Kesselausbruch Wilna ( Vilnius ) 1944

  • Hallo Christian, hallo zusammen,


    nach langer OP- und Reha-Pause möchte ich heute mal wieder ein kleines Lebenszeichen setzen.


    Es knüpft an die Bilderserie an, welche Christian freundlicherweise hier oben eingestellt hat - insbesondere an das letzte Bild bez. der Partisanenwarnung...


    Das Foto im Anhang zeigt angeblich eine Gruppe von AK-Partisanen im Bereich Wilna, welche deutsche Uniformen oder Teile davon tragen.
    Das Foto wurde 1944 im April aufgenommen. Zu dieser Zeit gabe es noch eine Kooperation der Wehrmacht mit den polnischen AK-Gruppen in jener Gegend. Unser leider im letzten Jahr verstorbenes Mitglied Hinrich-Boy Christiansen berichtete davon, dass sein Vater (damals Abwehrchef in Wilna) mit der AK verhandelt hatte. Auch im Buch von B. Chiari ("Die poln. Heimatarmee... ") findet man dazu Hinweise.


    Die Zusammenarbeit bestand darin, dass die deutsche Seite die AK mit Verflegung, Munition und auch leichten Waffen belieferte. Im Gegenzug bekämpften dann die AK-Einheiten sowjetische und jüdische Partisanen...


    Meine Quelle teilte mir mit, dass es sich angeblich um Uniformteile der SS handeln solle. Es war die Rede von "Winterzug 42" - gemeint war eher "Winterzeug 42".


    Kann jemand, der sich mit SS-Uniformen bzw. Kampfanzügen auskennt, ggf. dazu Stellung nehmen?
    Interessant wäre auch der Ledermantel tragende Offizier (?) auf der linken Seite...



    Ich werde demnächst weitere Details zu den Partisanenaktivitäten im Bereich Wilna hier vorstellen.


    Weiterhin habe ich ein Foto von jener Stelle beigefügt (eine Aufnahme aus dem Jahre 1940), an welcher angeblich (auch) der 2. Übergang erfolgt sein soll - auch gerade "frisch eingetroffen"...



    Gruß,


    Joseph

  • Hallo Joseph,


    Quote

    Es war die Rede von "Winterzug 42" - gemeint war eher "Winterzeug 42".


    Winteranzug 42. Die Soldaten tragen wattierte Wendejacken der Wehrmacht.


    Grüße
    Thilo/

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Joseph,
    schön wieder etwas von dir zu hören.
    Ich hoffe, dass es dir gesundheitlich wieder gut geht.
    Von meiner Seite aus wollte ich eine kurze "Wasserstandsmeldung" abgeben.
    In den letzten Wochen habe ich mich mit einigen Fotos meines Großvaters beschäftigt.
    Es handelt sich dabei um Erstgrablagen des I.Btl / GrenRgt 399.
    Der Friedhof wurde nach den Kämpfen um das "Wehkingdorf" errichtet.
    Dort wurden insgesamt 36 Gefallene beigesetzt.
    16 Soldaten konnte ich bereits namentlich ermitteln.
    1 Soldat ist leider nicht beim VdK gelistet oder es ist mir einfach nicht möglich in zu finden.
    Nach einem gestrigen Telefonat mit dem VdK habe ich allerdings neue Hoffnung geschöpft.
    Ich habe dort die Sachlage erörtert und werde entsprechende Bilder an den VdK schicken.
    Der VdK will prüfen, ob eine Sammelmeldung der Gefallenen vom Regiment oder der Division vorliegt.
    Vielleicht ist es möglich allen Gefallenen auf diesem Friedhof wieder einen Namen zu geben.


    Viele Grüße
    Christian

    Suche Informationen über die 170. Infanteriedivision

  • Hallo Thilo, hallo Christian, hallo zusammen,


    vielen Dank für die Hinweise.


    Die AK-Angehörigen im Bereich Wilna hatten, wie auch schon der Wilna-Dokumentation breiter dargelegt, mit der WH kooperiert und waren offensichtlich dadurch auch aus Wehrmachtsbeständen in den Besitz von Bekleidung gekommen, welche u. a. auch oben abgebildet ist (Winteranzug 42).


    E. Hinnen berichtete davon, dass AK-Gruppen auch in der Fallschirmjäger-Montur ("Knochensack") kämpften - diese werden wohl im Kampf beim Flugplatz Porubanek am 08.07. erbeutet worden sein...



