Kriegsgefangenenlager Pölitz bei Stettin

  • Anbei die Lage eines RAD-Lagers von Pölitz /Oder bei Stettin/ RAD Abt. 7/51 1939


    http://img149.imageshack.us/img149/7316/plitz2vy.jpg


    Nach Kriegsende wurde das Gebiet/Pölitz unter sowjetischer Verwaltung gestellt, als Enklave mit sowjetischer Verwaltung in Polen sozusagen. Diese RAD Lager wurde nach Kriegsende ein Kriegsgefangenenlager für deutsche Kriegsgefangene.


    Rings um das Gefangenenlager wurde ein Minenfeld angelegt. Damit die Kriegsgefangenen nicht ausbrechen , wurden zur Abschreckung einige Kriegsgefangene durchs Minenfeld gejagt, welche dieses nicht überlebten.


    Quelle: Telefonat mit einem alten Pölitzer, lebt in Vorpommern (13.4.2007)


    Gruß Stefan

    Edited once, last by Pile ().

  • Die Seite ist Dir Stefan bestimmt schon bekannt.


    Quote


    Ganz andere Zeiten, sowohl für Pölitz als auch für die gesamte Region, traten in den Jahren 1935-38 ein. Hier sollte das Wirtschaftspotential ausgebaut werden, in dem für Pölitz eine wichtige Rolle in der Kriegsplanung vorgesehen war. Im Jahre 1937 war die Entscheidung über den Bau der "Hydrierwerke Pölitz AG" gefallen. Der Hauptinvestor waren die IG Farben. In diesem Zusammenhang entstand im Nordteil von Pölitz eine neue Wohnsiedlung mit Infrastruktur. Am 01.10.1939 wurde der Kreis Randow aufgelöst und Pölitz in die Stadt Groß-Stettin eingemeindet. Auf dem Gelände um die Hydrierwerke wurden für mehrere tausend ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene Gemeinschaftslager errichtet, z.B. Pommernlager, Nordlager, Tobruklager, Wullenweferlager, Dr. Dürrfeldlager, Arbeitserziehungslager "Hägerwelle" und eine Strafkompanie auf dem Dampfer "Bremerhaven" für 100 polnische Arbeiter. Die Zahl der beschäftigten Zwangsarbeiter überschritt bedeutend die Einwohnerzahl von Pölitz. Im Herbst 1944 wurde in Pölitz-Messenthin das KZ Stutthof - Außenlager Pölitz errichtet. Das Bestehen von kriegswichtigen Anlagen hat dazu beigetragen, dass sie zahlreichen Luftangriffen der Alliierten Luftwaffe ausgesetzt waren. Die ersten Angriffe aus der Luft durch die Alliierten gab es bereits im August 1940, die schwersten fanden jedoch im Jahre 1944 statt. Nach jedem Luftangriff wurden die Hydrierwerke wieder aufgebaut oder repariert. Im März 1945 befand sich die gesamte Stadt, einschließlich der Hydrierwerke, unter dem Feuer russischer Artillerie. In dieser Zeit begannen deutsche Behörden mit der Evakuierung der Lager in den Westen. Am 26. April 1945 eroberte die sowjetische Armee die Stadt Pölitz und das Fabrikgelände.


    http://lazowski.szczecin.art.pl/police/historia-de.htm


    Das eingezeichnete Arbeitslager ist das eins von den erwähnten?


    Ich habe da meine Bedenken, da es sich heute um einen Friedhof handelt und das Gelände keine Merkmale aufweisst, dass mal dort Baracken standen.


    Raffael


    PS
    Ich habe viele Photos für Dich ;)

  • @ Stefan


    ich bin nicht wirklich dahinter gekommen, ob dieser Friedhof schon vor dem Krieg da war oder nicht. Vielleicht nicht, dann könnte das mit dem Arbeitslager hin kommen. Aber was ich bis jetzt gelesen habe, gab es auf dem Platz kein Lager.


    Genauso mit dem Aussichtspunkt. Der ist nicht da, wie bei Dir auf der Karte eingezeichnet, sondern auf der anderen Seite der Kreuzung. Ich mach Dir für die Übersicht mal eine Karte. Dann wirst Du das selber sehen können.


