Das Durchgangslager 203

  • Hallo alle zusammen


    Im Rahmen meines Studiums an der UniBw habe ich ein Wahlveranstaltung zu besuchen mit dem Titel: Die Wehrmacht und der deutsch-sowjetische Krieg 1941-1944.
    Bereits in der ersten Vorlesung wurden Referatsthemen verteilt und ich bekam das Thema:


    "Keine Kameraden:
    In deutscher Hand: Das Beispiel des Durchgangslagers 203"


    Habe mich jetzt im Internet versucht über das Durchgangslager 203 schlau zu machen aber habe sehr wenig Infos bekommen.


    Meine Frage an euch wäre ob ihr evtl ein paar WEblinks zu diesem Thema habt/kennt bzw Literatur die ihr dazu empfehlen könnt?! Oder noch besser, aus eurem Wissen mir etwas berichten könnt.


    Liebe Grüße


    Max

  • Hallo Max,


    ist das schon bekannt ?


    Kriegsgefangenen-Durchgangslager


    und IFZ-Vierteljahreshefte 1/2001


    Quote

    Massensterben oder Massenvernichtung? Sowjetische Kriegsgefangene im „Unternehmen Barbarossa". Aus dem Tagebuch eines deutschen Lagerkommandanten


    Der Dozent heißt nicht zufällig Hartmann ;)

    Gruss Dieter

  • Hallo Max:


    "Keine Kameraden".


    Das ist recht sicher eine Anspielung auf das Buch von Streit, Christian: Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941-1945, Bonn 1991


    Dieses Buch ist sicher auch ein guter Einstieg. Zumal mit einer umfangreichen Bibliographie versehen.


    Ansonsten kannst Du hier noch ein paar Literatur-Hinweise finden:
    http://www.forum-der-wehrmacht…?postid=149305#post149305


    Viele Grüße
    Steffen


    Edit: Link repariert.

  • @ AugustDieter


    Ja genau so heisst er :-)


    Danke schonmal für die schnelle Hilfe. Ich stöber gleich mal durch die ganzen Links und besorge mir mal das Buch.



    Liebe Grüße
    max

  • Hallo,


    An dem Ergebnis Deiner Arbeit, wäre ich, und sicher auch noch andere, sehr interessiert.


    Würde mich freuen, dann etwas von Dir darüber zu hören oder lesen.


    Viele Grüße
    Steffen

  • Hallo Max,


    das Thema ist ja ein heißes Eisen, nicht nur wissenschaftlich umstritten sondern auch emotional belastet. Ich kann dir mehrere Bücher bzw. Aufsätze empfehlen, die meinen eigenen Kenntnisstand sehr erweitert haben. Den älteren Forschungsstand der 80er und 90er Jahre kann man leider nur als recht einseitig bezeichnen. Zunächst möchte ich die Bedeutung des Themas „Sowjetische Kriegsgefangene in deutscher Hand“ mit einem Zitat von Christian Hartmann deutlich machen:


    „Das größte Verbrechen, das der Wehrmacht vorgeworfen wird, ist das an den sowjetischen Kriegsgefangenen. Doch gibt es selbst hier einige ungeklärte Fragen, so daß schon deshalb die Auseinandersetzung über die Schuld „der“ Wehrmacht nie ganz zur Ruhe gekommen ist.“
    (Christian Hartmann: Massensterben oder Massenvernichtung? Sowjetische Kriegsgefangene im „Unternehmen Barbarossa“. Aus dem Tagebuch eines Lagerkommandanten, in: VfZ 49 (2001) 4, S. 97-158, Zitat S. 97.)


    Der Lagerkommandant, dessen Tagebuch Christian Hartmann im oben genannten Beitrag ausgewertet hat, war Oberstleutnant Johannes Gutschmidt. Von Juni 1941 bis Februar 1944 war Gutschmidt Kommandeur der Durchgangslager 203 und 231. Er kann als repräsentativ für einen ganzen, älteren Jahrgang von Lagerkommandanten des Heeres an der Ostfront gelten. Gutschmidt und andere Kommandanten bemühten sich nach Kräften, trotz der völkerrechtswidrigen Befehle des OKW (z.B. Kommissarbefehl) und der katastrophalen Transport- und Versorgungskrise im Winter 1941/42 so viele sowjetische Gefangene wie möglich vor dem Hungertod zu retten (Hartmann, S. 136-137). Dennoch ließen sie die Mordaktionen von SD und Gestapo, die KP-Funktionäre, jüdische Gefangene und Kommissare zu Tausenden erschossen, auch in ihren Lagern zu. Das Verhalten der Lagerkommandanten variierte dabei zwischen Widerstand, passiver Hinnahme und in einigen Fällen sogar tätiger Mithilfe bei den Kriegsverbrechen.


