Lager Sandbostel

  • Moin Moin
    Da das Thema Sandbostel wohl eingeschlafen ist, werde ich in Zukunft nichts mehr dazu einstellen.Schade..aufgrund der Bilder hätte ich auf mehr interesse gehofft..


    mfg stefan

  • Hallo, Stefan,


    das Thema Sandbostel ist für mich nicht eingeschlafen, dafür habe ich zu oft mit den Mitarbeitern dort zu tun.
    Das auf Deine beiden Posts niemand reagiert hat, darfst Du nicht persönlich nehmen. Sei bitte nicht verletzt.
    Wenn Du Dir den Thread anschaust, wirst Du sehen, dass ganz oft Beiträge unkommentiert blieben, vermutlich,
    da sie als kleine informative Puzzleteile gesehen werden.


    Ich danke Dir sehr für das Einstellen und Verlinken der Fotos und Kriegsgefangenenpost, auch für die Scans,
    die Du mir freundlicherweise gemailt hast.


    Meine Verwunderung darüber, dass ein polnischer Kgf in perfektem Deutsch nach Hause geschrieben hat, habe
    ich Dir gegenüber ja schon ausgedrückt. (Leider ist diese Seite der Postkarte nicht bei ebay zu sehen.)


    Es grüßt Dich Margarete

  • Moin Margarete
    dazu habe ich dir ja eine PN geschickt..
    was die Feldpostkarte betrifft..ich habe da so meine zweifel...
    gerade was die eintragung bei Lager-Bezeichnung Oflag X A betrifft!
    die beiden bleistifteintragungen glänzen im gegensatz zu den anderen eintragungen.


    mfg stefan



    anbei die scans..

  • Hallo zusammen,


    anlässlich des 71. Jahrestags der Befreiung findet am 29. April 2016
    in SANDBOSTEL eine Gedenkfeier statt.
    Die Stiftung hat inzwischen einen Großteil des Areals des ehemaligen
    Stalag X B aufkaufen können (Siehe Artikel im Anhang !).


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo in die Runde!


    Ich bin gerade zufällig auf das Thema gestoßen,
    Seit einiger Zeit verschließt der VfL Osnabrück nicht mehr die Augen vor seiner eigenen Vergangenheit. Nachdem ich in einem älteren VfL-Buch den Namen Feix Löwestein entdeckt hatte, ergaben Nachforschungen, dass dieser in Sachsenhausen, später in Neuengamme und schließlich in Sandbostel untergebracht war. Beim VfL war er zuvor Sponsor und Funktionär. In der Nacht vom 19. auf den 20 April 1945 verließen die Häftlinge vom Hunger getrieben die Baracken, nachdem sich herumgesprochen hatte, dass die Wachmannschaften geflohen waren. Ziel waren die Vorratsgebäude. In den Tumulten dieser Nacht zog sich Löwenstein eine Verletzung zu, die zu einer Blutvergiftung führte, der er am 30. April, einen Tag nach der Befreiung, aus Mangel an medizinischer Versorgung erlag. Löwenstein trug die Häftlingsnummer 68310 und wurde in einem Massengrab beigesetzt.


    Danke, für den Hinweis auf die Gedenkveranstaltung, mal schauen, ob ich an dieser einmal teilnehmen kann.
    Viele Grüße
    David

    Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind -
    besonders die, die nicht hingehen müssen.
    E.-M. Remarque

  • Hallo Rudolf,


    hin wollte ich dort sowieso einmal - in der Zeit, in der die Überlebenden weniger werden, ist allerdings auch die Gedenkveranstaltung eine ernsthafte Überlegung wert.
    Besuchen werde ich den Standort bald in jedem Fall. Größere Recherchen plane ich zwar derzeit nicht, da jüngst ein Buch von uns mit einem umfassenden Kapitel zu Löwenstein erschienen ist. Um Einblicke zu sammeln, werde ich dort allerdings auch gern einige Stunden verweilen.


    Viele Grüße
    David_OS

    Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind -
    besonders die, die nicht hingehen müssen.
    E.-M. Remarque

    Edited once, last by David_OS ().

  • Hallo, Rudolf, guten Tag, David, u.a.a.,


    u.a. finden regelmäßige Veranstaltungen statt.
    Der nächste Vortrag:


    Dienstag, 5. April 2016 - 19.00 Uhr
    "Es bestehen vier Fußballmannschaften, aber es fehlt der Fußball."
    Fußball im Kriegsgefangenenlager Sandbostel

    Ein Vortrag von Andreas EhresmannOrt: Gedenkstätte Lager Sandbostel (Seminarraum), Greftstr. 3, 27446 Sandbostel


    " ........
    Deutlich macht das vielleicht die Bildunterschrift unter einem heimlich aufgenommenen Foto eines Fußballspiels von italienischen Militärinternierten. Das Foto unterscheidet sich nicht von anderen, offiziellen Fotografien und Knipseraufnahmen von Fußballspielen im Lager. Lediglich die Bildbeschriftung des Fotografen, Vittorio Vialli, verweist auf die Situation in der gespielt wurde. Vialli schreibt, dass die italienischen Militärinternierten erst nachdem sie zusätzliche Nahrungsmittel durch das Internationale Rote Kreuz erhalten hatten, körperlich überhaupt in der Lage waren, Fußball zu spielen.


