Kesselausbruch Wilna ( Vilnius ) 1944

  • Atsiprašau, "Wenk", aš nekalbu lietuviškai.


    Willkommen bei den "Vilnius-Forschern"!


    Danke für die interessanten Hinweise zu den möglichen neuen Wegen der ausbrechenden Einheiten.


    Die Karten sind ja sehr detailliert! Gibt es denn zu den von Dir rot skizzierten Wegen irgendwelche Hinweise (Literatur, Beobachtungen von früheren Anwohnern, etc.). Ich hatte früher einmal an einer anderen Stelle im Forum (Suche nach Vermissten und Gefallenen - "Franz Oevermann") ähnliche Karten eingestellt, welche lediglich Vermutungen visualisieren sollten - ich bin auf die Suche nach optimalen Wegen gegangen (Steigungen, etc.), da ja sehr viele Verwundete transportiert werden mussten ... .


    Noch ein paar Fragen zur Erkennungsmarke: Hast Du diese Marke gefunden? Wurde die Nachricht des Fundes eventuell weitergegeben - an deutsche Stellen?


    Labos nakties!


    Joseph

    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)

  • Es war nicht von mir gefunden, aber ich denke, dass dies zu entsprechenden Institutionen wurde berichtet. Jedenfalls wäre es interessant, für welcher Einheit dieser gehören? Ihre litauische Sprache ist sehr gut!

  • Labas Wenk,


    Dkui! Dkui!


    Aber leider war das schon (fast) alles ... .
    Dank Google und Cut, Copy and Paste konnte ich ein wenig
    renommieren ... ;-) .


    Es gibt hier im Forum sicher Spezialisten, welche das Problem der Zuordnung wohl lösen könnten - jedenfalls klappt es über die Feldpostnummern atemberaubend schnell. Ansonsten müsste man wohl beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge oder bei der Wehrmachtsauskunftsstelle (WASt) anfragen - auf eine Antwort muss man aber nicht selten sehr lange warten.


    Gibt es denn zu den gezeichneten Marschwegen (Polnische Karten) im Bereich von Bukciu irgendwelche konkreten Hinweise?


    Iki pasimatymo!


    Joseph

    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)

  • Laba diena wenk u. Joseph,
    hallo zusammen,


    wie schon gesagt - ich fand die Karte aus dem Buch von Rolf Hinze "Das Ostfront-Drama 1944" (1987, 3. Aufl. 1993) sehr aufschlussreich. Deshalb möchte ich gern noch mal meine Frage stellen:


    Wenn jemand dieses Buch hat, könnt Ihr mal bitte nachschlagen, ob es Textabschnitte zu der Wilna-Karte vom Kesselausbruch gibt. Welche Seiten sind das konkret? Wenn es nicht zu viele Seiten sind, wäre es sehr nett und hilfreich fürs Thema hier die Seiten als Scan einzustellen.


    Beste Grüße,
    Wulf


    P.S. @ Joseph:

    Quote

    Ich sehe gerade, dass mir Wulf um ca. 5 s zuvorgekommen ist und die gleiche Frage gestellt hat....


    . . 18.06.2011 17:21 bis 19:24 ==> schwere (!!) 5 s (Sekunden)  8)

    Suche Infos zu Wilna44, zu KG-Lagern im Baltikum und im russ. Rjasan.

  • Hallo Wulf,


    für mich als Physiker ist der "Zeitbegriff" seit Einstein relativ ... . ;-)


    "Wo bleibt "Wen(c)k?" mit neuen Erkenntnissen aus Vilnius?!


    Die von ihm dargestellte Route durch den Wald von Bukciu (Buchta) mit Neris-Überquerung und Übertritt in einen Bereich, der ebenfalls als "Buchta" gekennzeichnet ist, korrespondiert gut mit Anmerkungen in litausichen Blogs, dass die letzten Kämpfe in/bei Bukciu stattgefunden haben sollen.