    Ein Fund in einem Internetetauktionshaus (s. Anlage 1) stimmt nachdenklich: Dort wurde der Totenzettel eines am 01.07.1944, also noch vor dem Angriff der RA und AK auf Wilna, im Kampf mit Partisanen umgekommenen WH-Angehörigen zum Kauf angeboten...


    Recherchen mittels der Online-Gräbersuche des VDK ergeben, dass es sich um Karl Stummer gehandelt hat - mit den VDK-Daten:


    Nachname: Stummer
    Vorname: Karl
    Dienstgrad: Gefreiter
    Geburtsdatum: 01.02.1904
    Geburtsort: Bischofshofen
    Todes-/Vermisstendatum: 02.07.1944


    Karl Stummer ruht auf der Kriegsgräberstätte in Vilnius-Vingio (auf den Aufnahmen der Anlage 2 und 3 als Waldgebiet auf der linken Seite teilweise abgebildet).


    Dieses Einzelschicksal zeigt, dass die Partisanenaktivitäten in jenem Bereich beträchtllich waren, was auch durch den folgenden Bericht einer jüdischen Partisanin bestätigt wird, welche zusammen mit sowjetischen Partisanen kämpften.


    „…Ende Mai 1944 beschloss der Stab, eine große gemeinsame Aktion aller Abteilungen durchzuführen. Einer der Lastwagen, die Faschisten auf der Straße Wilna - Grodno beförderten, sollte in die Luft gesprengt werden. Man wählte einen Ort aus, der ungefähr vierzehn Kilometer von unserer Basis entfernt im dichten Wald gelegen war. Ich war der Meinung, dass er zu nahe bei den Partisanenbasen lag, aber nach meiner Ansicht wurde nicht gefragt.
    An diesem Tag stand ich mit einigen anderen Wache, um möglichen Nachschub von Seiten der feindlichen Garnison rechtzeitig zu melden. Einige Männer sollten die Wagenkolonne beschießen - die Deutschen fuhren nie einzeln - und dann den Feinden auf der Straße den Rest geben. Sie nahmen ihre Positionen in den Büschen ein. Es kamen jedoch keine Fahrzeuge. Angespannt warteten wir einige Tage auf die schwere Auseinandersetzung. Dann zogen Chaim und andere Männer los, mich nahmen sie nicht mit als Wache. Ich war nicht wütend, ich hatte mich bereits daran gewöhnt. Nach einigen Stunden kamen sie zurück und erzählten,
    was geschehen war: Als Erster fuhr ein Schützenpanzer, gefolgt von Lastwagen, die mit Deutschen beladen waren. Sie ließen den Schützenpanzer passieren und beschossen dann die Deutschen in den nachfolgenden Lastwagen. Nach einem Augenblick des Schrecks nahmen diese die Partisanen unter heftigen Beschuss. Micka Lipenholc sprang auf die Stufe des ersten Lastwagens, warf eine Granate hinein und tötete so alle Insassen. Auf diese Weise hat er unsere Männer gerettet. Den Toten nahm man die Waffen ab, die Lastwagen werden abgebrannt. Nach dem Angriff zog sich die Gruppe in den Wald zurück, bevor der Schützenpanzer die Garnison erreicht hatte. Ein paar Dutzend Deutsche waren getötet worden, zwei unserer Partisanen waren verletzt - Chaim bebte vor Aufregung. Er hatte das erste Mal auf die Deutschen geschossen und tote Feinde gesehen. Den ganzen Samstagabend wurde von diesem Kampf gesprochen.

