War es immer so,dass der 3. Sohn einer Familie nicht zur Wehrmacht eingezogen wurde,wenn....

  • Ich halte dies für ein Gerücht, glaube ich einfach nicht...

    Freiheit für die Avatare !!!

  • Hallo,
    bei der BW gab es so etwas. Einziger Sohn eines in WK II Gefallenen brauchte keine Wehrpflicht abzuleisten. Allerdings konnte sich der Sohn als Zeit- oder Berufssoldat verpflichten.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Moin zusammen,


    Knaecke liegt nicht so ganz daneben. Ich zitiere einmal die Gründe für die Befreiung von der Wehrpflicht gemäß des Gesetzes zur Wiedereinführung der Wehrpflivcht von 1935:



    Das vollständige Gesetz hat unser Freund JürgenP dankenswerter Weise hier zusammengestellt:
    http://frauenundwehrmacht.site…der-wehrpflicht-1935.html


    Gruß,
    Arnold

    Edited 2 times, last by weers ().

  • Hallo Knaecke,


    Arnold hat ja schon JürgenP "ins Spiel gebracht".


    Hier http://forum-der-wehrmacht.de/…ilight=schutzbestimmungen


    findest Du noch etwas zur "Verschonung" der einzigen Söhne von gefallenen Wk-I-Teilnehmern.


    Noch eine kleine Episode aus dem Tagebuch eines Verwandten (verfasst 1947):


    "An 1.3.1940 erhielt ich die Einbrufung zum aktiven Wehrdienst... Nach einer kurzen militärischen Grundausbildung von 8 Wochen, sollte ich Ende April 1940 zur aktiven Truppe nach der Westfront in Marsch gesetzt werden. Da jedoch mein Vater im Weltkrieg den Heldentod fand (1914, Anm. d. Verf.), musste ich als "einziger Sohn" aus der kämpfenden Truppe und verblieb noch eine Zeit in Hannover....
    .. Nachdem die Verfügung über die Heimatverwendung der einzigen Söhne aufgehoben wurde, musste ich aus dem LdschBtl. ausscheiden und wurde zur ....(Diese Versetzung zur Fronttruppe erfolgte lt. WAST im Feburar 1943, d.h. spätestens da musste diese Regelung geändert worden sein, Anm. d.Verf.)



    Viele Grüße
    Steffen

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

    Edited 2 times, last by Papa ().

  • Hallo -


    aus eigener Betroffenheit in der Familie kann ich sagen, dass es im Dt. Reich keine Art von Freistellungsregelungen gegeben haben muss.


    Meine Ur-Großeltern hatten einen Bauernhof in Oberschlesien. Sie hatten insgesamt 6 Kinder, davon 4 Söhne. Alle 4 Söhne haben während des Krieges an unterschiedlichsten Fronten gekämpft. 3 der 4 Söhne (die beiden Ältesten und der Jüngste) sind im Aug. 1943 (Belgorod/168. ID) bzw. Juni 1944 (Frankreich) und August 1944 (Rumänien) gefallen bzw. gelten als vermisst. Die Arbeit auf dem Bauernhof hat mein Urgroßvater mit den Frauen bzw. 1 zugeteilter Fremdarbeiter verrichtet.
    Auch nachdem der 3. Sohn gefallen/als vermisst gemeldet wurde gab es für den letzten Sohn der Familie kein "UK" oder ein "ab nach Haus". Gott sei Dank hat er mehr Glück als seine Brüder und hat das Kriegsende erlebt.


    Denys

    Suche Infos zum 744.PiBat. (41/42) der 25. PzDiv. (87. PzPiBat) (43/44) und 21. PzDiv (45), 62. ID bzw. 57.ID 41/42 (164 IR) sowie zur 168. (43) und 376. ID (44)

  • Hallo Denys,


    das entscheidende ist der Zeitpunkt.


    Es gab in der Tat "Schutzbestimmungen" für bestimmte Soldaten, die allerdings im Laufe des Krieges verändert bzw. aufgehoben wurden.


    "OKH (ChHRüst u. BdE) gab mit Verfügung vom 11.6.1940 (HM 1940 S.317 Nr. 713 u. S. 498 Nr. 1160) bekannt, Hitler wünsche, daß letzte Söhne von Familien, von denen bereits die Väter gefallen seien bzw. die bereits durch den Tod von Söhnen auf dem ''Felde der Ehre'' erhebliche Opfer gebracht hätten (inkl. Wk 1) iin weniger gefährdete Stellen der Front oder in der Heimat verwendet werden sollten. Auf einzige Söhne fand diese Anordnung nur Anwendung, wenn der Vater bereits gefallen war.


    Entlassungen waren damit im übrigen nicht verbunden.


    Quelle: Absolon, Rudolf: Die Wehrmacht im Dritten Reich, Bd. V., Bopard 1988, S. 142



    Diese Schutzbestimmung zb. wurde aber Anfang 1943 aufgehoben, wie die vielfachen Beiträge hier zeigten.
    D.h. auch in Deinem Fall, daß der letzte Sohn deiner Urgroßeltern nicht mehr durch die Regelung geschützt wurde, da die Todesfälle erst im Laufe des Jahres 1944 stattfanden. Zu einem Zeitpunkt, wo diese Regelung also nicht mehr bestand.


    Bitte versteh meine trockenen Ausführungen nicht falsch. Sie sollen nur den quellenseitigen Sachstand wiedergeben.


    Mir persönlich tut es sehr leid, daß Deine Familie so viele Angehörige im Krieg verloren hat.


    Viele Grüße
    Steffen

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

    Edited once, last by Papa ().

  • Hallo zusammen !!!


    Ich habe ein Dokument vom StuboKdo 902 aus dem Jahr 1943 .
    Dort wird der letzte Sohn der Familie aus der kämpfenden Truppe gelöst
    und in der Heimat bei einer San.Staffel eingestzt .


    Betreff:


    Zurückziehung des San.-Feldw. Sch.... aus der kämpfenden Truppe


    Grund :


    Sch... ist der letzte Sohn und wird auf Grund der Verfügung
    Höherer Pionier Kommandeur 1 IIa v. 19.09.43 zur San.Staffel versetzt.
    Vorraussetzungen gem.H.V.Bl.42 B Ziff. 757 Abs. III 2 b sind gegeben.


    MfG Andreas

    http://sturmboot-kommando.de/
    Suche für ein Buchprojekt Fotos , Dokumente u.ä. von Sturmbooten ,Sturmbootkommandos und anderen Dt. Landungseinheiten !

  • Guten Abend, allen,


    zufällig etwas gefunden. Zeitpunkt: 09.12.1942


    Zitat:

    "Nicht einzuteilen sind ... Angehörige der Lds.Schtz. und Sich.Batl., der Luftwaffe und Kriegsmarine sowie kinderreiche Väter, letzte Söhne usw. die bestimmungsgemäß nicht bei der fechtenden Truppe verwendet werden dürfen."


    Wie wir wissen, wurde dies im Verlauf des Krieges geändert.


    Grüße von Margarete