!!! Ausstellung zum Polizeibataillon 311 Jena !!!

  • Rückseitige Orig. Beschriftung der Fotos:
    "Am M...?... [unleserlich] Jan. 1943 Lagerfeuer", rechts im Hintergrund ein Mitglied der 2. Kosaken-Hundertschaft, welche dem Bataillon zeitweise unterstellt war


    Hi Daniel,


    vll. kann ja jemand das fehlende Wort entziffern, wenn Du die Rückseite einstellst.
    Habe Bild Nr. 4 aus dem Post März 2014 noch einmal angehängt.


    Woher stammen die Bilder aus dem gestrigen Post?
    Ja, ja - die leidige Herkunftsfrage =) .


    Grüße, Kordula

    Files

    • 4.jpg

      (141.86 kB, downloaded 147 times, last: )
  • Hallo Daniel,
    herzlichen Dank für die schnelle Antwort.
    Der Born an dem ich Interesse habe, ist der "Wilhelm". Er war u.a. nach dem Kriege als Polizeirat Leiter der Schutzpolizei Kaiserslautern.
    Für weitere Informationen sage ich im Voraus schon einmal Dankeschön.


    Gruß
    Dieter

  • Hi Kordula



    ...
    vll. kann ja jemand das fehlende Wort entziffern, wenn Du die Rückseite einstellst.
    ...


    Vielen Dank für dein Angebot, aber mittlerweile konnte ich es entschlüsseln.
    Dort steht "Am Manig ...". Gemeint ist hiermit Manytsch, ein Fluss im Süden Russlands, der in den Don mündet.



    Woher stammen die Bilder aus dem gestrigen Post?
    Ja, ja - die leidige Herkunftsfrage =) .


    Die gestrigen Bilder und Fotoauschnitte stammen aus einem Fotoalbum des ehemaligen Meister d.SchP. Max Jarosch von der "Polizeidirektion Gotha, Kommandeur der Schutzpolizei", welcher als Fachlehrer vom 22.1.1940 bis 14.10.1940 zum Polizei-Ausbildungs-Bataillon Jena abgeordnet war. Des Weiteren beinhaltet das Album seinen Einsatz mit dem Polizei-Bataillon 311 vom 15.10.1941 bis 24.1.1941 im Generalgouvernemet, Standort Krakau, mit zwischenzeitlicher Abordnung als Leiter eines Polizei-Ausbildungs-Kommandos nach Zakopane. Nachdem er aus Polen zurückkehrte wurde er zum Revier-Leutnant und Leiter der Schutzpolizei-Dienstabteilung Sondershausen/Thüringen ernannt. Diesen Posten behielt er nach dem Album bis zum 8.5.1945. Zwischenzeitlich war er noch als Ausbilder zum 3. Unterführer-Lehrgang für Polizei-Reservisten in Bad-Blankenburg abkommandiert. Insgesamt ein einzigartiges beschriftetes Album mit ca. 200 Fotos, welches definitiv viel Spielraum für zukünftige Recherchen zulässt.


    Viele Grüsse
    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo Interessierte,


    hier noch ein paar weitere interessante Bilder zur Thematik.


    Pol.Schule.Jena.jpg
    Die Polizeischule in Jena, Ansichtskarte (AK), gelaufen am 10.12.1938


    Die folgenden Aufnahmen stammen nicht aus der Ausbildungsperiode des Pol.Btl. 311. Sie zeigen mit großer Wahrscheinlichkeit eine Nachfolgeformation, die kurz darauf an der Polizeischule in Jena ausgebildet wurde. Einige Männer waren später nachweislich u.a. bei der Gendarmerie in den besetzten Gebieten eingesetzt.


    Kasernenhof.jpg
    "Kasernenhof Jena"


    Exerzieren.jpg
    Exerzieren


    Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

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  • Hallo Daniel!


    Vielen Dank für deine interessanten Bilder. In welcher Farbe waren eigentlich die Fahrzeuge auf diesen lackiert? Waren sie noch grün oder schon grau bzw. wann erfolgte der Wechsel?


