Erschiessungen Raum Höxter

  • Hallo zusammen,


    ich zitiere einmal die 1.Ausgabe aus dem Jahre 1955 aus der Recherche von Hans Bölte " In jenen Tagen" - die Kriegsereignisse im Raume Höxter beim Kriegsausgang 1945:


    Ort: Tietelsen


    Gegen 10.30 Uhr begannen die Amerikaner, sich für einen Tag hier einzurichten. Unterdes durchkämmte Infanterie bis an die Zähne bewaffnet, Häuser und Verstecke. Da passierte einem deutschen Soldaten, der sich mit seiner Truppe nicht mehr hat absetzen wollen, im Keller der Schule, der alle Tage über als besonderer Zufluchtsort begehrt war, das besondere Missgeschick, entdeckt zu werden. Eine Granate hatte den Kohlenschuppen am Hause weggerissen.


    Hinter der niedrigen Wand hielt sich der junge SS-Soldat verborgen und versuchte deutlich zu machen, daß er nun Gefangener sein wolle. Der
    Amerikaner zeigte ein unerbittlich-verständnisloses Benehmen und achtete nicht auf das Flehen des jungen Soldaten: "Gnade, Gnade! Meine Mutter, meine Mutter!"


    "Nix Mutter, nix Gnade" antwortete der amerikanische Infanterist und streckte ihn kurzerhand mit einer MG-Garbe nieder.


    Bald darauf drang die Kunde von Erkeln herauf, daß man im Walde dreizehn deutsche Soldaten mit übereinstimmenden Kopfschüssen aufgefunden habe, die zweifellos von feindlichen Soldaten erschossen worden waren und wahrscheinlich an den Kämpfen um Tietelsen teilgenommen hatten.


    Niemand zweifelt daran, daß hier ein Tötungsverbrechen vorgekommen ist. Ein Vorkommnis, daß vorsätzlicher Tötung gleichkommt:


    Drei junge SS-Leute hatten den Anschluß über die Brücke am Morgen verpaßt. Sie wurden in einem Keller angetroffen und erschossen. Es waren Jungen im Alter von 18 und 19 Jahren.


    Eine regelrechte Kugeljagd veranstalteten Amerikaner am Morgen des Einmarschtages auch am Spring. Sechs deutsche Soldaten hatten versucht, das Stadtinnere zu verlassen und sich am Stadtrande verborgen gehalten. Sicher waren es keine Partinsanen oder "Wehrwölfe". Sie wollten auf eigene Faust und unter Umgehung einer Gefangenschaft nach Hause. Als Amerikaner sie auf dem Gelände entdeckten, eröffneten sie das Gewehrfeuer auf die Gruppe. Aus ziemlicher Entfernung wurden diese sechs getötet, völlig nutzlos,sinnlos,verbrecherisch.


    Gegen 17.00 Uhr, als die feindlichen Truppen bereits das Dorf besetzt hatten, waren im Walde, zur Klus hin, noch einige SS-Leute. Der Unterscharführer Fritz Weidinger aus Linz a.d. Donau ( 20 Jahre ) kam schutzlos den Krähenberg herunter und wurde von den Amerikanern erschossen.


    Das übelste Verbrecherstück leistete sich ein italienischer Badoglio- Soldat. Er sprang bei den Amerikanern von Panzer zu Panzer, um Landsleute zu suchen. Schließlich führte er die Amerikaner auf versteckten Wegen aus dem Dorf am Schützenplatz vorbei zum Eckernstein bis zur Villa am Westfalentor.


    Dort lagen am Hang in Schützenlöchern junge deutsche Soldaten mit Panzerfäusten. Die Amerikaner behandelten sie wie Heckenschützen und gingen übel mit ihnen um. Sie wurden alle ein Opfer des Verrats und durch Pistolenschüsse hinterrücks getötet.


    Am 10. April, also 5 Tage nach der Einnahme von Tietelsen, fand man auf dem Waldwege, dem sogenannten Neuen Wege, der vom Bergholzer Weg in Richtung Vogelsang führt, 13 Tote deutsche Soldaten. Durch Zufall war man darauf gestoßen. Ein junges Pferd hatte sich losgerissen und war anh diese Stelle gelaufen.


    Alle Soldaten hatten Kopfschüsse, deren Merkmale auf Tötung aus nächster Nähe schließen ließen. Man verständige den amerikanischen Ortskommandanten von diesem schrecklichen Vorgang. Dieser befahl die Peronalien der Toten festzustellen und die Bestattung nur in Ánwesenheit eines Geistlichen auf den Dorffriedhof vorzunehmen.


