Kurioses und Absonderliches

  • Hallo,


    ja, mein Vater hatte keinen Handwerksberuf und bekam damals als Offizier zunächst keine Anstellung. Später durfte er dann auf einer Kasernenbaustelle der US - Army Gräben ausheben, bis er dann als Musiker ins US - Casino zitiert wurde. Ab da gab es sogar ab und zu Süßigkeiten. Später dann eine Anstellung bei der Stadt.

    ( Ich ließ mich viele Jahre später in dem besagten Casino bewirten, da ich beruflich mit der MP/MPI/CID zu tun hatte. - So ein Zufall).


    Gruß Karl

  • Tag allerseits,


    "früher war alles besser".....von wegen! Die Hungerjahre von Ende 1944 bis fast bis zur Währungsreform (1948) waren ein Graus. Da ist immer von Care-Paketen die Rede. In unserer Gegend gab es so etwas nicht.

    Wahrscheinlich "kassierte" sie damals irgend jemand. Die Schulspeisung, die irgendwann im Laufe des Jahres 1946 einsetzte, bestand anfangs nur aus matschigen Breisorten und süßen Suppen. Fleisch oder Wurst:

    Fehlanzeige. Da gab es in unserer Gemeinde "wichtigtuende Frauen", die das Verteilen der Schuspeisung "organisierten" und die sahnten auch ab, wenn es qualitativ bessere Dinge gab (Weizengebäck, Drops usw.).

    Eigentlich eine Schande, dass man die ausgehungerten Kinder noch beklaute!


    Trotz der widrigen Umständen mussten wir mitunter am Morgen - vor der Schule - in die Kirche. Damals war es nichts Besonderes, dass Mitschüler einfach aus der Bank kippten, so ausgelaugt waren sie. Aber den Unsinn

    mit diesen frühmorgendlichen Pflichtbesuchen in der Kirche nach sogenannten "Bittgängen" und Schulgottesdiensten behielt man bei.


    Grüße

    Bert

  • Hallo Bert,


    da hattest Du aber voll in was Weiches gegriffen. Diese Hungerjahre musste ich nicht mitmachen.Bin auch später geboren als Du.Bei uns gab es einfaches Essen, aber gehungert hat keiner in der Familie. In Anbetracht dessen, dass jeder in den 40, 50, 60 ziger Jahren Geborene seine eigenen Erfahrungen mit der Ernährung machte, habe ich auch so meine Zweifel, ob immer ,,früher alles besser war". Anders auf jeden Fall.

    MfG Wirbelwind

  • Hallo,

    "früher besser", na ja Nach meiner Patentante war alles unter dem Kaiser besser und nach ihrer Schwester, meine eine Grossmutter waren früher die Sommer wärmer und die Winter kälter. Es war einfach nur anders. Ich durfte mit vier Jahren drei Km ins Nachbardorf zum Friseur laufen. Nachmittags mit Bauern aufs Feld fahren und im Herbst Kartoffeln lesen, meistens gab es dafür so zwischen 20 und fünfzig Pfennig, ber auch geröstete Kartoffeln vom Feuer und oft eine Scheibe Brot mit Leber§,Blutwurst oder Schwartemagen. Brot im Backhaus gebacken und Wurst aus der Hausschlachtung. Was besseres gibt es nicht. Es war für mich eine schöne Zeit, aber die heutige Zeit ist auch schön, aber anders.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Guten Morgen,


    Früher war alles besser? Ausschlaggebend dafür denke ich ist die Größe des Erfolges, wenn man richtig Hunger hat, ist Nahrungsaufnahme die totale Befriedigung, egal was auf dem Tisch steht. Wer kennt nicht den Spruch: Was auf den Tisch kommt, wird gegessen!


    Heute hat man nicht nur in Bezug auf Nahrung die „Qual der Wahl“ bei Qualität und Quantität. Mehr Freiheitsgrade sind schön, können aber auch stressig sein. (China-Buffet – was kommt zuerst auf den Teller? Ok, das sind Peanuts im Vergleich zu einem Neandertaler, der so mit seinem Speer das Mammut abstechen will).


    Kirche – oder besser Religionsunterricht - ein wesentlicher Bestandteil davon war, ganze Lieder, Psalmen usw. auswendig zu lernen, um diese in der nächsten Unterrichtsstunde aufsagen zu können. Und das Mitte der Siebziger – heute wohl pädagogischer Unsinn.


