12.SS Panzerdivision Hitlerjugend

  • Wie Ihr ja alle seht bin ich hier neu.
    Trotzdem habe ich ein Anliegen an Euch.
    Mein Vater, der im letzten Jahr an einem schweren Krebsleiden
    verstorben ist war Angehöriger der 12.SS Panzerdivision.
    Und zwar bei der Pionierabteilung 12.
    In den Wirren der Nachkriegszeit ist nun so manches verloren
    gegangen, an Erinnerungsstücken.
    So habe ich keinerlei Bildmaterial meines Vaters von Ihm in
    Uniform oder Kampfanzug.
    Briefe etc. alles futsch.
    Seine Schwestern hatten Angst das es zu Hause gefunden wurde,
    denn die Tommys haben mein Elternhaus damals gefilzt.
    Darum alles vernichtet.


    Vielleicht findet sich auf diesem Weg noch der eine oder andere
    noch lebende Kamerad meines Vaters der evtl. noch was
    hat (Bilder).
    Mein Vater hat an allen Kampfhandlungen von der Normandie bis
    zu den Ardennen teilgenommen.
    Dort wurde er dann verwundet und kam ins Lazarett Start und Ziel.
    Während seiner Genesung wurde ja wie bekannt, die 12. nach
    Ungarn verlegt.
    Mein Vater kam nicht mehr hin und wurde in verschiedenen
    Kampfgruppen im Westen eingesetzt.
    Wo ist mir leider nicht bekannt.


    In Bayern in der Nähe von Bad Tölz wurde er dann kurz vor
    Kriegsende vom Ami geschnappt und ins Lager gebracht,
    von wo aus mit einem Kameraden nach einigen Tagen
    türmte um einer gerüchteweise vorgesehenen Auslieferung
    von SS Kameraden an den Russen zu entgehen.
    Er hat sich dann auch erfolgreich bis nach Haus hier in
    Niedersachsen durchgeschlagen und wurde einige Zeit von seinen
    Schwestern, allesamt Kriegerwitwen, vesteckt.
    Mein Vater war Sturmmann Karl Herrmann Möhlmann.
    Er hat sich immer mit Stolz an seine Zeit in der Waffen SS und
    seiner Kameraden erinnert.
    Besonders an seinen Div. Kommandeur Kurt Meyer.
    Ich weiß das mein Anliegen warscheinlich erfolglos sein wird.
    Zuviel Zeit ist verstrichen, zu viele Kameraden schon gegangen.
    Trotzdem, vielleicht?
    Gruss Armin

    In Gedenken an meinen Vater. Karl Hermann Möhlmann, ehemals 12. SS Panzerdivision Hitlerjugend Pz.Pi.Btl.12
    6.4.1926 - 20.4.2008

  • Und als grundsätzliche Informationquelle würde ich
    das Buch " Kriegsgeschichte der 12. SS Panzerdivision Hitlerjugend" von Hubert Meyer Band I und II empfehlen. Nation Europa Verlag, meine 4. Auflage ist von 1999.


    Gruss Michael

    Suche Informationen zum Ritterkreuzträger Oberst Helmut v. Lilienhoff - Zwowitzki Kdr. II./ IR 439 - Kdr. GR 439

  • Hallo Armin!


    Hier im Forum gibt es noch 2 Veteranen der 12. SS-Pz.Div "HJ":


    Kutel (Kurt) (Reg 25) - Ihm geht es aber im Moment nicht so gut.
    und
    Veteran43 (Erich) (Reg12) - Der hat auch seine Erinnerungen hier im Forum hinterlegt: Erichs Erinnerungen


    Des weiteren war ein sehr guter Freund von mir Angehöriger der 12ten (Reg26). Er, Werner, ist allerdings nicht online, weil er sich nicht mit dem PC auskennt. Ich sehe ihn aber fast jeden Tag. Außerdem haben wir uns letztes Jahr mal auf Spurensuche in der Normandie gemacht.


    Vielleicht können sie, oder wir, Dir bei deinen Fragen helfen.
    Das o.g. Buch (bzw. beide Bände) kann ich nur wärmstens empfehlen!


    Gruß, Klaus


    Edit: Entschuldige JG39 - das eine war doppelt gemoppelt - habe ich eben festgestellt.

    Im Gedenken an Veteran Werner (12. SS-Pz.Div 26)
    +11.07.2009

    Edited once, last by terminus ().

