Erkennungsmarke St.SS Gr.E.Btl OST

  • Hallo!
    Erkennungsmarke : .... - St.SS Gr.E.Btl OST


    Hatte nicht jedes Batallion eine Nummer??


    Hatte man immer nur die eine EKM ?? oder kriegte man eine andere sobald man zu einer anderen Einheit versetzt wurde ??


    Soldat war vorher (1943) bei der 7.Kompanie SS Jäger Batallion danach


    (1944) abgang zum SS-Grenadier -Ersatz-Batallion OST, Breslau


    wer kann mir weiterhelfen??


    Vielen Dank

  • Hallo KAMERAD010,


    ich vermute mal, bei der Waffen-SS war es genauso wie bei der Wehrmacht:


    1. Der Soldat erhielt (als eine der ersten Maßnahmen neben der Einkleidung) seine Erkennungsmarke. Sie wurde mit der Bezeichnung des ausgebenden Truppenteils und einer laufenden Nummer gekennzeichnet. Das wurde in die Ausgabeliste eingetragen und der WASt übermittelt. Damit war der Soldat eindeutig identifizierbar (und das war eigentlich auch der einzige Zweck der EKM). Diese EKM behielt er in der Regel "sein Leben lang".


    2. Im Ausnahmefall bekam ein Soldat in seinem Leben auch mehrfach eine EKM:
    - Er hat seine alte EKM verloren.
    - Die alte EKM war unbrauchbar (z.B. durchgebrochen).
    - Er wechselte die Teilstreitkraft (z.B. Heer --> Luftwaffe).
    - Er wurde nach Entlassung erneut eingezogen (und die EKM war nicht mehr vorhanden).


    Die Nummerierung von Truppenteilen war zwar die Regel, es gab aber genug Ausnahmen (schau einfach mal ins Lexikon der Wehrmacht !).


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Guten Tag,
    im RuS-Befehl 4/44 v. 22.3.1944 (Quelle: BArchB) wird ein SS-Rottf. vom RuS-Fhr. Rußland Süd m.W.v. 2.3.1944 zum SS-Pz.Gren.Ers.Btl. 31 nach Breslau versetzt. Vielleicht hilft jemand diese Notiz ...
    Beste Grüße, westermann

    Gruß, westermann

  • Hallo zusammen,



    hier ein Bericht eines ehemaligen Rekruten, der seine Grundausbildung ab dem 25.5.1941 bei der 4. (schweren) Kompanie des damals neu aufgestellten SS-Ersatz-Bataillons „Ost“ absolvierte...



    Vielleicht mal interessant...


    Herzliche Grüße Roland



    Willi Held schrieb in seinen Erinnerungen: „... Ich wurde am 1.März 1924 als der Jüngste von insgesamt sechs Buben in Markgrönigen (ca. 20 km nordwestlich Stuttgart) geboren... 1930 ... Besuch der Volksschule... begann am 4.April 1938 ... eine Ausbildung als Maler-Lehrling... 1936 ... in das Deutsche Jungvolk... 1938 mit 14 Jahren in die Hitlerjugend... und wurde nach einer besonderen Musterung dem HJ-Streifendienst zugeteilt. Diese Zuteilung wurde nach den Grundsätzen der „rassischen“ Auswahl der Schutzstaffel (SS) von SS-Ärzten durchgeführt. Die Aufgabe des Streifendienstes war die Überwachung der Hitlerjungen, u.a. ihres Auftretens in der Öffentlichkeit (z.B. beim Besuch von Lokalen).
    Wir kontrollierten HJ-Heime auf Sauberkeit und Ordnung, überwachten Jugendherbergen und stellten den Ordnungsdienst bei Großveranstaltungen (Aufmärsche oder Zeltlager). Wir ermittelten bei Dienstvergehen und strafbaren Handlungen von Hitlerjungen und „kümmerten“ uns um die, die mehrfach unentschuldigt vom Dienst fernblieben. Wir gingen zu den Eltern und wenn wir sie dort nicht antrafen, suchten wir sie in der Umgebung... Wenn einer nun gar nicht mit „guten Worten“ folgen wollte, so nahmen wir ihn auch schon einmal etwas handfester in unsere Mitte und geleiteten ihn zum Bannführer.
    1940 folgte als 16jähriger meine Musterung zum Wehrdienst. Nicht nur als Angehöriger des HJ-Streifendienstes meldete ich mich mit insgesamt 300 anderen Hitlerjungen zur Waffen-SS. Mir hatte der Dienst in der Hitlerjugend gefallen, und auch schon der Einsatz im Streifendienst war etwas Besonderes gewesen. Die SS war elitär für mich und so war es klar, dass ich mich dorthin freiwillig meldete, obwohl es nach Aussage unseres Bannführers ohnehin selbstverständlich wäre, dass wir uns zur SS melden würden. In der Engelstraße 7 in Stuttgart wurden dann beim SS-Abschnitt X nur 90 von den 300 als „SS-tauglich“ gemustert....
    Nach drei Jahren Ausbildung erhielt ich im März 1941 als 17jähriger meinen Gesellenbrief und arbeitete ab 31.März 1941 als Malergehilfe...
    Aber meine Mutter unterschrieb dann endlich die Einverständniserklärung, vor Vollendung des 18.Lebensjahres Soldat werden zu dürfen, und so folgte am 25.Mai 1941 mit 17 Jahren und knapp drei Monaten die Einberufung zum SS-Ersatz-Bataillon „Ost“ nach Breslau. Ich war glücklich.
    Überraschenderweise musste ich nicht einmal vorher zum Reichsarbeitsdienst...


