• Hallo Sascha


    Was heißt in der "Anfangsphase von Op.Barbarossa" wurden schnelle deutsche Erfolge erzielt?
    Nur zum Verhältnis.
    Die Wehrmacht ist bis in 1/2 Jahr bis kurz vor Moskau vorgedrungen. Die Rote Armee hat 3 Jahre gebraucht um sie wieder hinauszuwerfen. Ergo gab es bis zum Abbruch von Op.Taifun "schnelle" Erfolge.


    Diese Erfolgen hatten nichts mit der Tatsache zu tun das Teile der Roten Armee in Sibirien / Kaukasus gebunden waren. Die Masse der sow. Verbände stand an der Westgrenze. Man rechnete nicht direkt mit einem japanischen Angriff. Es gab seit Beginn der japanischen Expanision Spannungen und sogar ausgewachsene Schlachten. Bei diesen hat die Rote Armee aber das japanische Heer geschlagen. Nur bei einer sehr deutlichen Schwächung der sow. Streitkräfte in Sibirien konnte vielleicht damit rechnen das Japan das ausnutzen würden.


    Das deutsche Heer und Luftwaffe war in verschiedenen Punkten weit überlegen.
    * Ausbildung / Erfahrung der Soldaten
    * Panzertaktik
    * Zusammenarbeit der Waffengattungen


    Dazu kommt die Schwächung der Roten Armee durch die Säuberungen von 1937. Es ist zwar richtig das davon hauptsächlich die höheren "Kader" betroffen waren. Wenn 1941 allerdings Divisionskommandeure - vor den Säuberungen - vielleicht gerademal Hauptmann gewesen sind können diese kaum das Wissen haben um Regimenter / Divisionen / Korps zu führen.


    Ein weiterer Grund, du hast es angesprochen, waren tatsächlich die Einmischungen von Stalin. Mehrere große Niederlagen (zb. Kiew) gehen direkt auf sein Konto. Er hat sich allerdings erst ab 42 weitestgehend aus der milit. Führung herausgehalten bzw. richtiger ausgedrückt - sich nicht mehr eingemischt (nur noch Fragen gestellt).


    Die Rote Armee hat bis Sommer 1944 benötigt um auf einen ähnlichen Stand der Panzertaktik und "Konzert der Waffen" zu kommen. Bei der Operation Zitadelle (und den sow. Offensiven danach) klagen sow. höhere Generäle das die Rote Armee immer noch nicht die Abstimmung - Artillerieunterstützung - Panzerangriff - Infanterieangriff hinbekommt. Bzw. nur bei längerer Vorausplanung. Während laufender Gefechte konnten sie es nicht.


    Quote

    - England war nicht besiegt
    - 21. Juni war zu spät
    - Winter kam zu früh


    a.) England war 1941 noch keine Gefahr. Erst die mißlungene Op.Barbarossa macht sie wieder stark.
    b.) auch ohne Balkanfeldzug wäre die Op.Barbarossa nicht früher angelaufen. Das diese 4-6 Wochen den "Sieg" gekostet haben ist ein Märchen.
    c.) Naja 1941 war wohl ein recht normaler Winter.


    Die Rote Armee hatte durch den nicht vollständigen Aufmarsch eine sehr starke Tiefenstaffelung. Hinter den Truppen im Grenzbereich (1.Staffel) marschiert 2 weitere strategische Staffeln auf. Die 2.Staffel war am 22.Juni in der Höhe:
    Peipussee - Kiew.
    Auch für die 1.Staffel waren noch Verbände in Zuführung.


    Kosmos
    Das deutsche Heer konnte Rückzugoperationen genausowenig oder genausogut wie die Rote Armee. Auch im deutschen Heer gab es die Gefechtsart "Hinhaltender Widerstand" nicht. Es gab - ebenso - wie in der Roten Armee nur "Verteidigung" oder "Rückzug".
    Trotzdem hat die Rote Armee 1942 den Rückzug auf Stalingrad / Kaukasus gut hinbekommen und natürlich hat das auch Verluste gekostet. Wenn es 1942 funktionierte hätte es auch 1941 (für die SU) funktioniert.