    Hier noch ein abschließendes Zitat aus dem Tagebuch Gutschmidts:


    Quote

    „8. 3. 1942 (Smolensk)
    Jetzt sollen die arbeitsfähigen Gefangenen nach Deutschland gehen, um dort die Rüstungsarbeiter für die Front frei zu machen. Von den Millionen Gefangener sind aber nur bescheidene Tausende als arbeitsfähig anzusehen. Erst starben so unglaublich viele, viele sind fleckfieberkrank und der Rest ist so schwach und elend, dass sie in diesem Zustande nicht arbeiten können. Die deutsche Regierung hat den Gefangenen nicht genug Nahrung bewilligt, und es wird wohl einen schönen Krach geben, wenn nur so wenige nach Deutschland zur Arbeit kommen. Wir Kommandanten haben so oft mehr Lebensmittel verlangt, und ich habe immer bedeutend mehr ausgeben lassen, als zuständig (sic!) war.“ (Hartmann, S. 158)


    Zum Durchgangslager 203 hat auch der Historiker Klaus Jochen Arnold 2008 eine erstklassige Quellenedition veröffentlicht, die noch tiefere Einblicke in das Alltagsleben der sowjetischen Gefangenen und ihrer deutschen Bewacher (inklusive sowjetischem Hilfspersonal) an der Ostfront von 1941/42 bietet:


    Konrad H. Jarausch (Hrsg.), Klaus Jochen Arnold (Hrsg.), „Das stille Sterben…“. Feldpostbriefe von Konrad Jarausch aus Polen und Russland 1939-1942, Paderborn 2008.


    Konrad Jarausch, der Vater des gleichnamigen Mitherausgebers, war als Feldwebel d. R. Küchenleiter des DULAG 203 in der Sowjetunion. Da er als promovierter Theologe ein geübter Schreiber war, schildert er in seinen Briefen ausführlich und immer auch mitfühlend das zunehmende Elend der in den Lagern eintreffenden Rotarmisten. Viele waren bereits von der Roten Armee kaum oder gar nicht verpflegt worden und auch durch die wochenlangen Kesselschlachten bereits ausgehungert. Aus politischen Gründen und zur Entspannung der sich zuspitzenden Versorgungslage waren im Herbst 1941 bereits mehr als 800 000 gefangene Ukrainer, Balten und Weißrussen nach Hause entlassen worden:


    Quote

    „15. September 1941
    nun ist der Tag gekommen, an dem gepackt werden sollte. Aber jetzt am Vormittag ist alles Einzelne noch unsicher. Ich sollte mit dem Nachkommando hierbleiben und dann unsere Vorräte nachschaffen. Aber auch das steht noch nicht fest. Wir sind dabei, im Lager das Letzte für den Transport fertigzumachen. Unsere Gefangenen sind bis auf einen kleinen Stamm, den wir mitnehmen, fort. Die Ukrainer, die nach Anweisung des Führers ja mit Letten, Esten und Litauern nach Haus geschickt werden sollen, sind mit Gesang abmarschiert. Auch unsere [russischen] Köche haben fast herzlich Abschied genommen. Ich bin froh, daß der Unteroffizier, mit dem ich mich im Dienst abwechsle – der Berliner NSKK-Führer – sie ähnlich behandelt wie ich. Wir ziehen überhaupt dienstlich ganz gut am gleichen Strang.
    Ich habe die größere Stille im Lager zu ein paar persönlicheren Gesprächen ausgenutzt. Es gibt da doch interessante Menschen genug, weniger als Individuen, soweit reicht ja unsere Verständigungsmöglichkeit nicht. Wohl aber als Vertreter typischer Schicksale. Gestern habe ich mich z.B. lange mit einem Armenier unterhalten, der in der Gegend von Tiflis bei „deutsche Leit“ [Leute] auf dem Kolchos gearbeitet hat und nun ein ganz echt klingendes Schwäbisch spricht. Ein anderer unserer Dolmetscher ist Tatar und geht mit, damit wir uns mit seinen Landsleuten verständigen können. Überhaupt sind Turkvölker und Mongolen stark vertreten. Wir in der Küche nehmen außer unserem Wolgadeutschen zwei Köche mit, der eine ist Moskauer, der andere stammt aus Samara. Sie geben sich in diesen Tagen, wo sie Zeit haben, viel Mühe, uns gut zu versorgen, soweit sie im Dorf Eier und Kohl auftreiben können. […]“ (S. 309-310).