    Trotz des Verbotes, daß Einwohner den Toten das letzte Geleit gaben, war der Friedhof schwarz von Menschen. Inzwischen war einwandfrei festgestellt worden, daß alle 13 durch Genickschüsse getötet worden waren. Der älteste war von ihnen war 45 jahre Jahre, der jüngste 16 Jahre.


    Es handelte sich um Angehörige der aktiven SS, der Luftwaffe,Infanterieeinheiten oder SS-Landesschützen.


    Die Namensliste der 13 Opfer unbesonnener amerikanischer Soldaten.


    Anmerkung: Es folgen dann die Namen - Anschriften - EKM - etc.


    Hierunter auch den Ustuf. Johannes Kramer, geb. am 6.6.1922 in Rammberg, Kr. St. Pölten


    "Gegen 17 Uhr drang amerikanische Infanterie auf das Haus vor, aus dem kurz zuvor noch von der SS heftig geschossen wurde. Ein amerikanischer Soldat stieg den Keller hinunter und gab aus seiner Maschinenpistole mehrere Schüsse ab, ohne jedoch jemanden zu treffen.


    Ein junger SS-Soldat , der sich im Keller verborgen hatte und drei junge Amelunxer im Alter von 15 - 17 Jahren, Josef Kornfeld, Hubert Menke und Vinzenz Schmidt, wurden von den feindlichen Soldaten aufgefordert den Keller zu verlassen und mit ihnen zu gehen.Auf dem Wege ins Dorf, etwa 100 Meter vom Haus menke entfernt, schoß plötzlich der Amerikaner ohnen jeglichen Grund auf den 20 jährigen SS-Soldaten und verwundete ihn tödlich. Voller Entsetzen blieben die drei Amelunxer stehen und schauten sich angstvoll an. Was würde mit ihnen nun geschehen? Ohne sich um den sterbenden SS-Mann zu kümmern, trieb er seine jugendlichen Gefangenen vor sich her.


    Der Marsch durch das Dorf vollzog sich so, daß alle vier die Hände auf dem Kopf legten und hintereinander gehen mußte. Der SS-Mann ging vorweg, dann folgten Vinzenz Schmidt, Hubert Menke und Josef Kornfeld. Dieser begann zu weinen und sagte: "Hubert, laß mich vor." Nach 100 Metern fiel dann der erwähnte Schuß. Keiner kannte den jungen SS-Mann, er hatte auch keine Papiere bei sich.


    Vinzenz Schmidt dachte: "Ich lasse mich nicht erschießen!" und sprang in der Nähe des Friedhofes in den Straßengraben.


    Da schoss der Amerikaner wieder und wieder und traf Josef Kornfeld. Man fand den Jungen am anderen Morgen in der Nähe des Friedhofes an der Straße liegend.


    Der 40 jährige Johannes Hälzemann aus der Gegend vom Beckum und der 27 jährige Obergefreite Otto Salmhofer aus der Steiermark wurden von einem amerikanischen Soldaten auf der Strasse erschossen, nachdem sie die hände gehoben und sich ergeben hatten.


    Einer der bei H. Köhne beschäftigten Russen, der eine deutsche Soldatenmütze trug, wollte eilig in der Scheune verschwinden. Ein amerikanischer Soldat, der in ihm einen deutschen Soldaten vermutete, schoß ihn nieder."


    So die gesammelte Zusammenstellung auf diversen Seiten aus der oben angegebenen Quelle. Vielleicht gibt es vorort Möglichkeiten zu recherchieren. Besonders interessant wären die deutschen und amerikanischen Einheiten - die nicht ersichtlich waren.
    Grüsse


    Dieter.

    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
    Die Nichtswürdigen regieren mit List und der Edle wird in ihre Netze fallen." Joh. W. von Goethe: "Götz von Berlichingen."

  • Hallo Dieter,
    dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um Teile der SS-(Panzer-) Brigade „Westfalen“ sowie um die „bekannte“ 3.amerikanische Panzerdivision ;)


    Dieses Thema wurde bereits schon einmal angesprochen, siehe auch hier.
    http://forum-der-wehrmacht.de/…hp?postid=98881#post98881


    Herzliche Grüße Dein Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Vielen Dank Roland, ;)


    suchte zuvor unter Höxter - klar daß da nichts zu finden war.


    Nun immerhin gibt es eine Richtigstellung - wollte schon schreiben unmöglich Rgt. 38 der 17. "GvB".


    Vielen Dank für den Hinweis.


    Dein Dieter.

    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
    Die Nichtswürdigen regieren mit List und der Edle wird in ihre Netze fallen." Joh. W. von Goethe: "Götz von Berlichingen."