    Gruß


    Gerhard

  • Hallo Gerhard,


    keine Ahnung, bin leider nicht der Fachmann für diese Frage.


    Viele Grüsse
    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo Polizei-Experten,


    ich habe am Wochenende an einer Stellenbesetzung des Bataillons gebastelt, da ja weder Döbert, noch Klemp und Curilla in ihren Beiträgen versuchten etwas Vergleichbares zu erstellen. Hier nun das vorläufige Ergebnis. Hinter den Nachnamen findet ihr die Polizeiverwaltungen, wenn sicher vorhanden, und die bisher nachweisbaren Zeiträume.


    Stellenbesetzung des Polizei-Ausbildungs-Bataillon Jena, dann Polizei-Bataillon 311, später II./Polizei-Regiment 6


    Bataillons-Kommandeur:
    Major d.SchP. Hermann Salzmann 01.11.1939
    Major d.Gend. Walter Danz 00.00.1939 – 00.03.1943
    Hptm. d.SchP. Hugo Petry 05.03.1943 – 16.04.1943


    Bataillons-Adjutant:
    Obltn. d.SchP. Ferdinand Krackowizer 26.10.1940 – 08.12.1940
    Obltn. d.SchP. Ingo von Koschitzky (gleichzeitig K-Offizier) 25.05.1942


    Ordonnanz-Offizier:
    Ltn. d.SchP.d.Res. Kuczynsky 25.05.1942


    Bataillons-Arzt:
    Stabsarzt d.SchP. Dr. Wiltz 20.01.1942 – 01.11.1942


    Nachrichtenzug:
    ?


    Zuerst Pak-Halbzug, später Pakzug:
    ?


    1. Kompanie, später 5./Pol.Rgt. 6
    Komp.-Chef:
    Hptm. d.SchP. Gerhard Büsing 10.08.1940 – 18.11.1941
    Hptm. d.SchP. Paul Boullay (PV Posen) 01.06.1942
    Zugführer u. stellv. Komp.-Führer:
    Obltn. d.SchP. Karl Borchers 24.02.1941 – 03.03.1941
    Ltn. d.SchP. Hans Hasper (gleichzeitig Gerichtsoffizier) 26.10.1940 – 18.10.1941
    Ltn. d.SchP. Franz Gröger 11.12.1940 – 23.02.1942 (verstorben bzw. gefallen)


    2. Kompanie, später 6./Pol.Rgt. 6
    Komp.-Chef:
    Hptm. d.SchP. Fritz Weitz 26.10.1940 – 15.01.1942
    Zugführer u. stellv. Komp.-Führer:
    Ltn. d.SchP. Herbert Schmiedemann 28.12.1941 – 14.01.1942


    3. Kompanie, später 7./Pol.Rgt. 6
    Komp.-Führer:
    Obltn. d.SchP. Kurt Maurischkat 16.10.1942 – 01.03.1943
    Zugführer u. stellv. Komp.-Führer:
    Ltn. d.SchP.d.Res. Henkel 29.01.1942 – 13.05.1942


    4. (schw.) Kompanie, später aufgelöst und zugweise auf die 1.-3. Kompanie verteilt
    Komp.-Chef:
    Obltn. d.SchP. Rudolf Malzahn (PV Jena) 26.10.1940 – 04.12.1940
    Zugführer:
    Ltn. d.SchP. Kunz 30.11.1940


    Bisher unbekannte Dienststellungen:
    Obltn. d.SchP. Franz Stümpfl 18.11.1939 – 03.11.1940
    Ltn. d.SchP. Born, persönlicher Adjutant von Major Danz
    Ltn. d.SchP. Joachim Spitzner 28.01.1942
    Rev.Ltn. d.SchP. Josef Herr, bis 17.06.1942 im II.Pol.-Regt. 6
    Rev.Ltn. d.SchP. Otto Sünder, ab 17.06.1942 im II.Pol.-Regt. 6
    Ltn. d.SchP.d.Res. Hardt, am 25.05.1942 zur 444. Sicherungs-Division kommandiert, eventuell Führer der 2. Kosaken-Hundertschaft
    Hptm. d.SchP. Horatio Boecker, am 25.05.1942 Kdr. d. „Kompanie Boecker“ im Pol.Btl. 311
    Hptm. d.SchP. Nicolai, am 25.05.1942 Kdr. d. „Kompanie Nicolai“ im Pol.Btl. 311