    Ich fuhr alleine mit dem Zug von Markgrönigen in das etwa 800 km entfernte Breslau. Auf dem dortigen Bahnhof standen dann SS-Männer mit Tafeln und Listen, um die ganzen Neuankömmlinge zu sammeln. Dann ging es auf Opel „Blitz“ verladen zur Kreuzschule um die Ecke des Arbeitsamtes on Breslau. Die Schule war extra geräumt und die Schüler in die nahegelegene Weinschule ausgelagert worden.
    Wir erhielten am nächsten Tag unsere Uniform und Ausrüstung. Unsere Zivilklamotten packten wir in die mitgeführten Koffer oder Persilkartons, die dann von der Einheit zu unseren Eltern nach Hause geschickt wurden.


    Ich kam wohl auf Grund meiner kräftigen konstitution zur 4. (schweren) Kompanie. SS-Hauptsturmführer Jung – ein Berliner – war unser Kompaniechef. Die Kompanie verfügte über 8,14 cm Granatwerfer und schwere Maschinengewehre. An letzterem wurde ich ausgebildet.


    Die Ausbildung war hart. Wir erhielten Infanterieausbildung mit Gewehrgriffen, Marschieren und Geländedienst. Die ersten vier Wochen gab es keinen Ausgang, da wir noch nicht richtig grüßen konnten. Dann ließ SS-Hauptsturmführer Jung von den Gruppenführern (SS-Unterscharführer) die besten Leute jeder Gruppe herausschreiben. Diejenigen sollten dann Ausgang bekommen. Aber kurz darauf entschied er sich dann anders, und die ganze Kompanie sollte antreten. Schließlich ließ er jeden einzeln an sich grüßend vorbeimarschieren. Ich hatte das Pech, dass er drei Kameraden vor mir in den Ausgang entließ und mich deshalb zurückschickte. Als wurde nichts aus einem kleinen Sonntagsausflug durch Breslau.


    Am 22.Juni 1941 folgte unsere Vereidigung; genau an dem Tag, an dem die deutsche Wehrmacht zum Angriff auf die Sowjetunion antrat, Wir waren alle überrascht, hatten aber auch sofort Angst, dass wir „zu spät“ kommen würden. Wir dachten doch, dass auch dieser Feldzug in sechs bis acht Wochen beendet wäre und wir noch in der Ausbildung stünden.
    Nach unserer feierlichen Vereidigung auf Hitler gab es dann ein großes „Hurra“-Gebrüll. Was freuten wir uns, endlich „ganze“ Soldaten zu sein.


    Die Ausbildung lief weiter. Wir absolvierten Gepäckmärsche mit 20 bis 25 und einen mit 30 km. Das war schon eine ganz schön lange Strecke in unseren Knobelbechern und mit dem Maschinengewehr über der Schulter.
    Unsere Gruppenführer sagten uns, dass die Märsche bis auf 60 km ausgedehnt werden würden. Ich hielt aber tapfer durch.
    Von meiner Mutter bekam ich regelmäßig Pakete, die Esswaren oder andere nützliche Dinge beinhalteten. Im Schriftverkehr stand ich vor allem auch mit meinen beiden nur etwas älteren Brüdern, von denen Erich (geb. 21.10.21, gef. 2.8.42 Russland) bereits seit Herbst 1940 Soldat in Ulm und Hans (geb. 26.3.20) bei der Panzer-Ersatz-Abteilung 300 war.


