• Quote

    Original von KaLa61
    Es ist auch ein Stück Geschichte, die ich wichtiger finde, als z:B. irgendwo einen alten Panzer auszustellen.


    Moin allerseits,


    Gut und wichtig, dass wir hier ab und an mal darauf hinweisen, damit die User über einen dieser Steine stolpern, denen der Hinweis auf die Geschichte bisher unbemerkt geblieben war.
    Auch ich habe erst kürzlich in den Foren davon gelesen, gut zu wissen, dass es Stolpersteine in den pulsierenden Metropolen gibt.


    Gruß
    Jane

  • Hallo,


    ich stehe voll und ganz hinter der Aktion von Gunter Demnig.


    Seit September gibt es auch in meiner Heimatstadt Stolpersteine.


    Allerdings konnten nicht alle verlegt werden, weil sich einige Hausbesitzer durch die Steine "an den Pranger gestellt" fühlten.


    Die Kommunikation des Themas Pro und Contra Stolpersteine via Leserbriefen an die Lokalzeitung war eine klassische Provinzposse.
    Am meisten fremdgeschämt habe ich mich für einen Herren, der den Begriff "Stolperstein" zu wörtlich nahm und sich über den haftungsrechtlichen Aspekt Gedanken machte, was wohl passiere, wenn sich jemand an diesen Steinen verletzt. ( ?( Dummschwätzer...)


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    ganz bestimmt werden sich viele aufregen aber ich bin einfach dagegen, mindestens so lange bis auch die deutsche Opfer (z.B. Flüchtlinge, Zivil Opfer des Bombenkrieges etc.) auf ähnliche Weise gedacht werden.
    Mir reicht schon das ganze Theater und hin und her um ein Denkmal für die Vertriebene.
    Irgendwie habe ich stets den Eindruck, dass man die anderen Opfer bevorzugt. Dabei sehe ich da kein Unterschied. Sie alle, gleich welche Nation oder Glaubensrichtung waren Opfer einer Diktatur und des Krieges.


    Miro

    Traditionsgemeinschaft Panzer-Korps GD


    www:hultschiner-soldaten.de

  • Quote

    Original von kulasec
    ganz bestimmt werden sich viele aufregen aber ich bin einfach dagegen, mindestens so lange bis auch die deutsche Opfer (z.B. Flüchtlinge, Zivil Opfer des Bombenkrieges etc.)


    Warum aufregen Miro, Du kannst doch ruhig anderer Meinung sein. :rolleyes:


    Allerdings klingt Dein Einwand auf mich ziemlich kindisch und unlogisch.
    Von dem Moment an, wo es auch Deine genannten Wunsch-Denkmale gibt kannst auch Du Dich mit den "Stolpersteinen" anfreunden.


    Erinnert mich irgendwie an folgewidrige Merkwürdigkeiten aus meiner Kindheit,
    da hieß es auch ständig, entweder oder...  :(


    Gruß
    Jane

  • Quote

    Original von kulasec
    ganz bestimmt werden sich viele aufregen aber ich bin einfach dagegen, mindestens so lange bis auch die deutsche Opfer (z.B. Flüchtlinge, Zivil Opfer des Bombenkrieges etc.) auf ähnliche Weise gedacht werden.
    Mir reicht schon das ganze Theater und hin und her um ein Denkmal für die Vertriebene.
    Irgendwie habe ich stets den Eindruck, dass man die anderen Opfer bevorzugt. Dabei sehe ich da kein Unterschied. Sie alle, gleich welche Nation oder Glaubensrichtung waren Opfer einer Diktatur und des Krieges.


    Miro


    Hallo Kulasec!


    ich bin entsetzt über deine Antwort. 8o
    Vielleicht hast du dich aber auch einfach nur nicht mit dem Thema auseinandergesetzt.
    Die Stolpersteine, die verlegt wurden, betrafen fast alle ausschließlich Deutsche!!!!!
    Oder ist für dich ein deutscher jüdischen Glaubens kein Deutscher? So haben damals die Nazis argumentiert. Sicherlich hast du dich nur nicht mit der Materie beschäftigt.
    Auch ein Sozialdemokrat, Homosexueller, Christ usw... können deutsch sein....

    Denk mal drüber nach!


    Ansonsten hat der Stolperstein die Bewandtnis, darauf aufmerksam zu machen: Hoppla Was ist denn das? Aha ein Stein. Also hier lebte jemand, der deportiert und (idR) umgebracht wurde. Da hinkt dein Vergleich mit anderen Opfergruppen...