    Wie ihr seht, es sind immer noch einige Lücken vorhanden. Daher sind weitere Ergänzungen zum Thema jederzeit gern gesehen.


    Liebe Grüsse
    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

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  • Hallo,


    hier noch eine Ergänzung.


    Hptm. d.SchP. Max Weis (PV Frankfurt/M.), am 19.04.1942 vom Pol.Btl. 311 zurückgekehrt, bisher ebenfalls unbekannte Dienststellung im Bataillon


    Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

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  • Hallo,


    die folgende interessante Aufnahme stammt von einem ehemaligen Angehörigen der 1. Gebirgs-Division und ist kurz nach der Einnahme von Lemberg entstanden.


    Lemberg1.jpg
    Rückseitige Orig. Beschriftung:
    "Jüdische Weiber
    G.P.U. Gef."


    Bei dem Polizisten im Vordergrund (mit Ärmelband: Deutsche Wehrmacht), der die jüdischen Frauen bewacht, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Angehörigen des Polizei-Bataillon 311. Denn das Bataillon rückte bereits kurz nach der Einnahme von Lemberg aus Przemysl kommend in die Stadt ein. Nach Aussagen ehemaliger Angehöriger verblieb das Pol.Btl. 311 für ca. drei bis vier Wochen in der Stadt und war dort zur "Säuberung" eingesetzt. Die Bewachung des ehemaligen G.P.U.-Gefängnisses gehörte nachweislich u.a. zum Aufgabenbereich des Bataillons.


    Vom selben Schauplatz befindet sich eine nahezu identische Aufnahme im Buch von Mallman/Rieß/Pyta "Deutscher Osten 1939-1945 - Der Weltanschauungskrieg in Photos und Texten", Seite 84. Die Beschriftung lautet dort: "Jüdinnen in Schutzhaft" (Originalbeschriftung)". Laut dem Abbildungsverzeichnis stammt diese Aufnahme aus einer Fotoserie eines Fotoalbums (über 5 Seiten mit 17 Fotos, Überschrift jeweils: "Lemberg 1941"). "Die handschriftlichen Bildunterschriften, soweit vorhanden, sowie eine dazugehörige maschinenschriftliche Liste stammen wohl vom damaligen Heeresarchiv Stuttgart". Abweichend von der handschriftlichen Beschriftung "Jüdinnen in Schutzhaft" steht auf der Liste "Jüdinnen müssen vor Progrom geschützt werden durch Schutzhaft".


    Siehe zu den damaligen Ereignissen in Lemberg bitte auch hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/M…in_Lemberg_im_Sommer_1941
    http://www.doew.at/erinnern/fo…in-lemberg-juni-juli-1941


    Bis bald & Grüsse
    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

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  • Hallo,


    eine weitere Ergänzung zum aktuellen Thema Stellenbesetzung.


    Hptm. d.SchP. Walter Horn, am 29.02.1940 Kompaniechef der 2./Pol.-A.-Batl. Jena


    Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo,


    hier einmal ein paar Ansichten des zuletzt erwähnten 311er Album, mit den einzigartigen Beschriftungen, welches freudigerweise vor der Zerstörung gerettet werden konnte. :thumbup:


    P1020557.JPG


    P1020555.JPG


    P1020554.JPG


    P1020553.JPG


    P1020558.JPG


    Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo zusammen,



    Zur Ergänzung ein paar weitere Angaben zum Einsatz Pol.Btl. 311




    16.05.1941
    AOK 17 Abt. Ia Nr. 1132/41 g.Kdos v. 16.5.1941
    Führungsanordnungen Nr. 1

    2.) Anfang Juni werden zugeführt:
    a) Pol.Btl. (mot) 311 für 444.Sich.Div.
    b) Res.Pol.Btl. (mot) 82 für 454.Sich.Div.
    Ausladung in Rzeszow ist beantragt
    Gen.Kdo. XXXXIX.A.K. meldet zum 28.5. die vorgesehenen Unterbringungsräume an A.O.K., dass die Benachrichtigung der eintreffenden Btl. sicherstellen wird.
    ...
    T314 R223 IV.AK 000 321


    26.08.1941
    KTB Qu. Abt. AOK 17, Eintrag 26.08.1941
    ... Von Korück 550 wurden am 20.8. alle Bewachungs-Aufgaben persönlich dem Ia der Sich.Div. 444 übergeben. Zuführung der 1.Komp. Pol.Btl. 311 unbedingt erforderlich zur Durchführung der Entwaffnungs-Aktion der Zivil-Bevölkerung. Da diese Pol.-Komp. einzigster mot. Truppenteil der Ordnungsdienste ist. Bei Nichtzuführung ist die Durchführung der Aktion in Frage gestellt. ...
    T312 R662 AOK 17 8 295 762 Anlage 419


    30.08.1941
    KTB Qu. Abt. AOK 17, Eintrag 30.08.1941
    Dem Korück 550 werden unterstellt: ... O.K. II/337 eingesetzt in Swenigorodka/2.Komp. Pol.-Btl. 211 (so im Original, wohl „311“)/L.S.-Btl. 258 ...
    T312 R662 AOK 17 8 295 772 Anlage 517 ?


    09.09.1941
    KTB Qu. Abt. AOK 17, Eintrag 9.09.1941
    ... Sich.Div. 444 bittet um Rückgabe der 2.Kp. Pol.Btl. 31 (so im Original, wohl „311“) Befehlshaber rückw.He.-Geb. Süd wird gebeten, zu überprüfen, ob bei Abgabe dieser Komp. an Sich.Div. 444 diese gegen eine Komp. Pol.Btl. der Sich.Div. 231 ausgetauscht werden kann, da sonst die Durchführung der Entwaffnung der Bevölkerung in Frage gestellt ist.
    T312 R662 AOK 17 8 295 779 Anlage 706 ?


    12.09.1941
    KTB Qu. Abt. AOK 17, Eintrag 12.09.1941
    ... Die erhöhte Gefahr des Auftretens von Partisanen im Armee-Gebiet bis zum Dnjepr macht es erforderlich, dass die 2.Kp. Pol.Btl. 311 immer zum geschlossenen Einsatz zum Kampf gegen solche Partisanengruppen bereit steht...
    T312 R662 AOK 17 8 295 805 Anlage ?


    14.09.1941
    KTB Qu. Abt. AOK 17, Eintrag 14.09.1941
    ... Meldung an He. Gruppe Süd, dass 2.Komp. Pol.Btl. 311 nicht in Marsch gesetzt werden kann, da durch vermehrt auftretende Partisanen im Armee-Gebiet Bereitstellung eines mot. Truppenteiles bei den weiten Entfernungen unbedingt erforderlich. ...
    T312 R662 AOK 17 8 295 807 Anlage 833?


    01.10.1941
    KTB Qu. Abt. AOK 17, Eintrag 1.10.1941
    Die Entwaffnungs-Aktion im rückw. Armee-Gebiet wurde durch Korück durchgeführt. In allen Orten wurden Bekanntmachungen angeschlagen und die Bürgermeister aufgefordert, zur Ablieferung und Sammlung aufzurufen
    Die Durchführung wurde durch eine Komp. Pol.Btl. 311 überprüft. In einem Falle wurden, im Kuhstall vergraben, vier Gewehre mit Munition aufgefunden. Da der Besitzer erst nach mehrmaliger Aufforderung zugab, Waffen versteckt zu haben, wurde er erschossen...
    T312 R662 AOK 17 8 295 847 Anlage ?