    Entweder sind dort Nachhuten auf einem kürzeren Wege auf das westliche Neris-Ufer gewechselt (von Norden drängten ja die AK-Verbände und Einheiten der RA an Wilna heran, welche bei Krawczuny den Übergang der Kolonnen Soth, Schubert und Stahel bekämpften) oder es handelt sich um Versprengte, denen noch der Ausbruch aus dem 2. Teilkessel im Bereich des Lukishki-Gefängnisses gelungen ist.


    Aber vielleicht erhalten wir ja noch eindeutige Belege für den südlichen Kesselausbruch ... ?


    Gruß


    Joseph

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  • Quote

    Original von wenk
    [...] Also, in dem folgenden Link finden Sie Luftbilder, die im Juli 9, 1944 gemacht wurde.
    http://rytufrontas.net/aerofotonuotraukos/

    Neuer Link für Luftbilder -> http://rytufrontas.net/?page_id=639



    Quote

    Original von radio4wk
    wie schon gesagt - ich fand die Karte aus dem Buch von Rolf Hinze "Das Ostfront-Drama 1944" (1987, 3. Aufl. 1993) sehr aufschlussreich. Deshalb möchte ich gern noch mal meine Frage stellen:


    Wenn jemand dieses Buch hat, könnt Ihr mal bitte nachschlagen, ob es Textabschnitte zu der Wilna-Karte vom Kesselausbruch gibt. Welche Seiten sind das konkret? Wenn es nicht zu viele Seiten sind, wäre es sehr nett und hilfreich fürs Thema hier die Seiten als Scan einzustellen.

    Ich habe nicht die 3. Auflage zu Hause, deshalb kann ich nicht machen Scans.

  • Hallo wenk,


    bitte noch einmal meine Frage ganz konkret:
    Aus welchem Buch von R. Hinze, welche Ausgabe/Auflage, welches Jahr ist das Kartenbild (vgl. Anlage) aus Deinem Beitrag vom 18.06.2011, 16:09 Uhr ??


    Ich vermute, dass in dem Buch mit genau dieser Karte eine Beschreibung der Ereignisse steht, die wir so noch nicht kennen. Welche Seiten sind das?


    Vielleicht haben auch andere User dieses Buch mit genau dieser Karte.
    (In meiner Ausgabe "Ostfront 1944" aus dem Jahr 2000 ist die Karte nicht enthalten.)


    Beste Grüße, Wulf

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  • Hallo "wenk",


    danke für die Ergänzungen. Auf einem der Fotos ist die zerstörte Brücke nach Zwierzyniec gut zu erkennen. Die angedeuteten Truppenbewegungen im Bereich des (Schein)-Flugplatzes konnte ich bei aller Fantasie nicht nachvollziehen ... .


    In der Zwischenzeit habe ich im "Hinze" (meine Ausgabe: Ostfront 1944; Spezialausgabe 1. Auflage 2011; ISBN 978-3-613-03315-3) geblättert und bin zu folgender Einschätzung gekommen:


    Die in der Skizze im roten Oval dargestellten Vorstöße deutscher Verbände beziehen sich auf den 08.07. und wurden von der KG Tolsdorff durchgeführt, welche zum "Festen Platz Wilna" durchstoßen wollte - nach einem bereits vorherigen vergeblichen Versuch. Dieser Versuch wurde beiderseits des Eisenbahntunnels in diesem Waldgebiet durch starke sowj. Kräfte abgewiesen.
    Daraufhin zog sich die KG hinter die Waka zurück, welche bei Waka Kowienska (heute Grigiskes) in die Neris (Wilija/Wilia) mündet. Dort richtete sich diese Gruppe dann zur Verteidigung ein.


