgt 4: „…Über Landshut – Wasserburg ging es dann nach Süden zurück. Überall bezogen wir Feuerstellungen und bekämpften die angreifenden Amerikaner. Merkten sie Widerstand, verhielten sie. Dann wurde 24 Stunden mit Artillerie getrommelt, Bombenteppiche gelegt – dann ging es weiter. Der nächste Widerstand wurde genauso gebrochen. Der Gegner hatte die uneingeschränkte Luftüberlegenheit. Am Tage war kaum ein Marschieren möglich. (Behnke, S. 39)


    Ostwärts Münchens kämpften wir uns vorbei. In Haar wurde die Abteilung, die sechste hatte wieder 2 Geschütze, fast völlig aufgerieben. Am Ortsausgang hielt ich während der Nacht neben einem Panzerspähwagen, in der Annahme, es sei ein Deutscher. Aber es war ein Amerikaner. Auf Kampf ließen wir uns nicht ein. Brausten davon und entkamen. (Behnke, S. 39 unten)


    Bei Wasserburg desertierte Willi Albert mit noch einem Kameraden und brachte uns an den Rand der Vernichtung, da ich auf ihn wartete, bis die US-Panzer kurz vor unseren Stellungen standen. (Behnke, S. 40 oben)


    Bei Straubing lagen wir im Tiergarten, in dem die Tigergruppe von dem Sensationsschauspieler Harry Piehl untergebracht war. (Behnke, S. 40)


    Laut Oscha,. Benjamins erfolgte der Rückmarsch der „9.Batterie“ leichte FH ohne Kampfeinsätze in Richtung Süden, teils mot., teils im Fußmarsch von Regensburg – Landshut – Wasserburg – Waging – Freilassing – Traunstein – Salzburg.
    Die letzten Wochen war die Batterie (Abt) beinah aufgelöst, der Zusammenhalt war gesprengt. Benjamins Hauptaufgabe war in dieser Zeit „Schließender” bei den Rückmärschen. In Waging wurde er mit etwa 20 Mann von der Batterie getrennt, führte diese noch bis kurz vor Salzburg, wo sie erneut getrennt werden. Mit Uscha. Klaus Greve kam er in Obertrum in amerikanische Kriegsgefangenschaft


    01.05.45
    Bei den Rückzugskämpfen über Landshut-Wasserburg nach Süden östlich an München vorbei wird die III./SS-AR 4 n Haar fast vollständig aufgerieben. In Straubing lagen die Reste der 6.Batterie im Tierpark. (CH. Behnke)


    SS-Obersturmführer Behnke: „…Der Tod Adolf Hitlers (Bekanntgabe 1.5.1945) erschütterte uns nicht mehr. Wir wussten, dass der Kampf im Westen praktisch zu Ende ging. Durch Aufrufe im Rundfunk glaubten wir, dass wir gemeinsam mit den Amerikanern gegen die Rote Armee kämpfen würden. Es galt, an der Ostfront Zeit zu gewinnen, um Menschen zu retten. (Behnke, S. 40)


    Vor Reichenhall ging die 6.Battr. im Mai noch einmal mit 2 lFH in Feuerstellung in Erwartung der US-Panzerspitzen. Zum Gefecht kam es nicht mehr, da von hier aus die allgemeine Absetzbewegung in die sogenannte „Alpenfestung“ über Zell am See – Lietzen erfolgte. (Husemann, S. 608)


    SS-Obersturmführer Peter Meyer, bei der I. Abteilung SS-Art.Rgt 38 unter SS-Hauptsturmführer Zenker, schrieb zum Marschweg der Abteilung aus dem Raum Dorfen:
    „... 01.05.1945 Wasserburg, Prien (auf der Autobahn rollte bereits der Amerikaner, Traunstein war bereits genommen).
    Als ich nach Prien (westlich des Chiemsees!) zurückkam, waren die Amerikaner bereits in der Ortschaft.
    Über Loebruck ging es nach Salzburg, Berchtesgaden, Hallein, Golling, Werfen, Bischofshofen, Gastein, Radstatt.
    Hier habe ich die Abteilung wiedergetroffen. HVL Admont...“
    (Peter Meyer, Der Einsatz im Westen, Abschrift von handschriftlichen Notizen, in Nordruf, Traditionsverband 6.Geb.Div. Nord der ehem. Waffen-SS e.V., 6.Jahrgang Brief Ne. 24 März 1988, S. 1 – 5, hier S. 5, Meyer verstarb am 15.März 1964 in Hanau)


    Damit enden leider die wiedergegebenen Aufzeichnungen.

