Tieffliegerangriffe durch US-Airforce

  • Guten Abend Margarete und Karl, hallo, alle anderen Interessierten.


    Nicht nur Fremdarbeiter (eigentlich ja Zwangsarbeiter[sie wurden zur Arbeit ins Deutsche Reich gezwungen]) durften weder Luftschutzräume, geschweige denn Bunker aufsuchen, sondern auch Gefängnisinsassen.



    Ich vermisse bisher hier im Thread einen Nachweis dafür, dass Tieffliegerangriffe auf Zivilpersonen wirklich befohlen worden sind.

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Hallo Gerd!
    Das stimmt so nicht, es gibt Hinweise, dass Zwangsarbeiter auch zB BUnker nutzen durften.
    In Essen haben wir in einem Krupp Bunker den Hinweis "Für Zwangsarbeiter" gefunden. Diese Hinweise wurden öfters gefunden.
    Fraglich nur wieviele Leute dort reindurften, sprich die "Quote".


    Siehe:
    http://www.hochschule-bochum.d…_fuer_Kriegsgefangene.pdf

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

  • Erst einmal sind Fremdarbeiter aufzuteilen, denn Fremdarbeiter wurden auch rekrutiert und entlohnt und es gab Fremdarbeiter Ost die wurden zum größten Teil gezwungen, wenn auch nicht alle.
    Das einzig erhaltene Fremdarbeiterlager in Berlin (Niederschöneweide) hat Luftschutzräume nach Luftschutzgesetz. Da dieses Fremsarbeiterlager wie viele andere auch keine Umzäunung hatte gab es auch keine Wachmannschaften, wie im Arbeitslager oder KZ. Was man aber klarstellen mußte diese Luftschutzräume reichten nicht für alle, da später gebaute Baracken keine mehr hatten. Nach Aussagen von Anwohnern konnten die Fremdarbeiter die umliegenden Luftschutzbunker in den Wohnhäusern benutzen.
    Der Bunker in der Potsdamer Straße hatte einen extra Zugang "Nur für Fremdarbeiter".
    Ich kann mir aber gut vorstellen, das einige Fremdarbeiterlager die man schnell aus den Boden stampfte, keinen Luftschutz hatten.
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  • Hallo,


    eine Anmerkung zum Thema Angriff auf Zivilbevölkerung durch die USAAF: Mein Vater ist Jahrgang 1935 und wuchs in der Nähe von Siegen auf. Er berichtet, dass es wiederholt zu Tiefflug - Angriffen durch P38 auf Bodenziele kam und dass dabei auch (einzelne) Fußgänger gezielt angegriffen wurden. Die Bevölkerung sprach von den "doppelschwänzigen Teufeln". Mein Vater selbst und Familienangehörige meines Vaters wurden mehrmals Zeuge solcher Angriffe und mussten in Deckung gehen, um den Geschossen zu entgehen. Ich gehe aufgrund des Flugzeugtyps davon aus, dass es sich um amerikaniche Flieger handelte, man müsste das aber wohl auch genauestens prüfen, denn die P38 wurde ja wohl auch von der RAF gefolgen (?)


    Grüßle, Christof

  • Hallo Gerd,
    bin neu hier und ursprünglich aus Gadderbaum. Mich interessiert, was in den letzten Kriegsjahren rund um den Eggeweg/Pellaweg/Deckertstraße passierte. Du schriebst von einem Augenzeugenbericht der Tochter des Toten durch einen Jagdbomber-Angriff. Kannst Du ihn noch veröffentlichen?
    Diese Chronik von Gadderbaum, wo kann ich die einsehen?
    Gruß Erna

  • Hallo, Erna,


    erst einmal: willkommen im Forum der Wehrmacht !


    Die Chronik hat der Heimatverein Gadderbaum e.V. im Jahr 2000 veröffentlicht


    Titel:
    Aus der Chronik von Gadderbaum - Der Luftkrieg und seine Auswirkungen in Gadderbaum 1939 - 1945; von Klaus Schillig


    Einsehen kannst Du die Chronik im Stadtarchiv Bielefeld.
    (falls Du nicht mehr in Bielefeld wohnen solltest, das STA ist ins Amerikahaus umgezogen)

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Hallo Gerd,


    Danke für die Information und für das Willkommen.
    Finde ich in der Chronik auch Deinen erwähnten Augenzeugenbericht oder kannst Du ihn hier veröffentlichen?


    Gruß
    Erna

  • Hallo, Erna,


    ja den Augenzeugenbericht findest Du auch in der Chronik, sowie eine
    Lageskizze.


    Mit dem Veröffentlichen ist es schwierig, Urheberrecht !