    Grüße

    george

  • Hallo zusammen!


    Auch ich habe Zweifel an den "guten, alten Zeiten".

    Ja es war vielleicht "stressfreier", nicht so terminorientiert, man war nicht ständig erreichbar, die Luft und die Umwelt waren sauberer.

    Aber: Gesundheitsversorgung, daraus resultierend die Lebenserwartung, viel manuelle Arbeit, keine Zentralheizung und Kühlschrank, nicht "einmal schnell zum Essen gehen", viel zu Fuß und das auch noch barfuß und und und

    Man lebt im "Jetzt", keine Ahnung was unsere Urenkel eine Tages über unsere Zeiten sagen werden.


    Gruß Stephan

    Suche alles zur Waffenschule des AOK 1

  • Hallo,


    Man lebt im "Jetzt",

    Genau das ist der Knackpunkt.

    Es liegt an jedem selbst wie er sein Leben gestaltet; zumindest bis zu einem gewissen Grad.

    Ich selbst habe mich in meinem Leben manchem Stress ausgesetzt und nichts bereut, aber ich hätte auch einen anderen Weg gehen können. Diese Freiheit bietet unsere Demokratie weitgehend.

    Zugegeben, es ist nicht einfach sich dem allgemeinen Trend und Zeitgeist zu entziehen, aber man kann sich auch ab und zu eine kleine Auszeit außerhalb des Urlaubs gönnen, sein eigenes Leben überdenken oder sich einen Freiraum schaffen. Das bedeutet nicht, dass man gleich den Weg eines Aussteiger gehen muss. So hat eben jede Zeit ihre vor und Nachteile, glaube aber dass heute die Vorteile überwiegen.

    Bei den Ruheständlern wie mir sowieso.


    Gruß Karl

  • Hallo Stephan,

    ohne dir jetzt großartig wieder sprechen zu wollen,

    aber das die Luft und die Umwelt sauberer waren, bezweifel ich aber stark.

    Der Rhein z.b., direkt vor meiner Haustür, war in meiner Kindheit ein stinkender, mit allerlei belasteten Giftstoffen verseuchter Fluss.

    Dank der ganzen Klärwerke heute mit "fast" Trinkwasser Qualität.

    Das Steag-Kraftwerk, heute stillgelegt, pustete ungefiltert Schwefel in den Himmel, den man meilenweit gegen den Wind riechen konnte.

    Heute zum Glück undenkbar.


    Lg Andre

    Erst wer den Dreck des Lebens gegessen hat, weiß wie schön dieses ist !!!

  • Hallo zusammen


    Mit der sauberen Umwelt ist das so eine Sache!

    Wenn du mal die Entwicklung der Lebenserwartung von Bergmännern im Erzbergbau ansiehst oder die Umweltschäden die heute von den Abraumalden ausgehen!

    Auf dem flachen Land weitab vom Schuss war es bestimmt besser!

    Wenn du früher ernsthaft krank wurdest wärest du froh gewesen wenn ein RTW per Handy zu erreichen gewesen wäre.

    Keine Rose ohne Dornen!

    Ich möchte nicht in früheren Zeiten leben, trotz allen Probleme heute!

    Machen wir daß Beste aus unseren Möglichkeiten


    Gruß Arnd

  • Hallo,

    melde mich auch nochmal zu Wort. Es mag ja Gegenden in Deutschland gegeben haben, wo auch vor 70, 60 Jahren die Umwelt/Natur in Ordnung war. Da wo ich herkomme, leider auch nicht. Textilindustrie und das Großkraftwerk in der Nähe, mit Braunkohle befeuert, verpesteten die Luft mit Asche und Feinstaub immens und machten aus der Neiße und deren Nebenflüsse stinkende Kloaken. So etwas möchte ich nicht wiederhaben. Den Zusammenhalt/die Zufriedenheit schon. Diese Zeit kommt aber nicht mehr wieder. Es liegt an jedem selbst, wie er sein Leben gestaltet, ob er alles mögliche mitmacht oder sich ab einem bestimmten Punkt ausklingt. Bei allen existierenden Schwächen in unserem Gesundheitssystem, wir können schon froh sein, dass in der Regel im Bedarfsfall ruck zuck Hilfe da ist.Gerade auch bei den Volkskrankheiten Herz-u. Hirninfarkt nicht zu unterschätzen. Sofern genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen oder man bereit ist, zu verzichten, ist eine gesunde Ernährung nicht das Problem. Allzu häufig wird auf hohem Niveau gejammert. Vielmehr treibt mich um, dass die Gesellschaft immer mehr auseinander triftet.Wenn ich an die gegenwärtigen, unglückseligen Diskussionen zum Thema Rassismus denke, wird mir doch ein wenig Angst, wo das enden soll. Da war es früher anders.

