Milit. Werdegang meines Großvaters

  • Hallo liebe Wehrmachtsspezialisten!


    Wer kann mir den militärischen Werdegang meines Großvaters etwas näher erläutern?


    Angaben der WASt lauten:


    Erkennungsmarke: 1177- 4. Flak Ers. Abt. 37


    lt. Meldung vom 30.05.1941 4. Flak Ers. Abt. 37 Standort Krems-Mautern
    lt. Meldung vom 15.06.1941 und 24.04.1942 Flak Ers. Abt. 8 (Scheinwerfer) eingesetzt im Wehrkreis XVII Wien


    lt. Meldung vom 07.11.1942 und 23.02.1943 1. Bttr. Res. Flak Scheinwerfer Abt. 609
    November 1942 eingesetzt im Raum Flensburg


    lt. Meldung vom 07.11.1942 Gefreiter (kein Beförderungsdatum)


    Liebe Grüße, Murmelchen

  • Hallo Murmelchen,


    es ist immer unbefriedigend, wenn man den Eindruck hat, dass Informationen zurückgehalten werden. In diesem speziellen Fall Deines Großvaters könnten das Lebensalter und sein Beruf und/oder fachliche Vorkenntnisse für die Beurteilung des militärischen Werdegangs durchaus von Bedeutung sein.


    Aber fangen wir mal an:


    1. Vermutlich ist Dein Großvater bei der 4. Batterie der Flak-Ersatz-Abteilung 37 im 1. Halbjahr 1941 eingezogen worden. Dort bekam er die EKM mit der lfd. Nr. 1177. Ich vermute mal, dass er vielleicht lebensälter und/oder nicht uneingeschränkt kriegsverwendungsfähig war, sonst wäre er vermutlich an der Front eingesetzt worden. Das Lebensalter könnte uns auch einen Hinweis geben, ob er als Gedienter (Reservist) oder Ungedienter eingezogen wurde.


    2. Vor dem 15.06.1941 wurde er zur Flak-Ersatz-Abteilung 8 versetzt. Hier war er wohl im Bereich einer Scheinwerfer-Batterie (-Teileinheit) eingesetzt. Während sein Einsatz bei der Flak-Ers.-Abt. 37 relativ kurz war (vermutlich zur Ausbildung ?), war er bei der Flak-Ers.-Abt. 8 über ein Jahr. Das läßt den Schluß zu, dass er hier zum Stamm-(Ausbildungs-)Personal gehörte.


    3. Vor dem 07.11.1942 wurde er zur 1. Batterie der Reserve-Flak-Scheinwerfer-Abteilung 609 versetzt und im Raum FLENSBURG eingesetzt.


    4. Als Dienstgrad hat er (wohl im Laufe des Jahres 1942) den "Gefreiten" erreicht.


    Mehr ist aus meiner Sicht aus diesen "dürren" Daten nicht heruszulesen.


    Gruß und schönes Wochenende !
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo Rudolf!


    Mein Großvater wurde im Dezember 1908 in Breslau geboren.
    Er war gelernter Lederkaufmann und arbeitete Ende der 30er Jahre als Filialleiter in Breslau.
    Nach Angaben seiner 2. Ehefrau (bereits verstorben) meldete er sich wohl freiwillig 1941 nach der Scheidung von meiner Oma.
    Angeblich geriet er noch in Gefangenschaft, wurde nach dem Krieg ausgezeichnet und bekam als "Verdienter" eine Wohnung gestellt.
    Diese Angaben kann ich allerdings nicht belegen und dazu habe ich auch noch nichts herausgefunden.
    Bei der WAST gibt es keine anderen Dienstzeiten als die von mir angegebenen.
    Ich danke Dir für Deine ausführlichen Beschreibungen.


    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Murmelchen

  • Hallo Murmelchen,


    auch wenn das mit dem Beruf (z.B. Elektriker -> Scheinwerfer) ein "Flop" war, lag ich mit dem Lebensalter doch richtig. Das war sicher ein Grund dafür, dass er (zumindest zum Einberufungszeitpunkt) nicht an die Front kam, und später im weiteren Verlauf des Krieges hat er wohl Glück gehabt !


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo murmelchen



    Quote

    Angeblich geriet er noch in Gefangenschaft, wurde nach dem Krieg ausgezeichnet und bekam als "Verdienter" eine Wohnung gestellt.


    Das mit der Gefangenschaft kann ja "noch" sein aber das mit der Wohnung
    ist wohl eher eine Familien Legende oder war er kriegsbeschädigt ?

    Gruss Dieter

  • Guten Morgen in die Runde!


    @ Dieter: Ob er kriegsversehrt war, weiß ich leider nicht. Ich habe meinen Großvater nie kennengelernt und auch mein Papa war erst 2 Jahre alt, als meine Großeltern sich scheiden ließen.
    Durch die Ahnenforschung habe ich die 2. Ehefrau ausfindig machen können, welche mir das erzählte.


    @ Rudolf: Was meinst Du mit nicht uneingeschränkt kriegsverwendungsfähig?


    Danke für Eure Auskünfte und einen schönen Sonntag wünscht Murmelchen

  • Hallo Murmelchen,


    die Verwendungsfähigkeitskriterien waren v.a. medizinischer Natur (ähnlich den Tauglichkeitsgraden bei der heutigen Wehrdienstfähigkeit).
    Einschränkungen konnten sich aus angeborenen oder erworbenen Schädigungen ergeben (z.B. Sehfehler, Einschränkung des Hörvermögens, Schäden des Bewegungsapparates) oder auch aus Verwundungen, die noch nicht vollständig auskuriert waren.
    Soldaten mit diesen Verwendungseinschränkungen waren dann zwar nicht unmittelbar für den Fronteinsatz geeignet, aber bei Ersatz- oder Reserve-Truppenteilen in der Heimat oder im Hinterland allemal. Mit zunehmender Dauer des Krieges und damit einhergehendem Personalmangel wurden diese Kriterien jedoch immer mehr "aufgeweicht". (Es gab da das böse Wort "Aktion Helden-Klau", das das Durchkämmen der Etappe nach Soldaten, die einigermaßen laufen und eine Waffe tragen konnten, bezeichnete.)


    Schönen Sonntag !
    Rudolf (KINZINGER)


    P.S. Wir hatten hier im Forum vor längerem schon einmal eine Diskussion zu diesem Thema; ich finde es nur jetzt nicht "auf die Schnelle" !