  • Wie klext schon völlig richtig schrieb, ähnlich wie auch in der deutschen Wehrmacht, gab es für die Rote Armee 1941 das Thema Verteidigung oder Rückzugsgefecht gar nicht. Nicht nur planerisch nicht, auch ausbildungstechnisch nicht. Das wird immer wieder in der Bewertung der ersten Kriegsphase völlig unterschätzt, erklärt aber das Verhalten der Sowjets und die eingetretenen Niederlagen und Verluste sehr genau.


    Ganz im Gegenteil, die Rote Armee war eine Angriffsarmee, von der milit. Vorbereitung, der operativen Ausrichtung und von der zahlenmäßig gewaltigen Ausstattung der Roten Armee im Sommer 1941 mit Angriffsmitteln aller Art stand die Rote Armee trotz aller mancherorts erst teilsweise abgschlossenen logistischen Vorbeitungen voll in der Doktrin der polit. Führung, daß jeder Krieg der Sowjetunion ein gerechter Krieg sei, auch ein eigener Angriffskrieg ala Finnland und das die Rote Armee die stärkste Armee der Welt sei, die jeden gegn. Angriff nur auffangen braucht und schnell auf das gegn. Territorium zurückschlägt und den Feind in seinem Land vernichtet. Ein Krieg im eigenen Land war für die milit. und polit. Führung, für die Soldaten und Offz. der RA und für die gesamte Bevölkerung völlig ausgeschlossen und undenkbar.


    Auch deshalb gab es keine angelegten Verteidigungsstellungen, kein Kartenmaterial rückwärts der eigenen Linien etc. Das Dogma und die Überheblichkeit, die Rote Armee sei die modernste und stärkste Armee der Welt und unbesiegbar, war nicht nur in der RA sondern im ganzen sowj. Volk durch jahrelange Propaganda fest verankert. Daher auch die teils völlige Ungläubigkeit über die schnellen Erfolge der Deutschen und die verheerenden Niederlagen der eigenen Armee, trotz aller in den Anfangswochen verlautbaren offiziellen teils völlig absurden sowj. Propagandalügen.


    Die zu Beginn einerseits teils völlige Führungs-und Planungslosigkeit von großen Teilen der russ. Westgruppe, die sich zumeist allein darin erschöpften, die Truppen ohne Zusammenhalt oder klare Befehlsführung einfach stehen oder gar angreifen zu lassen und andererseits die noch bis in die ersten Wochen hinein stattgefundenen planmäßigen russ. Gegenangriffe vor allem im Bereich der HGr. Nord und Süd hingen also auch damit zusammen, daß die operative Führung dieser Truppen einerseits die vorhandenen Planungen und Befehle ausführen wollte und für einen Rückzug einfach tagelang keine bekam, und man andererseits Oben in der strategischen Führungsebene sozusagen erst umdenken und neuplanen mußte, nachdem erkannt wurde, daß die ursprünglichen Planungen wohl nicht greifen würden und man vor allem auf Zeit spielen müsse.


    Das bedeutete nicht nur eine mangelnde Führung der Truppen durch das sowj. HQ, sondern auch ein Führungs-und Befehlschaos insbesondere auf operativer und taktischer Ebene und erklärt das Phänomen, daß eben an manchen Orten hartnäckig verteidigt, an vielen anderen Orten aber fluchtmäßig zurückgegangen wurde und keinerlei Verteidigungsanlagen in der Tiefe vorhanden waren, die man normalerweise schon allein aus Gründen der Möglichkeit eines evtl. Verteidigungskampfes heraus anlegt oder wenigstens befehlstechn. vorbereitet und den Truppen für den Fall der Fälle zuweist etc.


    Im Nachinein wird das Verhalten der Sowjets als "selbstmörderisch" oder falsch bezeichnet, 1941 entsprach dies aber genau den sowj. Planungen und milit. Doktrinen. Auch Stalins Handeln. Es konnte eben nicht sein was nicht sein darf und das Umdenken erfolgte erst später.


    Insofern war die Führung der RA wie man ja heute weiß nicht überrascht darüber, daß Deutschland einen Krieg wagen würde, sondern vor allem darüber, wie schnell das eigene Konzept über den Haufen geworfen wurde. Mit den bekannten verheerenden Folgen.

    Edited 3 times, last by Hoth ().

  • Quote

    Das deutsche Heer konnte Rückzugoperationen genausowenig oder genausogut wie die Rote Armee. Auch im deutschen Heer gab es die Gefechtsart "Hinhaltender Widerstand" nicht. Es gab - ebenso - wie in der Roten Armee nur "Verteidigung" oder "Rückzug".


