Landesschützenbataillon 773 (B) = (B) für Bahnschutz

  • Hallo zusammen.


    ich bin auf der Suche nach Informationen zur Einheit meines Großvaters. Er diente in der 1.Kp des Landesschützenbataillon 773 (B)
    Lt. WASt war die Einheit dem Militärbefehlshaber Frankreich / Belgien unterstellt. Die Feldpost-Nr war 27065. Würde gerne wissen, ob es Berichte oder Chroniken gibt. Lt Eintragungen ging mein Großvater am 18.04.45 in alliierte Gefangenschaft in Winden bei Karlsruhe. Würde mich über Informationsmaterial oder Tipps ,wo ich was nachschlagen kann, freuen.


    Grüße


    Bernd

  • Hallo Bernd,


    willkommen im Forum :)


    Hier stehen einige Informationen zum Landesschützenbataillon 773 (B) Klick hier


    Gruß


    Reinhard

  • Danke für die schnelle Antwort und die Begrüßung. Ich denke mal, dass das Lexikon der Wehrmacht immer erste Anlaufstelle ist. War auch auf der Seite. Suche aber nach noch mehr Info´s . Ich weiß, dass das nicht einfach ist. Aber vielleicht finde ich ja jemanden hier, dessen Vater oder Großvater auch in der gleichen Einheit war.


    Beste Grüße


    Bernd

  • Was mich nochmal interessieren würde ist, wozu dienten die Einheiten der Landesschützen? Zum einen wurden diese aus Bahnschutzkp. aufgestellt, zum anderen anderen liest man auch über Grenadiere. Wie oder wo kann man diese Einheiten zurechnen. Vergleichbares mit Einheiten der Bundeswehr? Ich selbst war 12 Jahre bei der BW als OF d R. bei einem PzBtl. Gibt es bei den Landesschützen auch eine derartige Zuordnung?


    Beste Grüße


    Bernd

    Edited once, last by Boerni64 ().

  • Hallo Bernd,


    auch wenn Vergleiche mit anderen Armeen immer etwas "hinken": Die Landesschützen-Verbände waren wohl am ehesten mit den Verbänden der (ehemaligen) Territorialen Verteidigung der Bundeswehr vergleichbar; also z.B. Heimatschutz-(Jäger-)Bataillone in Heimatschutz-Brigaden/-Kommandos.
    Die Aufgaben waren meist "bodenständig": Sicherung wichtiger Infrastruktur, Bewachung von Kriegsgefangenen, gegen Ende des Krieges wurden sie dann aber auch für "alles" eingesetzt. Oft gingen sie aber auch in der Aufstellung regulärer Infanterie-Verbände auf.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo,


    hier einmal aus dem "Archiv" des FdW. Früherer Beitrag von Jörg Wurdack:


    Landesschützen-Truppenteile bestanden vor allem aus älteren Soldaten, die teilweise schon im ersten Weltkrieg gedient hatten. Sie sollten vor allem für Sicherungs- und Wachaufgaben sowie zur Kriegsgefangenenbewachung in den rückwärtigen bzw. Besatzungs-Gebieten und in der Heimat verwendet werden. Frühere Bezeichnung (z.B. im ersten Weltkrieg): Landsturm.


    Der größte Teil der Landesschützenbataillone wurde bereits bei Mobilmachung 1939 aufgestellt, allerdings in den Folgejahren mehrfach umbenannt, teilweise in Infanterieeinheiten für die Besatzungsdivisionen oder in Nachschub- und Baupioniereinheiten umgewandelt.
    Im Laufe des Krieges erfolgte die Formierung weiterer Landesschützenbataillone.


    Bei Aufstellung der Sicherungsdivisionen im Frühjahr 1941 wurde eine große Anzahl von Lds.Schtz.Btl diesen Divisionen zugeteilt und 1942/1943 in Sicherungsbataillone umbenannt.


    Zur Führung der Landesschützen in den Heimatwehrkreisen gab es 1939 zunächst pro Wehrkreis einen Divisionsstab und drei Landesschützenregimentsstäbe, alle ohne fest zugeteilte Truppen.
    Beispiel für den Wehrkreis XIII (Nürnberg-Nordbayern):
    Hier war dies zunächst die Div. z.b.V. 413 in Nürnberg und die Rgt. Stäbe 1/XIII Regensburg, 2/XIII Nürnberg, 3/XIII Karlsbad. Alle drei Rgt.stäbe wurden 1940 entweder aufgelöst oder in normale Inf.Rgt.Stäbe umgewandelt, die Aufgaben der Div. z.b.V. 413 übernahm der Kommandeur der Kriegsgefangenen XIII, dem auch die für Kriegsgefangenenbewachung vorhandenen Landesschützen-Btl unterstanden.
    Auch die Bezeichnung der Bataillone wechselte mehrfach, bei Kriegsbeginn zählte man alle Kompanien im Wehrkreis durch, dazu kam in römischen Ziffern die Bataillonsnummer und der Wehrkreis, es ergaben sich dann abenteuerliche Bezeichnungen, wie Landeschützenbataillon IV/XIII (13.-16.Kompanie), aufgestellt in Amberg. 1940 entschloss man sich zu einer Vereinfachung der Bezeichnung, die Wehrkreise erhielten Nummernblocks für ihre Lds.Schtz.Btl, so der Wehrkreis XIII die Nummern 801 & 821, 850; aus dem Btl IX/XIII wurde das Btl 804.


