Minenwerfer "Katjuscha"

  • Hallo Swetlasch,


    zuerst möchte ich dich erinnern, dass wir hier in Forum Anrede und Gruß in Beiträgen sehr schätzen.


    Zweitens, was willst du eigentlich wissen? Den wie Arnold es geschrieben hat, man weißt einiges und man hat auch schon Photos, wie auch in Echt so was gesehen.


    Denk nochmal drüber nach, was du uns fragen willst. Ansonsten verschwindet dieses Thema hier.


    Gruß
    Raffael

  • ich möchte wisen,welche Meinung haben die Deutschen? Und welche Rolle hat "katjuscha" im 2 Weltkrieg gespielt?

  • Hallo Swetlasch,


    soweit ich das überblicke, war die psychologische Wirkung der "Stalinorgel" größer, als ihr "Vernichtungseffekt".


    Die Explosionskraft war nicht besonders groß, aber ihre Geräusche während des Fluges führten dazu, das mancher deutscher Soldat den Kopf nach unten neigte, und froh war, wenn die Orgel an ihm vorüber zog.


    Gruß,
    Arnold

  • Hör mal,


    was willst du eigentlich wissen. Wenn das so weiter läuft, ist dieses Thema weg.
    Ich gebe dir den Rat sich hinzusetzen und mal drüber nach zu denken, was du genau wissen willst.


    Gruß
    Raffael

  • Original von SWETLATSCH

    Quote

    Was weist ihr davon?


    Ich schlage vor: Den Themenstarter ! ;)


    Gruß


    Niki

    ...VIRIBUS UNITIS...

  • Hallo Swetltscher,


    eigentlich haben wir doch ein ganz gutes Verhältnis zu unseren russischen Freunden. Aber bei Dir habe ich das Gefühl, dass Du den Krieg wiederholen möchtest.


    Da solltest Du dort tun, wo Du unter Deinesgleichen bist. Bei uns tauscht man Informationen aus und hilft sich gegenseitig. Wir helfen den Russen, wenn sie ihre Verwandeten suchen - und unsere russischen Freunde helfen uns, wenn wir Fragen nach unseren Verwandten haben. Es sind auf beiden Seiten zu Viele, die verloren sind.


    Dir werde ich nicht mehr antworten. Der Krieg ist vorbei.


    Arnold

    Edited once, last by weers ().

  • Hallo,
    auch ich habe immer wieder gelesen, dass die psychologische Wirkung der "Stalinorgel" und auch der deutschen Nebelwerfer größer war als ihr "Vernichtungseffekt". Ist dies wissentschaftlich belegt? Auch mein Vater hat mir berichtet, dass einem der heulende Abschuß durch "Mark und Bein ging". Einmal hat er erlebt wie eine größere Salve in einen Tross beim Rückzug traff. Dieser Tross wurde praktisch zerfetzt. In diesem Fall auf einen Schlag ein "gewaltiger Erfolg". Der Tross war vernichtet und es gab keinen unverletzten Soldaten. Klar dieser Tross war ohne Deckung.
    Bei Weers Anmerkung: "ihre Geräusche während des Fluges führten dazu, das mancher deutscher Soldat den Kopf nach unten neigte, und froh war, wenn die Orgel an ihm vorüber zog." wundere ich mich. Nach meinem Kenntnisstand war der Flug selbst geräuschlos, hingegen konnte Soldaten am Pfeifen einer Granate die ungefähre Endfernung des Einschlages erkennen.
    Gruß Martin

    ML

  • Hallo Martin,


    ich dachte, die demoralisierende Wirkung der "Stalinorgel" wäre Allgemeingut.