    Soweit zu den KTB-Einträgen.



    Immer wieder muss ich feststellen, dass nicht nur Angaben aus Büchern (Sekundär-Literatur) und zeitgeschichtlichen Dokumenten wie Kriegstagebüchern für eine Einheitsgeschichte wichtig sein können, sondern auch Beschriftungen von Fotos sowie Angaben aus Feldpostbriefen, obwohl die Zensur dort oft bemerkbar ist.


    Durch Foren wie unseres ist es durchaus möglich, all diese „Quellen“ zu sammeln und auszuwerten, um sie miteinander zu kombinieren!
    Eine nicht zu unterschätzende Gelegenheit, die ja auch immer wieder schon umgesetzt wird, w e n n möglich!



    Hier aus einem Foto- und Feldpostkonvolut des spätere Revier-Oberwachtmeisters Helmut Steinl, Hamburg, welches vor einiger Zeit auf Ebay angeboten wurde.
    Selbst aus den wenigen dort eingestellten Bildern und Feldpostbriefen lassen sich sehr interessante Angaben herausziehen.


    Vielleicht liest das hier auch der neue Besitzer des Konvolutes und kann eventuell noch weitere Ergänzungen vornehmen, die aus den (zum Teil nur bruchstückhaft oder gar nicht zu lesenden) Briefen hervorgeht!!



    Als Wachtmeister gehörte Helmut Steinl z.B. (Brief vom 26.07.1939 Poststempel) dem Pol.Batl. III/1/ 7. Hundertschaft an, welches zu diesem Zeitpunkt in Prag lag!



    Noch als Wachtmeister war er am 8.2.1940 unter der Feldpostnummer 24062, Kielce über Kattowitz, (Feldpost v. 8.2., gelaufen am 9.2.1940 aus Hamburg) erreichbar:
    (Mobilmachung-1.1.1940) Stab Polizei-Bataillon I/2,
    dann Stab Polizei-Bataillon 101,
    (2.1.1940-27.4.1940) gestrichen,


    am 16.2.1940 ist Steinle bei der Fahrbereitschaft Pol.-Btl. 111, nach wie vor in Kielce. Er war dann längere Zeit beim Pol.Btl. 111 (letzter Hinweis 12.7.1940)



    Dann eine Lücke, am 15.2.1942, gelaufen am 16.2.1942, schrieb er als Oberwachtmeister unter der Dienststelle Feldpostnummer 14502 A an seine zukünftige Frau u.a. „... Es kam mit uns ja sehr überraschend, dass ich in den Einsatz kam. Es ging ein bißchen zu schnell...


    (1.2.1941-11.7.1941) Stab u. 1.-3. Kompanie Polizei-Bataillon 311,
    (15.7.1942-24.1.1943) Stab II u. 5.-7. Kompanie Polizei-Regiment 6,
    (25.1.1943-31.7.1943) gestrichen,


    Am 30.3.1942: „...…. Man hat sich ja hier schon an manches gewöhnt und auf manches verzichten gelernt… Ich habe nun noch die Hoffnung, dass der Krieg für mich hier bald zu Ende ist. Man kann ja vorher nichts genaues sagen, das bekommt man erst zu wissen, wenn es so weit ist. Mein Bruder, Du weißt ja vom Res.-Pol.-Batl .102, ist jetzt auch nach dem Osten gekommen. Sie sind nun ein bisschen nördlicher. Wahrscheinlich in die Gegend von Leningrad…“


    Am 14.6.1942: „ ... Da wir jetzt in einer ganz anderen Gegend sind, komme ich erst heute dazu, Dir Deine Briefe zu beantworten....“


    Aus der Beschriftung eines Fotos geht für diesen Zeitraum hervor: „Btl.-Gef.-Stand Channalowo Juni/Sept. 1942


    Es gab wohl noch Feldpost vom 1.10.1942 unter der Feldpostnummer 14502 sowie vom 2.1.1943 unter der FPNr. 14502 A, Pi.-Zug (?), aber daraus waren leider keine weiteren Angaben zu ersehen.