    Der deutsche Vorstoß, welcher mit "Stahel" und "12./13.7." markiert wurde, ist das eigentliche Problem. Es kommt zu Widersprüchen, weil Stahel auch bei Krawczuny (nördlich der Neris) in polnischen Lagekarten als Akteur auftritt. Allerdings gibt er auch dort Rätsel auf, denn es sind immer nur zwei Marschkolonnen aus Richtung Wilna skizziert (Soth und Schubert), zu denen sich plötzlich vor Krawczuny ("aus dem Nichts") eine weitere Gruppe (Stahel) hinzugesellt, welche dann gemeinsam bei Grigiskes die Neris unter schrecklichen Verlusten passieren. In der bislang vorliegenden Literatur ist von keinem weiteren "geglückten" Durchbruch außer dem zur KG Tolsdorff die Rede.


    Die Tatsache, dass zwei Marschkolonnen aus Wilna nach Krawczuny vorrückten, ist nach meiner Meinung nur damit zu erklären, dass es zwei Stellen (Bereiche) gab, wo die Neris das erste mal durchquert wurde (mit Stern markiert: a) Bereich der Furt bei der zerstörten Holzbrücke; b) Bereich der heutigen Straßenbrücke Richtung Westen). Ein (1) Übergangspunkt mit anschließender Teilung des Verbandes ist schon organisatorisch kaum lösbar zudem taktisch unklug und daher unwahrscheinlich ... .


    Es bleibt also nach wie vor zu klären, ob es neben dem bekannten auch einen südlichen Ausbruch gegeben hat - ohne Flussüberquerung und/oder einen oder zwei weitere durch Bukciu mit einer (1) Durchquerung der Neris.
    Möglicherweise stellen die Pfeile auch nur Versuche von Durchbrüchen dar - mit anschließender Gefangennahme, etc.!? Die Pfeile enden schließlich in einem Bereich, der von der KG Tolsdorff wieder geräumt wurde ... .


    Gruß


    Joseph

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  • Hallo zusammen,


    die Diskussion um die verschiedenen Aspekte des Kesselausbruchs ist - wie man sieht - immer noch interessant und nicht ohne Neuigkeiten. Ich hatte gerade in dem Vermisstenthema zu meinem Vater die Frage formuliert, aber eigentlich ist sie hier vielleicht besser angebracht. Deshalb hier noch mal die Wiederholung, man möge mir verzeihen....
    (vgl. http://www.forum-der-wehrmacht…?postid=236634#post236634 )


    Um sich eine bessere Vorstellung von den Ausbruchskämpfen zu machen, dreht sich meine Frage um die konkrete Anzahl der Soldaten in den betreffenden Einheiten. Mein Vater gehörte im Juli 1944 der 170. Infanterie-Division, dem Artillerie-Regiment 240, der II. Abteilung mit dem Chef Hptm. Hermann Tietz und der 4. Batterie mit dem Chef Oblt. Kurt Krebs an.


    In allgemeinen Darstellungen (auch hier im Forum) schwanken die für solche Einheiten angegebenen Truppenteil-Stärken z.T. erheblich. Danach gehörten einem Regiment 600 - 4800 Personen an. Und eine Batterie (Kompanie) könnte 80 bis 300 Mann umfassen.


    Deshalb meine Frage, die insbesondere die Angehörigen der genannten Einheiten betreffen:


    - Wieviel Mann umfasste das AR 240 in Wilna 1944?
    - Wieviel Mann umfasste die II. Abteilung?
    - Wieviele waren konkret in der 4., 5. und 6. Batterie ???


    Da gibt es doch vielleicht Aufzeichnungen. Aber wo? Wer weiß mehr darüber?


    Beste Grüße
    Wulf

    Suche Infos zu Wilna44, zu KG-Lagern im Baltikum und im russ. Rjasan.