    Jarausch schließt Freundschaften mit Gefangenen und russischen Zivilisten, lernt intensiv Russisch und kämpft gegen die chronischen Nachschubprobleme seiner Einheit, unter denen ab dem Spätherbst 1941 auch die neu eintreffenden Kriegsgefangenen zu leiden haben:


    Quote

    „O.U. [Kritschew], den 12. Oktober 1941
    […] Für die russische Arbeit habe ich augenblicklich ein Wörterbuch geliehen bekommen. Damit kann ich nun meine russisch geschriebene Grammatik übersetzen und brauche eigentlich nichts. […] Eher fehlt im Augenblick die Zeit, da ich jeden Tag Dienst mache und abends von der scharfen Luft müde bin. Wir sind im Übergang zum Winter. Am 9. [Oktober] hatten wir den ersten Schnee, der am nächsten Tag im Schatten liegen blieb, so kalt war die Luft. Seither friert es jede Nacht. […] In der heutigen Post waren vier russische Psalter [Psalmbücher] vom Martin-Lutherbund. Eins der Hefte habe ich gleich unserem Putzer gegeben, der eine treue, stille Seele ist. Er hat mir vor einigen Tagen sein handgeschriebenes Gebetbuch gezeigt, das er vor den Kommissaren [der Roten Armee] gerettet hat. Die Bibeln sind den Soldaten alle abgenommen worden. Begreiflich, daß er die Bolschewisten nicht liebt. Sie hoffen jetzt alle, daß sie nach dem Fall Moskaus entlassen werden. Da wird es noch manche Enttäuschung geben. Heute Mittag sind die ersten 2000 Mann aus den Oktoberschlachten eingetroffen. Wir konnten sie noch zweimal warm verpflegen und in leidlich geschützte Hallen stecken. Aber damit ist unser wirklich anständiger Raum fast erschöpft. Die weiteren müssen frieren. Neben unserer Stube lagern schon mehrere Hunderte Sack Vorräte. Ein Waggon mit Roggenkleie für Brot wird morgen ausgeladen. Morgen früh soll auch mit der Anlage von Mieten [Lagern] für 72 000 (!) Zentner Kartoffeln begonnen werden. Da wird es noch viel Arbeit geben, auch wenn diese Menge nie erreicht wird.“ (S. 325-326).


    Das Drama des Massensterbens von Gefangenen und die verzweifelten Versuche der deutschen Soldaten, möglichst viele Hungernde und Kranke zu retten (auch unter Einsatz von Schußwaffen als letztem Mittel zur geordneten Nahrungsverteilung im Winter), das alles wird bei der Lektüre der Briefe sehr deutlich:


    Quote

    „O.U., den 25. November 1941
    […] Wir hatten sehr schwere Wochen, in denen soviel Elend und Sterben an mir vorbeigezogen ist wie noch nie. Dabei ging alle Kraft bei dem Versuch drauf, den Menschen wenigstens das nötigste an Essen zu [ver]schaffen. Es ist ein großes Sterben in den Lagern. Wenn der Winter richtig einsetzt, wird es durch ganz Rußland gehen. Wenn die Schilderungen von der Massenflucht aus den Großstädten richtig sind, muß auch dort im noch unbesetzten Gebiet das Elend furchtbar sein. Dabei kann ich nach allem, was ich gesehen habe, in den breiten Millionenschichten des russischen Volkes keinen Feind sehen. Es sind zum größten Teil die unglücklichen Opfer einer wahnsinnigen Politik, deren Wurzeln allerdings tief in die russische Vergangenheit hineinreichen.
    […]
    Auch hier im Ort ist die Kirche wieder hergerichtet. Kriegsgefangene Sänger, Musiker und Maler sind beurlaubt, um den inneren Schmuck zu erneuern und den Chor neu aufzustellen. Ich werde einen Sonntagabend in unserer schlimmsten Zeit nicht vergessen, an dem mich Russen zu sich eingeladen hatten im Lager, um mir einige Stunden der Entspannung zu bereiten. Ein Bariton der Moskauer Oper sang russische Volkslieder, Stücke aus dem Boris Godunow und schließlich liturgische Gesänge, die auch die Russen seit Jahren nicht gehört hatten. […] (S. 344-345).


    Doch wie viele andere deutsche Wachsoldaten (und Kameraden des sowjetischen Lagerpersonals) fällt Jarausch den katastrophalen Zuständen schließlich selbst zum Opfer. Am 27. Januar 1942 stirbt er im Seuchenlazarett von Roslawl an Fleckfieber. Fast bis zuletzt schreibt er bewegende Briefe an seine Familie, immer wieder vergeblich auf eine zivile Uk-Stellung in der Heimat hoffend. Der vorher zitierte Lagerkommandant Oberstleutnant Gutschmidt bedauerte in einem Tagebucheintrag vom 21. Januar übrigens die gefährliche Erkrankung Jarauschs und mehrerer Sanitätssoldaten im DULAG 203.


    Soviel zu den wichtigsten mir bekannten Quelleneditionen. Zum Forschungsstand kann ich vielleicht in kürze noch ein paar Literaturempfehlungen anfügen.


    Beste Grüße, Bodo


    Edit: Schreibfehler korrigiert und einen Quellenauszug ergänzt.

    "Die Historiker verfälschen die Vergangenheit, die Ideologen die Zukunft." (Zarko Petan, slowenischer Schriftsteller und Aphoristiker)

    Edited once, last by Bodo Franks ().

  • Hallo Bodo,


    Vielen Dank für Deine sehr aufschlußreichen Infos. Ich würde mich sehr über weitere Details freuen.