    Ich habe gesucht, und Einiges gefunden:


    http://www.youtube.com/watch?v=lgQVj1vfT0U&feature=related
    http://www.youtube.com/watch?v=l_KdQl9xd1k&feature=related
    http://www.youtube.com/watch?v=K0nIqZgnp60&feature=related


    Es gäbe noch mehr. Und auch den noch. Gehört zwar nicht zum Thema, dennoch...
    http://www.youtube.com/watch?v=3C9xYiltbR0&feature=related



    Gruß,
    Arnold

  • Mal davon abgesehen, daß bei diesen Dokus auch dt. Nebelwerfer miteingespielt wurden dürfte das Geräusch dieser Waffen allg. gleich gewesen sein. Und natürlich auch neu und beeindruckend für diejenigen, die diese Waffe zum ersten mal erlebten. Aus eigener Sicht genauso wie von gegn. Seite. Auch der dt. Landser, der zum ersten mal einen eigenen NW-Einsatz miterlebt hat, wird diese beeindruckende Empfindung wiedergeben. Diese Waffen waren eben an der gesamten Front und auch in den jeweiligen Armeen nicht allg. bekannt und gar daran gewöhnt. Etwas Besonderes in Art und Wirkung.


    Ansonsten kann man zumindest die anfangs des Krieges eingesetzten GW beider Seiten schon allein aufgrund des Kalibers und der Sprengstoffmasse nicht miteinander vergleichen. Die Wirkung des dt. 150-cm-NW war deutlich höher als die der russ. 82-mm-Katjuscha. In Spreng,-Splitter-und Druckwirkung. Es wird im Gegensatz zur starken russ. Splitterwirkung immer wieder deutscherseits allein von der starken und vernichtenden Druckwirkung der dt. NW auf die gegn. Soldaten selbst in Stellungssystemen berichtet. Insbesondere auch der Wirkung der schwereren Kaliber. Das Prinzip Flammöl mal außen vor.

    Edited 2 times, last by Hoth ().

  • Hallo,


    wurden eigentlich auch Katjuscha-Werfer auf deutscher Seite als Beutewaffe eingesetzt? Wenn ja in welchen Stückzahlen ungefähr- also kaum oder häufig im Vergleich zu anderen Beutefahrzeugen?


    Gruß,
    Panzerbaer

    bin neu hier :)

  • Hallo Panzerbaer!


    Sowjetische Katjuscha-Werfer wurden von der deutschen Seite kaum erbeutet und auch nur relativ wenige zerstört.
    Erbeutete Werfer hätte man auch kaum einsetzen können, da man die Munition (Raketen mit Stabilisierungsflossen) nicht herstellte.
    Die deutschen Raketen hatten schräge Düsen. Damit waren sie drallstabilisiert.
    Weiterhin waren die deutschen Werfer sehr preiswert herzustellen.
    Bsp.
    Der Nebelwerfer 41 besaß 6 Rohre für 15 cm Raketen.
    Bei einem Leergewicht von 540 kg kostete er 3350 Reichsmark.
    Die schwere Feldhaubitze 18 hatte auch das Kaliber 15cm.
    Das Leergewicht betrug ca. 5512 kg, die Waffe kostete 38500 RM.


    1941 wurden massenhaft sowjetische 7,62cm Kanonen (Spitzname Ratsch-Bumm), 122mm Kanonen etc. erbeutet. Diese Waffen wurden tatsächlich wieder eingesetzt.


    Viele Grüße
    Ronald

    Edited once, last by ft17 ().

  • Hallo,


    Quote

    auch ich habe immer wieder gelesen, dass die psychologische Wirkung der "Stalinorgel" und auch der deutschen Nebelwerfer größer war als ihr "Vernichtungseffekt". Ist dies wissentschaftlich belegt?


    Zumindest bei den deutschen Nebelwerfern war der Einsatz NICHT nur auf die psychische Wirkung begrenzt.


    Beispiel:


    Nebelwerfer-Regiment 51


    Vom 5.7.-31.12.43 - 6 Monate - war das Wf.-Rgt. 51 in der Mitte der Ostfront in den Schlachten um Orel und Smolensk, an den Kämpfen entlang der Autobahn Minsk-Smolensk und in der Winterschlacht um Witebsk eingesetzt.