  • Hallo Wulf,


    diese Frage wird man - jedenfalls aktuell für den Zeitraum der Wilna-Operation - wohl nur sehr schwer beantworten können. Alles, was an persönlichen Aufzeichnungen existiert, ist immer nur ein kleiner, eben persönlicher Aspekt der Realitäten.
    Die einzig relevanten Quellen sind die Kriegstagebücher der Heeresgruppen bzw. der Untergliederungen. Diese sind wohl größtenteils in Militärarchiven (Freiburg, etc.) vorhanden - wir warten ja alle auf die Mikrofilmrollen, die Karolis aus den USA angefordert hat. Dort wird man ggf. etwas finden können - angeblich sind dort sogar Funksprüche, etc. protokolliert.


    Noch zu einem anderen Thema:


    Ich habe heute begonnen, in dem Buch von Rachel Margolis, "Als Partisanin in Wilna", zu lesen. Nun wird das Bild noch verwirrender: Sie berichtet von Kämpfen zwischen den unterschiedlichen Partisanengruppen im Umfeld von Wilna: Polnisch (Armia Krajowa); Litauisch; Jüdisch; Sowjetisch und Weißrussisch.
    Diese waren angeblich vielfach untereinander zerstritten - größtenteils einig jedoch in einem hässlichen Antisemitismus, welcher sich auch in zahlreichen Gräueln entladen hat. Es gab lokal angeblich sogar Kooperationen zwischen der Wehrmacht und Partisanengruppen - z. B. AK.


    Das Bild wird immer verwirrender ... .


    Joseph

    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)

  • Hallo Wulf und alle !


    wulf :
    Zur Beantwortung Deiner Frage muss man zwischen 2 Dingen unterscheiden :
    a) Der theoretischen Stärke, bei voller personeller Ausstattung (= 100 % v. Soll)
    b) Der tatsächlichen, zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhandenen personellen Stärke.


    Für Punkt b), der natürlich der interessanteste wäre, bräuchtest Du am besten Zustandsberichte
    der Einheit, wo genau über personelle Fehlstellen und aktuelle Ausstattung mit Waffen und Kfz.
    berichtet wird.
    Die könnten z.B. in den KTBs der Division oder auch der übergeordneten Einheit enthalten sein,
    wie von Joseph angemerkt.


    Zu Punkt a) kann ich Dir aber ein paar Angaben liefern, die Dir zumindest eine grobe Vorstellung
    von den Zahlen geben. Ausserdem könnten die Angaben helfen, falls sich z.B. Angaben finden wie :
    Die personelle Stärke betrug nur noch 45 % oder das Fehl war bei 30 % etc., da sich diese
    Prozent-Angaben auf das der Division theoretisch zustehende Soll an Personal beziehen.


    Nach den Angaben im Lexikon hatte die 170. ID die Soll-Gliederung einer Inf.Div. 44.


    Demnach hätte das Artillerie-Rgt. drei leichte und eine schwere Abteilung gehabt, wobei jede
    leichte Abteilung aus 2 Bttr. mit 4 Geschützen und 1 Bttr. mit 3 Geschützen (=11 Gesch. insges.)
    bestanden hätte. Die schwere Abteilung hätte dann 3 Bttr. mit je 3 Geschützen gehabt.
    [Diese Infos nach Tessin, Bd. 15, bzw. Keilig, 101/V/-66-, s. Scan (m. korrigiertem Druckfehler !)]


    Das gesamte Artillerie-Rgt. einer ID 44 hätte dann eine Soll-Stärke von
    75 Offz./ 10 Beamten/ 421 Uffz./ 1507 Mann = insgesamt 2013 Köpfe (davon 155 Hiwis).