    Am nächsten Tag, Sonntag, dem 5.Juni 1944, erwachte ich bei Morgengrauen — am Himmel war keine Wolke zu sehen, die Sonne ging gerade auf, und die Vögel sangen. Ich hatte ausgezeichnete Laune: Die Unsrigen hatten eine großartige Operation durchgeführt, und die Armee siegte an der Front. Da kamen Melder mit der Nachricht angehastet, dass die Deutschen das Dorf Pirczupie umzingelt hatten, sechzehn Kilometer von unserem Stützpunkt entfernt.
    Sie hatten die Männer in eine Scheune und Frauen mit den Kindern in eine zweite getrieben und einhundertneunzehn Menschen lebendigen Leibes verbrannt, unbewaffnete Männer und ihre Familien. Anschließend brannten sie das ganze Dorf jenseits der Straße nieder. Nur einige Hirtenjungen, die vor Morgengrauen das Vieh auf die Wiese getrieben hatten, konnten sich retten. Die Häuser auf der anderen Straßenseite blieben unversehrt, denn dort machten häufig litauische Polizisten halt. Es war schrecklich, die Nazis konnten sich nicht an uns rächen, so beschlossen sie, die einheimische Bevölkerung zu töten. In dem Moment, als ich mich an dem schönen Sommermorgen erfreut hatte, hatte man die Menschen zu den Scheunen getrieben. Sie weinten und schrien und wurden doch mit ihren kleinen Kindern lebendig verbrannt. Alle werden getötet. Hatten wir das Recht gehabt, diesen Hinterhalt auf der Straße zu legen? Konnten wir vorhersehen, was geschehen war? Schließlich töteten die Deutschen nicht nur die, die sie bekämpften, sondern sie mordeten Menschen nur, um zu töten. So starben Hunderttausende Juden aus Litauen! Sie waren nicht für ihre Vergehen gestorben, sondern nur, weil sie Juden waren.

    Wir litten sehr unter dieser Situation. »Man hätte es vorhersehen müssen und diesen Hinterhalt nicht legen dürfen«, sagten die einen. »Aber die Aktion war viele Kilometer von Pirczupie entfernt. Und Dörfer gibt es überall«, sagten die anderen. Kundschafter kamen zurück: Sie hatten keine lebende Seele mehr angetroffen, nur Scheunen, die in Flammen standen. Viele Jahre später fuhren wir mit dem Auto an dem dort aufgestellten Denkmal des Bildhauers Jakubonis vorbei. Wir blickten in das Antlitz einer Mutter, das dort in Stein gehauen war, und lasen die Namen derer, die unter qualvollen Leiden achtunddreißig Tage vor der Befreiung hatten sterben müssen….“


    (R. Margolis, Als Partisanin in Wilna, Fischer 2008, S. 206 f)


    Das Problem aller Partisaneneinsätze, nämlich die ungehemmte Sanktionierung durch die Besatzungsmacht, wird hier zum Ausdruck gebracht: Mit welchem Recht agieren solche Gruppen, wenn es doch klar ist, dass die meist marginalen Erfolge für die quasi als Geisel dienende Zivilbevölkerung schimmste Konsequenzen haben würden? Im obigen Text wird übrigens das Massaker von Pirciupiai geschildert, als eine Kompanie des SS-Pol.-Rgt. 16 dieses Dorf als sog. "Sühnemaßnahme" für den zuvor erfolgten Partisanenüberfall in Schutt und Asche legte und die gesamte Bevölkerung umbrachte.


    Der folgende Textauszug aus dem gleichen Buch zeigt die tiefe Aversion zwischen der nationalkonservativen polnischen AK und den sowjetischen und insbesondere den jüdischen Partisanen:


    „…Es hieß, es gebe schwere Kämpfe um Wilma, und die Stadt sei von sowjetischen Truppen eingeschlossen. Die Partisanen sollten zu Hilfe kommen. Wir erfuhren noch, dass die Führung der Armia Krajowa ebenfalls eingetroffen war, sehr mutige Soldaten, auf Pferden und in polnischen Uniformen. Sie hatten mit Jurgis und anderen Kommandeuren Verhandlungen geführt und ihnen versprochen, keine Konflikte mit den sowjetischen Partisanen anzufangen. Außerdem hatten sie darum gebeten, als Erste an den Kämpfen um Wilna teilnehmen zu dürfen. »Diese Romantiker, sie bilden sich ein, es würde ihnen gelingen, Wilna einzunehmen und wieder zu einer polnischen Stadt zu machen. Schließlich ist dort noch die schlagkräftige deutsche Armee mit Panzern und Kanonen, und die Polen sind gerade einmal einige Tausend und nur mit Gewehren und Maschinenpistolen ausgestattet.« Unsere Führung willigte ein. »Jetzt werdet ihr keinen allzu angenehmen Sieg haben«, sagte der Beauftragte des Stabs, »überall wimmelt es von AK-Leuten. Sie werden zunächst niemanden anrühren, aber seid wachsam.« Was wir da hörten, stimmte uns nicht froh. Wir konnten uns gut an unsere Freunde erinnern, die von der AK getötet wurden: Emanuel Lubocki, Tamara Raszal und viele andere.
    Konnten wir der AK trauen? Und doch mussten wir mit ihnen Dutzende von Kilometern zusammen marschieren. Wie sollten wir uns verhalten, wenn sie uns belästigten, provozierten? …

