FPN 33007 und 59911 B

  • Hallo,


    beim Nachlass meiner Oma fand ich Feldpostbriefe meines Opas aus der Zeit von Oktober 1944 bis Januar 1945 mit den Nummern 33007 und 59911 B.


    Da bisher nicht herausgefunden werden konnte, wo mein Opa wohl gefallen ist, würde mich interessieren wo die Standorte waren.


    Würde mich über eure Hilfe hierzu freuen, da es meiner Tante auch sehr am Herzen liegt, zu wissen wo ihr Vater war.


    Grüße,
    keseke

  • Hallo Keseke,


    zunächst einmal Willkommen hier im Forum.


    Bei der FPN 33007 braucht man ein genaues Datum. Es kann sich um eine dieser Einheiten handeln:


    (8.9.1942-11.3.1943) Stab, 1.-4. Kompanie u. Genesenden-Kompanie Reserve-Grenadier-Bataillon 110
    (25.11.1944-Kriegsende) 26.3.1945 Stab I u. 1.-4. Kompanie Grenadier-Regiment 664


    Die in Klammern gesetzten Daten bezeichnen den Vergabezeitraum und nicht die Dauer der Gültigkeit.


    Die FPN 59911 B gehörte zu dieser Einheit:


    1. Kompanie Feldersatz-Bataillon 17


    Hier (klick) etwas zu der Einheit.


    Wenn wir dir noch einige Tipps für die Suche nach deinem Opa geben sollen, dann musst du uns zunächst einmal alle bekannten Daten mitteilen.

    Schönen Gruß
    Peter

  • Hallo Peter,


    erstmal vielen Dank für die schnelle Hilfe.


    Bei der FPN 33007 sind die Briefe aus dem Zeitraum 20.10.1944 - 03.11.1944, bei 59911 B vom 16.11.1944 - 09.01.1945.


    Mein Opa hieß Adolf Seemann, geboren am 13.07.1907 in Klein Nordende.


    Auch die wohl sehr intensiven Bemühungen Anfang der 50er meine Oma etwas herauszubekommen halfen nichts, so dass sie ihn schließlich für tot erklären musste.


    Meinem Vater ist nur bekannt, dass mein Opa im Sommer ´44 nach Lübeck gekommen ist und von dort dann sehr schnell weiter gesandt wurde, wo er dann vermutlich im Januar umgekommen ist. Was ja auch passen würde, da die Einheit im Januar vernichtet wurde.


    Habe eben in einem Brief vom 16.11.1944 (FPN 59911 B) gelesen, dass er jetzt am Ort angekommen ist.


    Gruß,
    keseke

    Edited once, last by keseke ().

  • Hallo Keseke,


    nach dem genannten Datum des FPB Nr. 33007 befand sich dein Opa in der Stab, 1.-4. Kompanie u. Genesenden-Kompanie Reserve-Grenadier-Bataillon 110 und wurde dann zur 1. Kompanie Feldersatz-Bataillon 17 versetzt.


    In der Online-Datei des Volksbund ist er wie folgt verzeichnet:


    F4501885
    Nachname: Seemann
    Vorname: Adolf
    Dienstgrad:
    Geburtsdatum: 13.07.1907
    Geburtsort:
    Todes-/Vermisstendatum: 01.01.1945
    Todes-/Vermisstenort: Radom / Zwolen

    Nach den uns vorliegenden Informationen ist die o. g. Person seit 01.01.1945 vermißt.

    Beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes wurde bereits zu einem früheren Zeitpunkt ein Suchantrag nach dem Verschollenen gestellt, der auch nach wie vor gültig ist und verfolgt wird. Dessen ungeachtet sollten Sie aber mit der Einrichtung in München in Verbindung treten. Vielleicht konnte im Zuge der laufenden Auswertung von Unterlagen aus den verschiedensten Archiven der ehemaligen Sowjetunion oder der Länder des Ostblockes das Schicksal des Verschollenen bereits aufgeklärt, die Information aber aufgrund einer fehlenden aktuellen Anschrift noch nicht weitergegeben werden. Der Suchdienst wird Ihre Anfrage schnell bearbeiten und Sie auf dem Postweg über den aktuellen Sachstand informieren.


    Du solltest zunächst einmal aktuelle Anfragen bei der Deutschen Dienststelle/WASt (klick) und dem DRK-Suchdienst (klick) stellen.


    Auch eine neue Anfrage beim Volksbund (klick) wäre angebracht.


    Entsprechende Musterschreiben für die Anfragen findest du hier.


    Noch ein kleiner Tipp: Wenn deine Oma noch lebt, dann solltest du diese als Absender angeben und in ihrem Namen anfragen. Es könnte die allgemein langen Bearbeitungszeiten evtl. verkürzen. ;)

    Schönen Gruß
    Peter

  • Hallo Peter,


    vielen Dank für die Tipps. Werde mich jetzt mal weiter dort auf die Suche nach meinem Opa machen.


    Vielleicht habe ich ja Glück und es wird irgendetwas gefunden.


    Danke nochmals :]


    Gruß,
    keseke

  • Hallo Keseke,


    die Einheit deines Opa´s befand sich mit der 17. Infanterie-Division im Januar 1945 an dem ca. 25 km breiten und ca. 10 km tiefen Pulawy-Brückenkopf an der Weichsel.


    Dazu ein kleiner Buchtipp:
    Heinz Magenheimer: "Die Abwehrschlacht an der Weichsel 1945"
    Verlag Rombach & Co, Freiburg 1976


    Die musst jetzt nicht auf die Suche gehen, um dieses Buch zu kaufen. Versuche erst einmal, dieses Buch über die Fernleihe einer öffentlichen Bücherei/Bibliothek auszuleihen.