    In dieser Zeit wurden verschossen:


    68.344 Sprenggranaten 15cm
    8.325 Sprenggranaten 21cm
    3.167 Nebelgranaten


    wurde verbraucht:


    740.000 l Kraftstoff
    17.000 l Öl
    (Fahrleistung: 1.817.748km)


    Hiermit wurden bekämpft und zerschlagen:


    43 Panzeransammlungen
    342 Bereitstellungen
    145 Feindangriffe
    42 Geschützstellungen


    Gruß
    Tobias


    Quelle: Rielau

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited once, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo,


    auf sowjetischer Seite wurden folgende Raketen eingesetzt:
    Typ // Kaliber // Flossen oder Düsen // Gewicht // Sprengstoff // Reichweite
    M-8..........82mm.....F.....8,0kg.....0,54kg.....5,5km
    M-13........132mm.....F.....42,5kg.....4,6kg.....8,5km
    M-13-UK...132mm..... F.....42,3kg.....4,6kg.....7,9km
    M-13-DD...132mm.....F.....62,5kg.....4,6kg.....11,0km
    M-20........132mm.....F .....57,0kg..... 18,4kg.....5,0km
    M-28........280mm.....D.....83,7kg..... 60,0kg.....1,9km
    M-30........300mm.....F .....72,0kg.....28,9kg.....2,8km
    M-31........300mm.....F .....94,6kg..... 28,9kg.....4,3km
    M-31-UK...300mm.....F.....94,6kg.....28,9kg.....4,3km
    (Quelle: Waffen Arsenal Michael Foedrowitz: "Die Stalinorgel / Sowjetische Mehrfachraketenwerfer")
    Bemerkungen:
    - die Angabe F bezeichnet den Einsatz von Stabilisierungsflossen, ein D bezeichnet eine Stabilisierung durch Drall
    - bei manchen der "kleineren" Raketen soll die Splitterwirkung eher gering gewesen sein
    - die sowjetischen Raketen hatten einen Sprengkopf an der Spitze, der Raketenantrieb war am Heck; bei der deutschen 15cm Rakete war der Sprengkopf hinten, der Antrieb erfolgte über Schrägdüsen im vorderen Teil der Rakete (damit war die Sprengwirkung im Ziel größer)


    Hier noch 2 Berichte über den Einschlag von Katjuscha-Raketen im Bereich der 7.deutschen Panzerdivision.


    Johann Huber "So war es wirklich" / Das letzte Kriegsjahr an der Ostfront / Ein Panzermann berichtet S.73
    7.Oktober 1944


    Johann Huber "So war es wirklich" / Das letzte Kriegsjahr an der Ostfront / Ein Panzermann berichtet S.297
    27.März 1945

    Quote


    Es ist gegen 20.00 Uhr. Wie immer reges Artilleriefeuer. Auf einmal hören wir aus ca. 2 km Entfernung die Abschüsse einer Stalinorgel. Es jault und jault und jault, ganz schön. Aber daß wir mitten im Einschlagsgebiet stehen, das wissen wir noch nicht. Plötzlich geht's los, links von uns. Kopf rein [mittlerweile ein Jagdpanzer IV/70(V)], Deckel schnell zu. Keiner sieht den anderen. Wir merken es, das ist nicht die kleine Stalinorgel, das ist die ganz große, 30 cm Kaliber. Rings um uns die Einschläge, 5 m, 30 m, 10 m, dann hinter uns 3 m. Der Sand rieselt überall rein. Der Luftdruck der explodierenden Geschosse haut uns ins Gesicht, klatscht uns die Bekleidung an den Leib. Wir merken es nur, es ist ja stockfinster. Jeder zittert, daß der nächste Einschlag nicht unseren Panzer erwischt. Aber Gott sei Dank, nicht. Nach 48 Schuß, einer Salve, meinen wir, es wäre zu Ende. Nichts da, es geht weiter, die zweite folgt. So erleben wir, mitten im Einschlagsgebiet, rund 100 Geschoßeinschläge der 30er Stalinorgel. Überall, am Kopf, auf der Uniform, bedeckt uns Sand. Es stinkt nach Pulverqualm, bis es endlich, endlich zu Ende ist. Stille. Jeder von uns ist bestimmt käseweiß im Gesicht, nur, man sieht das nicht, keiner sagt auch etwas. Wir haben es eben überlebt. Deckel auf, Dreck abschütteln. Aber nichts ist draußen zu sehen. Zur tiefschwarzen Neumondnacht kommt der Pulverqualm, der Staub von dem vielen hochgewirbelten Sand und den Mauerresten. Soviel wir in der Nähe sehen können, ist alles umgepflügt.
    Eigene Infanterie war zum Glück keine da, kommt es mir, nur wir; und uns hat es nichts gemacht. Aber die Polen, die Zivilbevölkerung, die hier in der Siedlung wohnten, die hat es restlos erwischt. Wir hören keine Hilferufe. Sie müssen alle tot sein, einige hundert Menschen.