    „…Wir passierten den Wald, Felder und Dörfer tauchten auf und dort, am Weg, trafen wir bereits auf die ersten AK-Leute. Ein Teil unserer Gruppe hielt an: »Diesen Weg werden wir nicht weitergehen. Es ist zu gefährlich. Gehen wir weiter durch den Wald, auf der linken Seite, wir treffen uns am Fluss.« Unser Gruppenteil ging weiter auf der gepflasterten Straße und kam durch ein Dorf.
    Ich lief an der Spitze, um, wenn es nötig wurde, Polnisch zu sprechen. …“


    (dito, S. 210 f)



    Abschließend noch eine Korrektur zu einer im letzten Beitrag gemachten Aussage:


    Das Foto von der Neris (Anlage 2) trug im Original den Aufdruck "From Kaunas to Vilnius 1940", was von mir als Blickrichtung Kaunas-Vilnius interpretiert wurde. Das führte mich dann nach GE-Abgleich zu der Pos. des 2. Neris-Übergangs bei Valai.


    Vilnius-Insider korrigierten mich jedoch: Es handelt sich um den Bereich des Stadtwaldes von Vilnius, die "Halbinsel" Vingio, deren westliche Ecke, von der Neris eingeschlssen, dort abgebildet ist (vgl. Anlage 3).
    Von diesem Hügel aus erfolgte der intensive Beschuss der Übergangsstelle 1 in der Nacht vom 12. auf den 13.07.1944.
    Ein Mitstreiter der Vilnius-1944-AG ist in jenem Bereich häufig als Jogger unterwegs. Er berichtete, dass er dort einmal auf einen Mann mit einem Metallsuchgerät gestoßen sei. Dieser habe ihm berichtet, dass er auf dem Hügel und auch in Flussnähe auf große Mengen von sowjet. PPSh-Patronenhülsen (Maschinenpistole der RA) gestoßen sei. Außerdem habe er in der Nähe des Übergangs bei Punkt 84,2 ein "Eisernes Kreuz" gefunden...



    Gruß,


    Joseph

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    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)

    Edited 7 times, last by Joseph O. ().

  • Hallo Joseph und alle,


    die Berichte der Partisanin R. Margolis zeigen die ganze Grausamkeit der Einzelaktionen der Partisanenverbände und der unglaublichen deutschen "Vergeltungsmaßnahmen" in dieser hasserfüllten Verbissenheit. Für mich ist es eine schreckliche Vorstellung, dass bei den Kämpfen um Wilna unsere vermissten und gefallenen Verwandten direkt oder indirekt beteiligt waren. Leider weiß die Enkelgeneration zum großen Teil schon nicht mal mehr, dass es solche Kämpfe um Vilnius überhaupt gegeben hat, dass es diesen Kessel um die Stadt gab, sinnlose Zerstörung, den Ausbruch usw. Alles Geschichte(n) von früher! Muss man denn heute noch so "rückwärtsgewandt" im Detail informiert sein, sagen viele und fragen nicht. Ihnen empfehle ich z.B. die Dokumentation "Wilna 1944" von Joseph.


    Sehr gut, dass immer wieder neue Informationen zum Wilna-Thema bei Joseph eintreffen, gesammelt und kompetent bewertet werden. Kein Wunder, dass es - bei Verlusten von bis zu 10.000 deutschen Soldaten - sehr viele Leute gibt, die an diesem Thema u.a. aus persönlichen Gründen interessiert sind. Wir sollten weiterhin dran bleiben! Und das FdW ist wirklich eine sehr gute Plattform dafür (manchmal auch dank der strengen Führung).


    Beste Grüße
    Wulf

    Suche Infos zu Wilna44, zu KG-Lagern im Baltikum und im russ. Rjasan.