  • Hallo Armin,


    als Ergänzung zu den Literatur-Tipps kann ich noch anfügen, dass es zum SS-Pionier-Bataillon 12 eine eigene Chronik gibt, die seinerzeit von Kurt Imhoff an Hand von Kameradenberichten, Archivunterlagen und Literaturangaben zusammengestellt wurde. ;)


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Erstmal herzlichen Dank an Euch.
    Werde alles durcharbeiten und dann wieder berichten.
    Gruss Armin

    In Gedenken an meinen Vater. Karl Hermann Möhlmann, ehemals 12. SS Panzerdivision Hitlerjugend Pz.Pi.Btl.12
    6.4.1926 - 20.4.2008

  • So, habe jetzt Erichs Erinnerungen bis zum vierten Kapitel gelesen.
    Und muß sagen, ganz genauso hats mein Vater auch beschrieben/erzählt.
    Vom Schleifen im Wehrertüchtigungslager bis zur Ankunft in der
    Normandie.
    Auch das Verhältnis zur dortigen Zivilbevölkerung hat mein Vater immer als sehr
    moderat, wenn nicht sogar freundschaftlich beschrieben.
    Wie sich doch die Erfahrungen gleichen.
    Aber jetzt will ich weiterlesen.
    Gruss Armin

    In Gedenken an meinen Vater. Karl Hermann Möhlmann, ehemals 12. SS Panzerdivision Hitlerjugend Pz.Pi.Btl.12
    6.4.1926 - 20.4.2008

  • Angekommen in Kapitel acht.
    Verwundung, Genesung und Gefangennahme.
    Auch hier wieder viele Übereinstimmungen mit
    Erzählungen meines Vaters.
    Die Schrecken der Kämpfe um Caen und Falaise.
    Die vielen toten oder schrecklich zugerichteten Kameraden
    und die Hölle der Verbandsplätze.
    Bei der Gefangennahme meines Vaters wars auch
    ganz ähnlich.
    Mein Vater wurde bei einem Bauernhaus an der Isar
    geschnappt, wo die Bäuerin ihn mit Brot, Butter und
    einem Glas Milch versorgte.
    Von zwei Amerikanern.
    Die gleiche Hektik und Nervosität/Angst? als sie erkannten
    das Paps ein Waffen SS Mann ist.
    Übrigens muß Erich auf dem Marsch nach Goslar ganz in
    der Nähe meines Elternhauses durchgezogen sein.
    Wir wohnen in einem kleinen Ort nordwestlich von
    Seesen/Harz.
    Aber nun wird erst mal wieder weitergelesen.
    Gruss Armin

    In Gedenken an meinen Vater. Karl Hermann Möhlmann, ehemals 12. SS Panzerdivision Hitlerjugend Pz.Pi.Btl.12
    6.4.1926 - 20.4.2008

  • Ich habe jetzt Erichs Erinnerungen fertiggelesen.
    Besonders das Schlußwort sollte jedem im Kopf bleiben.
    Danke Erich
    Gruss Armin

    In Gedenken an meinen Vater. Karl Hermann Möhlmann, ehemals 12. SS Panzerdivision Hitlerjugend Pz.Pi.Btl.12
    6.4.1926 - 20.4.2008

  • Ich habe hier mal einige Bilder meines Vaters in jungen Jahren.
    Das erste Bild soll kurz vor Eintritt in die Waffen SS aufgenommen
    worden sein.
    Das zweite nach Heimkehr aus dem Krieg.
    Man sieht das mein Vater noch ziemlich gezeichnet war.
    Und dann mit 70.
    Immer noch der aufrechte Germane.
    Vielleicht erinnert man sich an sein Gesicht.
    Leider kann ich weder mit Vaters Nummer oder anderweitigen
    Erkennungs- bzw. Zugehörigkeitsmerkmalen dienen.
    Ist wie gesagt alles futsch, leider.

    Files

    • img109.jpg

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    • img110.jpg

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    • img111.jpg

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    In Gedenken an meinen Vater. Karl Hermann Möhlmann, ehemals 12. SS Panzerdivision Hitlerjugend Pz.Pi.Btl.12
    6.4.1926 - 20.4.2008

  • Hallo Armin,


    ich habe Deine Ausführungen über Deinen Vater mit Interesse gelesen. Bei Deinen vielen Fragen drängt sich mir folgender Gedanke auf:
    Hast Du schon bei der WAST nachgefragt ? Vielleicht läßt sich ja so noch das eine oder andere Detail über die Dienstzeit Deines Vaters herausbekommen. Einen Versuch ist es in jedem Falle wert.
    Hier findest Du entsprechende Musterschreiben: Muster-Schreiben
    Bis zur Antwort mußt Du aber mit Wartezeiten von 10 Monaten + rechnen.


    Herzliche Grüße Jürgen

    Suche alles zum Bau-Pionier-Bataillon 119 ab 11/1943

  • Quote

    Bis zur Antwort mußt Du aber mit Wartezeiten von 10 Monaten + rechnen.