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Hallo Basil,


    Ich möchte dir beipflichten: Auch im Winkelturm in Köln-Niehl finden sich Hinweise auf Ausländer. Dort gibt es u. a. Beschriftungen 'Nicht rauchen!' in Kyrillisch, was ja nur auf russische Kriegsgefangene oder Fremdarbeiter deuten kann (gefunden in den DAWA-Nachrichten Nr. 52, ISBN 978-3-931032-52-4 / www.deutschesatlantikwallarchiv.de/prod01.htm ).


    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo zusammen,


    möchte an dieser Stelle einmal an einen früheren Beitrag von Karat (Klick) erinnern, im dem er u.a. auf die Biografie von Chuck Yeager eingeht.


    Quote

    Hallo Rein zufällig beim Suchen nach einem Beitrag zum Luftkrieg in Korea bin ich in der "JET&PROP"Ausgabe 2/05 und 3/05 auf zwei Leserbriefe zum Thema gestoßen.Das Buch von Chuck Yeager kenne ich leider nicht und ich würde seine Erinnerung an diesen Befehl natürlich gerne mit einer überprüfbaren Quelle vergleichen. mfg karat Karat hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt: img098.jpg Kopie von img098.jpg img097.jpg


    Darin soll er geschrieben haben, dass Tieffliegerangriffe befohlen wurden. Liegt jemanden dieses Buch vor, bzw. kann jemand diese Passage bestätigen?


    Freundliche Grüße


    Freddy



    Edit: Ergänzung


    Link auf Beitrag von karat gerichtet; kkn

    Freundliche Grüße
    Freddy


    Suche Info`s zu den Einheiten m. Vaters: G.E.Btl. 9 (Potsdam), 76. I.D. - Füs.Rgt.230 und Kgf. Lager (7)198 Kischinew
    sowie meines Großvaters: SA Brandenburg-West, SS-Ausb. Abt. Konitz (Tr.Üb.Pl. Westpreußen)

    Edited once, last by Freddy66 ().

  • Hallo Freddy,


    du meinst jetzt Tieffliegerangriffe auf Zivilisten, oder?
    Weil Tieffliegerangriffe allgemein eine übliche Angriffstaktik darstellten und stellen.


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,


    die Definition von Tieffliegerangriffen als Angriffstaktik ist klar.


    ich wollte nur den Beitrag von Karat noch mal hervorholen, weil er in der "JET&PROP"Ausgabe 2/05 und 3/05 auf zwei Leserbriefe zum Thema gestoßen ist.


    Einer der Verfasser zitierte aus der Biografie von Chuck Yeager. (Siehe Anhang im Post von Karat)


    Der Beitrag vo Karat ist vom 14.08.2010


    Wenn jemand das Buch besitzt, wäre es klasse, wenn diese Passage bestätigt werden könnte. Somit wäre meiner Meinung nach der Nachweis über einen entsprechenden Befehl gegeben, nach dem wir suchen.


    Freundliche Grüße


    Freddy



    PS.: Würde mir das Buch ja gerne zulegen, doch meine Englisch-Kenntnisse sind zu bescheiden, das geschriebene korrekt zu verstehen, bzw. zu übersetzen.

    Freundliche Grüße
    Freddy


    Suche Info`s zu den Einheiten m. Vaters: G.E.Btl. 9 (Potsdam), 76. I.D. - Füs.Rgt.230 und Kgf. Lager (7)198 Kischinew
    sowie meines Großvaters: SA Brandenburg-West, SS-Ausb. Abt. Konitz (Tr.Üb.Pl. Westpreußen)

  • Hallo,


    bei dem erwähnten Buch könnte es sich um Yeager: An Autobiography handeln.


    Unter dem Stichwort "Free Fire Zone" findet sich folgendes:


    Quote

    General Chuck Yeager in his autobiography describes his (and his associates) disapproval of shoot-anything-that-moves low level strafing missions during World War II (although they were not necessarily called 'free fire zone' missions). He described his feeling that, had the US lost the war, it might have been considered a criminal activity. In the game Chuck Yeager's Air Combat the player flies one of these missions, destroying any ground target within a certain area.


    http://en.wikipedia.org/wiki/Free-fire_zone#WWII.2C_Yeager



    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo
    Es wurde immer wieder erörtert ob Tieffliegerpiloten überhaupt unterscheiden konnten ob sie zivile oder milit. Ziele vor sich hatten.
    Hier ein neueres Statement dazu.