  • Hallo zusammen,
    ich hatte ein wenig Glück und bin zu einem Foto-Konvolut gekommen.
    Gerade habe ich einen flüchtigen Blick über die Fotos geworfen.
    Meiner Schätzung nach, sollten es vielleicht 50 Fotos vom GrenRgt 401 sein.
    Zeitlich würde ich diese auf 1941 datieren. Örtlich auf Rumänien und den Vormarsch auf die Krim.
    Auch Erstgrablagen sind auf den Bildern zu sehen.
    Wenn von eurer Seite aus Interesse besteht stelle ich die Bilder gerne ein.


    Gruß
    Christian

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  • Hallo Christian, hallo zusammen,


    das ist vermutlich eine interessante Entdeckung und bestimmt gibt es im Forum Interessenten für dieses Foto-Konvolut. Wegen Zeit und Ort der Bilder solltest Du aber vielleicht einen eigenen Thread aufmachen. Hier geht es ja um Wilna 1944. Ein Link zum neuen Thema macht die Sache dann perfekt. Stell doch einfach die ersten 5 Bilder mal ein, dann wird sich die Reaktion des Forums schon zeigen.


    29.12.2017: Ein gutes Datum um allen Lesern und Autoren dieses Threads und des Forums insgesamt einen guten Endspurt in 2017 zu wünschen. Alles Gute für das neue Jahr 2018, beste Gesundheit, viel Humor (!) und Schaffenskraft.
    Vielleicht gibt es hier in 2018 neue Berichte über die aktuellen Explorationen in Litauen.


    Allen Mitstreitern einen guten Rutsch!
    Wulf


    PS: Den Admins und Moderatoren gilt auch am Ende dieses Jahres unser Dank, ja unsere Bewunderung für die gute und notwendige Arbeit im FdW.
    Herzlichen Dank!

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  • Hallo Wulf, Hallo zusammen!
    Nun habe ich einen neuen Thread erstellt und werde die Bilder nach und nach ein.


    Grenadier Regiment 401 / 170.Infanteriedivision


    Ich würde mich freuen, wenn ihr mir bei der Orts- und Zeitbestimmung behilflich sein könnt.
    Ich wünsche euch einen guten Rutsch!


    Viele Grüße
    Christian


    Link "blau" gemacht...Huba

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    Edited 3 times, last by jonny3/141 ().

  • Hallo zusammen,


    der nette Hinweis von Thomas


    Link "blau" gemacht...Huba


    motiviert mich, allen "Wilna-1944-Interessenten", natürlich auch allen anderen FdW-lern und insbesondere unseren "Pfleger/inne/n" noch schnell einen


    Guten Rutsch und ein
    Glückliches Neues Jahr 2018


    zu wünschen.


    Es gibt für das kommende Jahr schon konkretere Pläne einer kleinen Gruppe von Vilnius-Freunden, eine gemeinsame Tour dorthin und weiter durchs Baltikum bis nach St. Petersburg zu unternehmen...


    Was das Grenadierregiment 401 betrifft - "unser Ferdi" ist da eine allererste Adresse...


    Also lasst uns in Maßen mehr oder weniger "Blau machen" - heute Abend...



    Alles Gute!


    Joseph

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    Edited once, last by Joseph O. ().

  • Hallo zusammen,


    anlässlich des Geburtstages von Wulf und anschließend an den o. a. letzten Beitrag (Neujahrsgruß) möchte ich heute ein paar neue Fotos zur "Wilna-1944"-Thematik hier einstellen.


    Bild 1: IG-Mitglied Karolis am 31.12.2017 am Ufer der Neris nahe der zweiten Übergangsstelle bei Valai (Woly)
    Bild 2: Ein weiteres Foto von aus einer anderen Perspektive (flussaufwärts)
    Bild 3: Zerstörungen am Stadtrand von Vilnius
    Bild 4: Gebäude mit Beschädigungen (angeblich eine Parteischule - SU-Phase (?))
    Bild 5: Gebäude in Wilna ("Drogerie -.....dowski"; ca. 50% der Bewohner Wilnas hatten poln. Wurzeln...)



    ...wird fortgesetzt...



    Gruß


    Joseph

  • Hallo zusammen,


    eine weitere Serie...


