Kurioses und Absonderliches

  • Hallo Zusammen,

    Ihr kennt doch Kleiderkammern: Passt! Passt immer

    Bei mir war das etwas anders. Ich wurde bei der Anprobe auf der Kleiderkammer bei jedem einzelnen Teil gefragt was zu tun ist, wenn ein Teil nicht mehr passen sollte. Die Antwort war stets "Dann kommst Du her und tauscht es um". Als letztes kamen die Kopfbedeckungen dran. Auch hier die Frage für den Fall der Fälle, auf die ich mit Umtausch antwortete. Der "Kleiderbulle" korrigierte: "Falsch! ... Dann gehst Du zum Friseur!"

    Gruß Christian

    Dankbar für Informationen über: (Pz)PiBtl 51, PzPiErsBtl. 19, PiBtl 675 (116 PD), PiBtl 203 (203 ID)

  • Hallo,

    schade, dass die Bootsnummer nicht zu erkennen ist. Gehe auch davon aus, dass es kein Ramming mit einer Brücke gab. Eher beim Ab-oder Auftauchen eine ,,Bekanntschaft" mit einem Schiff.

    MfG Wirbelwind

  • Hallo zusammen,

    das von kruppstahl eingestellte Bild ist sehr interessant. Hat mich gleich angespornt, ein fragliches U-Boot zu suchen :).

    Grundsätzlich sind ja keine Bootsnummern bei den U-Booten wärend des Krieges erkennbar. Viele U-Boote hatten Malings an den Türmen aufgetragen. Hier scheint mir kein Maling erkennbar. Dennoch dürfte es ein U-Boot vom Typ IX A sein. Hier habe ich U 37 im Visier. Das U-Boot hatte eine Kollision am 16.03.1941 mit einen feindliche Tanker der das U-Boot überlief. Dabei wirde die vordere Turmverkleidung nach achtern gedrückt. Das U-Boot lief am 21.03.1941 in Helgoland ein. Das U-Boot wurde in Kiel instand gesetzt und anschließend als Schulboot eingesetzt. U 37 bekam später den neuen Turm vom Typ XXI zu Versuchszwecken eingebaut.

    Mal schauen ob ich richtig liege :)

    Gruß

    Lothar

  • Hallo Lothar,

    das U-Boot ließ sich von einem feindlichen Tanker überlaufen? Da haben sie wohl auf der Brücke nicht so richtig aufgepasst oder hatten technische Schwiergkeiten - denn so ein Tankschiff ist ja nicht grade das Paradebeispiel für Manövrier- und Spurtfähigkeit, da vergeht einige Zeit, bis der Kahn auf mich eingedreht hat und dann noch herankommen kann...

    Gruss aus Berlin

    Henry

  • Hallo Henry,

    das U-Boot lief ein Unterwasserangriff auf einem Konvoi und der Tanker war plötzlich da, schob sich über das Vorderschiff und drückte dabei die Turmverkleidung nach achtern.

    Mal so gesagt: "Man macht einen Rundblick mit dem Sehrohr, schaut wieder nach vorne und es war zu spät".

    Das gute ist, die Mannschaft plus U-Boot kam in Helgoland an.

    Gruß

    Lothar

  • Hallo Lothar,

    man könnte hier dann wohl auch sagen "Es ist im Eifer des Gefechts passiert".

    Ich nehme an, es hat nur die Blechverkleidung des Turmes zerknittert - und der Druckkörper blieb intakt. Sehrrohr und MG auf der Brücke machen ja auch noch einen ordnungsgemäßen Eindruck.

    Glück gehabt.

    Gruss aus Berlin

    Henry

  • Hallo Henry,

    um es vorweg zu sagen:

    Von der Seefahrt usw. habe ich null Ahnung.

    Bin neben eher eine Landratte 8)

    Nur frage ich mich, was denn an Lothars Ausführung nicht stimmig sein soll ?

    So wie ich das sehe, bzw. verstehe, tauchte das U-Boot auf und wurde von einem Schiff unterhalb der Wasseroberfläche gerammt.

    Alles andere ergibt für mich auch keinen Sinn.

    Warum sollte denn ein Tankschiff, unbewaffnet, um U-Boote bekämpfen zu können,

    auf die Idee kommen, ein an der Wasseroberfläche schwimmendes U-Boot zu rammen ?

    Ein Torpedo und das war es dann mit dem Kahn.

    Lg Andre

    Ps: Lothar hat es gerade richtig erklärt !!

    Erst wer den Dreck des Lebens gegessen hat, weiß wie schön dieses ist !!!