    MfG Wirbelwind

  • Hallo,

    meine Kindheit und Jugend verbrachte ich in einem kleinen Dorf in Dithmarschen, Schleswig-Holstein, kurz hinterm Nordseedeich. Der Wind wehte, mal als leichte, kühlende Brise oder dann wieder als ausgewachsener Sturm, aber er wehte immer.

    Wie konnte da die Luft schlecht sein?

    Sie konnte! Untersuchungen ergaben, dass eben dieser Wind Stäube etc. aus den Industrierevieren des Vereinigten Königreichs über die Nordsee trug und bei uns ablud. Die Mengen waren nicht gravierend, zeigen aber die Tragweite (konkret und metaphorisch) der industriellen Reproduktion die vor rd. 250 Jahren in GB begann und inzwischen globale Ausmaße angenommen hat, man spricht vom Zeitalter des Anthropozäns, vom Menschen gemacht.


    Ein guter einführender Artikel dazu, wie immer, bei Wikipedia.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Anthropozän

    Auch sehr lesenswert im Zusammenhang mit der Frage, ob früher alles besser war:

    Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist, von Hans Rosling u.a. 2019

    .

    Weiter interessant, Karl Marx beginnt sein drei Bände umfassendes Werk Das Kapital mit folgendem Satz:

    "Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine "ungeheure Warensammlung,....." (Karl Marx, Das Kapital, Erster Band, Berlin 1982, S. 49)

    Was würde er heute, mehr als 160 Jahre später, wohl schreiben?

    Er und Hegel bemühten die Dialektik um die widersprüchliche Entwicklung zu verstehen und aufzulösen. Sollten wir auch mal probieren.


    Beste Grüße


    Paul








    G-W-G'

  • Hallo zusammen,


    jeder lebt und muss in seiner Zeit leben, in die er hineingeboren wurde, wenn er leben will.

    Niemand kann sich das Zeitalter heraussuchen in dem er leben möchte.

    Das ist mein Motto und so bin ich - zwar nicht mit allem zufrieden - aber damit, dass ich die Zeitumstände an sich nur marginal beeinflussen kann, wenn überhaupt, kann ich sehr gut leben. Zufriedenheit kann man bis zu einem bestimmten Grad auch lernen. Unzufriedenheit macht nur krank und u. U. lebensmüde. Überhaupt, was kann die Medizin heute alles leisten, auch wenn es manchmal dauert. Die Älteren unter uns würden vielleicht nicht mehr leben - einschließlich mir selbst.

    Wir haben in Deutschland und Europa in jüngerer Zeit noch nie in einem so langen Zeitabschnitt keinen Krieg gehabt. Genießen wir unser Zeitalter und unsere Lebensumstände; jeder Tag zählt.

    Ich war im Frühjahr in Indien, ein Urlaub der, zwar nicht gewollt, aber mein Zufriedenheitsgefühl, nicht nur in in Deutschland bestärkt hat.


    Grüße von Karl

  • Guten Morgen,

    zum Stichwort "saubere Luft" und "Umweltschäden" im 2. Weltkrieg folgende Überkegungen:

    In beiden Weltkriegen lief jahrelang die Kriegsindustrie auf Hochtouren, ohne Rücksicht darauf, wie es rauchte und qualmte. Im Gegenteil, dier Rauchwolken entzogejnh manche Zielräume der Sicht aus Flugzeugen.

    Die nach Luftangriffen brennenden Städte vereuchten durch zig Kilometer lange Rauchschleier die Luft - wir waren im Oberbergischen Kreis evakuiert und konnten tagelang den Brandgeruch von Köln wahrnehmen.

    Man denke auch an die Hinterlassenschsften explodierter Bomben und Granaten im Boden.

    Und an die Ölmengen aus versnkten Schiffen.

    Und ich erinnere mich noch, wie im Bergischen ganze Fichtenwälder abgeholzt wurden, weil man das Holz für die Stollenabstützung in Bergwerken brauchte.