    Eine einzelne Batterie zu 4 le. FH hatte :
    3 Offz. / - / 26 Uffz. / 84 Mann = 113 Köpfe


    Eine einzelne Batterie zu 3 le. FH hatte :
    3 Offz. / - / 24 Uffz. / 73 Mann = 100 Köpfe


    Eine komplette le. Abt. mit Stab, Stabs-Bttr. 2 Bttr. zu 4 Gesch. und 1 Bttr. zu 3 Gesch. hatte dann :
    17 Offz./2 B./100 Uffz. /344 Mann = 463 Köpfe



    Allgemeine Infos zu den Stärken einzelner Einheits-Typen findest Du auch hier, ganz am Ende :
    http://www.lexikon-der-wehrmac…z/Heer/Truppenstaerke.htm


    Dabei ist zu beachten, dass die Zahlen im wesentlichen auf den Kriegsbeginn zutreffen.
    Gegen Ende wurden dann die Soll-Personalstärken immer mehr gekürzt.


    Beste Grüsse,


    Uwe

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    Seltsam, die Infanterie ! Sie fährt nicht, sie reitet nicht und unser himmlischer Vater bewegt sie doch...

  • Hallo A.M.,


    besten Dank für Deine detaillierten und aufschlußreichen Ausführungen zur Frage der Soll-Gliederung einer Inf.Div. 44 (die Zahl soll wohl das Jahr 1944 bedeuten ?!).


    Ehrlich gesagt, wusste ich zunächst nichts mit der Abkürzung "le. FH" anzufangen. Dank Google für alle "Greenhörner" in diesem Punkt: "le. FH" = leichte Feldhaubitzen und "s.F.H." = schwere Feldhaubitzen.


    Als Nebeneffekt fand ich sehr interessante Links zur (theoretischen) Ausstattung einer Batterie mit leichten und schweren FH z.B. vom Stand 01.05.1944. Die Übersichten sind dazu noch optisch recht gut aufbereitet und enthalten neben den Angaben zur Personenstärke auch die Anzahl an Reitpferden, leichten und schweren Zugpferden, an Pistolen, MPi, Fahrzeugen, Fahrrädern usw. Für mich zugegebenermaßen sehr lehrreich und förderlich für die Vorstellung der Situation...


    Stand 01.03.1944: http://www.wwiidaybyday.com/kstn/kstn4331mar44.htm
    Stand 01.05.1944: http://www.wwiidaybyday.com/kstn/kstn433n1mai44.htm


    Die Darstellungen sehen für mich sehr korrekt aus, die Spezialisten unter Euch werden wissen, ob das alles so stimmt, vgl. auch die Übersicht in der Anlage vom Stand 1. Mai 1944.


    Bleibt am Ende die Frage, wie war die Realität im Juli 1944 in Wilna. Da hoffe ich auf die von Joseph gennanten Kriegstagebücher der Heeresgruppen.


    Viele Grüße
    Wulf

  • Hallo,


    in einer Anlage zum KTB der Heeresgruppe Mitte findet sich unter dem
    Datum 6.7.1944 folgende Notiz:


    Verteilung der Kampfmarschbatle.:
    Einheit: KMB 1039
    an wen. 3.PzArmee
    Ausladebahnhof: Wilna
    Bemerkungen: trifft 6.7.1944 ein


    Einheit: KMB 1041
    an wen: 3.PzArmee
    Ausladebahnhof: Wilna
    Bemerkungen: trifft voraussichtlich 8.7.1944 ein.


    Soweit anhand meiner Unterlagen feststellbar, gelangten diese beide
    Bataillone nicht mehr nach Wilna. Vermutlich wurden sie in andere
    Verbände außerhalb des Kessels eingegliedert. Weiß jemand etwas
    darüber ?


    Scheinflugplatz

  • Hallo Forum,


    nach einem arbeitsreichen aber auch interessanten "Einsatz" in Vilnius melde ich mich hiermit wieder zurück (man verzeihe mir die leicht militarisierte Sprache!).


    Unsere Gruppe hat einige interessante Informationen erhalten, welche ich hier sukzessive einfließen lassen möchte.


