• Hallo zusammen,


    bin bei Recherchen in Finnland über zwei Fotos "gestolpert", die jetzt bei mir
    einige Fragen offen lassen.
    Laut einer Heeresmitteilung (Nr 1128) vom 18.11.41 wurde die Anwendung
    für "Schneetarnung" an Fahrzeugen,die in Norwegen, Finnland und Russland
    stationiert waren "geregelt". (Weiße Paste,Kalk usw. auf dem grauen Basislack).
    Wie verhielt es sich aber mit der "einheitlichen" Tarnung der deutschen
    Soldaten? (Die Finnen hatten Schneeanzüge ohne Muster).
    Ist dieses "Tarnmuster" auf den Bildern "wirksam"?
    Es sind doch offensichtlich "Tischdecken" oder "Gardinen".
    MFG
    Michael

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  • Hallo,


    Es wurden verschiedene Schneetarnbekleidungen während des Krieges nach und nach eingeführt, z.Bsp Schneehemden, Schneeanzug einteilig und zweiteilig und Schneetarnungsüberzug.
    Zu Bild 2: Ich finde die Tischdecke oder Gardine sehr wirkungsvoll als Schneetarnug, es verwischt sehr gut die Konturen.
    Wahrscheinlich entstanden die Bilder vor oder während der Einführung der Schneetarnanzüge. Ist aber nur eine Vermutung.


    Gruß
    Björn

  • Ich habe mal eine Wendetarnjacke vom Großvater meiner Freundin besessen.
    Wattierte Jacke mit Kapuze und diversen Taschen, eine Seite Weiß, die andere Seite mit 2 oder 3 Farben in Braun und Grüntönen. Einheit war PGR 394.


    Gruss Micha

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  • Hallo Odin 5050,


    es war wohl wie bei allen Armeen der Welt.
    Befohlen ist schnell, bis jedoch der letzte Landser sein Schneehemd hat, ist Sommer.
    Also behilft man sich "privat" und "organisiert" sich sein Tarnhemd.
    Mein Großvater hat mir mal erzählt, dass er sich einen ganzen russischen Winter lang mit allem möglichen Zeugs die Uniform ausgestopft hat, um bei -35° nicht zu erfrieren.
    Im Mai, als es in der Steppe schon wieder an die 25° ging, kam ein kompletter Güterzug mit Wollsachen, Schals, Skiern und Filzstiefeln.
    Das meiste wurde nach dem Ausladen sofort verbrannt, weil die einzige Lagermöglichkeit auf dem Rücken der Soldaten gewesen wäre.

    ... in diesem Sinne
    Grüße, Michael

  • Hallo Odin,


    Bild 1 entstand nach Versenkung der deutschen Zerstörer vor Narvik, als die überlebenden Marineangehörigen zusammen mit den Gebirgsjägern um die Stadt gekämpft haben.
    Da die Matrosen kaum auf Landkampf eingerichtet waren, haben sie alle Möglichkeiten genutzt, um sich ebenfalls tarnen zu können.
    Quelle: Z 13 von Kiel bis Narvik, Kriegserleben einer Zerstörerbesatzung, von KptLt. (Ing) August Wilhelm Heye, Verlag Mittler und Sohn, Berlin 1941


    Mit freundlichem Gruss
    Achim

    In Memoriam: Richard Möller *06.06.1907 MIA 16.01.1945 und Wolfgang Möller *04.02.1936 +11.05.2012

  • Hallo zusammen,


    danke für eure aufschlußreichen Antworten.


    MFG
    Michael

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  • Hallo zusammen,
    habe hier eine interessante Seite gefunden,die das Muster der Tarnung
    in verschiedenen Umgebungssituationen darstellt.
    (möchte gerne die eventuelle "Falschtarnung" der zwei Bilder ausschliessen)
    Eure Meinung dazu würde mich sehr interessieren.


    Tarnmuster-ganz nach unten scrollen-WH Schnee


    http://www.camotest.de/gallery/index.php


    MFG
    Michael


    rkwmoeller
    aus dieser Zeit entstand der Begriff "Gebirgsmarine"?

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  • Das erste Muster wird sehr gut getarnt haben bis auf eine Entfernung von 100m. Das zweite Muster wird nicht funktioniert haben.
    Weil die Kreisformen eine Schattenbildung im Auge erzeugen

  • Hallo Elbpirat,
    ich glaube auch das das zweite Muster nicht funktioniert hat.
    (Auf weiter Entfernung wurde es bestimmt zum schwarzen Fleck,weil die
    "Anordnung der Blumen"zu gleichmäßig angeordnet waren).
    Die Konturen wurden tatsächlich, wie Björn richtig erkannt hat, verwischt.
    Bei Schneeweißer Tarnung ,glaube ich, das der Soldat zu 90% nicht
    erkennbar gewesen wäre.


    MFG
    Michael

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  • Hallo zusammen,


    hier geht es wohl um Wintertarnung:


    Im Rußlandwinter 41/ 42 und sicher auch danach hat der deutsche ( rumänische/tschechische/italienische/finnische/bulgarische) Soldat aus der Notlage heraus alle weiße Wäsche zur Tarnung verwendet, da in den Anfangsjahren des Rußlandfeldzuges nie genügend und nie rechtzeitig entsprechende Wintertarnanzüge vorhanden waren. Erst in den späteren Kriegsjahren änderte sich dies.
    Das galt auch für die Winterstiefel aus Filz. Im Winter warm, im Frühjahr vollgesaugt mit Wasser. Die anfänglichen Winterkampfanzüge der Wehrmacht, besonders gut gemeint mit watteähnlichem Material gefüttert, haben sich für die Wanzen und Flöhe, als auch als Wasserschwamm bewährt. Später wurde wohl anderes Material verwendet.


    Gruß Karl

  • Hallo zusammen,


    Alpine Tarnung (Vollweiß) funktioniert aber auch nur bei geschlossener Schneedecke. Bauten die nicht bedeckt sind, geben schon wieder einen dunkleren Hintergrund, sodaß der Soldat sich davor klar abhebt.


    Daher ist die Bundeswehr ja auch auf ihre Schneetarnmuster gekommen.
    Zum einen weil im Mitteleuropäischen Raum eine geschlossene Schneedecke so gut wie nie vorkommt.
    Zum zweiten, ist der mitteleuropäische Raum stark bebaut und bewaldet, daher entschied man sich schon recht früh für braune unregelmäßige Flecken auf der weißen Kleidung.
    Aber man hat auch weitergedacht und die Schneetarnanzüge als Wendeanzüge konzipiert. So sind sie auch im alpinen Gebieten nutzbar.


    Die Wehrmacht, hatte eben nicht mit einer so langen Ausdehnung des Russlandfeldzuges, und schon garnicht mit dem strengen Winter 41/42 gerechnet. Schlimm für die Soldaten, aber gut um die Ausrüstungslücken aufzuzeigen.
    Grundsätzlich war ja die Wehrmacht und auch andere Stellen sehr weit in der Entwicklung von Tarnmustern. Muss man ja auch mal festhalten.


    Gruß
    Elbpirat

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  • Hallo,


    auch der Wintertarnanzug der Wehrmacht war zum Wenden.
    Da gab es die verschiedensten Ausführungen. Z. B. die Windjacke, außen grau, innen weiß oder Heerestarnmuster innen braun gefleckt und außen grüngefleckt usw.


    Gruß Karl .