    Feldpost vom 16.3.1943 (Karlsbad, Poststempel), aus dem Reservelazarett V Karlsbad, läßt vermuten, dass Steinl in der Zwischenzeit erkrankt oder verwundet wurde.



    Am 12.8.1943 schreibt er aus Frankfurt am Main – Höchst als Oberwachtmeister beim
    II./SS-Pol.Rgt 6, K-Staffel u.a. „... Melde hiermit gehorsamst meine unversehrte Ankunft in Frankfurt. ...
    … 25 Mann nach Siegen und mithelfen, die Fahrzeuge in Ordnung zu bringen. Ob ich da mit bei bin, weiß ich noch nicht, aber hoffentlich nicht... Mit meinem Urlaub wird es nichts, denn es dürfen keine Beurlaubungen nach Hamburg erfolgen…“


    Aus der Beschriftung zweier Fotos geht hervor.
    „Der Sprachmittler Epp (?) vor dem Eingang zur Gendarmerie-Kaserne in Frankfurt-Höchst
    „Der Kamerad Heinkelmann mit Frau vor der Gendarmerie-Kaserne in Frankfurt-Höchst. Hinkelmann wurde auf einer Fahrt von Partisanen schwer verwundet“


    Also war er zu dieser Zeit in der Gendarmerie-Kaserne dort untergebracht. Aus dieser Kaserne gibt es dann noch 2 Briefe vom 18.8. und 18.9.1943, immer mit der Bezeichnung „II./SS-Pol.Rgt 6 K-Staffel“



    Am 14.10.1943 schreibt er unter gleicher Anschrift: „...Du siehst, wir sind noch immer hier in Höchst. Es ist auch noch nicht ganz raus, wann es genau mit uns los geht. Wir glaubten ja schon diese Woche, aber es ist noch nichts geworden. Nächste Woche geht es aber bestimmt los, denn, wie ich Dir schon schrieb, haben wir unseren Marschbefehl schon lange…“



    In einer Feldpost vom 3.11.1943, Poststempel vom 6.11.1943, Dienststempel Feldpostnummer 14502


    (1.2.1941-11.7.1941) Stab u. 1.-3. Kompanie Polizei-Bataillon 311,
    (15.7.1942-24.1.1943) Stab II u. 5.-7. Kompanie Polizei-Regiment 6,
    (25.1.1943-31.7.1943) gestrichen,
    schrieb er als Revier-Oberwachtmeister dann u.a. „... Im Osten, am 3.XI.43


    Jetzt komme ich endlich dazu, Dir einen kleinen Brief aus dem Osten zu senden.
    Wir sind nach 8-tägiger Bahnfahrt glücklich an unserem Bestimmungsort angekommen. Hier erwartete uns eine Überraschung, denn das Batl. ist gar nicht hier, sondern befindet sich zur Zeit im Einsatz 200 km von hier. Ich war ja auch schwer enttäuscht, denn ich hatte da schon so stark mit gerechnet, dass ich Bob bei unserer Ankunft treffen würde. Es ist auch noch gar nicht raus, wann sie nun zurückkommen. Wir werden vorerst hier liegen bleiben.
    Unsere Unterkunft….“


    Interessant ist die Verwendung der bisherigen, nunmehr alten Feldpostnummer!



    Unter dem 9.11., gelaufen am 10.11.1943, Dienststempel Feldpostnummer 15121 A, liegt dann ein Brief mit der Feldpostnummer Feldpost 46749 A vor:


    (1.3.1942-7.9.1942) Stab u. 1.-3. Kompanie Reserve-Polizei-Bataillon 102,
    (8.9.1942-11.3.1943) Stab II u. 4.-6. Kompanie Polizei-Regiment 16,
    (8.9.1943-22.4.1944) 22.9.1943 Stab II u. 5.-7. Kompanie Polizei-Regiment 16,
    (23.4.1944-24.11.1944) 13.7.1944 Stab II u. 5.-8. Kompanie Polizei-Regiment 16,
    (25.11.1944-8.5.1945) 15.12.1944 gestrichen.