    Zu Beginn habe ich in der Anlage zwei Fotos beigefügt, welche in Vilnius ziemlich genau am gleichen Ort aufgenommen wurden (Einmündung der Subaciaus gatve in die Ausros Vartu gatve - einmal wohl am 13.07.1944 und dann im Juli 2011. Das Eckgebäude wurde abgerissen und so eine Freifläche geschaffen.


    Nun meine naive Frage - besonders an unsere russischen Mitstreiter: Wer sind die 4 russ. Kavalleristen, die an dem brennenden Eckgebäude vorbeireiten? Es wäre schön, wenn man das Schicksal dieser Personen aufklären könnte.


    Die Person auf dem Foto des Jahres 2011 ist bereits identifiziert!


    Schöne Grüße


    Joseph


    P. S.: Ich kann eine Reise nach Vilnius nur empfehlen - es ist eine der
    schönsten europäischen Städte!

  • Hallo,


    das Problem der Verifizierung von Zahlen besteht auch bei den Angaben zur Zahl der Überlebenden von Wilna.


    Angeblich wurden Stahel und Tolsdorff dafür ausgezeichnet, dass "sie" ca. 3000 Soldaten aus dem Wilna-Kessel gerettet hätten.
    Dann wiederum liest man von Verlusten während der beiden (?) Flussübergänge in der Größenordnung von 80%. Dieses würde ja dann wohl bedeuten, dass ca. 15000 Soldaten am Ausbruchsversuch beteiligt gewesen sein müssen - was wiederum überhaupt nicht mit den Angaben zur Gesamtstärke der deutschen Truppen in Wilna zu Beginn der Einschließung korrelliert. Außerdem sind ja noch große Teile der Besatzung (aus dem Bereich des Lukishki-Gefängnisses) gefangengenommen worden.


    Wie kann man da weiterkommen?


    Es muss doch irgenwo verifizierbar festgehalten worden sein, von welcher Einheit wieviele Personen zurückgekehrt sind - so meine naive Vorstellung.
    Und möglicherweise werden doch auch die Angaben der "Helden" Stahel und Tolsdorff bez. der Zahl der "von ihnen" Geretteten überprüft worden sein, bevor man ihnen ein weiteres Stück Blech um den Hals gehängt hat.


    Wer kennt sich aus mit der Bürokratie der Wehrmacht - insbesondere im Falle von Verlustmeldungen?


    Gruß,


    Joseph

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  • Hallo Wulf,


    das KTB der HG Nord (ab ca. Anfang 1944), aus dem ich Dir den Extrakt für das AR 240 zugesandt hatte, war "hier im Hause" - ich hatte leider diese nahe gelegene Quelle vergessen:


    Thema "Kriegstagebücher" von Augustdieter!


    Dort ist auch dargestellt, wie die 170.ID in div. Schritten an die Heeresgruppe Mitte abgegeben wurde - der letzte Verband wurde am 09.07.1944 "ausgeschieden", wie es im Militärjargon heißt.
    Das war also eindeutig nach dem Schließen des Wilna-Kessels durch die Rote Armee und die AK, sodass diese Einheiten wohl nicht mehr Wilna erreicht haben.


    Vielleicht kann man ja auch noch die KTB der HG Mitte für diesen Zeitraum auswerten - so man sie denn hätte ... .


    Vielleicht hat ja Karolis aus Vilnius etwas aus den USA erhalten!?



    Gruß,


    Joseph

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  • Hallo,


    in der Anlage habe ich eine neue Karte aus sowj. Beständen (http://de.wikipedia.org/wiki/B…833x9/Operation_Bagration) beigefügt.
    Sie zeigt, dass es angeblich am 13.07.1944 zwei Kessel in der Stadt gegeben hat. Zwischen beiden liegt ein eigenartiger langer und sehr schmaler Schlauch (höchstens ein Straßenzug), der eigentlich jeden Militär (und auch Laien) dazu auffordert durchtrennt zu werden. Eine derartige Situation kann im Grunde nicht bestanden haben. Außerdem wird hier angezeigt, dass die immer wieder (in deutschen Quellen) angegebene Fluchtroute mit Neris-Durchquerung im Bereich Vingio-Park oder in Richtung Südwesten (entlang Savanoriu Prospektas) so nicht stimmen kann, da hierbei in der Nacht mit ca. 3000 Soldaten von den Sowjets bereits besetztes Gebiet (kampflos?) im Stadtbereich (!!!) hätte durchquert werden müssen!? Hierzu gibt es in den wenigen verfügbaren Aufzeichnungen keinen Hinweis.


