• Hi Leute,

    ich rekonstruiere gerade den milit. Werdegang meines verstorbenen Großvaters
    (1. Kompanie Jägerbataillon-2 – Feldpost-Nr. 06550 B).

    Durch WASt und ein paar persönlicher Notizen, liegt mir nun folgendes vor:

    Ab 1943 Fronteinsatz bei Witebsk (heute Wizebsk) Orscha in Russland
    04.10.1943 Gefangennahme bei Starabek / UdSSR lt. WASt. Im Brief vom Batl.Kdr. an die Familie steht wiederum "...bei Starabell vermisst".
    04.10.1943 – 26.08.1946 Gefangenschaft Russland Cevepowitz
    15.01.1945 – 28.07.1945 Lazarett Therepowitz bei Moskau wegen Gelbsucht

    Leider finde ich nichts über die genannten drei fett-markierten Orte (evtl. auf einer Notiz falsch geschrieben oder wird heute anders geschrieben).
    Kann mir hier vielleicht jemand weiterhelfen wo die Orte liegen bzw. wie sie heute heißen und ob es in Cevepowitz ein Gefangenenlager gab bzw. die Lagernummer o. ä.

    Bin für alle Hinweise dankbar!

    Gruß aus Hessen!
    Dennis

    PS. Vielleicht hilft dieses russische Dokument...
    Was steht als "letzter Wohnort" auf dem Erfassungsschein?? Kann ich leider nicht lesen.  :(

  • Hallo Dennis,

    bezüglich der KGL hat sich Eddy einmal die Mühe gemacht, hier im Forum ein sehr komplexes Paket einzustellen.

    Falls noch nicht bekannt, findest du es hier.

    Schau dir dort einmal die Karten und Berichte mit den Ortsbezeichnungen genau an. Falls du aber auch damit nicht weiterkommen solltest, melde dich noch einmal.

    Schönen Gruß
    Peter

  • Hallo Dennis,
    ich war in Tscherepovitz, habe Kontakt dorthin u. ein Buch in kyrillischer Schrift bekommen, daß über die Gefangenen u. Lager im Vologda Oblast berichtet.
    Darin ist das Bild von Erich Hartmann, Lager 7437.
    Ist das Dein Großvater ?
    In Zürich lebt noch ein Veteran der in diesem Lager war.
    Gruß Hummel.

  • Es ist natürlich doof, wenn auf allen Dokumenten die Orte irgendwie anders geschrieben werden. Ich dachte die WASt sollte es zumindest richtig schreiben. Nun kommen irgendwie mehrere Orte zur Auswahl.

    Jedenfalls ist die Menge an Daten, Links usw. enorm, da kann man ja ewig recherchieren. ;)


    Im Anhang noch die handschriftliche Notiz meines Großvaters,
    ich lese das als Gefangenschaft... "Cevepowitz" oder?

    Vielleicht könntet man aber doch den richtigen Ort von den beiden Dokumenten "Erfassungsbogen" (hier letzter Wohnort) und dem russischen Dokument (Entlassungsschein?) erkennen??? Dorte sollten die Orte doch richtig geschrieben sein.

    Und wie kann es sein, dass die WASt "vermisst bei Starabek/UdSSR" schreibt und man den Ort einfach nicht findet?

    Peter - danke für den Link, wenn ich die Orte entschlüsselt habe, finde ich hier bestimmt was.

    @bernhard - was ist ein "Shtetl-Seeker"?? Wie kommst Du auf den Ort?

    Hummel - ein Bild meines Großvaters...

    PS. Hab den Erfassungsbogen etwas vergrößert angehängt, dass man es besser lesen kann. Vielleicht hilfts beim entschlüsseln, der Geburtsort lautet "Brandau"

  • Hallo Dennis,

    a) die Schreibweise von Ortsnamen ist aus vielen Gründen nicht einheitlich. Ein Hauptgrund sind wohl die unterschiedlichen Transkriptionen der russischen Buchstaben

    http://de.wikipedia.org/wiki/Transkription_(Schreibung)

    Umbenennungen, andere Namen der Orte auf Ukrainisch, Polnisch etc. und nicht zuletzt Lese- und Schreibfehler. Viele Orte gibt es heute auch gar nicht mehr.