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

    Edited 3 times, last by basil ().

  • basil danke für deine Antwort und Argumente,,,zugegeben habe ich mit dem Ausdruck "deutsche" wohl missverständniss hervorgerufen...das war von mir nicht durchgedacht.
    Selbstverständig ist mir klar, dass auch jüdische deutsche Opfer waren.


    Ich würde sehr begrüßen, wenn sich die gleiche Idee auch in den Nachbarsländern bildet, und hier meine ich Gedenken an die Vertriebene und ermordete.
    Aber da bin ich eher skeptisch.
    Hierzulande habe ich aber irgendwie Eindruck, dass es schon übertrieben wird. Es gibt ein Denkmal in Berlin und in unzähligen Städten und Gemeinden Errinerungsdenkmäle an Opfer des Nationalsozialismus. Ist das nicht irgendwie genug? Da fehlt mir der Ausgleich mit den anderen Opfergruppen, wie ich schon erwähnte.


    Trotz allem, schöner Tag und hoffentlich werde ich jetzt nicht auf Ewigkeit verdammt.


    Miro

    Traditionsgemeinschaft Panzer-Korps GD


    www:hultschiner-soldaten.de

    Edited once, last by kulasec ().

  • Soweit ich weiss, hat der Künstler auch vor im Ausland an deportierte Opfer mittels eines Stolpersteines zu gedenken!
    Warum solltest du verdammt werden? Du hast ja erklärt, was du meinstet.


    Die anderen Punkte sind mir zu politisch ;)

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

  • Guten Abend,


    „Stolpersteine“ – am Donnerstag hing im Wartezimmer meiner Ärztin ein Zettel an der Wand zu diesem Thema. Zwei Menschen,
    beide über achtzig, Überlebende des Holocaust, wissen, dass sich ihre Lebenszeit dem Ende zuneigt.


    Sie denken an ihre Eltern, haben Angst, dass diese vergessen werden, wenn erst die Kinder nicht mehr da sind, um an sie
    zu erinnern. Ihr größter Wunsch: zwei Stolpersteine, die ins Gedächtnis rufen, dass die Eltern einst gelebt haben in einem
    Haus in Hamburg.


    Heute steht im Neuen Stader Wochenblatt ein Artikel:
    „Stade hat es verstolpert – Gedenktafeln für NS-Opfer finden keinen Anklang“. In Stade müssten „etwa“ 20 Steine gesetzt werden.
    In Hamburg ist in der letzten Woche der 20.000. Stein europaweit eingelassen worden.


    „Stolpersteine“ sind ungewöhnlich und man kann dafür oder dagegen sein.


    Ich persönlich verstehe den Wunsch der beiden Menschen, ihren Eltern gegen das Vergessen einen Stolperstein zu setzen.
    Deshalb habe ich ein paar Euros in das bereitstehende Sparschweinchen gesteckt.


    Sollte ich jemals über so einen Stein stolpern, werde ich ein Taschentuch nehmen, die Messingplatte polieren,
    einen Moment inne halten und mir wünschen, „es“ wäre nie passiert.


    Mit besinnlichen Grüßen von Margarete

  • Hallo Margarete,


    Quote

    Original von Margarete
    Sollte ich jemals über so einen Stein stolpern, werde ich ein Taschentuch nehmen, die Messingplatte polieren,
    einen Moment inne halten und mir wünschen, „es“ wäre nie passiert.


    vielen Dank dafür, ein tolles Statement, es berührt mich sehr!


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Quote

    Original von Thilo
    nach etwas suchen bin ich auf eine Online-Datenbank für jüdische NS-Opfer gestossen.
    http://www.yadvashem.org/wps/portal/IY_HON_Welcome
    Zum stöbern und nachdenken...


    Hallo Thilo,


    vor einiger Zeit wurde auch beim Bundesarchiv im Rahmen einer Projektarbeit eine Datenbank für die jüdischen Opfer der NS-Diktatur angelegt:
    http://www.bundesarchiv.de/bes…tel/gedenkbuch/index.html


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Guten Abend, Euch allen,


    • heute habe ich diese Seite der Uni Hamburg mit diversen Links gefunden, auch zu den Stolpersteinen


      http://www1.uni-hamburg.de/rz3a035//jh_welcome.html


    • und Zeitzeugengeschichte mit Video-Clips von Zeitzeugen


      Zitat: "Mit dem Webportal dokumentieren Jugendliche die erlebte und erzählte Geschichte. Sie interviewen Zeitzeugen
      und Zeitzeuginnen des Nationalsozialismus, nehmen diese per Video oder Audio auf und schneiden das Material in thematische
      Interviewausschnitte, in sogenannte Clips." hier geht es weiter


    Es grüßt Margarete

  • Hallo Leute!