    In eine gleiche Richtung gehend beschreibt auch der ehemalige französische Kriegsgefangene Alain le Duizet, dass die französischen Fußballspieler leidenschaftlich und von vielen Zuschauern begleitet ihren Sport ausgeübt haben, obwohl die Nahrung eigentlich für solch eine Anstrengung gar nicht ausreichend war.


    Es entsteht also ein Missverhältnis zwischen Fotografien und offiziellen Berichten in der Lagerzeitung und der Realität.
    Realität war beispielsweise, dass die Kriegsgefangenen zwar Sport treiben durften, für die Anlage von Plätzen oder die Beschaffung des Sportgerätes aber selbst verantwortlich waren. Es gab keinerlei Unterstützung durch die Wehrmacht.


    Und dass Fußball stets unter den Bedingungen eines Kriegsgefangenenlagers gespielt wurde, zeigt auch ein Vorfall, von dem der vor kurzem verstorbene ehemalige belgische Kriegsgefangene Roger Cottyn in seiner Biografie berichtet:


    „Bei einem Fußballspiel fliegt der Ball über den Sicherheitsdraht in den Graben. Ein Spieler springt über den Draht um den Ball zu holen. Der Posten, der nur wenige Meter entfernt auf seinem Wachturm steht, hat sicherlich diesen Vorgang bemerkt. Trotzdem schießt er dem Franzosen, als dieser sich nach dem Ball bückt, ins Bein. War das wirklich nötig? Es war natürlich verboten über den Draht zu steigen. Das wusste jeder Kriegsgefangene. Aber hier war man bei einem Fußballspiel, der Mann wollte doch nicht fliehen.“
    ...... "


    Das Foto des Fußballspiels ist hier zu finden
    http://www.stiftung-lager-sandbostel.de/


    Gruß - Margarete

  • Guten Abend allseits,
    hi Margarete,


    vielen Dank für die Informationen hier im Thema;
    in den Veranstaltungshinweisen würde es einfach untergehen
    und so wird Sandbostel hier immer wieder aktiviert.


    Was mir beim Nachlesen auf der Seite aufgefallen ist und
    irgendwie befremdlich auf mich wirkt:


    Quote

    4.4.2016
    „Mobile Einsatztruppe“ der Jugendbauhütte Stade hilft
    zwei Wochen bei Aufräum- und Sicherungsmaßnahmen
    in der Gedenkstätte


    Bin ich zu empfindlich oder ist die Bezeichnung, wenn auch
    in Anführungszeichen, "Mobile Einsatztruppe" deplaziert?


    Würde gern wissen, ob andere damit evtl. ebenfalls ein
    gewisses Unwohlsein empfinden.


    Grüße, Kordula

  • Digitalisierte Lagepläne des Lagers Sandbostel


    Hallo,


    im Bestand des Niedersächsischen Landesarchives sind vier detaillierte Lagepläne des Lagers Sandbostel digitalisiert in sehr hoher Auflösung zur freien Nutzung veröffentlicht: https://www.arcinsys.niedersac….action?detailid=v4214972

    Quelle: Digitalisate von NLA ST, Karten/Mappen, Mappe Nr. 1065


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo,

    herzlichen Dank für diese Information.

    Viele Grüße,
    David

    Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind -
    besonders die, die nicht hingehen müssen.
    E.-M. Remarque

  • Hallo zusammen,


    ich bin gerade zufällig auf der Website des Bundespräsidenten auf die folgende Info gestoßen:


    https://www.bundespraesident.d…06/210614-Sandbostel.html


    Sandbostel, Gedenkstätte Lager Sandbostel

    Besuch der Gedenkstätte im ehemaligen Kriegsgefangenenlager Stalag X B Sandbostel und Kranzniederlegung zum Gedenken an den 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion

    - Bildpunkte während des Rundgangs

    - ca. 12.30 Uhr Begegnung mit den Medien


    Vielleicht sind ja einige der hier besonders Engagierten am 14. 06. dabei und ggf. gar eingeladen...?



    Gruß,


    Joseph

    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)

  • Guten Morgen,


    habe einen lesenswerten Artikel mitgebracht;

    derjenige, um den es darin geht, starb 1945

    auf dem Weg in's Lager Sandbostel:

    https://www.tagesspiegel.de/ku…in-suriname/27565838.html.


    Zitat daraus:

    "Anton de Kom wurde 1898 als Enkel von Sklaven geboren, er arbeitete als Kaufmännischer Angestellter und reiste 1920 in die Niederlande, wo er in Kontakt mit javanischen Nationalisten kam und antikoloniale Artikel für eine kommunistische Zeitung schrieb. 1932 kehrte er nach Suriname zurück und engagierte sich für die javanischen Vertragsarbeiter.

    Dies wurde als Umsturzversuch gewertet, 1933 wurde er verhaftet und schließlich in die Niederlande verbannt. Sein Buch durfte 1934 nur zensiert erscheinen. Unter der deutschen Besatzung wurde es verboten, de Kom schloss sich dem Widerstand an, wurde verraten und in verschiedenen KZs interniert, bis er im April 1945 auf dem Todesmarsch ins Lager Sandbostel starb."


    Besonders tragisch, wie ich finde, ist die doppelte Verfolgung,

    die Anton de Kom erfuhr - durch die Kolonialmacht Niederlande

    und das NS-Regime.



    Suriname war Kolonie der Niederlande in Südamerika.

    Dazu Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Suriname.


    Gruß, Kordula