    äm, dieser Begriff wurde so populär genau wegen den Erfahrungen in WW2, Erfahrungen genau in Praktizieren dieser Gefechtsform.

    Quote

    Trotzdem hat die Rote Armee 1942 den Rückzug auf Stalingrad / Kaukasus gut hinbekommen und natürlich hat das auch Verluste gekostet. Wenn es 1942 funktionierte hätte es auch 1941 (für die SU) funktioniert.


    Ausgangssituation war eine gänzlich andere. Deutsche Panzerspitzen standen schon in der ersten Tagen 80-100 km im Hinterland der Sowjets. Wie willst du da einen geordneten Rückzug hinbekommen? Oder wenn die Division erst gar nicht in einem Stück im Gefecht steht weil Artillerie gerade auf einer Übung 10 km entfernt ist? Oder Traktoren für die Geschütze nicht zur Verfügung stehen weil die Mobilmachung gerade erst anläuft? Oder wenn deutsche Spezialeinheiten Nachrichtenverbindungen gekappt haben und keiner ne. Ahnung hat was los ist? Und noch vieles mehr was 1941 eine ganz andere Situation ergab als 1942.

  • Hallo,
    falls ich es zeitlich schaffe, werde ich in meinem Kram nachsehen zu Verteidigung und hinhaltender Verteidigung. Wenn ich mich recht entsinne waren Verteidigung und hinhaltende Verteidigung in den Vorschriften vorhanden, allerdings in weit verbreiteten Ausbildungsschriften findet man "wird nicht mehr gelehrt".
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • hallo zusammen ,


    es gefehlt mir was ihr so schreibt, Klasse !


    Ein par Ergänzungen von mir: laut dem klassischem Buch von Herr Heydorn, war der sowjetische KriegsPlanung einfach Fehlerhaft wurde ich sagen. Auf dem Beispiell von west . Militärbezirk: es wurde s.g. direkte Verteidigung ausgewählt, was vollig absurd war im Bezug auf Kräfteverhältnisse und Mobillmachung, und Truppentransport usw..


    D.h. der FrankreichErfahrung wurde nie berüksichtigt beim sowj. Militär, der Spanien Erfahrung mit grossen Verlusten in Panzer wurde einfach ignoriert. Das alles kann man auf Stalins Konto ruhig drauf schreiben: seine Auswirkung bei Säuberung und das ganze moralische Klima in der RA. Und natürlich seine Aufgabestellung bei militärische Planunug.


    gruss
    Vladimir

    Edited 2 times, last by Vlad ().

  • Möchte mich Vlad erstmal anschließen.
    Es ist echt klasse wie und das ihr schreibt....auch Vlad...
    Vielen Dank Jungs!


    Ich denke aber dennoch, dass 1941 kein normaler Winter war.
    Und er kam zu früh....zumindest früher als sonst...
    Und 4-6 Wochen den Angriff vorher zu gewinnen, hätte denke ich doch geholfen.
    Was es gebracht hätte ist nun rein spekulativ.
    Aber die Italiener kamen in Afrika und auch sonst nicht klar und brauchten die Deutschen.
    Das hat wertvolle Zeit gekostet.


    Was meint Ihr:
    Wäre unter gewissen Umständen der Russe zu schlagen gewesen?

    Suche alles über 6./ G.R. (mot) 51 und Stützpunkt Liegnitz (Schlesien)

  • Hallo Sascha,
    das nur den Italienern anzuhängen finde ich zu einfach.
    Vielleicht hätte es gereicht,als die Panzer der Heeresgruppe Mitte am Dnjepr standen,weiter gerollt wären Richtung Moskau.So wie es Feldmarschall von Bock,Generaloberst Guderian und Generaloberst Hoth wollten.Doch Hitler wollte ja unbedingt die Ukraine.Also mußte Guderian nach Süden stoßen und es entstand bekannterweise die Kesselschlacht von Kiew.
    Wie Du schon gesagt hast,es ist alles Spekulation.


    Gruß Micha

    Suche alles zur 208.Infanterie-Division

  • Hallo Micha,


    nein man kann das nicht nur den Italienern anhängen.
    Es gibt sehr viele Faktoren. Aber es ist einer denke ich.


    Ich schrieb ja schonmal, dass die Front einfach zu sehr überdehnt war.