    Viele Grüße
    Steffen

  • Hallo zusammen


    Ich habe mich jetzt mal schlau gemacht und habe im IFZ 1/2001 und bei STreit einige infos gefunden.


    jetzt habe ich doch noch eine Frage


    Ein Unterpunkt meines Referats heisst:


    DIe Geschichte des Lagers ( Dulag 203)


    Ich bin im Moment etwas überfragt wie ich diesen Punkt gestalten soll.


    Dachte mir das ich zuerst einmal seinen Weg skizziere den er mit seinem Lager zurückgelegt hat.


    Ich habe im Vierteljahrsheft gelesen das Gutschmidt, der ja 2 Lager hatte, die Route von


    Bielsk--Minsk--Sluzk--Orscha--Kritschew--Smolensk(41/42)--Wjasma--Millerowo--Woltschansk--Poltawa--Krementschug--Charkow--Kirowograd--Perwomaisk


    in der zeit von 41-44 gegangen ist.
    Meine Frage ist aber, welche Örtlichkeiten treffen denn nun speziell auf das Dulag 203 zu?


    Dann habe ich überlegt ob es sinnvoll ist zu den einzelnen Stationen etwas zu sagen oder aber ob es evtl sinnvoll wäre aus seinem Tagebuch wichtige Gedanken/ bzw Geschehnisse zu berichten.


    was meint ihr?


    lg
    max

  • Hallo,


    Ich muss zugeben, Deine Fragen verwirren mich etwas. Aber der Reihe nach


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    Quote

    Original von Hertl


    Dachte mir das ich zuerst einmal seinen Weg skizziere den er mit seinem Lager zurückgelegt hat.


    Wessen?


    Des DULAG 203 oder von dessem zeitweiligen Kommandeur Gutschmidt?


    -----------------------------------------------------------------------


    Quote

    Ich habe im Vierteljahrsheft gelesen das Gutschmidt, der ja 2 Lager hatte,
    die Route von Bielsk--Minsk--Sluzk--Orscha--Kritschew--Smolensk(41/42)--Wjasma--Millerowo--Woltschansk--Poltawa--Krementschug--Charkow--Kirowograd--Perwomaisk in der zeit von 41-44 gegangen ist.


    Wie Du schon festgestellt hast war Gutschmidt auch Kommandeur eines anderen Lagers.
    Lt. dem oben erwähnten Jarausch-Buch (S.70) , hat Gutschmidt das DULAG 203 nur vom 7.12.40 bis zum 27.11.41 kommandiert, danach das DULAG 231.


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    Quote

    Meine Frage ist aber, welche Örtlichkeiten treffen denn nun speziell auf das Dulag 203 zu?


    Ich habe das Jarausch-Buch (noch) nicht komplett gelesen, aber folgende Orte konnte ich bisher für das DULAG 203 herausfinden:


    - 8. (3.) Juli - 17. Sept. 1941 Einsatz in Kochanowo (Weißrussland)
    - danach über Churawitschi nach Kritschew, wo es scheinbar bis 1943 verblieb


    ------------------------------------------------------------------------


    Quote

    Dann habe ich überlegt ob es sinnvoll ist zu den einzelnen Stationen etwas zu sagen oder aber ob es evtl sinnvoll wäre aus seinem Tagebuch wichtige Gedanken/ bzw Geschehnisse zu berichten.
    was meint ihr?


    Meine Meinung: Persönliche Tagebucheinträge sollten für solch eine Arbeit lediglich einen geringen Teil einnehmen, es sei denn sie beziehen sich primär auf das DULAG. Und auch dann musst Du sie quellenkritisch natürlich ausgiebig beleuchten. Ob das zeitlich und vom Umfang möglich ist im Rahmen einer solchen Arbeit, musst Du entscheiden.


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    Viele Grüße und viel Erfolg.
    Steffen


    PS: Bin gespannt, auf das Ergebnis. :)


    EDIT: Zwecks besserer Lesbarkeit nochmal überarbeitet.

  • Danke für die schnelle Antwort.


    Ich glaube ich habe ein paar Dinge durcheinander gebracht.


    Ein Dulag dient ja dazu Gefangene zu registrieren, untersuchen und desinfizieren und dann in die entsprechenden Stalags bzw. Oflags weitergeleiten.


    Meine Frage: In den Aufzeichnungen Gutschmidt's steht, dass er in Bielsk war und danach ja nach Sluzk vorstößt. Wie wird das dann gehandhabt. werden die Gefangenen dann in dem vorherigen Dulag gelassen oder mitgenommen?


    Weil in Bielsk war ja das Dulag 203 und er geht dann nach Sluzk. ich kann mr nicht vorstellen das bis dahin dann schon alle Gefangenen weitergeleitet wurden. Oder ist das ehemalige Dulag in Bielsk dann in ein Stalag/Oflag umgewandelt worden??


    lg
    max



    EDIT: Ich frage mich jetzt aber noch was dann nach dem 27/28.11.1941 mit dem Dulag 204 war?

    Edited once, last by Hertl ().