    3.5.45
    Obersturmführer Behnke: „…. Am 3.Mai standen wir nördlich von der Lazarettstadt Reichenhall. Mit zwei Geschützen gingen die Reste der 6.Batterie bei Aufham in Feuerstellung und bekämpften die angreifenden Amerikaner auf der Autobahn erfolgreich. Panzerspitze stoppte.
    Die Bevölkerung protestierte und verließ das Dorf. Im Gasthaus machte uns die Bedienung, eine Ukrainerin, ein gutes Mittagessen.
    Eine vorbeiziehende Wehrmachtseinheit, die das neue Sturmgewehr 44 hatte, entwaffneten wir. (Behnke, S. 40)


    Zurück ging es über Lofer nach Zell am See. In Piesendorf traf ich meine geliebte Ursula wieder, die im SS-Lazarett war. Hier trafen wir auch die Schwestern von Auspitz – Gäste meiner Hochzeit – wieder.


    In der sogenannten „Alpenfestung“ ging es weiter über Radstatt nach Liezen. Hier trafen wir am 6.Mai mit US-Panzerspitzen zusammen (7.US-Army Patton) (Behnke, S. 40 und Husemann, S. 608, dort beides Mal 6.US-Army) Wir tauschten Zigaretten und machten „shake hands“. Wir rollten an die Ostfront, die Amis in Richtung Westen. Sollte es doch gegen die Sowjetunion weiter gehen? (Behnke, S. 40, s.a. Husemann, S. 608)


    Am 7.Mai abends meldeten sich die Restteile des SS-Art.Rgt 38., darunter die III. Abt./SS-Pol.Art.Rgt 4, in Bruck an der Mur bei einem Armeekorps (?) zu neuem Einsatz. (Husemann, S. 608)


    Behnke: „… Am 7. Abends waren wir in Bruck an der Mur und meldeten uns bei einem Armee-Korps zu weiterem Einsatz an der Ostfront.
    Am Tage zuvor“, also am 6.5.1945, „hatten wir noch Hauptsturmführer Glaser getroffen“. (Behnke, S. 40)


    Für die SS-Artillerie-Abteilung 30, die seit September 1944 bei der 30.Waffen-Grenadier-Division (russische Nr. 2) bestehen sollte, waren neben dem Abteilungsstab zwei Batterien 12, 2 cm russ. Geschütze und 1 Werfer-Batterie vorgesehen. (Michaelis, Gren.Div. II, S. 192, Kdr. Hstuf. Fritz Glaser, s.a. S.232)
    Der SS-Hauptsturmführer Hstuf. Fritz Glaser (* 19. 3.13 Schumburg/Deese, SS-Nr. 306 865, 2,42 Ustuf. i. 1./Art.Rgt.4, 4.44 Hstuf. i. Art.Rgt.4, 9.44 Hstuf. u. Kdr. Art.Abt.30, gest. 31. 8.1992) war zumindest im September 1944 deren Kommandeur.


    Auch bei der ab 1.1.1945 zu bildenden Waffen-Grenadier-Brigade der SS (weißruthenische Nr.1) sollte eine Artillerie-Abteilung bestehen. (Michaelis, Gren.Div. II, S. 199)
    Der Verbleib dieser Abteilung bei nomineller Auflösung des noch zur Division „befohlenen“ Verbandes ist nicht bekannt.
    Die Erwähnung des Hauptsturmführers Glaser im Alpenraum lässt die Vermutung zu, dass diese Abteilung eventuell Anfang/Mitte April 1945 der Division „Nibelungen“ zugeführt worden sein könnte und mit dieser dann den Rückzug von der Donau bis in die Alpen mitgemacht hat oder zumindest Glaser den Weg zur Division gefunden hat.


    Den Raum Radstatt kreuzte auch die I. Abteilung des SS-Art.Rgt. 38 unter SS-Hauptsturmführer Zenker, dabei SS-Obersturmführer Peter Meyer. Das genaue Datum ist nicht bekannt, aber anscheinend befand sich der Hauptsturmführer Glaser auch bei dieser Abteilung, nun als Batteriechef?!


    Glaser war langjähriger Angehöriger des SS-Pol.Art.Rgt, daher auch Wode und Behnke bekannt.


    8.5.45
    Vernichtung der letzten Geschütze des SS-AR 38 bei Bruck an der Mur und Verlegung der Mannschaften mit dem LKW nach Zell am See in amerikanische Gefangenschaft.


    Am 8.Mai hörten wir im Radio die Bekanntgabe der Kapitulation. Daraufhin Rückmarsch nach Westen – die letzten Geschütze mit Panzerfäusten neben der Rückzugsstraße gesprengt und in die Enns gekippt. Dann mit Lkws nach Zell am See zu den Amerikanern…“ (Husemann, S. 608)


    SS-Obersturmführer Behnke führte aus: „… Am 8.Mai 1945 war der Krieg zu Ende. Mit unserem Kfz 16 ging es zurück. Vorher hatten wir noch einige Tage mit Genehmigung von Gruppenführer Bormann – nicht Martin, der war in Berlin – von der Führerbegleitstaffel Obersalzberg einen Führer- Mercedes mit Panzerung. Ging später nach Amerika. (Behnke, S. 40 unten – 41 oben)


    Wir erreichten abends noch die Enns, die vereinbarte Demarkationslinie zwischen der Sowjetunion und der amerikanischen Zone in Österreich. So wurde uns eine Gefangenschaft in Russland erspart.
    Abends dann in Wagrein, hier trafen wir mit Teilen der „Wiking“, „Leibstandarte“ und „Reich“ zusammen. Unsere letzten Geschütze hatten wir neben der Rückzugsstraße mit Panzerfäusten unter Protest der Wehrmacht gesprengt und mit den anderen Waffen in die Enns gekippt.
    Wir fuhren alle gemeinsam jetzt auf zwei Lkw. Hatten Verpflegung bis auf Brot reichlich an Bord. Auch zigtausend Zigaretten und Alkohol.