    So falsch war es nicht sich die Ölfelder sichern zu wollen, anstatt Moskau zu erobern, denn mit der Einnahme Moskaus wäre der Krieg lange nicht gewonnen gewesen.
    Stalin hatte viele Bunker in verschidenen Bereichen.


    Aber Du hast Recht, dass Hitler zuviel mitreden wollte. Er hätte das lieber öfter mal seinen Generälen überlassen sollen. Aber die taugten ja in seinen Augen nicht. Das war fatal.
    Bei Stalin war es ja andersrum.
    Er hat nach und nach die Sache in die Hände seiner Generäle gelegt und dann lief es langsamaber sicher.


    Der selbsternannte größte Kriegsherr allerzeiten (A.H.) hat schon in Frankreich Glück gehabt, dass er so gute Generäle hatte.


    LG Sascha

    Suche alles über 6./ G.R. (mot) 51 und Stützpunkt Liegnitz (Schlesien)

  • Hoth
    Es gab durchaus Verteidigungsanlagen, auch rückwärtige, in der SU und ebenso Kartenmaterial "rückwärts der eigenen Linien."


    Die angebliche "Führungslosigkeit" der sow. Verbände 1941 hat Volker Heydorn (in "Der sow. Aufmarsch im Bialystoker Balkan ...") klar und sehr deutlich widerlegt.


    Kosmos
    Wie ist das zu verstehen, Kosmos?
    Es hat vor dem 2.Weltkrieg keine Rückzüge etc. gegeben?


    Die deutsche Heeresführung den unterstellten Ebenen keine Möglichkeit geben ins "Rutschen" zu kommen und vor allem sie, hier ähnlich der Roten Armee, sah man "sich" als Angriffsarmee.


    Quote

    Ausgangssituation war eine gänzlich andere. Deutsche Panzerspitzen standen schon in der ersten Tagen 80-100 km im Hinterland der Sowjets. Wie willst du da einen geordneten Rückzug hinbekommen?

    Da muß man sich nur das Buch von, schon angesprochenen, Volker Heydorn "zu Gemüte" führen um zu erkennen das die Führung der Roten Armee - teilweise - dieses praktizieren wollte und tatsächlich auch praktizierte.
    Das diese sow. Bemühungen nicht fruchteten hat mit der besseren Ausbildung der Masse der deutschen Soldaten jeder Ebene zu tun.


    Rainer
    Nach Büschleb "Die Verzögerung" hatte die Reichswehr den "hinhaltenden Widerstand" in ihrer "Ausbildung". Bei der Wehrmacht wurde diese Ausbildung nicht mehr praktiziert.


    Wladimir
    Da hab ich den Heydorn anders gelesen. Nach dem deutschen Frankreichfeldzug mit seinen deutschen operativ-strategischem Panzereinsatz stellte die Rote Armee ja - ihrerseits - eine ganze Reihe von Panzerdivisionen / Schützendivisionen (mot) auf, dazu die entsprechenden höheren Führungskader wie Panzerkorps (mech.Korps).
    Deiner Aussage das die Rote Armee diese Erfahrungen ignorierte kann ich also nicht zustimmen.


    Sascha
    Die italienische Lage auf dem Balkan und Nordafrika kann man nicht als Begründung für das Fehlschlagen von Op.Barbarossa nehmen.
    a.) wie schon gesagt, das deutsche Eingreifen auf dem Balkan verzögerte den Beginn der Op.Barbarossa nicht.
    b.) In Nordafrika mußte sich zwar das Reich ab Februar / März 1941 auch engagieren. Wenn man allerdings die eingesetzten Kräfte ansieht waren es nur sehr geringe Teile von Heer und Luftwaffe.

  • Quote

    Original von klext

    Rainer
    Nach Büschleb "Die Verzögerung" hatte die Reichswehr den "hinhaltenden Widerstand" in ihrer "Ausbildung". Bei der Wehrmacht wurde diese Ausbildung nicht mehr praktiziert.
    a.) wie schon gesagt, das deutsche Eingreifen auf dem Balkan verzögerte den Beginn der Op.Barbarossa nicht.


    Hallo,
    ich habe Ausbildungsschriften von 1941, wo das zwar vorhanden ist, aber mit dem Zusatz, dass das nicht mehr geübt wird.
    Das a) ist ja etwas sehr weit hergeholt un d auch so nicht nachvollziehbar.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Quote

    Original von Rainer
    Das a) ist ja etwas sehr weit hergeholt un d auch so nicht nachvollziehbar.