    „... O.U. am 9.XI.43 ... Uns haben sie so richtig fertig gemacht. Wir sollten zum Batl. fahren, sind von unterwegs für das Regiment. ...“ (Leider war nicht mehr zu erkennen!)



    Damit endet die Zugehörigkeit zum Pol.Btl. 311, später II./Pol.Rgt 6! Wahrscheinlich handelt es sich zuletzt um die Kraftfahrstaffel des ehem. Pol.Btl. 311 – II./Pol.Rgt 6??!!


    Vielleicht ja mal interessant!



    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Guten Tag ans Forum,


    werden noch Informationen zu Wilhelm BORN benötigt?
    Wenn ja, welche?
    Meistens seid ihr mir ja meilenweit voraus und bestimmt kennt ihr dann auch schon das Buch von Hans Kirsch zur Polizeigeschichte von Kaiserslautern.
    Falls nicht, bitte Standlaut geben.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Peter,


    die Frage ist immer noch, ob Wilhelm Born überhaupt der gesuchte Adjutant von Major d.Gend. Danz war. Denn es gab ja zwei Borns die in Frage kämen.


    Gibt es beispielsweise in dem Buch Hinweise auf Wilhelm Born und einen auswärtigen Einsatz im Osten?


    Edit:
    Achso, vergessen. Das Buch kenne ich z.B. nicht, aber ich glaube unser Dieter/frankpol erwähnte es schon einmal.


    Beste Grüsse
    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited once, last by Policeman ().

  • Guten Tag ans Forum und an Daniel,


    nun mein kurzer Exkurs zu Wilhelm BORN:


    -1935: Beitritt in die NSDAP
    -Dezember 1939: Beitritt in die SS, nach diesem Beitritt und im Anschluss an seinen absolvierten Offiziersanwärterlehrgang zum Leutnant der Schutzpolizei ernannt
    -Ab November 1938: Schutzpolizei-Angehöriger bei der Polizeiverwaltung (PV) Karlsruhe
    -Ab Januar 1940: Angehöriger der PV Hamburg
    -September 1940: Abordnung zum Polizei-Bataillon (PB) 303, kurzer Aufenthalt in Lübeck und danach ins Generalgouvernement nach Krakau
    -Zeitraum 1941: als Angehöriger des PB 303 in Polen, danach bei der Flak-Abteilung der SS-Polizei-Division
    -Mai 1941: Abordnung vom PB 303 zur Flak-Abteilung der SS-Polizei-Division
    -Ende Juli 1941: PB 303 ohne Wilhelm Born in die Ukraine verlegt
    -1957: Wiedereinstellung in die Schutzpolizei des Landes Rheinland-Pfalz
    -Von1968 oder von 1969 bis 1975: als Polizeirat und Polizeioberrat Leiter der Schutzpolizei in Kaiserslautern
    -Ab 1970 Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Regensburg gegen ehemalige Angehörige des PB 303 wegen Beteiligung an Massenmorden in der Sowjetunion, u.a. wegen der Ermordung von über 33.000 Juden in der Schlucht von Babi Yar bei Kiew/Ukraine Ende September 1941. Auch gegen Wilhelm Born wurde ermittelt. Die Ermittlungen gegen ihn wurden eingestellt, weil er zur Tatzeit nicht mehr Angehöriger des PB 303 war.