    Hallo Jürgen, Armin,


    mach lieber "12 Monate +" draus, dann könnte es hinkommen! ;)

    Schönen Gruß,
    Bernd

  • Hallo,


    mein Großvater war bei beim 26.Regiment der 12 Panzerdivision. Mir geht es ähnlich wie Dir. Alle Papiere in den Kriegswirren verloren gegangen udn nun suche ich vergeblich seit Jahren nach Wegpunkten seiner Kriegszeit. WaSt hatte auch bei mir etwas, allerdings nur sehr wenig. Ein Soldaten-Portrait habe ich noch das wars!


    Viel Erfolg bei der Suche


    Grüße

  • Hallo zusammen,


    bin neu im Forum :)


    Letzte Woche war ich im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet. Ein Bekannter nahm mich mit zu einem Verwandten seiner Mutter. Thema war die Vertreibung der südmährischen deutschsprachigen Bevölkerung, Juni 1945. Wir glaubten, der Herr müsse als einer der älteren vor Ort etwas davon wissen. Doch er, Jahrgang 1926, befand sich ja bis 1946 in Kriegsgefangenschaft. Wir machen uns zum Gehen auf. Ich frage, bei welcher Einheit er denn gedient habe. "SS-Panzer", sagt er. Welche genau? Etwa die 9. oder 10. Division? "Nein, Hitlerjugend".
    Er nennt auch zwei mal Totenkopf ?(
    Danach gefragt, holt er sein Soldbuch und ein Bild von Sepp Dietrich. Er nennt Baltikum, Normandie ("Sepp Dietrich hat uns zurückgezogen, der wollte unsere Einheit nicht aufreiben lassen") Ungarn und Österreich, wo er verwundet wird. Die Übergabe erfolgt im bayrischen Lazarett: ein Ami schaut einfach hinein - das war's.
    Zum Abschied zeigt der Herr uns gerne seine Tätowierung mit der Blutgruppe.


    Na, das war ein Erlebnis. Siehe Bilder anbei. Habe die persönlichen Daten sowie Stammnr. allerdings verwischt. Inwiefern kann die Angabe Totenkopf stimmen?

  • Hallo Hechtel44,


    ich kann Deine "Begeisterung" in sofern verstehen, als die Veteranen immer weniger werden und es immer ein spannende Sache ist, sich mit ihnen zu unterhalten (geht mir ähnlich).


    Ob der Veteran außer bei der 12. SS Pz Div "HJ" auch bei der "3. Totenkopf" war, halte ich aufgrund seines damaligen Alters eher für unwahrscheinlich. Das wird alles zeitlich knapp...
    Aber nichts ist unmöglich. Auch das Baltikum passt nicht zur 12. "HJ".


    Wann ist er zur Waffen-SS gekommen? Vor 1943 kann das jedenfalls, nach seinem Jahrgang zu urteilen, nicht gewesen sein.
    Hat er sich freiwillig gemeldet?
    Das wäre schon wichtig zu wissen.
    Vielleicht kannst Du ihn ja noch einmal kontaktieren.


    Mich würde außerdem interessieren, wo er in Kriegsgefangenschaft war.


    Gruß, Klaus


    Noch ein Nachtrag. Es gab im Frühjahr "Berührungspunkte" zwischen der 12. "HJ" und der 3. "Totenkopf" , als sie im März 1945 dem
    I. SS-Panzerkorps unterstellt wurde. Örtlich gesehen kämpften beide Divisionen somit Seite an Seite Richtung Linz. Es bliebe zu klären, ob es durch Umgruppierungen für einzelene Sodaten auch zu einem "Divisionstausch" gekommen sein kann.

    Im Gedenken an Veteran Werner (12. SS-Pz.Div 26)
    +11.07.2009

    Edited once, last by terminus ().

  • Hallo Terminus,


    vielen Dank für Deinen Kommentar ;)


    Die Umstande des Gespräches waren nicht so gut. Wir waren quasi im Gehen, als der Herr über seine Kriegszeit zu erzählen anfing. Es war um die Mittagszeit und wir hatten eine andere Verabredung. Ich habe aber einige Notizen machen können, die ich hier nun wiedergebe. Vorab: wie er ins Baltikum kam, weiss ich nicht, bin mir jetzt nicht mehr ganz so sicher. Vielleicht lässt mein Gedächtnis nach. Auf dem 2. Bild aus dem Soldbuch ist aber unter Punkt D deutchlich "Riga" zu sehen, wenngleich durchgestrichen.
    Was steht denn genau unter Punkt D, ich kann es nicht recht lesen?