    Gegliedert waren die Bataillone zunächst in Stab und vier gleiche Kompanien, 1940 aufgestellte Bataillone hatten nur drei Kompanien, die ab Sommer 1940 nur für Kriegsgefangenenbewachung aufgestellten Btl dagegen sechs Kompanien.


    Bewaffnung nur mit leichten Infanteriewaffen, meistens nur Gewehre und wenige MG, keine schweren Waffen, kaum Fernmeldegerät. Die bei den Sicherungsdivisionen oder den Sicherungsregimentern eingesetzten Landesschützen hatten in etwa die Bewaffnung eines Infanteriebataillons.
    Landesschützenbataillone im ''Reich'' waren mehr oder weniger bodenständig, verfügten also kaum über Fahrzeuge, Tross , Feldküche usw., und waren auf ortsfeste Versorgungseinrichtungen angewiesen.



    Viele Grüße
    Steffen

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

  • Hallo Peter


    Kannst du mir einige Details erklären ?


    hier einmal aus dem "Archiv" des FdW. Früherer Beitrag von Jörg Wurdack:
    ...


    Zur Führung der Landesschützen in den Heimatwehrkreisen gab es 1939 zunächst pro Wehrkreis einen Divisionsstab und drei Landesschützenregimentsstäbe, alle ohne fest zugeteilte Truppen.
    Beispiel für den Wehrkreis XIII (Nürnberg-Nordbayern):
    Hier war dies zunächst die Div. z.b.V. (kannst du das ausschreiben bitte ?) 413 in Nürnberg und die Rgt. Stäbe 1/XIII Regensburg, 2/XIII Nürnberg, 3/XIII Karlsbad. Alle drei Rgt.stäbe wurden 1940 entweder aufgelöst oder in normale Inf.Rgt.Stäbe umgewandelt, die Aufgaben der Div. z.b.V. 413 übernahm der Kommandeur der Kriegsgefangenen XIII, dem auch die für Kriegsgefangenenbewachung vorhandenen Landesschützen-Btl unterstanden.
    Auch die Bezeichnung der Bataillone wechselte mehrfach, bei Kriegsbeginn zählte man alle Kompanien im Wehrkreis durch, dazu kam in römischen Ziffern die Bataillonsnummer und der Wehrkreis, es ergaben sich dann abenteuerliche Bezeichnungen, wie Landeschützenbataillon IV/XIII (13.-16.Kompanie), aufgestellt in Amberg. 1940 entschloss man sich zu einer Vereinfachung der Bezeichnung, die Wehrkreise erhielten Nummernblocks für ihre Lds.Schtz.Btl, so der Wehrkreis XIII die Nummern 801 & 821, 850 (das heisst 801 und 821 und 850 ? oder 801 bis 821 (mit 804 inbegriffen) ?; aus dem Btl IX/XIII wurde das Btl 804.


    Gegliedert waren die Bataillone zunächst in Stab und vier gleiche Kompanien, 1940 aufgestellte Bataillone hatten nur drei Kompanien, die ab Sommer 1940 nur für Kriegsgefangenenbewachung aufgestellten Btl dagegen sechs Kompanien. (Kennst du Einzelteil für LSB 201, 203 (4 Knien ?), 206 (6 ?), 208 (4 ?), 211, 213, 215, 216, 218, 223 (6 ?), 224 (6 ?) und 337 (6?) ?)
    ...


    Landesschützenbataillone im ''Reich'' waren mehr oder weniger bodenständig (aus der Gegend stammenden Leute ?), verfügten also kaum über Fahrzeuge, Tross , Feldküche usw., und waren auf ortsfeste Versorgungseinrichtungen angewiesen.



    Danke und Viele Grüße
    Trebor

  • Hallo Trebor,


    Div. z.b.V. - Division zur besonderen Verwendung


    Ich würde die Aussage so interpretieren 801 und 821.


    bodenständig, heißt nicht, daß dabei nur Leute aus der Gegend eingezogen wurden, sondern sagt etwas über den Grad der Beweglichkeit und inwieweit sich eine Einheit auf lokale, ortsfeste Strukturen stützt, aus.


    Weitere Infos zu einzelnen Landesschützenbtl. habe ich nicht.


    Viele Grüße
    Steffen

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

  • Hallo ...


    "Lt Eintragungen ging mein Großvater am 18.04.45 in alliierte Gefangenschaft in Winden bei Karlsruhe. "


    Winden ist zwar nicht weit von Karlsruhe, aber gehört zur Pfalz, Kreis Gemersheim.