    Warum?
    Die auf dem Balkan eingesetzen Verbände waren bei Barbarossa erst später involviert und das Wetter 1941 hätte einen früheren Beginn der Op.B. nicht gestattet.
    Nur die Luftwaffe konnte sich keine Ruhephase zwischen den Operationen gönnen.

    Edited once, last by klext ().

  • Die angebliche "Führungslosigkeit" der sow. Verbände 1941 hat Volker Heydorn (in "Der sow. Aufmarsch im Bialystoker Balkan ...") klar und sehr deutlich widerlegt.


    Keine Ahnung welch wichtiger Historiker o.ä. Volker Heydorn sein soll, daß man sich da als allg.gültige Aussage festlegt, aber da sind mir die vielen Berichte sowj. Augenzeugen und Protagonisten schon lieber und realistischer. ;)


    Die Sowjets haben sich übrigens sogar in Filmen aus kommun. Zeit dazu bekannt und dies dargestellt. Aber das nur am Rande, Volker H. ist da sicher besser im Bilde! ;)


    Der gute Mann meint also da lief alles geordnet ab?

    Edited once, last by Hoth ().

  • Hallo,
    Wenn ich mich auch einmal "einmischen" darf, ein sehr umstrittener Punkt für die Operation Barbarossa war ja das zuvorkommen der sowjets, weil man angenommen hat, das die Sowjets ein Angriff auf Europa planten.
    Hier einmal die Ausgangssituation einen Tag vor den Angriff auf die Sowjetunion:

    Files

    • karte2.jpg

      (303.29 kB, downloaded 183 times, last: )

    Freiheit für die Avatare !!!

  • @ Hoth
    Volker Heydorn hat in dem angesprochenen Buch die Aufstellung / Führungsentscheidungen / Truppenbewegungen der sow. Westfront (und Teilen der Nordfront) sehr deutlich gemacht.
    Wenn Hoth sich dann lieber auf "Memoirenliteratur" und "Apolegien" verläßt, bitte Hoth, mache er das. Mit jedenfalls sind Primärquellen und Sachliteratur lieber.


    Quote

    Der gute Mann meint also da lief alles geordnet ab?

    Der "gute" Mann zeigt deutlich das es keine "völlige Führungs-und Planungslosigkeit" bei der sow. Westfront gab. Und natürlich lief nicht alles "völlig geordnet" ab.


    bf109
    Das wäre eine Präventivkriegdiskussion. I woas ned obma da eisteign sojat.

    Edited 2 times, last by klext ().

  • Also ich kenne das Buch von Herrn Heydorn auch nicht, aber ich gehe aufgrund vieler Aussagen zu Beginn von Barbarossa zwar von keiner Führungslosigkeit aus, aber von einer miserablen Führung. Ich denke das ist relativ unstrittig oder?


    Auch dass Panzer ohne Funk fuhren und untereinander nicht komiunizieren konnten war ein großer Nachteil für die Russen.


    bf109: Woher ist denn diese Karte?
    Stellt das lediglich das Kräfteverhältnis dar oder den Aufmarsch der Russen an der Grenze?
    Das würde ich dann denke ich nicht glauben, dass an die an der Grenze soviele Truppen hatten.


    klext: Balkan und Wüste...das waren alles Einheiten die nicht in Russland eingesetzt werden konnten. Für mich schon ein Nachteil für die WH.

    Suche alles über 6./ G.R. (mot) 51 und Stützpunkt Liegnitz (Schlesien)

  • 18.PzGrenDiv


    Die Panzerdivisionen welche auf dem Balkan eingesetzt wurden waren bei der Op.B. erst Reserve.


    In Nordafrika waren bis Beginn Op.B. nur die 15.PzDiv und 5.leichte Division (später umgegliedert zu 21.PzDiv).


    Wo wäre hier ein großer Nachteil?

  • Hallo klext,


    na weil es eben dann diese Reserve so nicht mehr gab, weil
    der Bereich besetzt gehalten werden mußte und weil
    üble Partisanenkämpfe geführt werden mußten.


    Wenn es überhaupt eine Chance in Russland gegeben hat, dann doch höchstens in bestmöglicher Besetzung, inkl. großzügiger Reserven oderwie siehst Du das?