  • Hallo Andre,

    mal sehen, ob ein Gefechtsbericht auftaucht, der uns Auskunft gibt. Dass was passiert ist, steht ja ausser Zweifel, nur unter welchen Umständen das geschah? Wieso fahre ich so dicht an die anzugreifenden Schiffe heran, dass ich mit denen in körperlichen Konflik kommen könnte? Hat der Konvoi während meines Angriffs unvermutet gezackt und kam unbemerkt auf das U-Boot zu?

    Zugegeben, mir fehlt auch die Expertise, was sich da tatsächlich abspielt an Geräuschen, deren sauberer Einschätzung, möglichen Problemen und das unter dem Stress eines Unterwasser-Angriffs.

    Gruss aus Berlin

    Henry

  • Hallo,

    U 37 kann sich auch innerhalb eines feindl. Konvois bewegt haben, um zum ,,Schuss" zu kommen. Beim Auf-oder Abtauchen kam es dann zur Karambolage. Es scheint ja nochmal glimpflich abgelaufen zu sein. Vielleicht tauchen ja noch Dokumente auf, aus denen der konkrete Sachverhalt geschildert wird.

    Übrigens gelang es Peter Cremer, genannt ,,Ali Wrack", und seiner Besatzung U 333 mit wesentlich größeren Schäden wieder nach Hause zu bringen (zerstörter Bug).

    MfG Wirbelwind

  • Hallo zusammen,

    vielleicht sollten e n d l i c h einmal Fakten und Zusammenhänge genannt werden ..... :rolleyes: :/ :

    U 37 (KaptLtn. Nico Clausen) operierte Mitte März 1941 nordwestlich des Nordkanals mit 4 anderen U-Booten (U 74, U 99, U 100, U 110).

    Am Abend des 15. März entdeckte U 110 den Konvoi HX 112 (41 Schiffe, Sicherung durch die 5th Escort Group mit 5 Zerstören und 2 Korvetten). Im Verlauf der nächsten 26 Stunden wurden 5 Handelschiffe versenkt und 2 torpediert.

    Die deutschen Angreifer zahlten dafür einen hohen Preis:

    Am Mittag des 16. März bricht U 37 in den Konvoi ein, wird aber am nachmittag vom Zerstörer HMS Walker gerammt und mit Granaten beschossen und und schwer beschädigt knapp entkommen.

    In der Nacht auf den 17. März werden beiden die beiden U-Boot-Asse Kretschmer (U 99) und Schepke (U 100), beim Versuch in den Konvoi einzudringen, u.a. durch die beiden Zerstörer HMS Walker und HMS Vanoc mit Wasserbomben zum Auftauchen gezwungen, gerammt und anschließend mit hohen Personalverlusten versenkt!

    U 37 wurde nach Reparaturen von der 2. U-Flottille in Lorient zur 26. U- (Schul-)Flottile nach Pillau verlegt.

    Wie man sieht, handelte es sich für beide Seiten um eine ziemlich blutige, verlustreiche Aktion, von der ich nicht verstehe, was diese in der Rubrik "Kurioses und Absonderliches" zu suchen hat =O ??

    Nachdenkliche Grüße

    Atlantis

  • Hallo,

    bliebe vielleicht zu Kretschmer und Schepke folgendes nachzutragen. Kretschmer wurde aufgebracht, wie von Atlantis bereits beschrieben und geriet in britische Gefangenschaft. Schepke hatte weniger Glück. Er fand bei diesem Gefecht den Seemannstod. Das U 37 den gleichen Konvoi angriff, wie U 99 und U 100, war mir nicht bekannt.

    MfG Wirbelwind

  • Hallo Wirbelwind,

    vielen Dank für Deine Ergänzung.

    Interessanterweise besaßen bzw erhielten a l l e 5 deutschen U Bootkommandanten das Ritterkreuz

    Der Kdt von U 110, Julis Lemp starb, knapp 7 Wochen später, ebenfalls den Seemannstod.(Wobei die Todesumstände letzlich ungeklärt sind)

    Bei der Aufbringung von U 110 wurde neben wertvollstem Schlüsselmaterial auch eine funktionsfähige ENIGMA erbeutet; ein Umstand der gravierende Konsequenzen für die dt U-Bootkriegsführung mit sich brachte!