    Nicht zu fassen, aber leider wahr.
    Ich habe diesen Artikel mal (so gut wie es geht) für euch übersetzt.


    "Der sogenannte Stolperstein in der Gronaustrasse in Glanerbrug ist von Kupferdieben vermutlich gestohlen.


    Dies sagt Vorsitzender Hof der Stiftung Folksfeste Glanerbrug. Der kupferne stein von 10x10 Zentimeter lag in einem Bürgersteig vor Hausnummer 1076, wo eine jüdische Frau wohnte die im Krieg umgekommen ist. Der Stein war am Mittwoch plötzlich verschwunden. Der ergriffene Stiftungsvorsitzende hat de Vermissung bei der Polizei gemeldet, und wird den Hersteller in Kürze um eine Kopie bitten.
    Es liegen noch vier andere sog. Stolpersteine in Glanerbrug, welche jedoch besser geschützt sind. Der Hersteller ist ein deutscher Künstler, der mit den kupferstich Steinen sowohl in Deutschland wie in den Niederlanden anzeigen will, wo Opfer des Krieges gewohnt haben."


    Hoffentlich war dies ein Einzelfall.


    Gruß, Oliver.

    Suche alles über die 12. SS-Panzerdivision "Hitlerjugend".

  • Hallo,
    rentiert sich das denn für das bisschen Metall? Ich glaube nicht, aber es ist immer wieder erstaunlich was so alles geklaut wird: Fallrohre aus Kupfer an einer Kirche bis in schwindelerregende Höhe, oder bei der Eisenbahn die Verbindungskabel zwischen Stellwerk und Signalen. Mich wundert das alles eigentlich nicht.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo zusammen,


    bei der Demontage dieser Erinnerungsstücke vermute ich als erstes eher einen ideologischen Hintergrund als die Tat von Buntmetalldieben.


    Hier in Stade haben wir das Thema "Stolpersteine" gerade aktuell.:
    Vor Jahren hat der Stadtrat die Installation von Stolpersteinen abgelehnt mit dem Hinweis, es seien ausreichend Erinnerungstafeln u.ä. vorhanden, es bedürfe nicht weiterer individueller Erinnerungsmonumente. Im Moment erfolgt ein erneuter Vorstoß; ich bin mal gespannt, was da raus kommt.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)


    P.S. Ich halte die "Stolpersteine" für eine sehr gute Sache gegen das Vergessen, und sie erfüllen diese Aufgabe aus meiner Sicht erheblich besser als manches (bombastische) Holocaust-Mahnmal, denn sie stellen den individuellen Bezug zu Person und Ort her und erzeugen damit eine besondere Betroffenheit.

  • Quote

    Original von Dhyani
    Eine andere waeren zum Beispiel die Opfer der deutschen Kolonialpolitik. Wo bleibt deren Gedenken?
    Dhyani


    Hallo Dhyani,


    für die Opfer der deutschen Kolonialpolitik und den daraus resultierenden Kämpfen vor und im 1.Weltkrieg in Afrika gibt es schon lange ein Denkmal, nachfolgend etwas geschichtliches zum Hintergrund der Errichtung dieses Denkmals und dessen Umwidmung im Jahr 1996.


    Abschrift der beiden Gedenktafeln, die vor dem Denkmal angebracht sind:


    Inschrift der Bronze-Gedenktafel am Ehrenmal


    Das Deutsche Kolonial-Ehrenmal, ein Werk des Münchener Bildhauers Fritz Behn, wurde 1931 von der Deutschen Kolonialgesellschaft Bremen errichtet und am 6.Juli 1932 eingeweiht. Das Ehrenmal war schon damals in Bremen umstritten. An ihm entzündete sich die öffentliche Auseinandersetzung um die Frage nach der Zukunft des Zusammenlebens von Völkern: In kolonialer Unterdrückung oder in einem gleichberechtigten Miteinander.
    Über einer Krypta erinnerte der steinerne Elefant an die Gefallenen des 1.Weltkrieges in den ehemals deutschen Kolonien Afrikas. Zugleich war der Elefant Ausdruck Deutschlands kolonialer Vergangenheit wie auch der Forderung, neokolonialer Bremer Kreise nach Rückgabe des deutschen Kolonialbesitzes.
    In der NS-Zeit stand der Elefant im Mittelpunkt von Bestrebungen des nationalsozialistischen Bremen, „Stadt der Kolonien“ im „Dritten Reich“ zu werden.
    Afrikas Probleme sind noch heute mit Kolonialismus, Rassismus und andauernder Ausbeutung eng verbunden. Afrikas Menschen haben unter großen Opfern in Befreiungskämpfen erfolgreich Widerstand geleistet. Weltweit haben sich viele Menschen mit ihnen solidarisiert. Unsere Gesellschaft hat begonnen, aus dieser Entwicklung zu lernen.
    Afrika hat in Bremen neue Freunde gefunden. Dieses Denkmal ist ein Symbol für die Verantwortung, die uns aus der Geschichte erwächst.


    Inschrift der im Jahr 1996 errichteten Gedenktafel:


    Zum Gedenken an die Opfer der Deutschen Kolonialherrschaft in Namibia 1884 – 1914


    Seine Exzellenz Dr. Sam Nujoma
    Präsident der Republik Namibia


    Dr. Henning Scherf
    Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen


    Eingeweiht 21.Juni 1996


    Anmerkung:
    Mit der Errichtung dieser Gedenktafel im Jahr 1996 wurde der „Elefant“ offiziell vom ehemaligen Kolonial-Ehrenmal zum „Anti-Kolonialdenkmal“ umgewidmet. Die Krypta des Denkmals wird heute von einem Bremer Kulturverein für Veranstaltungszwecke genutzt.


    Edit: Hier geht es zur HP des Kulturvereins "Der Elefant":
    http://www.der-elefant-bremen.de/


    Gruß, J.H.

  • Hallo beisammen,


    obwohl mir die Aktion "Stolpersteine" eigentlich gefällt ...habe ich trotzdem auch ein Problem mit der im weitesten Sinne "Glaubwürdigkeit" oder Aufrichtigkeit der Aktion bzw. mit der Kettenreaktion der einzelnen Gemeinden.


    Die Aktion ist ja nicht sooo alt, aber sie wäre natürlich mutiger gewesen, wenn Sie nicht nach so langer Zeit gestartet worden wäre.


    Es sollte nicht vergessen werden, daß bei der Judenverfolgung die meisten still zugeschaut haben bzw. viele sogar ihren Vorteil gezogen haben, zum Bsp. bei den Versteigerungen des beschlagnahmten Hausstandes der Juden.


    Ein großer Anteil der Bevölkerung war damals für den "Führer" ....


    Wenn jetzt an "jeder" Ecke Stolpersteine installiert werden, dann kommt mir das schon etwas scheinheilig vor.


    Wie wäre es, wenn man an die Brandanschläge auf die Asylantenheime in den 80ger und 90ger Jahre erinnern würde?
    Aber hierzu fehlt wahrscheinlich der Mut.


    Und, wenn es um Geschichtsbewusstsein gehen würde, dann sollte man doch eigentlich auch an einigen Gebäude eine Tafel anbringen:
    hier war eine Gestapo-Zentrale, hier war eine SS-Kaserne, hier war die NSDAP-Parteizentrale ...
    Aber die Erinnerung soll scheinbar reguliert werden.


    Ganz nebenbei: die zwölf Jahre Faschismus in Dt. werden wohl noch sehr lange nicht in Vergessenheit geraten.


    Gruss Andreas

    Heine ist von den meisten anderen Dichtern verschieden, weil er alle Scheinheiligkeit verachtet ... (Elisabeth von Österreich)

  • Quote

    Original von turmbergsurfer2
    . . . Ganz nebenbei: die zwölf Jahre Faschismus in Dt. werden wohl noch sehr lange nicht in Vergessenheit geraten. . .


    Hallo Andreas,


    wenn das in Vergessenheit geraten würde, hielte ich das für sehr, sehr schlimm !!!


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)


    P.s. Das, was Du da über das Gedenken an Anschläge auf Asylantenheime schreibst, stimmt ja in keiner Weise!


    Ein wenig googeln bringt da einiges zu Tage, z.B.:
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