    Auch die russ. Angaben zur Zahl der Gefallenen und der Gefangenen nach Kapitulation des Ostkessels stimmen nicht mit deutschen überein.
    In der o. a. Quelle wird gemutmaßt, dass die sowj. Seite mit diesen überhöhten Angaben ihr Versagen bei der Verhinderung des Kesselausbruchs kaschieren wollte ... .


    Und nicht zuletzt wird hier auch die Teilnahme der AK komplett verschwiegen.


    Bei Interesse werde ich gerne meine Impressionen zu meinem Vilnius-Besuch in diesem "Sommer" hier einstellen.


    Gruß


    Joseph

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  • Hallo alle zusammen, schöne Grüße aus Suwalki.
    Wir sind hier von polnischen Heimatforschern eingeladen worden.
    Leider weiß ich nicht, ob das Thema Wilna schon beendet ist. Hier in Suwalki wäre man an dieser Geschichte ebenfalls interessiert, da es noch einige Veteranen hier gibt, die zu diesen Thema noch berichten könnten. Sie wären auch bereit, ein Treffen zu organisieren.
    Falls Interesse besteht, könnt ihr die Kontaktadresse von mir erhalten.
    Gruß Hagen

  • Hallo Hagen,


    schön wieder einmal etwas von Dir zu lesen. Du bist ja schon wieder (oder immer noch?) auf Achse.


    Wir haben während unserer Sommertour nach Vilnius auch Suwalki passiert - das alte Lazarettgebäude steht dort noch, aus dem mein Onkel zu seinem letzten Einsatz zunächst nach Narva entlassen wurde. Dieser führte ihn dann schließlich nach Überstellung seiner Division an die HG Mitte nach Vilnius ... .


    Das hört sich ja sehr interessant an, was Du dort auf die Beine gestellt hast. Dieser Kontakt zu den Veteranen (der AK?) würde mich schon sehr interessieren!


    Auch ein Treffen wäre ggf. denkbar - gerne auch in Suwalki.


    Ich denke, dass das Wilna-Projekt bei weitem noch nicht erledigt ist. Ich musste auf Grund persönlicher Angelegenheiten in den letzten beiden Monaten kürzer treten - aber bald werde ich wohl wieder "am Ball" sein!
    Und dann kann man ggf. auch die anderen Mitstreiter wieder "belästigen".


    In der Zwischenzeit habe ich zwar kaum etwas Neues entdecken können, aber manchmal findet man ja doch noch "ein Korn". So auch bei Ebay-Recherchen, als ein Foto aus einem Nachlass angeboten wurde. Es zeigte einen deutschen Panzer V (s. Anlage!) , der sich angeblich auf dem Bahndamm von Kaunas Richtung Vilnius bewegt haben soll. Es geht hier wohl um den Vorstoß der 6. Pz-Div. Richtung KG Tolsdorff zwecks Rückführung der aus Vilnius ausgebrochenen Truppenreste.


    Weiterhin habe ich Auszüge aus dem Kriegstagebuch dieser Division erhalten, welche sich auf diesen Einsatz beziehen.


    Es gibt also noch Hoffnung, weitere Materialien zu finden - das o. a. habe ich eher en passant erhalten.


    Serdeczne pozdrowienia für Dich in Suwalki und für Deine Kontakte!


    Joseph

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