  • Hallo,


    Meinst Du das DULAG 203?
    Das bekam einen anderen Kommandeur und bleib scheinbar, wie ich schon schrieb in Kritschew.


    Ich habe keine besonders detaillierten Infos zum DULAG 203, außer dem Streit-Buch und dem Jarausch-Buch.


    Da die Dulags ja der Front folgten, werden sie die Gefangenen keinesfalls mitgenommen haben, von den Motorisierungsproblemen für solche Aktionen ganz abgesehen.


    Sie sollten ja nur die erste "feste" Einrichtung darstellen um die Kgf. zu registrieren und weiterzuleiten.
    Im BA könnte man dazu die HDv 38/4 ansehen: "Dienstanweisung für den Kommandanten eines Kgf-Durchgangslagers" (RHD4)


    Scheinbar (lt. Jarausch) waren die Verhältnisse in den Lagern sehr unterschiedlich, je nach Geschwindigkeit des Vormarsches und Gefangenenzahlen. Von reinen, "provisorischen Abfertigungsmaschinen" ohne feste Unterkünfte bis zu Lagern mit fast stationärem Charakter mit Sauna usw.


    Aber um genaue Infos zu DULAG 203 zu bekommen, würde ich versuchen folgendes Buch mal einzusehen:

    Mattiello, Gianfranco ; Vogt, Wolfgang: Deutsche Kriegsgefangenen- und Internierteneinrichtungen 1939 - 1945; Bd. 2: Oflag, BAB, Dulag etc., Mailand 1987
    Umfang: 346 S. + Nebst: 2 Beil


    Eine direkte Monographie zum DULAG 203 ist mir nicht bekannt, also wirst Du bei solch detaillierten Dingen, wie Tagesabläufe etc. um Archivarbeit nicht herumkommen.
    In dem Fall wäre das BA eine gute Anlaufstelle, dort findet sich wohl einiges zum DULAG 203 ( RH 49/9 ).



    Viele Grüße
    Steffen

  • hallo zusammen
    ich habe nochmal eine frage :-)
    habe mir jetzt das jarausch buch geholt aber komme immer noch nicht dahinter wer das dulag nach gutschmidt kommandierte.


    Gutschmidt, wie oben beschrieben bzw. lt. IFZ 1/2001, war ja bis zum 27/28 .11.41 Kommandant.



    lg
    max

  • Hallo,


    wenn ich nicht irre, steht doch in dem Artikel aus den VfZ 1/2001, den Dieter ansprach und der Dir angeblich vorliegt, daß ein gewisser Major von Stietencron, sein Nachfolger im Dulag 203 war, oder?  :(


    Gruß
    Steffen

  • Quote

    Original von Hertl


    Meine Frage an euch wäre ob ihr evtl ein paar WEblinks zu diesem Thema habt/kennt bzw Literatur die ihr dazu empfehlen könnt?! Oder noch besser, aus eurem Wissen mir etwas berichten könnt.


    Hallo zusammen,


    um noch einmal auf die Ursprungsfrage zurückzukommen: auch wenn das Dulag 203 als Mikrostudie angelegt ist, soll es im Rahmen der Lehrveranstaltung wohl in den historischen Gesamtkontext eingeordnet werden. Deshalb möchte ich noch einen persönlichen Blick auf den Forschungsstand werfen. Trotz der zahlreich vorhandenen Literatur ist die momentane Erkenntnislage aber gar nicht so einfach zu skizzieren. Das beginnt schon mit den Angaben zur Opferzahl der in deutscher Gefangenschaft ermordeten Politkommissare, KPdSU-Funktionäre und jüdischen Rotarmisten.

    • Es scheint festzustehen, dass die Einsatzgruppen der SS und des SD bis zum 5. Dezember 1941 etwa 16 000 sowjetische Kriegsgefangene in den Stamm- und Durchgangslagern der Wehrmacht ermordet haben. Dies ergibt sich aus einer internen Bilanz des Gestapo-Chefs Heinrich Müller, zitiert bei Christian Hartmann, Massensterben oder Massenvernichtung? Sowjetische Kriegsgefangene im „Unternehmen Barbarossa“, in: VfZ 49 (2001), S. 97-158, hier S. 115. Doch alle weiteren Zahlenangaben sind offenbar nur Schätzungen, denn, so Hartmann weiter, die gesamte „Zahl der Kriegsgefangenen, die diesen Selektionen zum Opfer fielen, ist umstritten.“


    Während Christian Streit („Keine Kameraden“) noch 1978 die Gesamtzahl dieser Mordopfer unter den sowjetischen Gefangenen mit bis zu 600 000 entschieden zu hoch ansetzte, ging Alfred Streim von der Zentralen Stelle Ludwigsburg 1982 in seiner eigenen Studie von 140 000 sowjetischen Opfern aus. Neuere Forschungen (z.B. Christian Gerlachs „Kalkulierte Morde“) setzen noch einmal niedrigere Zahlen an.