    "Und sie lassen sich überlegter einsetzen. „Der Pilot, überblickt die Kampfsituation und kann den Finger vom Abzug
    nehmen, weil er eher erkennt, wenn Zivilisten auftauchen“, sagt Ulrich Scholz, ehemaliger Strahlflugzeugführer sowie Flug- und
    Waffenlehrer bei der Bundeswehr gegenüber FAZ.NET."
    http://www.faz.net/aktuell/pol…pfflugzeuge-15078131.html
    Der Artikel steckt voller Unsinn aber die Aussage eines Waffenlehrers und Flugzeugführers hat doch einiges an Gewicht.


    Und dies bedeutet das US-Piloten erkennen konnten das sie auf Zivilisten schossen. Das waren also ganz klar Kriegsverbrechen, egal ob sie befohlen und
    in "Eigeninitiative" begangen wurden.

  • Hallo,


    grundsätzlich stellt sich doch die Frage: Worin liegt der Unterschied zwischen Städtebombardierungen* und einzelne Zivilisten beschießen?
    Das Ergebnis ist prinzipiell dasselbe, nur die Auswirkung ist unterschiedlich.


    Gruß Karl


    * Das haben alle gemacht.

  • Hallo


    Quote

    grundsätzlich stellt sich doch die Frage: Worin liegt der Unterschied zwischen Städtebombardierungen* und einzelne Zivilisten beschießen?
    Das Ergebnis ist prinzipiell dasselbe, nur die Auswirkung ist unterschiedlich.


    Dabei gab und gibt es durchaus Differenzierungen.


    Der Eindruck "Phosphor abregnen" kam wahrscheinlich durch die Zielmarkierungen der br. Bomber, den "Christbäumen".

  • Hallo Karl, hallo Ricardo,


    durch Euer beiden Beiträge hier sehe ich mich zu einem statement angeregt..


    RIcardo zitierte Karl:
    "... grundsätzlich stellt sich doch die Frage: Worin liegt der Unterschied
    zwischen Städtebombardierungen* und einzelne Zivilisten beschießen?


    Das Ergebnis ist prinzipiell dasselbe, nur die Auswirkung ist unterschiedlich. "


    Und antwortete darauf:


    "Dabei gab und gibt es durchaus Differenzierungen."


    Art und Grad von Differenzierungen dürften im wesentlichen von der Färbung der Brillengläser abhängig sein, durch die man es betrachtet, sowie dem Schliff der Brillengläser, um die erforderliche volle Sehschärfe zu ereichen.


    Ricardo schrieb:
    "Der Eindruck "Phosphor abregnen" kam wahrscheinlich durch die Zielmarkierungen der br. Bomber, den Christbäumen"


    Wohl weniger. Da konnten die Leute schon in der Wahrnehmung unterscheiden. Das eine war oben in der Höhe zu sehen.
    Das andere war das, was man unten "in Augenhöhe" wahrgenommen hat. Zumeist dann nach den Bombardements, wenn man dann die Spuren etc. noch sehen konnte.


    Wenn man die Aussage des von Karl verlinkten Buchauszuges berücksichtigt, denke ich, daß wohl die wenigsten Einwohner damals erkannt hatten, daß ab ca. Ende 44 der Anteil an Phosphor-Füllungen stark abnahm. Denkbar, daß Phosphor wohl zu einem gewissen Teil auch zu einem Synonym für Bomben mit Brnadbeschleuniger etc. wurden. Vergleichbar wie beim Papiertaschentuch: Man sagt meist "Tempo" (*) und hat dann doch die preisgünstigere Packung der "Weißen Marke" aus dem Nachbarregeal in der Hand.. :



    Mit freundlichen Grüßen
    MunaLisa


    (*) Damit es nicht als Werbung mißverstanden wird, soll man ja nicht nur eine Marke allein nennen.. Gut , dann weise ich gerne auch auf andere Marken hin: Vidal, Goliath, Lloyd, Borgward, Hanomag und andere-.. ;)

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo


    Es sind durchaus auch Färbungen der Brillen allerdings auch rechtliche Grundlagen.
    Viel Bombardierungen der Westallierten waren glasklar Kriegsverbrechen zb. wenn als Zielpunkt Siedlungsstadtteile genommen wurden. Ebenso wenn bei Angriffen auf Industriezentren, milit. Objekten etc. (also rechtlich einwandfreie militärische Ziele) zivile Gebäude / Siedlungen bewußt in Mitleidenschaft gezogen wurden.
    Etwas anderes ist es wenn Stadtteile verteidigt (Flakstellungen) wurden.


    Und Tieffliegerangriffe auf Zivilisten war und ist ein Kriegsverbrechen.


    Quote

    Wohl weniger. Da konnten die Leute schon in der Wahrnehmung unterscheiden.


    Aha

  • Hallo zusammen,


    ich bitte doch meinen obigen Link, durch anklicken ganz zu öffnen und die Folgeseite auch zu lesen.... (Wegen dem Thema)


    Grüße von Karl