    b) Wie kam ich auf „Cerepowitz“?
    - "Tschernowitz" z. B. wird auch „Cernowitz“ (wie CSSR) geschrieben. Das würde evtl. auch die Schreibweise „T(sc)herepowitz“ erklären.
    - „r“ und „v“ sind leicht zu verwechseln. Vergleiche mal auf dem Bild „Lebenslauf“ das „r“ von „Fronteinsatz“ mit dem von Cerepowitz.

    c) Aus all diesen Gründen sucht die sehr leistungsfähige Ortssuchmaschine Sthetlseeker

    http://www.jewishgen.org/Communities/LocTown.asp

    phonetisch. So werden auch ähnlich klingende und ähnlich geschriebene Namen angezeigt. Man kann auch einen Ort, z. B. „Moscow“ oder Koordinaten kleinerer Orte eingeben. Dann zeigt das Programm die Entfernung der gefundenen Orte von Moskau etc. Wenn man z. B. das „G“ bei „EMUG“ anklickt, sieht man die Lage des Ortes bei "Google Maps".

    Man sollte zusätzlich noch mit dem Namen „spielen“, indem man einzelne Buchstaben durch ähnlich klingende oder leicht mit russischen Buchstaben zu verwechselnde (z. B. ist unser lateinisches „p“ das kyrillische „r“) austauscht.

    Gruß

    Bernhard

    Edited 2 times, last by Bernhard_63 (March 27, 2009 at 6:22 PM).

  • Ok das klingt logisch.
    Es könnte also durchaus nicht Cevepowitz sondern Cerepowitz lauten auf seiner Notiz/Lebenslauf.

    Den Ort den Du angibst ist ziehmlich weit nördlich (wobei weit in Russland ja ein dehnbarer Begriff ist - von daher...). ;)
    Mir liegt eine Bescheinigung eines Kamerade von ihm vor, der schreibt "wir waren zusammen von xx-xx im Lazarett inTherepowitz nahe Moskau". Wobei ich den Ort Therepowitz in der Buchstabenfolge wieder nirgends finde. In google gibts nicht mal einen Treffer. :rolleyes:

    arnold
    Glaubst Du auch, dass es sich bei der Notiz meines Großvaters um das Lager Tscherpoviz handelt??
    Das wäre echt super wenn Du den Ort der Gefangennahme finden würdest!!

    Edited 4 times, last by Dennis (March 27, 2009 at 6:47 PM).

  • Wollte eben den Antrag des Suchreferat Moskau wegschicken für ein Auskunft über Unterlagen usw. von meinem Großvater im russ. Archiv.

    Ich dachte "naja, 30EUR kann man da mal investieren"...
    Eben lese ich im Informationsblatt, dass dann mind. 200EUR auf mich zukommen und dann noch evlt. Übersetzungskosten oder Kosten für Post, Kopien usw.

    Ich weis ja nicht wieviel Arbeit das macht und will die Arbeit auch nicht abwerten, aber für mich sind 200-250EUR doch ganz schön viel Geld.
    Ich schätze mal, dass es die einzige Möglichkeit ist an die Unterlagen/Akten usw. ranzukommen oder???

    Da er von 1943-1946 in Gefangenschaft war und bis auf den Entlassungsschein nichts in seinen Unterlagen hat, wird dort bestimmt das ein oder andere Dokument vorliegen (denke ich zumindest). Ich habe gelesen, dass die Gefangenen auch Fragebogen ausfüllen mussten mit Angabe über die "Tätigkeit" bei der Wehrmacht, näheres zur Gefangennahme usw.

    Was passierte denn mit den Unfiformen und für mich wichtiger, mit dem Soldbuch, Ausweis, Erkennungsmarke und was der normale Landser so alles bei sich hatte??

    Gruß Dennis

    Edited once, last by Dennis (April 2, 2009 at 10:40 AM).

  • Hallo,

    ich habe den scan mal zu einer Bekannten nach Russland geschickt, mit der Bitte, den zu übersetzen.

    Ich denke mal, morgen oder vielleicht sogar heute noch habe ich die Übersetzung...

    Gruss aus Flensburg

    Jan

    Nachtrag: ich bekomme das wohl sogar noch heute im Laufe des Abends... jetzt muss sie in die Schule zum Elterntreffen

    Edited once, last by Flens (April 2, 2009 at 3:11 PM).