    @ alle


    in Pölitz/Police befand sich ein Hydrierwerk. Dort wurde aus Kohle Kraftstoff gewonnen.
    Einige Bilder kann ich mal zeigen.


    der übrig gebliebene Kohlebunker
    [Blocked Image: http://i16.tinypic.com/4y9t8xz.jpg]



    [Blocked Image: http://i19.tinypic.com/631s789.jpg]


    Von der Straße ist der Kohlebunker zu erkennen!


    [Blocked Image: http://i18.tinypic.com/6heermg.jpg]



    http://www.politz.republika.pl/


    http://fabryka.wp24.pl/?sr=lista&dz=info&id=10&PHPSESSID=1e4edb4cd98d9be00f3fc4ab62f23ae3


    Schöne Bilder findet man hier drunter:
    http://www.fabryka.police.info.pl/galeria.htm


    Quote

    Hydrierwerke Pölitz
    Herstellung von Treibstoffen durch Kohleverflüssigung. Gegründet am 17.06.1937; AG seit 27.01.1938. Gründung als "Hydro GmbH" mit Sitz in Berlin. Nach Umwandlung in eine AG Änderung der der Fa. in "Norddeutsche Hydrierwerke AG" mit Sitz in Pölitz i. Pomm. Vor 1943 erneute Änderung des Firmennamens in Hydrierwerke Pölitz AG". Großaktionär: I.G. Farbenindustrie AG. Nach 1945 wurden die Anlagen demontiert, auf dem Gelände wurde später das Chemische Kombinats Police errichtet. Firmenmantel: 1957 verlagert nach Frankfurt am Main und aufgelöst. 1960 nach Abwicklung erloschen.


    Raffael


    PS Links aktualiessiert

  • Hier die Übersichtskarten


    Das grau Markierte ist die Anhöhe, von der man das Odertal sehen kann.


    [Blocked Image: http://i16.tinypic.com/4orbznd.jpg]


    Die Straßen sind jetzt anders und man hat auch neue Häuse gebaut.
    Die alte Straße und die Überführung der Eisenbahnstrecke ist noch da. Die umgelegte Straße kann man auch noch erkennen. Somit kann man die TK noch benutzen.
    Die neuen Straßen und die Anhöhe habe ich grob eingezeichnet. Per Google Map kannst Du das besser sehen!


    [Blocked Image: http://i13.tinypic.com/4tpp8d2.jpg]


    Ich versuche was über diesen Friedhof raus zufinden. Eine Karte mit Stand 1945 wäre dafür sehr gut. Aber ein Stadplan aus den 30-er Jahren müsste auch reichen.


    Ich habe noch Bilder von der Kirche, Hbf, anderen Friedhof.
    Stefan, ich schicke Dir die Bilder per Mail zu. Sind einige!


    Raffael

  • So, nach der langen Zeit und nach Absprache mit Stefan, werde ich weitere Bilder aus Pölitz/Police veröffentlichen.


    Die Kirche in Pölitz


    [Blocked Image: http://i7.tinypic.com/6coa5qp.jpg]


    Der Bahnhof in Pölitz. Unweit der Bahnhofs, soll sich ein Eingang in die unterirdischen Bunker der Fabrikanlage befinden. Es ist also eine lange Strecke, was aber als gesichert gilt. Laut einigen Infos in anderen Foren, sind in der früheren Zeit einige diese Gänge schon gelaufen.


    [Blocked Image: http://i18.tinypic.com/4p1506u.jpg]


    [Blocked Image: http://i18.tinypic.com/6akqtc8.jpg]


    Man muss auch sagen, dass die Fabrik "halb" versenkt gebaut worden ist. Da in der heutigen Zeit viele Gänge mit Wasser vollgelaufen sind, kann man diese Angaben nicht mehr überprüfen.
    Auf dem Bild sieht man den "unterirdischen" Bau.
    Als ich vor ein paar Jahren da war, konnte man mit dem Auto das Gelände befahren und die Fabrikgebäude besichtigen. Natürlich mit der benötigten Ausrüstung. Als ich im April da war, war das Gelände abgesperrt und zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Da haben die Fledermäuse wieder ein Quartier gefunden.


    [Blocked Image: http://i11.tinypic.com/61z1mvc.jpg]


    Raffael

  • So, jetzt zu dem Aussichtspunkt. Laute der eingezeichneten Stelle auf dem TK Blatt, kann es sich nicht um die richtige Seite der Strasse handeln.
    Nach dem Feldvergleich muss es sich einfach um die von mir eingezeichneten Stelle handeln. (Bilder sehe oben) Der Aussichtspunkt lag oder liegt auf der östlichen Seite der Strasse nach Pölitz.