    Diese völlig unterschiedlichen Zahlenangaben bei einem, wie man annehmen könnte, doch relativ gut zu dokumentierenden deutschen Massenverbrechen, lassen nur einen Schluss zu:


    viele Thesen zur deutsch-sowjetischen Kriegsgefangenschaft, die seit Jahrzehnten als feststehende Tatsachen verbreitet werden, sind in Wahrheit nach wie vor unsicher. Dazu gehört auch der bereits von Streit erhobene Vorwurf, von 5,7 Millionen gefangen genommenen Sowjetsoldaten seien rund 57 Prozent, also etwa 3,3 Millionen, in der Hand der Wehrmacht gestorben. Nach einer Tagung von Historikern aus Russland und Deutschland in Dresden 1998 stellten die Experten des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung ein wenig resignierend fest:


    Quote

    „Alle diese Zahlen, gleich welche Seite sie betreffen, beruhen auf einer durchweg numerischen Statistik. Sie basieren also nicht auf einer individuelle Schicksale ermittelnden Namensstatistik […]. Die bis heute besonders emotionsbeladene und nicht zuletzt deshalb so umstrittene Zahl der in Gefangenschaft Umgekommenen ergibt sich bisher tatsächlich als Restmenge der übrigen Kategorien und enthält somit die Summe der Fehler und Unsicherheiten der Ausgangsgrößen.“
    (Manfred Zeidler, Ute Schmidt (Hrsg.): Gefangene in deutschem und sowjetischem Gewahrsam 1941-1956. Dimensionen und Definitionen, Dresden 1999, S. 10f.)


    Leider sind viele Forscher heute nicht mehr dazu bereit, sich in die teils widersprüchlichen deutschen Quellen zu vertiefen und ausgewogene Urteile zu fällen. Ganz im Gegenteil. Wer heute Quellenbelege findet und publiziert, die der sowjetischen Propaganda, wonach alle Wehrmachtssoldaten Verbrecher waren, widersprechen, wird üblicherweise als „Wehrmachts-Apologet“ diffamiert.


    Das zeigt sich z.B. an den Reaktionen auf die oben zitierte Studie „Massensterben oder Massenvernichtung?“ von Christian Hartmann.
    Hartmanns Erkenntnisse lösten in der etablierten Forschung einigen Wirbel aus. So kommentierte der neue Chef-Historiker der Forschungsstelle Ludwigsburg, Klaus-Michael Mallmann, anzüglich, dass die differenzierenden Schlussfolgerungen Hartmanns „tendenziell apologetisch“ seien.
    (Vgl. Klaus-Michael Mallmann u.a. (Hrsg.): Deutscher Osten 1939-1945. Der Weltanschauungskrieg in Photos und Texten, Darmstadt 2003, S. 184, Anm. 123).


    Auf ähnlich ablehnende Reaktionen zu stoßen, befürchteten wohl auch die Historiker Reinhard Otto, Rolf Keller und Jens Nagel, als sie 2008 ebenfalls in den Vierteljahrsheften die wegweisende Studie „Sowjetische Kriegsgefangene in deutschem Gewahrsam 1941-1945“ veröffentlichten (VfZ 56 (2008), S. 557-602).
    Denn die renommierten Experten für sowjetische Kriegsgefangene fanden heraus:


    Quote

    „Entgegen der gängigen Forschungsmeinung und im Widerspruch zur anfänglichen Befehlslage hat [neben dem OKW-Verwaltungsgebiet] auch in den angegliederten und besetzten Gebieten eine umfassende Registrierung [der sowjetischen Gefangenen durch das OKH] stattgefunden, zunächst nur in einigen, ab Frühjahr 1942 aber in fast allen Stammlagern […].“ (S. 565). „Für rund die Hälfte aller kriegsgefangenen Rotarmisten existieren somit Karteimittel, die deren individuelles Schicksal dokumentieren. Bisher wurde so etwas für kaum möglich gehalten.“ (S. 597).


    Zur bis dato geltenden Forschungsmeinung habe ich ein Zitat aus einem öffentlichen Vortrag zur 2. Auflage der Hamburger „Wehrmachtsausstellung“ von 2002 herausgesucht. Der Politikwissenschaftler, Bundeswehr-Kritiker und bekannte historische Friedensforscher („Darmstädter Signal“) Wolfram Wette fasste seine Völkermord-Vorwürfe gegen die Wehrmacht vor dem Hintergrund der sowjetischen Kriegsgefangenen so zusammen:


    Quote

    „Der besondere Charakter des deutschen Krieges gegen die Sowjetunion wird auch am Umgang der deutschen Gewahrsamsmacht mit den Millionen kriegsgefangener Rotarmisten erkennbar. Von den etwa 5,7 Millionen gefangen genommenen Sowjetsoldaten starben etwa 57 Prozent, das heißt, etwa 3,3 Millionen. Es handelte sich um ein gewolltes Massensterben, das nach meiner Überzeugung als ein Bestandteil des rassenideologischen Vernichtungsprogramms interpretiert werden muss. In den Kriegsgefangenenlagern sah die hier ausschließlich verantwortliche Wehrmacht die Möglichkeit, die als rassisch minderwertig eingestuften slawischen Menschen zu dezimieren und zugleich „nutzlose Esser“ loszuwerden. Der Vorschlag, die Dimension dieser antislawischen Politik mit dem Begriff „der andere Holocaust“ einzufangen, hat sich bislang bedauerlicherweise noch nicht durchgesetzt.“