    Zur Wirkung der deutschen Nebelwerfer nur soviel:
    es gab im Krieg zwei Dinge vor denen der sowjetische Soldat wirklich Angst hatte:
    Stukas und Nebelwerfer.


    Viele Grüße
    Ronald

    Edited 2 times, last by ft17 ().

  • Hallo,


    zum Einsatz der Katjuscha in Stalingrad 1942 und der Frage, welche vernichtende Wirkung sie hatte, hier noch ein Zitat aus dem im Forum immer wieder gelobten Werk von Günter K. Koschorrek, „Vergiss die Zeit der Dornen nicht. Ein Soldat der 24. Panzerdivision erlebt die sowjetische Front und den Kampf um Stalingrad“, S. 52-53:


    Quote

    Wir stehen auf einer kleinen Erhebung und können einen Teil der Stadt übersehen. Schwarzer Qualm und schwelende Brände. Wir spüren den heißen Atem von Stalingrad in der Luft. Ein schreckliches Schauspiel! […] Je weiter wir in die Stadt eindringen, desto dichter schlagen die Granaten bei uns ein. „Der übliche Abendsegen vom Iwan“, sagt der Sani. Es soll belustigt klingen, aber es gelingt ihm nicht. Er sitzt, wie ich, geduckt auf einigen Munitionskisten. Ich spüre, wie mir das Herz bis in den Hals hinein hämmert – Angst steigt in mir auf. Da ist in der Luft ein neues Geräusch – es hört sich an wie das Rauschen von tausend Flügeln. Es verstärkt sich und kommt genau auf uns zu. „Raus! Die Stalinorgel!“ brüllt der Sani. Wir springen aus dem Wagen unter eine ausgebrannte Zugmaschine. Das Rauschen schwillt an, und dann prasseln die Explosionen vor und neben uns, wie bei einem Feuerwerk. Ein handgroßes Stück, das wie verbogenes Blech aussieht, surrt mir am Kopf vorbei und schlägt neben Küpper in den Boden. „Schwein gehabt“, sagt der Sani. Hinter uns hören wir Schreie und Rufe nach dem Sanitäter. “Es muß einige von der Flakstellung erwischt haben, an der wir vorbeigefahren sind“, sagt Unteroffizier Winter, der in ein Loch gesprungen war. „Los, machen wir, daß wir weiterkommen.“ Wir sitzen wieder auf. Der Sanitätsgefreite sagt, daß die Stalinorgel ein ganz primitiver Raketenwerfer sei, der auf einem offenen Lkw montiert ist. Die Raketen werden einfach auf Schienen gesteckt und elektrisch gezündet. Treffsicher sind sie nicht, dafür kann der Iwan aber mit diesen Stalinorgeln gleichzeitig ein großes Terrain beharken, und wehe, wer sich darin ohne Deckung befindet.


    Vielleicht kann der Auszug, wie auch die anderen Zitate vorher, die tatsächliche Wirkung der Stalinorgel (bei mangelhafter Deckung der beschossenen Soldaten) deutlich machen.


    Gruß, Bodo

    „Was wir im deutschen Widerstand während des Krieges nicht wirklich begreifen wollten, haben wir nachträglich vollends gelernt: Daß der Krieg schließlich nicht gegen Hitler, sondern gegen Deutschland geführt wurde.“ (Eugen Gerstenmaier)

  • Hallo,


    Original v. Ronald

    Quote

    es gab im Krieg zwei Dinge vor denen der sowjetische Soldat wirklich Angst hatte:
    Stukas und Nebelwerfer.


    allein wenn man nur den fetten Sound hört, ist das schon verständlich. Dann kamen noch die Einschläge und Detonationen dazu :


    Stuka ( KLICK )


    Nebelwerfer ( KLICK )


    Liebe Grüße


    Niki

    ...VIRIBUS UNITIS...