    Als Anhaltspunkte habe ich die Eisenbahnstrecke genommen. Die Strecke wie auch der Bahnhof sind vorhanden. Die Überführung der Eisenbahnstrecke über die Strasse, südlich von Pölitz (siehe oben TK), mit dem markanten Knick des Strassenverlaufs vor der Brücke und dahinter.
    Rechts, wo das Gitter ist, da kam der alte Strassenverlauf an. Blick ist Richtung Westen.


    [Blocked Image: http://i7.tinypic.com/6blwv9s.jpg]


    Der Strassenverlauf ist jetzt begradigt worden und die Straße führt jetzt ab der Eisenbahnbrücke direkt zur neuer Kreuzung, die auf dem Bild von Google Map zu sehen ist. Und an der Kreuzung befindet sich der Aussichtspunkt.
    Die alte verschwenkte Strassenführung ist auch noch vorhanden, da die alten Häuser eine Zufahrt zur Ihren Grundstücken brauchen. Man kann also den kompletten Strassenverlauf bis an die Kirche nach vollziehen. Auf dem Bild sieht man links auf dem Damm den alten Strassenverlauf. Blick ist Richtung Osten. Die alte Bebaung kann man noch sehen!


    [Blocked Image: http://i16.tinypic.com/52mqkqr.jpg]


    Das weitere Photo zeigt die Erhebung/Aussichtspunkt. Ich stehe mit dem Rücken zur neuen Kreuzung. Blick ist Richtung Osten. Also zur Oder hin.


    [Blocked Image: http://i11.tinypic.com/6fq13yo.jpg]


    Es ist die einzige Erhebung, die südlich von Pölitz ist. Das Gebiet, dass der Stefan nach den Angaben des ehamligen Einwohners kann nicht so richtig stimmen. Heutzutage befindet sich auf dem eingezeichneten Gebiet ein Neubaugebet. Man sieht auch keine richtige Erhebung, was eigentlich da sein sollte.


    Die südliche Kreuzung existiert immer noch. Dort zweigt die Strecke nach Stettin ab. Die Hauptstrecke geht geradeaus. Man sieht, wie man von der Erhebung runter fährt.


    [Blocked Image: http://i16.tinypic.com/54it9gy.jpg]


    Raffael

  • @ Cisco


    ja, die LS Bunker waren für die Stadtbevölkerung gedacht.


    Der erste, mit den Glascontainern, befindet sich gegenüber der Post, ein wenig abseits der Strasse, hinter den Gebäuden.


    Der zweite befindet sich an der Straße zur der Kirche. Liegt genau im Wohngebiet.


    Der dritte befindet sich schon auf dem Werksgelände.
    Es gab viel mehr davon. Es sind nur die paar Bilder, die ich habe.


    Quote

    östl. von Berlin waren mir bisher keine zivilen LS-Hochbunker bekannt


    wenn ich Dich richtig verstanden habe, hast Du noch keine zivilen Bunker östlich von Berlin gesehen.
    Ich habe einige in Danzig gesehen. Ich würde fast schon tippen, dass einige in Posen gebaut worden sind.
    In Stettin hab eich auch welche gesehen. Obwohl in dieser Stadt mehr unterirdische Bunker gebaut worden sind.


    Raffael


    Ps Ich mache ein neues Thema, dann versuche ich die Orte und Bilder zusammen zutragen. Kannst mit helfen.

  • Hallo,
    und gleich mal vorne weg - sorry dafür das ich ein so altes Thema wider hervor hole!


    Ich habe mit großem Interesse mir die Bilder hier angesehen - die Familie meines Vaters hatte in Pölitz ein kleines Haus.
    Genauer gesagt war es ein Doppelhaus.
    Leider habe ich keinerlei Unterlagen über diese Zeit, das einzige was ich weiß habe ich aus einem Besuch vor Ort mit meinem Vater und meinem Bruder.
    Es hat sich wohl eine ganze enge getan in Pölitz, denn mein Vater brauchte damals (kurz nach der Wende) lange um die Straße und das Haus wieder zu finden - naja als sie fliehen mussten war er ja auch noch jung.
    Als er das Haus gesehen hat hatte er Tränen in den Augen...
    (ich habe bis zu diesem noch nicht weinen gesehen)
    und nur gesagt das er da nie wieder hin will.
    Aber wenn ich ehrlich bin habe ich damals nur mit dem berühmten halben Ohr zu gehört - heute ärgere ich mich darüber sehr - ich habe keine Möglichkeit mehr ihn zu fragen. Und über die Flucht haben sie nicht gesprochen... wer kann es ihnen verdenken...