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

  • Hallo Wirbelwind, hallo Gebhard, Ihr gebt mir die Stichworte "saubere Luft und Umweltschäden nach dem Krieg".

    Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Umwelt auf 'Deubel komm raus" belastet.

    Die Stadt Nordhausen am Harz, die Eisenbahnabteile, die Raststätte, die Wohnräume - alles stank in der DDR nach Phenol

    trotz weiter Entfernung der Chemiewerke Halle-Bitterfeld.

    Bräunlicher Staub bedeckte Häuser und Böden, vermutlich von ungefilterten Braunkohle-Heizungen.

    Freizeitmöbel mussten vor der Benutzung gereinigt werden.

    Als ich nach der Wende mal bemerkte: "Es riecht gar nicht mehr nach Phenol." kam die Antwort: "Haben wir gar nicht bemerkt".

    In Westeuropa war es kaum besser.

    Die Schweizer Chemiestadt Basel stank bei Ostwind nicht nach Phenol, aber nach anderen Chemikalien.

    Die Abwässer der Chemie- und Pharmawerke von Schaffhausen bis Basel liefen ungefiltert in den Hoch-und Mittelrhein.

    Sogar die kommunalen Abwässer der großen Stadt Basel wurden nur mechanisch von groben Rückständen gereinigt.

    Auf dem Flussboden setzten sich Chemikalien aller Giftklassen ab.

    Französische Kaliwerke spülten Abraum in den Mittelrhein.

    Die Holländer pumpten Flusswasser durch Sanddünen zwecks Filterung.

    Erst seit 1975 sorgten neu entwickelte biologische Abwasser-Reinigungsanlagen auf Deutscher und Schweizer Seite für sauberes Rheinwasser.

    Man konnte wieder im Rhein baden..

    Mehr und mehr Filter der Chemie- Werke vom Bodensee bis Basel verbesserten die Luft.

    Der Luft-Qualitäts-Index auf dem Wetter-Kanal zeigt heute täglich "Gut" oder "Sehr Gut".

    Die Luft in Nordhausen ist mittlerweile so gut, dass z. B. "chronischer Schnupfen" sich wie in einem Luftkurort bessert.

    Die Balkon-Möbel müssen nicht mehr jeden Tag gesäubert werden.

    Es ist Zeit, das Leben zu geniessen, sagt der Opa.

    Gruss jostdieter

  • Hallo,


    die "schöne, neue Zeit" schlug bis in die Zigarettenreklame durch, Annonce von 1937.


    Grüße

    Thilo

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    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo zusammen!


    Thilo: schon wieder ?? =)=)=), Wahnsinn...

    An alle anderen. Ja klar das mit der Umwelt die ihr beschreibt, ist halt die Frage wann "die gute alte Zeit" beginnt und aufhört.

    Da wir teilweise gleich alt sind kenne ich die genannten Probleme, ich weiß auch was während des Krieges alles im Meer und sonst wo gelandet ist, ich weiß was zu meiner Kindheit alles in Deponien eingebuddelt wurde und wie Flüsse und Bäche aussahen.

    Trotzdem, wir waren - von mir aus vor hundert Jahren - weniger auf dieser Welt. Es gab keine Verklappung von Säure im Meer, kein Mikroplastik und Quecksilber im Fisch, keine Plastikflaschenberge, keine hochgiftigen Flüsse in Indien oder sonst wo usw.

    Natürlich hat die Industrie Dreck in die Luft geblasen, es gab in den Großstädten Smog von Industriekaminen und Kohleheizungen in den Häusern, dafür gab es weniger Straßen.- und Flugverkehr - OK dafür mehr Dampfloks.

    In den 70er Jahren haben meine Eltern ihr Haus gekauft, erbaut vor rund 90 Jahren. Es gab keine Müllabfuhr, man hat im Garten seinen Abfall eingegraben. Ich habe diese Stätte damals gefunden, aber nur weil ein paar Medizinfläschlein übrig geblieben waren. Sonst nichts mehr. Macht das mal heute.

    Ich glaube nach wie vor, das in der SUMME sauberer war.


    Gruß Stephan

    Suche alles zur Waffenschule des AOK 1

  • Hallo Raúl M


    Da wird Flaschenpost zum Großadmiral produziert!

    Unknackbar abhörsicher und nicht einzupeilen!


    Innovation ala Braumeister

    Hopfen und Malz Gott erhalts!


    Gruß Arnd