    Wolfram Wette, Der Krieg gegen die Sowjetunion – ein rassenideologisch begründeter Vernichtungskrieg, in: Wolf Kaiser (Hrsg.), Täter im Vernichtungskrieg. Der Überfall auf die Sowjetunion und der Völkermord an den Juden, Berlin, München (Propyläen) 2002, S. 15-38, Zitat S. 19.


    Die neuen Erkenntnisse von Otto, Keller und Nagel lassen das von Wette und anderen Forschern der „Freiburger Schule“ angenommene rassenideologische Vernichtungsprogramm der Wehrmacht nun aber völlig unglaubwürdig erscheinen. Tatsächlich steht die Zahl der in Gefangenschaft geratenen Rotarmisten bis heute nicht fest, auch die Opferzahl der in deutschen Lagern umgekommenen russischen Gefangenen ist unsicher, wie die genannten Fachleute konstatieren:


    Quote

    „Dabei wird über Zahlen und Dimensionen seit langem diskutiert. Christian Streit bezifferte die Gesamtzahl der sowjetischen Kriegsgefangenen in seiner grundlegenden Studie „Keine Kameraden“ (1978) mit 5,73 Millionen Personen von denen etwa 3,3 Millionen umgekommen seien. Seine Angaben wurden von späteren Autoren meist übernommen und sind inzwischen geradezu ins öffentliche Bewusstsein übergegangen.“ […] (Otto u.a., Sowjetische Kriegsgefangene S. 558f.)


    Der Kriegsgefangenen-Experte Rüdiger Overmanns, der eine Gesamtzahl von 5,3 Millionen gefangenen Rotarmisten annimmt, räumte dagegen ein, ,,dass es sich bei den angestellten Überlegungen um eine Spekulation handelt, die der empirischen Untermauerung noch bedarf.“ (Ebd., S. 558, Anm. 3).


    Fazit der Autoren: „Eine Antwort auf die Frage nach der Gesamtzahl der sowjetischen Kriegsgefangenen können letztlich nur die Akten der Fronttruppen liefern.“ (S. 593)


    Das von Christian Streit 1978 erstmals in dieser Deutlichkeit skizzierte „Vernichtungsprogramm“ gegen Kriegsgefangene wird häufig auch unter dem vermuteten nationalsozialistischen „Hungerplan“ eingeordnet. Dieser habe sich gegen die gesamte sowjetische Bevölkerung gerichtet. Der wichtigste Vertreter dieser Ansicht ist Christian Gerlach („Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrußland 1941 bis 1944“, Hamburg 2000).
    Andere Historiker wie Johannes Hürter sprechen dagegen eher von einem „Hungerkalkül“ der NS-Führung. Siehe zu diesem strittigen Komplex auch den Wikipedia-Eintrag „Hungerplan“:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hungerplan


    In der Frage der Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen macht ein „Hungerplan“ der Wehrmacht jedoch überhaupt keinen Sinn, wie Otto, Keller und Nagel feststellen:


    Quote

    „Von einer gezielten Hungerpolitik (vgl. Gerlach, Kalkulierte Morde, S.788-859), kann keine Rede sein. Dagegen stehen nicht nur die hier vorgelegten Ergebnisse, sondern auch die Logik. Auf der einen Seite Menschen zu Hunderttausenden vorsätzlich verhungern zu lassen, zugleich aber systematisch Unterlagen anzulegen, die dies für jeden Einzelfall dokumentieren, ist schlecht vorstellbar.“
    (Otto u.a., Sowjetische Kriegsgefangene, S. 596, Anm. 119).


    Reinhard Otto und seine Kollegen kritisierten zudem die verbreitete perspektivische Verengung der Historikerzunft und die regelmäßig erhobenen Apologie-Vorwürfe, nicht nur durch den genannten Professor Mallmann:


    Quote

    „Eine derart schematische Vorstellung lässt freilich kaum mehr Raum für differenzierende Einschätzungen, weil sie auch positiv deutbare Sachverhalte von vornherein negativ interpretiert, wenn nicht gar negiert.“
    Und zu der Kritik Mallmanns an Hartmann:
    „Das führt beispielsweise dazu, Selbstzeugnisse von im Kriegsgefangenenwesen eingesetzten Offizieren, die sich ganz offensichtlich um das Wohl ihrer Gefangenen bemüht haben, von vornherein anzuzweifeln, und Historikern, die solche autobiographischen Aufzeichnungen zusammen mit einer sorgfältigen Kommentierung publizieren, tendenzielle Apologetik zu unterstellen, nur weil die Bewertung offensichtlich eigenen Vorstellungen widerspricht.“ (Otto u.a., Sowjetische Kriegsgefangene, S. 596.)