    Auf alle Fälle war seine Einheit zur Marschverpflegung in Namur, Belgien am 2.9.1944., wie ein Stempel in Bild 3 besagt. An gerade diesem Tag zogen die Amis in die Stadt an der Maas, sehe ich.


    Also die Notizen
    "War bei SS Totenkopfdivision. Hier ein Bild von Sepp Dietrich, ein erstklassiger Chef. Wir waren zur Nachhilfe und Auffrischung nach Frankreich gesandt, da weigerte sich der Chef, uns einzusetzen. Er sagte "Der Find steht vor uns in Caen. Meine Spezialtruppe darf nicht im Grundeinsatz kommen." Dann ging es zur Kaserne nach "Fallingbussel" (?) zur Weiterausbildung. Danach auf dem Weg nach Berlin. Unterwegs bleibt der Zug stehen. Wir müssen nach Ungarn, Kessel von Budapest sprengen. Dort angekommen fehlen Benzin und Munition. Danach nach St. Pölten. Verwundung. Kriegsende im Lazarett."


    Ob er sich freiwillig meldete, weiss ich nicht. Der Herr war beim Arbeitsdienst, bevor er ins Militär kam.


    Anbei ein Bild seines Entlassungsscheines

  • Hallo Hechtel, (gibt's da evtl. einen griffigeren Ansprechnamen?)


    Ja, da steht zwar Riga, aber das heißt nicht, daß er dort war. Darüber steht nämlich "jetzt zuständiger Ersatztruppenteil" und dann ist eben Riga durchgestrichen und durch Paderborn ersetzt worden. Das passt sehr gut zur 12. "HJ". Leider steht ja jeweils kein Datum dahinter.


    "Der Feind steht vor uns in Caen" - lässt auf einen Zeitpunkt um August 1944 schließen.
    Ich tippe jetzt mal auf eine Verwundung oder eine andere Abkömmlichkeit im Herbst 1944 die zur Folge hatte, daß er dann der Panzer Ersatzabteilung zugeteilt wurde. Allerdings erschließt sich mir an dieser Stelle (Zeit und Ort) nicht die verbindung zur 3. SS Pz.Div "Totenkopf". Die war auch nicht Bestandteil der 6. SS Panzerarmee. Und vorher? das ist die gute Frage...Jahrgang 1926...
    An dieser Stelle würd ich dich ja gerne an Vet. Erich weiterleiten, der aber z.Zt. nicht aktiv ist hier im Forum. ich klingel mal bei ihm an.
    Er hat nämlich einen ähnlichen Werdegang, was die 12. "HJ" und Normandie, bzw. Ersatz Abtl. angeht.



    Ansonsten kommen weitere Vermutungen einem Blick in die Glaskugel gleich, wenn man ihn nicht selber Fragen kann. Ich würde gerne nochmal höflich nach Deiner Jahrgangsklasse fragen, weil Du dein Gedächtnis nanntest ;)


    Gruß Klaus

    Im Gedenken an Veteran Werner (12. SS-Pz.Div 26)
    +11.07.2009

  • Vielen Dank, Klaus, für diese Erkentnisse und für Deine nette Hilfe. Für mich ist vieles neu, daher meine Begeisterung :)

    Bis ich letzte Woche den Herrn traf, war mir die 12. SS Panzerdivision HJ eigentlich nicht bekannt, muss ich gestehen. Bin selber Jahrgang '68 :D


    Vielleicht werde ich mal versuchen, ihn anzurufen, um das alles zu klären.
    Er erzählte noch, wie er damals nach der Entlassung an der Zonengrenze fast einen Tag im Zug gesessen ist, bis die Russen ihn reinliessen. "Die kontrollierten alles." Ich entschuldige meine Unwissenheit, aber waren die Russen gerade den SS-Leuten nicht sehr feindlich gesinnt, d.h. wenn die einen entdeckten... oder ist das ein Gerücht?


    Anbei noch ein Bild seiner Tätowierung, die er gerne zeigte.


    besten Gruss,
    Dirk

  • Hallo Dirk,


    wie gesagt, ich kann Deine Fasziantion und Dein Interesse gut verstehen.
    Ich kannte/kenne selber Veteranen der W-SS und stehe in guten Kontakt mit Ihnen.
    Ich glaube Dir auch, daß dieser Veteran bei der W-SS war, auch ohne Bild der Tätowierung. Auch wenn er sie "gerne" zeigt. Das heißt nur, daß er seine Vergangenheit nicht verleugnet.
    Aber deshalb mußt Du sie nicht öffentlich machen. Finde ich nicht wirklich gut.
    Ich schick Dir eine PN.


    Gruß, Klaus

    Im Gedenken an Veteran Werner (12. SS-Pz.Div 26)
    +11.07.2009