    Bild 1: Luftangriff auf den Bereich des Flugplatzes Porubanek; möglicherweise ist ein Flugzeug gerade abgeschossen worden


    vgl. Bericht: E. Hinnen:


    "[…] In der rauchgeschwängerten Luft über der brennenden Stadt war eine lebhafte Lufttätigkeit. Ständig waren vier IL 2, die zweimotorigen russischen Bomber, über uns. Erst warfen sie ihre Bomben, die erfreulicherweise keinen allzu grossen Umfang hatten, dann schossen sie mit Kanonen und drehten schliesslich, wenn ihre vier Kameraden zur Ablösung erschienen waren, nach Osten ab. In den ersten Tagen waren auch unsere Jäger FW sehr eifrig und kamen Staffeln He 111, die uns mit Munition versorgten. Später aber waren die lwans dort oben die Alleinherrscher ("FW": Jagdflugzeug des Herstellers Focke-Wulf (FW 190))
    (Quelle: Wilna-Dokumentation, S. 244)



    Bild 2: Das gleiche Szenario aus einer anderen Perspektive
    Bild 3: Bahnsteig-Impressionen vom Hauptbahnhof (vgl. Schild "Vilnius/Wilna")
    Bild 4: Wilna-Hbf. Bahnsteig "Warschau-Deutsch Eylau (?)" - vgl. Hinweistafel am Bahnsteig "Warschau, etc."
    Bild 5: Quartier einer Transporteinheit in Wilna; unbekanntes Gebäude bei/in Wilna


    ... wird fortgesetzt...



    Gruß,


    Joseph

  • Hallo zusammen,


    gleich zu Beginn eine kleine Korrektur:


    Bild 4 der voraufgegangenen Serie ist möglicherweise auf dem Bahnhof von Marienburg aufgenommen (vgl. Bild 1 der folgenden Serie (Rückseite des Bildes 4))


    Bild 1: Rückseite Bild 4 (Die Hinweistafel mit Dt. Eylau passt besser zu Marienburg als Bahnhof - Fernziel ist dann auf dieser Strecke Warschau)
    Bild 2: Lagernde Soldaten einer LKW-Kolonne an der Straße Wilna - Lida;
    Bild 3: Rückseite des Fotos: Der Text läst auf ein Durcheinander schließen. Es kann sich um Truppenteile handeln, welche von den aus Richtung Molodetschno vorgehenden RA-Teilen am direkten Rückzug auf Wilna von Süden aus Richtung Lida gehindert wurden. Der südlich an Wilna vorbeigehende Vorstoß hatte auch Teile der 170. I.D. vor sich her geschoben, welche dann bis zur ostpreuß. Grenze zurückwichen.


    vgl. Auszug aus der Wilna-1944-Dokumentation, S. 421:


    "...Der Widerstand auf der Landbrücke von Molodetschno hatte, wie jeder Widerstand auf ihrem Angriffsweg seit Mogilew, ihre Truppen zwar stark angeschlagen, aber nicht auf die Dauer aufgehalten. Nun lag Wilna vor ihnen. Schon die schnellen Panzerspitzen der Sowjets wurden hier am 7. Juli heiss empfangen. Ein plötzliches Überrennen dieses Hindernisses glückte den Bolschewisten nicht. Sie wiederholten den Ansturm, zogen immer neue Kräfte heran, stiessen dann nördlich und besonders südlich an der Stadt vorbei und standen plötzlich in ihrem Rücken, mit der Spitze auf dem halben Wege nach Kauen. Wilna war eingeschlossen. Aber noch lange nicht überrannt. Die Besatzung nahm den fast aussichtslos erscheinenden Kampf auf. ..." (DNB Berlin, 15. Juli 1944)


    Bild 4: Karte zu Bild 2/3


    Bild 5: Lagernde Truppenteile, getarnte Fahrzeuge (Funkeinheit?)



    Alle Bilder wurden auf Seiten des Internets gefunden, wo gelegentlich derartige Militaria-Fotos angeboten werden. Es sind mind. 3 verschiedene Quellen anzunehmen - ein System ist kaum erkennbar.



    Gruß,


    Joseph

  • Hallo zusammen,


    da mir gerade aufgefallen ist, dass das letzte Bild der letzten Serie schon früher einmal (Seite 43) eingestellt worden ist, möchte ich nach diesem Hinweis noch ein paar weitere Bilder hier veröffentlichen.