    Das bedeutet: die zahlreichen völkerrechtskonformen Befehle von Wehrmachtskommandeuren und das humane Verhalten vieler deutscher Soldaten spielen für karrierebewusste Historiker heute keine Rolle mehr. Dagegen werden die verbrecherischen Befehle der Nazi-Führung und deren teilweise Übernahme durch das Heer immer wieder als kollektive Schuld aller Soldaten dargestellt. Das ganze bearbeiten die Forscher dann meist noch unter völliger Ausblendung des sowjetischen Kriegsgegners, der unter Stalin endgültig zu einem gigantischen „Menschenverschleiß- und Vernichtungsstaat“ herangewachsen war.
    (Zitat von Jörg Friedrich, Das Gesetz des Krieges. Das deutsche Heer in Rußland 1941-1945. Der Prozeß gegen das Oberkommando der Wehrmacht, München 1995, S. 823-824.)


    Die Scheinheiligkeit eines solchen Vorgehens hatte schon der Experte für die juristische Ermittlung von Nazi-Verbrechen, Alfred Streim, den Organisatoren der „Wehrmachtssausstellung“ 1995 ins ideologische Stammbuch geschrieben:


    Quote

    „Bei allem ist jedoch einzuräumen, daß es nicht wenige Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten gab, die sich an das Kriegsvölkerrecht hielten oder, wenn sie dieses nicht kannten, nach den Grundsätzen der Menschlichkeit handelten, soweit dies im Krieg möglich ist. Der Sammelbegriff „Wehrmacht“ ist daher zu relativieren.“

    (Alfred Streim, Saubere Wehrmacht? Die Verfolgung von Kriegs- und NS-Verbrechen in der Bundesrepublik und in der DDR, in: H. Heer, K. Naumann (Hrsg.), Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944, Hamburg 1995, S. 569-597, Zitat S. 572.)


    Noch heftiger als bei Hartmann fielen die Reaktionen auf die Dissertation von Klaus Jochen Arnold aus. Arnold hat ja auch die Quellenedition zu Konrad Jarausch mitherausgegeben. Seine Dissertation erschien unter dem Titel: „Die Wehrmacht und die Besatzungspolitik in den besetzten Gebieten der Sowjetunion. Kriegführung und Radikalisierung im "Unternehmen Barbarossa"“, Berlin 2004.


    Hier der Link zur Rezension von Peter Hoeres auf der Seite H-Soz-u-Kult der Humboldt-Universität.


    Im Gegensatz zu vielen anderen Historikern hat Arnold eine sehr intensive Quellenarbeit betrieben. Allein die umfangreichen Fußnoten enthalten eine Fülle von Quellenzitaten. Trotz der manchmal schwierigen Lektüre eine eindrucksvolle Archivarbeit. Arnold konnte danach viele Thesen der bereits erwähnten Standardwerke von Christian Streit („Keine Kameraden“) und Christian Gerlach („Kalkulierte Morde“) schlüssig widerlegen.


    Für das Thema "Dulag 203" ist besonders seine eingehende Untersuchung zu den Ursachen des Massensterbens von sowjetischen Kriegsgefangenen im Winter 1941/42 aufschlussreich. Dazu kann ich vielleicht demnächst noch einige Einzelheiten nennen.


    Beste Grüße, Bodo

    "Die Historiker verfälschen die Vergangenheit, die Ideologen die Zukunft." (Zarko Petan, slowenischer Schriftsteller und Aphoristiker)

  • Quote

    Original von Hertl
    Habe mich jetzt im Internet versucht über das Durchgangslager 203 schlau zu machen aber habe sehr wenig Infos bekommen.


    Hallo zusammen!
    Sehen Sie zum Beispiel
    http://www.obd-memorial.ru/Ima…06-4e89-9de8-345712b5bb45
    http://www.obd-memorial.ru/Ima…fc-4284-9786-ea1b1e62e85f
    300780099
    Priwet,
    Gennadij

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    Suche alles über Fluchtversuche von russischen Kriegsgefangenen

  • Hallo alle zusammen,
    guten Rutsch im Neuen Jahr!


    bei mir in der Hand liegt eine Erkennungsmarke des Kriegsgefangenen DULAG 230, 15 767. Die Marke ist heil, man kann annehmen, dass der Gefangene mindestens die erste Etappe der Gefangenschaft überstanden hat. Aus dem Internet habe ich nur herausgefunden, das dieses Durchgangslager bei Wjasma gewesen sei. Es sollte im Zeitraum 1942-08.1944 existieren, aber im 1943 war Wjasma schon unter Kontrolle der RA. Wurde das Lager vorschoben, oder es wurde nur formal nicht geschlossen? Gibt es die Listen zur Personenidentifikation?


    Vielen Dank für jede Hilfe.


    Gintas