    Gruss Andreas

    Heine ist von den meisten anderen Dichtern verschieden, weil er alle Scheinheiligkeit verachtet ... (Elisabeth von Österreich)

  • Moien,

    die Einheit war speziell für den Bahnschutz im besetzten Westen aufgestellt worden, daher auch das B. Gab es weitere solcher speziell für den Bahnschutz aufgestellte Landesschützenbatatallion? Habe die Einheit in einem Wehrpaß entdeckt.

    h.

  • Hallo AviaB.33,


    Das Landesschützenbataillon 485 B unterstand dem Militärbefehlshaber Belgien-Nordfrankreich; im Juni 1941 befanden sich die folgenden Bataillone in Belgien und Nordfrankreich :

    - Landesschützenbataillon 773 B in Mechelen

    - Landesschützenbataillon 770 B in Brügge

    - Landesschützenbataillon 774 B in Hasselt

    - Landesschützenbataillon 771 B in Wépion

    - Landesschützenbataillon 484 B in Lille

    - Landesschützenbataillon 485 B in Charleroi

    Hauptaufgabe dieser Bataillone war die Bewachung von Brücken, Tunnel und Bahnhöfen; die Wachen hatten eine Stärke von 6 bis 14 Mann.

    Zusätzliche Aufgaben :

    - Bewachen der Transporttrassen durch Patrouillen

    - Bereitschaft für den Einsatz an Notfahrplanstrecken und Notfahrplanumleitungsstrecken

    - Bewachung von Sonerzügen auf Befehl des OKH

    - Bekämpfung von gelandeten feindlichen Fallschirmjägern

    - Feststellung von Schäden durch feindliche Luftangriffe.

    Bis auf das Landesschützenbataillon 774 B blieben die übrigen 5 Bataillone bis September 1944 dem Militärbefehlshaber Belgien-Nordfrankreich unterstellt und nahmen im Anschluss an den Kämpfen gegen britische Truppen am Albertkanal (Landesschützenbataillon 484 B) und gegen amerikanische Truppen im Osten (Landesschützenbataillon 771 B) und Nordosten (Landesschützenbataillone 770 B & 773 B) Belgiens teil.

    Das Landesschützenbataillon 771 B wurde am 08.09.1944 der 89. Infanterie-Division unterstellt und nahm an den Rückzugskämpfen von Theux (südlich von Verviers) über Jalhay bis in den Raum Höfen - Harperscheid teil. Im Oktober 1944 kämpfte das Bataillon dann nördlich von Aachen.

    Gruss


    Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    Quote

    Was mich nochmal interessieren würde ist, wozu dienten die Einheiten der Landesschützen? Zum einen wurden diese aus Bahnschutzkp. aufgestellt, zum anderen anderen liest man auch über Grenadiere. Wie oder wo kann man diese Einheiten zurechnen. Vergleichbares mit Einheiten der Bundeswehr? Ich selbst war 12 Jahre bei der BW als OF d R. bei einem PzBtl. Gibt es bei den Landesschützen auch eine derartige Zuordnung?

    neben dem hier schon gegebenen Erklärungen war noch die Frage offen ob es ähnliche Einheiten wie die hier besprochenen Landesschützen

    bei den BW gab. Da die BRD (bis 1989) nicht ansatzweise so militarisiert war wie das Dt. Reich (ab 1933) ist das ganze nur grob wenn überhaupt

    vergleichbar.


    Es gab bei jeder Division der BW ein Sicherungsbataillon das im Frieden nur als Geräteeinheit bestand.

    Bei der 7. Pz.Div. (Unna) war das zum Beispiel das,


    Sicherungsbataillon 78 (GerEinh) [Stärke 551] Paderborn

    1./SichBtl 78 (GerEinh)(Stabs- und Versorgungskompanie) [ Stärke125]

    2./SichBtl 78 (GerEinh) (Sicherungskompanie)[Stärke 142]

    3./SichBtl 78 (GerEinh) (Sicherungskompanie)[Stärke 142]

    4./SichBtl 78 (GerEinh) (Sicherungskompanie)[Stärke 142]


    Quelle OOB BW 1998 O.W. Dragoner


    Die Einheit wurde im Spannungsfall durch Reservisten und Ausbildungseinheiten aufgefüllt und war von sehr beschränktem Kampfwert.

    Das ist wohl die größte Schnittmenge zwischen BW/WH

    Gruss Dieter

  • Guten Abend, Hallo, Hallo zusammen....


    Landesschützenbataillon 484 B wurde begin Oktober 346. Infanterie Divison unterstellt im Raum Putte-Ossendrecht-Calven-Hoogerheide-Huybergen-Woensdrecht (Gemeinde Woensdrecht , Niederlande ) im Kampf gegen 2.Canadische Infanterie Division.

    Restteile 744.Grenadier Regiment (711.Infanterie Division) westl. Putte war auch 346.I.D unterstellt.

    Einige Kompanieën Ls.Btl.484 waren auch G.R.744 unterstellt.


    Grüße....