    Einen groben Überblick über die Lage mit Kartenmaterial findest du hier (klick).

    Schönen Gruß
    Peter

  • Hallo,


    ich habe nochmal eine Frage bezüglich der Feldpostnummer 33007 b.


    In den Briefen, die ich mittlerweile übersetzt habe, erscheinen für mich einige Unstimmigkeiten. Bin ja ein Amateur in diesen ganzen zeitlichen Abläufen und Zuordnungen.


    Wenn ich mir die Zeiten für das Stab, 1.-4. Kompanie u. Genesenden-Kompanie Reserve-Grenadier-Bataillon 110 anschaue passt das nicht so zu den Briefen.


    Laut Aussage meiner Oma ist mein Opa im Sommer 44 nach Lübeck zur Ausbildung gekommen. Von dort hat er dann auch am 22.10.44 auf jeden Fall geschrieben. Dort hat sie in auch besucht. Im Brief vom 3.11.44 schreibt er, dass er noch bis 15.1.45 dort bleiben wird. Immer noch Feldpostnummer 33007 B.


    Mit Brief vom 16.11.44 schreibt er dann, dass er an Ort und Stelle ist. Hier teilt er die neue FPN 5911 B mit, also hat er seine Grundausbildung wohl nicht in Lübeck zu Ende gebracht und ist vorher versetzt worden.


    Kann es sein, dass die FPN 33007 B in der Zeit von Sommer 44 - November 44 (Neuaufstellung des Bataillons in der Slowakei) einem anderen Gebiet zugeordnet war.


    Bin da echt etwas verwirrt.


    Gruß,
    keseke

  • Hallo Keseke,


    die FPN 33007 wurde in der Zeit vom 8.9.1942-11.3.1943 an die Einheit "Stab, 1.-4. Kompanie u. Genesenden-Kompanie Reserve-Grenadier-Bataillon 110" vergeben und war meines Wissens auch bis zur Neuvergabe (25.11.44 - Stab I u. 1.-4. Kompanie Grenadier-Regiment 664) für die Einheit gültig.

    Schönen Gruß
    Peter

  • Hallo Peter,


    ist schon komisch, da es mit den Briefinhalten nicht zusammenpasst. Werde auf die Antwort der WAST warten, vielleicht klärt sich dann ja einiges auf.


    Danke :]


    Gruß,
    keseke

  • Quote

    ...ist schon komisch, da es mit den Briefinhalten nicht zusammenpasst.


    Hallo Keseke,


    es könnte hilfreich sein, diese Briefe einmal als Scan hier zur Verfügung zu stellen oder wörtlich abzuschreiben.


    Vielleicht kann man aus den Briefen noch etwas erkennen, dem du evtl. keine Bedeutung beimisst. ;)

    Schönen Gruß
    Peter

  • Hallo,


    das kann ich gerne tun. Hier der erste vom 20.10.1944, worin er schreibt, dass er in Lübeck bleibt und vom 22.10. mit der Angabe der Kaserne.


    Gruß,
    keseke

  • Quote

    Original von keseke
    Mein Opa hieß Adolf Seemann, geboren am 13.07.1907 in Klein Nordende.


    Hallo keseke,


    Peter hat Dir ja schon alle hilfreichen Tipps zur Suche gegeben. Für den Fall, das es noch nicht bekannt ist, Adolf Seemann ist anscheinend auf dem Ehrenmal in Haselau/Landkreis Pinneberg als vermisst verzeichnet:


    http://www.denkmalprojekt.org/…land/haselau_wk1u2_sh.htm


    Liegen Dir noch weitere Dokumente aus der Familie wie z.B. eine Geburtsurkunde, Abschriften aus Kirchenbucheinträgen oder ähnliches vor?


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo,


    habe gerade gesehen, dass die Dateien mit den Originalbriefen nix geworden sind. Hier also die Briefe in lesbarer Form.


    Dass mein Opa in Haselau auf dem Stein steht ist mir bekannt. Wegen der Urkunden müsste ich meine Tante mal fragen. Sie hat die ganzen Unterlagen von meiner Oma. Bei der Kirche habe ich noch nicht nachgefragt.


    Gruß,
    keseke

  • Hallo,
    im Tessin habe ich unter Abschnittskommando (Division) (Oberst) Boehm folgendes gefunden:
    Im September 1944 aus Sammeleinheiten des Westheeres und Resten von Ersatztruppen (darunter auch das im August schwer dezimierte GrenResBtl 110) gebildet.
    (Zitat) "Im September bei Saarbrücken im Westwall eingesetzt, dann aufgerieben und verteilt (nicht in der FPÜ)." (Zitatende)
    Es scheint also so zu sein, daß die Reste des Btl nach Lübeck ("verteilt") gekommen sind und ihre FPN 33007 behalten haben. Dies widerspricht sich auch nicht unbedingt mit der Angabe der Oma "im Sommer nach Lübeck zur Ausbildung".
    Die geplante Neuaufstellung ab dem 23.November 1944 in der Slowakei hat der Gesuchte dann gar nicht mehr mitgemacht denn es verschlug ihn zuvor auf Grund der Personalnot an der Ostfront zu dieser Zeit (erwarteter sowj. Großangriff an der Weichsel) schon vorher zur 17.ID.


    Gruß Herbert

  • Hallo Herbert,


    danke für den Hinweis, das könnte dann ja doch passen. Ihr steckt da ja alle viel mehr im Thema als ich.


    Wenn man so anfängt zu suchen, kann das ganze doch ganz schön verwirrend für einen Laien wie mich sein.


    Also nochmals, Danke für eure schnelle Hilfe und Tipps.


    Gruß,
    keseke