    Beste Grüsse

    Atlantis

  • Hallo zusammen,

    erst einmal vielen Dank für die Ergänzungen. Mir ging es um das abgebildete U-Boot. Mein interesse bestand darin, welches U-Boot könnte es sein? Nicht die Hintergründe. Im www auf den unterschiedlichsten Seiten wird viel geschrieben. Ob das den Tatsachen entsprechen :/

    Dieses Zitat

    Quote

    Am Mittag des 16. März bricht U 37 in den Konvoi ein, wird aber am nachmittag vom Zerstörer HMS Walker gerammt und mit Granaten beschossen und und schwer beschädigt knapp entkommen.


    zweifele ich an.

    Im U-Boot-Achiv Wiki ist das vermerkt:

    "U 37 - Nordatlantik - 11:28 - Dampfer gesichtet. Alarmtauchen. Von Flugzeug unter Wasser gedrückt. 12:00 - Geleitzug in Sicht. 24 Dampfer + Geleitsicherung. Dem ersten Zerstörer ausgewichen. 13:11 - Torpedo auf Dampfer geht fehl. Tanker kommt mit Lage 0 auf das Boot zu. Er schiebt sich über das Vorschiff. Alles dicht. 14:26 Uhr - Aufgetaucht. Austieg durchs Dieselluk. Turmluk läßt sich nicht öffnen. Schäden durch das rammen: vordere Turmverkleidung nach achtern gedrückt, Peiler und Antennenschacht abgefahren, Am Geschütz fehlt Aufsatzbogen, die E-Trommel und die Visierarme. Netzabweiser ist weg, Oberdeck aufgerissen. Boot ist nur noch beschränkt tauchklar. Einsatz weiter als Wetterboot."

    Diese Seite vertraue ich doch ein wenig mehr :)

    Auf der Seite "Historisches Marinearchiv" wird auch von einer "Überfahrt eines Tankers" gesprochen.

    Quote

    Wie man sieht, handelte es sich für beide Seiten um eine ziemlich blutige, verlustreiche Aktion, von der ich nicht verstehe, was diese in der Rubrik "Kurioses und Absonderliches" zu suchen hat =O ??

    Dazu möchte ich anmerken, das der Einsteller des Bildes die Hintergünde nicht kennt. Für den Einsteller war der doch "geglättete" U-Boot-Turm das "Kuriose und Absonderliche", nicht der Hintergrund.

    Nicht alles auf die Goldwaage legen, das Leben ist Ernst genug ^^

    PS: Ich habe auch in einem anderen Forum angefragt, ob es sich hier vermutlich um U 37 handelt könnte. Habe leider noch keine sichere Informationen bekommen, bleibe aber dran.

    Viele Grüße

    Lothar

  • Hallo,

    für diejenigen, die es interessiert. Otto Kretschmer wird am 21. März 1941 außerplanmäßig zum Korvettenkapitän befördert. Außerdem erhielt er am 26.12.1941 die Schwerter zum Eichenlaub des Ritterkreuzes. Zu dem Zeitpunkt war er wohl der erste Marineoffizier, der diese hohe Auszeichnung erhielt. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich bereits in britischer Gefangenschaft (17.03.1941). Außerdem erfolgte am 01.09.1944 seine Beförderung zum Fregattenkapitän.

    Zu dem von Atlantis bereits erwähnten Gefecht am 16.03.1941 mit Schiffen des Konvois HX 112 noch folgende Anmerkungen. Lt. U-Boot-Archiv hatte Kretschmer all seine Torpedos am 16.03.1941 verschossen und 5 Schiffe des besagten Konvois versenkt. Er war daher auf dem Rückmarsch. als er am 17.03.1941 in der Frühe vom Zerstörer ,,Walker" geortet und so schwer mit Wasserbomben belegt wurde, dass er mit seinem beschädigten Boot auftauchen musste. Danach wurde er mit einem Teil seiner Besatzung gefangen genommen, ehe das schwerbeschädigte Boot sank.

    Was den Tod von Kaleu F. J. Lemp angeht, so soll er von den Briten erschossen worden sein, als er versuchte, U 110 zum Sinken zu bringen. Ihm war bewusst, dass sich an Bord seines Bootes Entschlüsselungsunterlagen befanden, die den Engländern wegen Enigma nicht in die Hände fallen durfte. Gerade darauf waren aber die Engländer erpicht. U 110 wurde aufgebracht und die Codebücher für Enigma M3 wechselten den Besitzer.

    MfG Wirbelwind

  • Hallo,

    vielleicht diese kleine Ergänzung noch. Kretschmer muss sich mit seinem Boot in Überwasserfahrt befunden haben. Bei Sichtung des Zerstörers tauchte er weg. HMS ,,Walker" konnte ihn dann mit Sonar orten und später zum Auftauchen zwingen, So steht es jedenfalls im Internet.

    MfG Wirbelwind