2. SS-Panzergrenadier A.u.E. Batallion 16

  • Hallo zusammen,


    Ich bin neu auf diesem Forum mit dem Interesse etwas mehr ueber die Kriegsgeschichte eines Verwandten herauszufinden. Leider habe ich nur ein einziges Dokument, welches mir ueber die Truppenzugehoerigkeit Auskunft gibt. Aber immerhin... Es handelt sich um das 2. SS-Panzergrenadier A.u.E. Batallion 16.


    Meine Fragen zu diesem Zeitpunkt sind folgende:


    - Aufstellung, wann und wo?
    - Einsatzgeschichte?
    - Bestand das Batallion aus Freiwilligen oder zum Kiegsdienst Eingezogenen?
    - Wo koennte man nach Details zu Truppenzugehoerigen forschen?


    Vielen Dank fuer jegliche Hilfe bereits im voraus!

  • Hallo manganelo,
    herzlich Willkommen in diesem Forum ;)


    Quote

    .....Es handelt sich um das 2. SS-Panzergrenadier A.u.E. Batallion 16.....- Aufstellung, wann und wo?
    - Einsatzgeschichte?
    - Bestand das Batallion aus Freiwilligen oder zum Kiegsdienst Eingezogenen?
    - Wo koennte man nach Details zu Truppenzugehoerigen forschen? ...


    Bei dem SS-Panzergrenadier-Ausbildungs- und Ersatz-Bataillon 16 handelt es sich um eine Ausbildungseinheit der Waffen-SS.
    Aufstellt im Jahre 1939 als SS-Ersatz-Bataillon "Germania" in Hamburg-Langenhorn wurde das Bataillon 1941 in die Niederlande verlegt und erhielt, im Mai 1943 in SS-Pz.Gren.AuE-Btl 12 umbenannt, im August 1944 die Nummernbezeichnung "16".
    Damit war das Bataillon die Ersatzeinheit für die 16.SS-Pz.Gren.Div. "Reichsführer-SS", stellte aber auch Ersatz für andere Einheiten der Waffen-SS.
    Nach der Verlegung von den Niederlanden ins Reichsgebiet ab Oktober 1944 war das Bataillon zunächst in der Niederlausitz stationiert und war bei Kriegsende im damaligen Protektorat Böhmen und Mähren!


    Vermutlich meinst Du mit "2. SS-Panzergrenadier A.u.E. Batallion 16" die 2.Kompanie dieses Bataillons?!
    Worum geht es Dir bei Deinen Fragen?


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo zusammen,


    diesen - leider nur teilweise angedruckten Bericht – habe ich vorgestern „abgeschrieben“, vielleicht ist er auch für andere interessant... ;)


    Herzliche Grüße Roland


    Sepp Munterl, damals „Kfz-Staffelführer“ im SS-Pz.Gren.A.u.E.Btl. 16, berichtete: „... Der erste Tag der Schlacht von Arnheim war einer der aufregendsten, die ich im Krieg erlebt habe. Unser E-Bataillon lag westlich Arnheim. Es war mit Luftladungen gerechnet worden. Unser Bataillon hatte deshalb längst Stellungen in einem Villenviertel westlich der Stadt erkundet.
    Der 17.September war ein Sonntag. Wer dienstfrei hatte, rüstete sich zum Ausgang in die Stadt. Schon vorher waren Geschwader über Arnheim geflogen, so viele Flugzeuge sah ich no nie. Aber wir glaubten, das Ziel der Bomberströme wäre Deutschland.
    Es wurde im Hof des Hauses, in dem ein Teil des Bataillonsstabes untergebracht war, gerade Essen ausgegeben, als ein Melder gellend brüllte: „Fallschirmjäger!“
    In der Tat, soweit das Augen schauen konnte, hingen weiße Fallschirme am Himmel. Wir ließen unsere Essschalen im Stich und stürzten zu unseren Waffen.
    Der Bataillons-Kommandeur sprang in mein B-Krad und befahl mir: „Zur 1.Kompanie“. Sie lag in einem Villenviertel in der Arnheimer Heide...“
    (Ingomar Pust, Österreicher im Feuer. Tragödie der Tapferkeit, Druffel Verlag, Leoni am Starnberger See, 1988, S. 220 unten – 224 oben, hier S. 220 unten – 221; im Folgenden „Pust, S.“. Munterl war nach dem Krieg Werkstattleiter in Klagenfurt, das A.u.E 16 wird lediglich als „... Ersatzbataillon der SS-Division „Wiking“ ...“ bezeichnet. Die 1.Kompanie lag noch in der Küstenstellung, es wird sich um die 4.Kompanie am Hotel Wolfheze gehandelt haben?)


    Unterwegs sahen wir schon die ersten Briten in den Bäumen hängen. An einer Straßenkreuzung in der Nähe der Kp- Befehlsstelle (gemeint: Kp.Gef.Std.) stieg der Kommandeur aus. Da sahen wir 200 m vor uns auf der Straße im Kieferwald Männer in Tarnanzügen. Waren das unsere?
    Ich fuhr 100 Meter weiter. Dann sah ich sie deutlich vor mir. Sie saßen auf ihren Jeeps neben der Straße. Sie trugen Tarnanzüge, die den unseren zum Verwechseln ähnlich sahen, und sie waren genauso erschrocken wie ich. Es waren Briten.
    Ich sah in ihre MP-Mündungen, Ich schaltete blitzschnell, riss die Maschine nach rechts. Ein Baum, dessen Zweige tief bis zum Straßenrand überhingen, rettete mich, denn er verdeckte mich ihrer Sicht, als sie loszuknallen begannen. Hinter der Sichtblende dieses Baumes jagte ich über Stock und Stein neben der Straße zur Kp- Befehlsstelle.
    Dort herrschte tolle Verwirrung. Mit dem Adjutanten des Bataillons-Kommandeurs fuhr ich zur nächsten Kompanie. Diese lag rund 8 km westlich von Arnheim an einem Waldrand“ – es wird sich um die 2.Kompanie unter dem SS-Hstuf. Hans-Heinrich Köhnken gehandelt. Der Adjutant war der SS-Ostuf. Wolf-Dieter Kreide