    Und ich würde das Haus auch nicht mehr wieder finden, ich habe es schon mal mit Google Earth versucht.... aber nichts gefunden was ich wieder erkannt habe.
    Ich weiß nur noch das es wohl einen weg leicht Berag auf ging
    (in Richtung Osten?) und das an der einen Seite des Weges die Häuser standen und auf der anderen Seite ein Bach oder Graben war ..und ich glaube Birken...


    Er hat uns dann noch ein wenig die Gegend gezeigt unter anderem eine alte Flakstellung.
    Vorort habe ich auch zum ersten mal erfahren das mein Opa in (Pölitz? oder Stettin?) in einer Papierfabrik gearbeitet hat.
    Alles in allem war es damals eine sehr Interessanter Tag.


    Danke für die Bilder und die ganzen Informationen.
    MFG
    Jens

    Wer hat Infos zur 75. Infanterie-Division - 2.I.R.202 1939 bis 1942 Bilder, Karten usw

    Edited once, last by matrose1970 ().

  • Hallo,
    das Thema hat mir keine Ruhe gelassen und so habe ich noch ein wenig im Netz gesucht und bin bei You Tube auf drei Filme im Polnischer Sprache gestoßen.
    Da sind ein paar ganz Interessante Bilder bei.
    Grade im letzten Teil des Beitrages sind aufnahmen des Luftschutzbunker von innen zusehen - ich glaube jedenfalls das es sich dabei um einen solchen handelt
    Teil 1 von 3


    Teil 2 von 3


    Teil 3 von 3


    Wie gesagt leider ist der Beitrag komplett in Polnisch und somit kann ich zu den Aussagen die da getroffen werden nichts sagen - aber vielleicht sind da ja auch für den einen oder anderen neue Bilder/ Ansichten bei.


    MFG
    Jens

    Wer hat Infos zur 75. Infanterie-Division - 2.I.R.202 1939 bis 1942 Bilder, Karten usw

  • Hallol Matrose und Raffael,
    habe eure Berichte über Pöitz und das Hydrierwerk mit größtem Interesse gelesen. Schließlich arbeitete mein Opa während des Krieges im Hydrierwerk als Schlosser. Ich erinnere mich übrigen genau, dass ich einen der schweren Bombenangriffe(Weihnachten 1944) auf as Hydrierwerk in einem unterirdischen Bunker - direkt unter dem Bahnhof - miterlebt habe...Damals wurde z. b. der Ort Langenstücken
    (zwischen Pölitz bei Jasenitz ) total zerstört....

    ckm

  • Thema: Kriegsgefangenenlager Pölitz: Mich interessiert Soldaten welcher Einheiten dort 1945 in Gefangenschaft waren. Wer kann da weiterhelfen?

    ckm

  • Hallo Joker,


    welche Kriegsgefangenlager meinst du?
    In welche Richtung soll man suchen?


    Gruss
    Raffael

  • Ich meine das Kriegsgefangenenlager, dass, wenn meine Erinnerung nicht sehr täuscht zwischen Jasenitz und Pölitz lag. Vermutlich auf dem Gelände des ehemaligen Hydrierwerks.
    Ich bin damals im Sommer 1945 dort mehrfach mit meinem Opa, der in Pölitz gewohnt hatte, dessen Haus aber zerbombt war, von Jasenitz nach Pölitz gewandert...lUnd dabei oft an dem Lager vorbeigekommen. Du musst dir vorstellen ich war damalsd 11 Jahre alt, ein zuvor begeisterter Pimpf und sah nun meine "Helden" dort hinter Stacheldraht. Da ich auch meinen Vater, der in Swinemünde vermisst war, dort versuchte zu entdecken, habe ich sehr intensiv geguckt. Man glaubt gar nicht, wie elend diese Soldaten wirkten und wie buchstäblich zerschlagen...


    Später habe ich mal gehört, dass es sich um das ehemalige KZ-Lager im Hydrrierwerk gehandelt haben soll.

    ckm