    Quelle: Historischer Verein der Pfalz, Bezirksgruppe Kaiserslautern (Hrsg.) / Kirsch, Hans (Autor): Sicherheit und Ordnung betreffend - Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der Pfalz 1276-2006, Kaiserslautern 2007, Seiten 508, 637, 638,665,666, 783


    Außer der genannten Quelle habe ich kein weiteres Material zu Wilhelm Born.
    In der Standard-Literatur (Klemp, Curilla, Husemann) ist er namentlich nicht verzeichnet.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Peter,


    vielen Dank für diese Angaben!!!  8)


    Zur späteren Zeit bei der Flak der Waffen-SS liegen ein paar Angaben aus der Führerliste Moore vor! Nur die "Frühzeit" war dort nicht aufgeführt!!! ;)



    Herzliche Grüße Dein Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland,
    könntest Du die Angaben zu Born während seiner Zugehörigkeit zur Flak der Waffen-SS einstellen oder, da es nicht zum Thema passt, mir gesondert zukommen lassen. Da ich mal beim PP Kaiserslautern war, interessiert mich der Born.


    Peter,
    du warst etwas schnellerals ich mit den Angaben zu Born aus dem Buch von Hans Kirsch.
    Kirsch ist ein guter Bekannter von mir, wir haben zusammen im "Arbeitskreis Polizeigeschichte" an der Ausstellung "Befehl ist Befehl" über die Rolle der Polizei im Dritten Reich im Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz mitgewirkt.
    Übrigens tauche ich in dem Buch ebenfalls auf (S. 753 und 786).


    Herzliche Grüße
    Dieter

  • Hallo Peter,


    auch von mir vielen herzlichen Dank.


    Da Wilhelm Born beim Pol.Btl. 303 (Heimatstandort: Bremen) Dienst tat und somit ausscheidet, kann ich mich nun mehr auf Max Born (geb. 03.06.1915) konzentrieren.


    Dankende Grüsse
    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo Dieter, hallo Daniel


    hier die Angaben zu Wilhelm Born, geb. 17.5.1915 in Mannheim, SS-Nr. 351 367, aus der Führerliste John P. Moore:
    9.41 Ustuf./Leutnant in 1./SS-Pol.Flak-Abt.4,
    11.42 Ostuf./Oblt. in SS-Pol.-Flak-Abt.4
    9.44 Hstuf. b. SS-Flak AuE.Rgt.
    laut DAL W-SS Stand 1.7.1944, lfd. Nr. 1469 bef. z. Hstuf. aktiv zum 9.11.1943



    Angaben zu Max Born, geb. 3.6.1915 in Bad Schönfließ, SS-Nr. 323 844, aus der Führerliste:
    11.43 Hstuf. i. SS-Ausb.Btl. z.b.V. (kam dann als Rahmen zur Aufstellung der 16.SS-Div., SS-Pz.Gren.Rgt. 36)
    4.44 Hstuf. i. 16.SS-Pz.Gr.Div.
    7.44 Hstuf. u. Chef, 12./Pz.GR.38 (17.SS-Div.)
    Vermisst ‡ 7.44


    laut DAL W-SS Stand 1.7.1944, lfd. Nr. 1436 bef. z. Hstuf. aktiv zum 9.11.1943, später gestrichen mit dem Vermerk „gefallen“, hier wird das Geburtsdatum mit 3.6.16 angegeben!
    Max wird leider laut Namensverzeichnis weder in der Chronik der 16.SS-Div. „Im gleichen Schritt...“ noch in der der 17.SS-Div. erwähnt...
    Ich habe Max nicht beim Volksbund online gefunden...



    Herzliche Grüße Euer Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Freunde,


    auf Grund der Mithilfe eines fleißigen Lesers, vielen herzlichen Dank an Rudi, konnte das Rätsel um den Adjutanten von Bataillonskommandeur Danz geklärt werden.


    Es handelt sich nun definitv um ...


    Ltn. d.SchP. Max Born, geb. am 03.06.1915


    Denn während der Vernehmung in britischer Gefangenschaft gab er an, dass er Angehöriger der SS-Junkerschule Braunschweig, der Ordnungspolizei (in Frankfurt/Main, Jena, Krakau, Russland, Wien, Berlin) und Waffen-SS (Pz.Gren.Div. "Götz v. Berlichingen, Normandie) war.


    Das passt dann letztendlich auch zu Rolands hervorrangenden Ergänzungen.


    Nochmals dankende Grüsse an alle
    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.