    Dadurch wäre sicher auch besser gewesen, wenn England erledigt gewesen wäre, um vielleicht aus dem Westen noch Divisionen zur Verfügung zu haben.
    Meiner Meinung nach auch ein früherer Beginn von Barbarossa, z.B. im Mai.
    Unter Umständen wäre man dann zumindest schon vor der Schlammperiode im Herbst 1941 in Moskau gewesen.
    Aber wie schonmal geschrieben....da gibt es ja noch viele Faktoren, die hätten sein müssen oder können....oder wie auch immer....für einen Sieg...

    Suche alles über 6./ G.R. (mot) 51 und Stützpunkt Liegnitz (Schlesien)

  • Quote

    Original von 18.PzGrenDiv
    Dadurch wäre sicher auch besser gewesen, wenn England erledigt gewesen wäre, um vielleicht aus dem Westen noch Divisionen zur Verfügung zu haben.


    Hallo,


    es war ja gerade das Unvermögen England zu besiegen, daß der Plan die Sowjetunion anzugreifen durchgeführt wurde. Mal abgesehen von der Ideologie des "Lebensraum im Osten".
    Mit der Ausschaltung der Sowj. sollten die Grundlage für die ökonomsiche Macht und die angebliche Rückenfreiheit gewährleistet werden.


    Viel schwerwiegender als die Bindung von Bodentruppen in Westeuropa (nicht nur England, auch Norwegen etc) war m.E. nach die Bindung von Luftstreitkräften. Gegen die Sowjet. konnten nur 68 % des Gesamt-Ist-Bestandes an Frontflugzeugen bereitgestellt werden.
    Bei den Flak-Kräften sah es noch prekärer aus: nur 15 % der mittl. und le. Batterien waren am 30.6.41 im Osten, nur 20% der schweren Batterien.
    Allerdings muss man dabei beachten, daß eine nicht unwesentliche Anzahl davon ortsfest war, weiterhin daß insbesondere die schweren Batterien für den Angriffskrieg wenig geeignet waren und daß die allgemeine Notlage auf dem Transportsektor (Lkw, Zugmaschinen) es keinesfalls erlaubt hätte, auch nur einen geringen Teil dieser Einheit mit Fahrzeugen auszurüsten.


    Viele Grüße
    Papa


    PS. Wenn man sich mit dem Feldzug in der Sowjetunion näher beschäftigen will, kommt man an folgendem Buch des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes nicht vorbei:


    Boog u.a. (Hrsg.): Der Angriff auf die Sowjetunion, Frankfurt 1991:

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

    Edited 2 times, last by Papa ().

  • Hallo
    1941 gab es meineswissens noch kaum Partisanen auf dem Balkan.


    Panzerdivisionen, die Träger des Angriffs auch in Rußland, waren für Besatzungsaufgaben gänzlich ungeeignet und wurden auch nicht genutzt (höchstens als zusätzliche Aufgabe).


    Quote

    Wenn es überhaupt eine Chance in Russland gegeben hat, dann doch höchstens in bestmöglicher Besetzung, inkl. großzügiger Reserven oderwie siehst Du das?

    Grundproblem bleibt der Widerspruch im Hauptziel bei Hitler und OKH. Wenn sie sich bei auf ein Hauptziel, egal ob Moskau oder Leningrad / Kiew, geeinigt hätten, wären größere Erfolge möglich gewesen. Letztendlich hätte aber mit der gegebenen, dem Regime eigenen und kaum bis nicht änderbaren, Besatzungspolitik hatte der Angriff auf die SU keine Chance jemals auf die Dauer erfolgreich zu sein.

  • klext: Möglich mit den Partisanen, aber die Truppen waren gebunden. Man hätte ich vielleicht später um den Balkan kümmern können oder gar nicht wenn es die Italiener geschafft hätten.
    Mit dem Grundproblem sehe iach das genauso.


    Papa: Danke für die interessanten Zahlen und den Buchtipp.


    Es ist dann tatsächlich so, dass zuviele Puuzleteilchen nicht zusammenpaßten bei diesem Feldzug, um bereits im Jahre 1941 erfolgreich zu sein.
    Im weiteren Verlauf fehlte dann wohl ein, vielzitierter, Plan B, wenn man den Blitzkrieg als Plan A bezeichnet.

    Suche alles über 6./ G.R. (mot) 51 und Stützpunkt Liegnitz (Schlesien)