    „Der Adjutant sprach mit dem Kompaniechef. Da sahen wir zwischen den Baumstämmen hindurch den riesigen Lastensegler. Er schwebte genau auf uns zu. Kaum 100 Meter vor uns kam er zu Boden. Die Männer der „Wiking“ – des SS-Pz.Gren.A.u.E.Btl. 16 – „lagen rundum hinter ihrem MG. Die Briten, die da mitten unter ihnen gelandet waren, waren, waren Todeskandidaten. Sie hatten überhaupt keine Chance. Jeden Augenblick musste der Waldrand Feuer speien.
    Aber die Kompanie schoss nicht. Die Briten stürzten aus dem Flugzeug und warfen sich hin. Ein Jeep rollte aus dem Lastensegler. Aber unsere Kompanie schoss immer noch nicht. Der Kompaniechef stand beim Adjutanten. Sie schienen sich einig zu sein, dass die Briten da vorne in aussichtloser Lage waren. Der Kp- Kommandant ging plötzlich allein über die freie Fläche auf die britische Maschine zu. Ein Brite im Tarnanzug, wohl der Kommandant, kam ihm entgegen. Die beiden hielten und salutierten. Dann sprachen sie miteinander. Die rätselhafte Begegnung war kurz. Der SS-Offizier machte kehrt und kam zu uns zurück. E winkte unserem Adjutanten, der schon wieder im Krad saß, mit einer bedauernden Geste zu.
    Wir preschten los. Wie ich später hörte, hatte der Kompanie-Chef den Gegner zur Übergabe aufgefordert. Der Brite habe aber abgelehnt. Ich hörte nicht mehr, was aus der Besatzung des Segelflugzeuges wurde...“ (Pust, S. 221 – 222)


    Sepp Munterl berichtete: „... Kurze Zeit später sollte ich mit dem Adjutanten eine Brücke östlich von Arnheim sprengen. Aber auf dem Weg nach Arnheim fuhren wir mitten in eine britische Stellung und eine MG-Garbe knallte ins Krad. Die schwere Maschine überschlug sich. Ich kam unter ihr zu liegen. Der Adjutant flog in den Straßengraben, er konnte verschwinden.
    Mich holten die Tommies unter der Maschine heraus und brachten mich in ein naheliegendes Haus. Sie gaben mir Schokolade und Zigaretten und unterließen es, mich zu durchsuchen. So behielt ich die Eierhandgranaten, die ich in der Hosentasche trug.
    Abends brachten die Briten weitere Gefangene, es war eine Verbindungspatrouille unseres Bataillons, die den Fallschirmjägern in die Hände gelaufen war.
    Es muss 21 Uhr gewesen sein, als die Briten offenbar Befehl erhalten hatten, ihren Stützpunkt zu räumen. Sie nahmen uns mit. Wir wurden von zwei Posten eskortiert. Es ging in Richtung Westen. Genau dorthin, wohin auch wir wollten. Flüsternde Verständigung mit den Kameraden, dann entsicherte ich die Handgranate, warf sie nach rechts in die Dunkelheit. Als die detonierte, warfen sich die zwei Briten zu Boden. Wir stürzten nach vorne in die Dunkelheit und entkamen. Um 3 Uhr früh waren wir bei unserem Bataillon.


    Dort trafen auch noch andere Kameraden ein, die aus der Gefangenschaft ausgerissen waren. Nicht allen war es gut gegangen, einige waren halb zu Tode geprügelt worden.
    Beim Stab sagen wir die ersten britischen Gefangenen, es waren harte Burschen mit vorbildlicher Haltung. Sie verweigerten jede Aussage über militärische Fragen. Sie schoben den Kaugummi im Mund hin und her und schüttelten den Kopf. Die vernehmenden Offiziere brachten kein Wort aus ihnen heraus. Ihre Haltung wurde respektiert. Wir hatten ausdrücklichen Befehl, Gefangene korrekt zu behandeln...“
    (Pust, S. 222 - 223, Ende des abgedruckten Teils des Berichtes Munterl, der diesen auch Ryan geschrieben hat, als dieser 1968 für sein Buch über die Invasion über die Presse Berichte von Teilnehmern der Schlacht um Arnheim suchte. „.. Ryan nahm davon keine Notiz...“)

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo,


    Scott Revell hat dieses Jahr ein Buch geschrieben über den Einsat des SS-Panzergrenadier-Ausbildungs Und Ersatz-Bataillons 16 in Arnhem (Wolfheze, Oosterbeek). Ich kann das Buch empfehlen.


    Titel: Arnhem, a Few Vital Hours: The SS-Panzergrenadier-Ausbildungs Und Ersatz-Bataillon 16 at the Battle of Arnhem, September 1944
    Autor: Scott Revell


    Ich kann auch "It Never Snows in September: The German View of Market-Garden and the Battle of Arnhem September 1944" empfehlen (Autor: Robert Kershaw).


    MfG Bram

    Interesse an Freiw.Legion Niederlande und 4.SS-Freiw.Pz.Gr.Brig. Nederland (später 23.SS-Freiw.Pz.Gr.Div. Nederland).