    Bild 1: Trügerische Idylle in einem Dorf in der Nähe von Wilna (am linken Haus steht, schlecht erkennbar, ein WH-LKW)
    Bild 2: WH-Angehöriger vor seinem (Typ ist mir unbekannt; umgebautes Zivilfahrzeug?) Fahrzeug.
    Bild 3: Schöner Blick (Postkarte aus dem Ersten Weltkrieg) von der/über die Kathedrale zum Burgberg.
    Bild 4: Mobiles Geschütz (Typ unbekannt) auf der Straße vom Tor der Morgenröte (im Hintergrund erkennbar) Richtung Stadtzentrum - etwa in Höhe des Basilius-Lazaretts
    Bild 5: Rückseite des Bildes 4; "Eines meiner Geschütze..."



    Gruß,


    Joseph

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  • Bild 4: Mobiles Geschütz (Typ unbekannt) auf der Straße vom Tor der Morgenröte (im Hintergrund erkennbar) Richtung Stadtzentrum - etwa in Höhe des Basilius-Lazaretts


    Joseph


    Hallo Joseph


    es handelt sich um dieses Geschütz - wenn du noch weißt, welche Panzer-Div. durch Wilna vorstieß, kannst du die schwere Infanterie-Geschütz-Kompanie (mot.S.)
    genau zuordnen


    schwere Infanterie-Geschütz-Kompanie (mot.S.) 701 bei der 9. Pz.Div.


    schwere Infanterie-Geschütz-Kompanie (mot.S.) 702 bei der 1. Pz.Div.


    schwere Infanterie-Geschütz-Kompanie (mot.S.) 703 bei der 2.Pz.Div.


    schwere Infanterie-Geschütz-Kompanie (mot.S.) 704 bei der 5. Pz.Div.


    schwere Infanterie-Geschütz-Kompanie (mot.S.) 705 bei der 7. Pz.Div.


    schwere Infanterie-Geschütz-Kompanie (mot.S.) 706 bei der 10. Pz.Div.


    http://www.lexikon-der-wehrmac…derseitenneu/Pz1sIG33.htm




    Uwe

  • Hallo Uwe,


    vielen Dank für die Aufklärung - und dann noch gleich durch den "Artilleriepapst" persönlich...


    Ich hatte dieses Gefährt und das Foto dem Jahre 1944 zugeordnet - denke aber nun, dass es aus der Phase der Besetzung Wilnas Ende Juni 1941 herrührt.


    Ist es denkbar, dass man auch noch im Jahre 1944 mit diesen Basis-Panzermodellen (Panzerkampfwagen 1) herumfuhr?



    Gruß,


    Joseph

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  • Hallo Thilo,


    vielen Dank für die Hinweise.


    Ein Großteil der Luftaufnahmen war mir bereits bei Erstellung der Wilna-1944-Doku aus der genannten Quelle "maps4u.lt" bekannt. In der Zwischenzeit wurden wohl einige weitere ergänzt und bei "docviewer" zusammengefasst.


    Die Fotos lassen sich nach Herunterladen sehr stark vergrößern - bei hinreichender Schärfe - sodass man etliche Details erkennen kann.



    Gruß,


    Joseph

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  • Servus Joseph!


    Zu dem 15 cm sIG 33 (SF) in Wilna:


    Auf der Frontpanzerung ist ein kleiner weißer Schriftzug (Name!) zu erkennen, was typisch war für die s.I.G (mot.S) 705, die der 7.Panzerdivision unterstellt war.
    Nach der Divisionsgeschichte der 7.PD war diese Ende Juni 1941 im Raum Wilna eingesetzt, das dürfte also auch passen.


    Viele Grüße


    Willi

  • Hallo Willi, hallo zusammen,


    vielen Dank für die Informationen - man sieht: "Wenn man "gute Leute" hat, kann man so manches klären...


    Dieses war zwar hier in diesem Thread kein zentrales Problem - aber nun kann das Foto aus dem Themenbereich "Wilna 1944" ausgeschlossen werden.


    Was evtl. noch interessieren könnte, wäre die Frage, ob auf einem der Fotos der letzten Serien ein Fahrzeug zu identifizieren wäre, welches man einem Funktrupp zuordnen könnte.


    Hans L., ein noch sehr rüstiger 97-jähriger Zeitzeuge und früherer Funker des Stadtkommandanten Stahel, erzählte, dass seine Einheit eigentlich nach Lida vorrücken sollte - und dadurch der Einkesselung hätte entgehen können...


    Vielleicht kennt sich jemand aus?



    Gruß,


    Joseph

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