    Eines Samstagsnachts ertönte um dreiviertel Zwölf plötzlich die Trillerpfeife des Unterführers vom Dienst. „Alarm“ – bepackt mit unserem Rucksack, den wir „Affen“ nannten, Gewehr, Stahlhelm, Gasmasken usw. ging es los. Durch die Straßen und über Feldwege, die vom ganzen Tag her anhaltenden Regen aufgeweicht waren. Man kann sich das Vergnügen dabei vorstellen.
    Um drei Uhr nachts waren wir wieder auf unseren Stuben (ehemalige Klassenzimmer), die mit 25 Mann belegt waren. Hier hieß es dann gleich Waffenreinigen, trotz aller Müdigkeit und hungrigem Magen. Dann endlich Waffenabgabe ubd ab in die Kojen.
    Um neun Uhr morgens wurden wir geweckt. Das alles wäre nicht so schlimm gewesen, wenn wir ein besseres und reichlicheres Essen gehabt hätten. Einen guten Appetit brauchte man sich da schon nicht wünschen, wenn man Würmer und ähnliches Zeug im Salat fand. Das Gleiche fanden wir dann auch schon im Käse vor. Ohne die Pakete von Muttern wäre es ein Desaster gewesen. Wer on Zuhause nichts geschickt bekam, musste seinen schmalen Sold extra in der Kantine ausgeben.


    Fast jeden Tag war Geländedienst angesetzt, und sechs Stunden Infanterieausbildung sind keine Kleinigkeit. Mit aufgepflanztem Bajonett und einem „Hurra“-Gebrüll liefen wir Hügel hinauf, bis es hieß: „Volle Deckung“! Als wieder runter in den Dreck und die letzten Meter auf dem Bauch kriechen. Man kann sich vorstellen, wie wir zurück in unsere Unterkunft kamen und was es für Arbeit machte, wenn man die Uniformen am anderen Morgen wieder in tadellosem Zustand haben sollte.


    Zur Wache am Eingang des Hofes der Kreuzschule war ich auch öfters eingeteilt. Immer von 13 Uhr bis 13 Uhr. Wache war Ehrendienst des Soldaten und begann mit der sogenannten „Vergatterung“ – also der Wachbelehrung. Um 14 Uhr des folgenden Tages war dann dienstfrei.


    Es folgten weitere Übungen und Märsche, 40 km und mehr durften wir absolvieren. Aber, im Leben geht ja alles vorbei, und dann kam eines Tages eine Besichtigung durch den Bataillonskommandeur. Da wurden wir vorher noch richtig getriezt. Es lief aber alles gut ab.
    Zum Essen gab es dabei gelbe Rüben, Brokkoli, Kartoffeln und man staune: Braten mit Soße! Und alles prima zubereitet. Also es ging doch!


    Abends saßen wir oft vor Radiogeräten und lauschten den „Führer-Reden“ und freuten uns über die steten Sondermeldungen zu den Erfolgen im Osten. Dann gab es einige Fälle von Scharlach in unseren Reihen. Sofort erhielten wir Ausgangssperre und kamen nicht mehr raus aus unserem Bau... Glücklicherweise blieb ich davon aber verschont.


    Nach der Besichtigung Anfang August 1941 verlautete schon, dass wir demnächst zu unserem Fronttruppenteil abgestellt werden würden. Meine Mutter war darüber sehr beunruhigt und voller Sorge, dass ich als noch 17jähriger nach nur zehn Wochen Ausbildung schon an die Front sollte...“
    (Willi Held, Bei der 6.SS-Gebirgs-Division „Nord“, Nation & Wissen, Riesa, 2016, Michaelis-Verlag Berlin, S. 8, 10 – 11, auf S. 12 oben Willi Held als Rekrut im SS-Ers.Btl. „Ost“, S. 13 – 15)


    Im August 1941 stellte das SS-Ersatz-Btl. „Ost“ in Breslau einen Transport an die SS-Division „Nord“ ab. Willi Held, Jahrgang 1924, seit dem 25.5.1941 bei der 4. (schweren) Kompanie in Ausbildung, berichtete: „...Nach der Besichtigung Anfang August 1941 verlautete schon, dass wir demnächst zu unserem Fronttruppenteil abgestellt werden würden....
    Aber erst einmal ging es per Bahn an die Ostsee und von dort mit dem Schiff an den Bottnischen Meerbusen. Mit der Eisenbahn ging es dann weiter nach Kiestinki, dass wir Ende August 1941 erreichten.
    Hier wurde ich Anfang September 1941 der 6.Kompanie des SS-Infanterie-Regiments 6 (mot) als MG-Schütze zugeteilt...Leider wurde meine bisherige Kompanie aus Breslau auf die gesamte SS-Division „Nord“ aufgeteilt, weil wir ja als Maschinengewehr- und Granatwerferschützen ausgebildet worden waren...“
    Held blieb bis zu seiner Gefangennahme am 26.3.1945 bei der Division, hatte lediglich im November 1942 nach 1 ½ Jahren Dienst einen Heimaturlaub!
    (Willi Held, Bei der 6.SS-Gebirgs-Division „Nord“, Nation & Wissen, Riesa, 2016, Michaelis-Verlag Berlin, S. 15)

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump