Suche nach FPN 03999

  • Hallo an Alle,


    mein Großvater König fuhr - nach Angaben der Todesnachricht - am 04.12.1943 in Bobruisk/Osipowitschi auf eine Mine und starb den Angaben zufolge am 18.12. dort. Er wurde in Osipowitschi am 21.12. beigesetzt. Die Feldpostnummer lautet 03999, zu der ich im Internet leider keinerlei Angaben finde.


    Unterschrieben ist das Kondolenzschreiben von einem Hauptmann/stellv. Kommandant "Prell" (o. ä., da sehr schlecht zu entziffern).


    Ich wäre für Hinweise sehr dankbar, da mein Vater seinen Vater nie kennengelernt hat.

  • Hallo,hier das was ich dazu habe:


    03999


    (Mobilmachung-1.1.1940) Zerstörer (7. Zerstörer-Division), u. gestrichen,


    (28.4.1940-14.9.1940) Frontstalag 142,


    (27.1.1942-14.7.1942) Dulag 142,


    (24.3.1944-6.11.1944) 22.9.1944 Armee-Gefangenen-Sammelstelle 38.


    mehr kann ich dazu nicht beisteuern,werden sich sicher noch einige Spezis melden.


    Gruß Sascha

  • Danke Sascha für die schnelle Antwort!


    Aber genau die Zeit, um die es geht fehlt :-( Ich hoffe sehr, noch mehr zu erfahren!


    LG,
    Frank

  • Hallo Dieter,


    danke für die Info! Vornamen habe ich gerade gesendet (Frank) - sorry - bin halt wirlich neu hier....


    hm - das hier würde in die Zeit (ungefähr) passen:
    Auf Vermittlung des RSHA wurden am 30. Mai 1942 960 jdische Mnner, die tags zuvor teils auf einen Aufruf hin erschienen, teils bei Razzien im Ghetto festgenommen worden waren, nach Bobruisk abtransportiert. Am 28. Juli erreichte ein weiterer Zug mit Warschauer Juden Bobruisk; ein Teil der Juden wurde nach Smolensk geleitet. In Bobruisk hatten die Juden auch Arbeiten fr die Wehrmacht zu erledigen. Die Rckfhrung nach Lublin im September 1943 erlebten von den rund 1500 Deportierten nur 91 Mnner, whrend alle anderen den stndigen Selektionen, der Arbeit, dem Hunger und der furchtbaren Behandlung zum Opfer gefallen waren. Darber hinaus gab er mglicherweise einen oder mehrere Transporte, deren Insassen sofort bei der Ankunft erschossen wurden. Darunter war mglicherweise mindestens ein Transport mit deutschen Juden. In diesem Zusammenhang sind einige Aussagen, nach denen 1942/43 grere Judenerschieungen in oder bei Bobruisk bis zu einem Umfang von 12 000 bis 15 000 Opfern stattfanden, von Interesse, die hier aber letztlich nicht verifiziert werden knnen. Dies zeigt, wie sehr die Vorgnge heute noch vor uns verborgen sind.


    Liebe Grüße,
    Frank


    Beiträge zusammengefügt...Huba

  • Hallo Frank,


    dann dürfte es sich bei dieser Person aus der Online-Datenbank des Volksbund um deinen Großvater handeln.


    Zum Gedenken


    I3858613
    Nachname: König
    Vorname: Karl
    Dienstgrad: Stabszahlmeister
    Geburtsdatum: 20.09.1901
    Geburtsort: Berlin-Steglitz
    Todes-/Vermisstendatum: 18.12.1943
    Todes-/Vermisstenort: Feldlaz. 668 Ossipowitschi

    Karl König wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt oder konnte im Rahmen unserer Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden. Nach den uns vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort:

    Osipowitschi - Belarus

    Der Volksbund ist bemüht, auf der Grundlage von Kriegsgräberabkommen die Gräber der deutschen Soldaten zu finden und ihnen auf Dauer gesicherte Ruhestätten zu geben. Wir hoffen, in nicht allzu ferner Zukunft auch das Grab Ihres Angehörigen zu finden und seine Gebeine auf einen Soldatenfriedhof überführen zu können.

    Schönen Gruß
    Peter

  • Peter!


    Mir haut es gerade die Füße um - und ich weine!


    Vielen Dank!


    Weißt Du mehr?


    Frank

  • Quote

    Weißt Du mehr?


    Hallo Frank,


    deine Frage muss ich leider mit einem klaren "nein" beantworten.


    Du solltest dich aber einmal mit dem Volksbund (klick) in Kassel in Verbindung setzen und nachfragen, ob dort die genaue Grablage bekannt ist. Ich gehe einmal davon aus, dass die Grablage seinerzeit der WASt gemeldet wurde und jetzt dem VDK vorliegt.


    Bei einer Anfrage solltest du das Aktenzeichen I3858613 sofort mit angeben.


    Weiterhin könntest du eine Anfrage an die Deutsche Dienststelle/WASt (klick) richten. Insbesondere dürfte dich dabei der militärische Werdegang etc. interessieren.


    Was du dort alles erfragen solltest, findest du in diesen Musterschreiben (klick)


    Edit:
    Hier noch eine Karte (allerdings Frontlage Mitte 1944) mit dem Ort Ossopowitschi.

    Files

    Schönen Gruß
    Peter

    Edited once, last by Peter-K ().

  • Ich muss mich nochmal ganz herzlich bedanken! Ich habe heute mit meinem Vater gesprochen - er ist völlig aus dem Häuschen! Jetzt leite ich weitere Schritte beim Volksbund, DRK, etc.... ein.


    Viele Grüße an alle,
    Frank

  • Quote

    Original von Augustdieter
    . . . Dulag 142 (Kriegsgefangenen Durchgangslager) 142
    . . .


    Hallo zusammen,


    "Durchgangslager" würde auch genau mit der Dienststellung des Unterschreibenden "Stellvertretender Kommandant" zusammen passen, denn nur Einrichtungen der Wehrmacht (also auch "Lager") hatten "Kommandanten", Truppenteile (Verbände) hatten "Kommandeure" !


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo Rudolf,


    das war mir nicht bewußt! Vielen Dank für die Information. Ich denke aber, dass es sich bei dem "Dulag" meines Großvaters eher um das Lager 131 handeln müßte, denn das war in Bobruisk. Das 142er in Briansk. Zumindest, was ich online bisher herausgefunden habe. Leider gibt es über 142 viel mehr Informationen als über 131.... Überhaupt ist der Zeitraum 1943 recht karg an Informationen - zumindest, was Bobruisk betrifft. Ich kann mir immer noch keinen richtigen Reim daruf machen. Größere Kämpfe fanden ja wohl erst später statt?

  • Hallo Frank,


    ich hatte mich bisher an dieser Suche nicht beteiligt, dashalb kann ich in der Sache selbst nichts dazu beitragen. Aber bestimmte Dinge sind trotzdem klar (wie die Sache mit dem "Kommandanten"): "Tod durch einen Minentreffer" ist nicht unbedingt an Kampfhandlungen gebunden. Gerade etwas hinter der Front war das ein typisches Mittel der Partisanen, um den deutschen Versorgungsverkehr empfindlich zu stören.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo Frank,


    laut dem Datenbankeintrag beim Volksbund war dein Großvater Stabszahlmeister, also Wehrmachtsbeamter im Rang eines Hauptmann. In dieser Funktion unterstanden ihm in der Regel mehrere Zahlmeister/Oberzahlmeister. Er dürfte somit nicht nur für ein bestimmtes Lager sondern für eine bestimmte Region zuständig gewesen sein.


    Personalunterlagen der Offiziere befinden sich im Bundesarchiv/Militärarchiv (klick) in Freiburg.


    Dort solltest du daher auch einmal anfragen und Kopien anfordern. In Freiburg befinden sich auch die Verleihungsunterlagen über Orden und Ehrenzeichen.

    Schönen Gruß
    Peter

  • Danke Peter!


    Mein Vater kommt heute vorbei und holt sich meine Rechercheergebnisse ab. Mir ist es leider immer noch nicht gelungen, der FPN 03999 eine Einheit zuzuordnen. Darüber ist wirklich kaum was zu finden.


    Habe aber jetzt mal an die von Euch vorgeschlagenen Stellen Anfragen verschickt.


    Viele Grüße und einen schönen Sonntag!
    Frank

  • Hallo Ritter,


    Quote

    Mir ist es leider immer noch nicht gelungen, der FPN 03999 eine Einheit zuzuordnen.


    das Dulag 142 ist die Einheit. Dein Großvater war Stabszahlmeister des
    Dulag 142

    Gruss Dieter

  • Hallo Dieter,


    vielen Dank! Ich war immer noch verwirrt, dass mein Großbater in Bobruisk umgekommen ist - das wäre ja Dulag 131. Aber da er ja, wie ich gelernt habe, für eine ganze Region tätig war, kommt Briansk natürlich auch in Betracht. Ist ja nicht weit weg.


    Unter Dulag 142 finde ich allerdings auch nicht viel treffendes. Aber ich habe herausgefunden, dass die Kriegsgräber in Bobruisk gerade neu gemacht werden, vom Volksbund. http://www.volksbund.de/kgs/stadt.asp?stadt=7562&st=1


    Mein Vater war gerade hier und hat sich die Unterlagen abgeholt. Er hat noch Tagebücher zuhause. Die bekomme ich nächste Woche.


    Bin sehr gespannt!


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    Habe noch Hinweise erhalten, dass "999" mit Strafeinheiten zu tun hat? Kann Das jemand bestätigen?

  • Quote

    Habe noch Hinweise erhalten, dass "999" mit Strafeinheiten zu tun hat? Kann Das jemand bestätigen?


    Hallo Frank,


    da schließe ich mich mal Dieter an und frage mich ernsthaft, wie du jetzt vom Dulag 142 auf die Bewährungseinheiten kommst?


    Wenn es darum gehen sollte, dass die "..999" in der FPN vorkommt, dann kann ich dir sagen, dass die damit überhaupt nichts zu tun hat.

    Schönen Gruß
    Peter

  • Ja - das hat mich verwirrt. Aber ich habe nicht gewußt, dass die "999" in der FPN nichts zu sagen hat.


    Ich war ja nichtmal beim Bund.


    Um Doppelarbeit zu vermeiden, möchte ich noch sagen, dass ich das gleiche Gesuch wie hier auch bei Vermisstenforum eingestellt habe. Das hat gestern für etwas Verwirrung gesorgt. Bin aber dort unter dem gleichen Namen mit der gleichen Suche nach FPN 03999.


    Vielen Dank für die zahlreichen Hinweise!


    Frank Lendzion