    Am 10.Mai 1945 waren wir auf einer großen Wiese bei Piesendorf in der Nähe von Zell am See. Bewacht von US-Panzern.
    Wir schiefen mit Ursula bei einem Lehrer in Privatzimmern. Badeten in der kalten Enns.


    Nach einigen Tagen wurde ein Transport weiblichen Wehrmachtsgefolges, in der Masse SS-Maiden, zusammengestellt. Mit drei Bussen der Junkerschule Tölz und SS-Führern als Begleiter ging es in ein Lager bei München.
    Auf der Fahrt dorthin Abends am Ortsausgang von Lofer in Richtung Norden von einer US-Wache angehalten. Wir beiden SS-Führer wurden sofort entwaffnet – es war der 12.Mai – wir trugen unsere Pistolen mit weißer Armbinde. Zwei Mann mit Jeep jagten in die Nacht hinein zu einem Gefechtsstand in einem Hotel. Wir machten uns die dollsten Gedanken, da es hieß, SS-Männer mindestens 25 Jahre Zwangsarbeit. Wir dachten aber auch an erschießen. Mit Augenzwinkern hatten wir uns aber verständigt, wie wir mit den beiden fertig werden konnten.
    Alles lief aber glatt, von einem US-Oberst erhielten wir einen Passierschein bis München, wurden zu den Bussen zurück gefahren.
    Am Morgen ging dann die Fahrt weiter. Ungehindert konnten wir die Grenze zwischen Österreich, das überall die Rot-Weiß-Roten Flaggen zeigte und Deutschland bei Reichenhall überqueren ….“ (Behnke, S. 42, Ende des Auszugs)
    Carl-Heinz Behnke war dann in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern in Ochsenfurt und Aschaffenburg und wurde bereits nach eigenen Angaben am 2.August 1945 entlassen.


    In den ersten Maitagen 1945 zersprengt, unterstellten sich am 8.Mai 1945 die Führer des SS-AR 6 – Meyer, NO, Rammelmayer Ib, Dussler OO und der Adjutant Gehm – mit einigen Männern der Heeres-Pz.Jg.Div. West unter ihrem Kommandeur Oberst Beyer in Radstadt.


    Ende Mai erfolgte die Verlegung im mot.-Marsch über Golling, Bischofshofen, Zell a. See, Kitzbühel, Kufstein, Rosenheim in den Raum Bad Aibling. Hier wurden die Angehörigen der Waffen-SS ausgesondert. Meyer erhielt dort die 5.Kompanie und Ortsunterkunft in Högling.
    Am 14.Juni 1945 wurden die SS-Angehörigen dort durch zwei US-Lkw abgeholt und in das Gefangenenlager Weiden verbracht. (Schneider, Nordlicht, S. 377)


    Leider etwas verwirrend, aber ohne weitere Angaben komme ich da nicht weiter … ?(  :(


    Deshalb wären für mich a l l e Berichte jeglicher Art zu dieser Division sehr interessant ...


    Herzliche Grüße Euer Rolandus

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo
    Was für ein Beitrag. Absulut erste Sahne.
    Da findet sich bestimmt noch der eine oder andere Hinweis bei jemanden.


    SS-StdOJun. Björn Dick Brynjulfsson war bei der 38., er ist Norweger und war beim 18.Kriegsjunkerlehrgang.
    SS-?? Ülo Nerep war ebenfalls bei der 38.. Er war Este.


    Weitere Infos zum II./96.
    SS-Ustuf. Dimter wurde am 28.04. verwundet
    SS-StdOJun. Björn Dick Brynjulfsson wurde nach der Gefangennahme am 27.04. erschossen
    SS-StdOJun. Julius Schafleiter wurde am 17.04. getötet
    SS-StdOJun. Oskar Schönleber wurde bei Bad Abbach getötet
    SS-Ustuf. Gehrmann wurde nach der Gefangennahme erschossen (Siebenburger Wald)
    SS-Ostuf. Meysing wurde nach der Gefangennahme erschossen (nähe Neustadt)
    SS-StdOJun. Brandstätter wurde am 28.04. bei Neustadt getötet
    SS-Ustuf. Seewald war Führer der 8.Kp.
    Das SS-Pi.Btl. wurde in Freudenstadt aufgestellt.
    Ein Ers.Btl. des Heeres unter Oberst Hermann Fritz unterstand der 38. bei Wasserburg am 02.05..


    mfg Jan


    Quellen: Landwehr-Siegrunen 51 und 61

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

    Edited once, last by Endzeit-Jan ().