• Hallo,


    Prinzipiell wäre auch Shanghai möglich, denn wie ich hier:
    http://forum-der-wehrmacht.de/…?postid=190378#post190378


    schon erläuterte, hat Demnig sich weder auf die Opfergruppe festgelegt, noch auf das Prinzip, nur an letzten frei gewählten Wohnorten Steine zu verlegen.


    Als Beispiel: So wurden in Saßnitz Stolpersteine für Zwangsarbeiter verlegt, die dort während des Krieges arbeiten mussten.


    Viele Grüße
    Steffen

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

  • Hi Steffen,


    lies doch bitte auf der o.a. Seite unter "Technik" nach.
    Die Auskunft, auf die Du Dich beziehst, zitierst Du "sinngemäß";
    vll. stellst Du die Antwort einfach mal ein - dann könnte ich das
    auch nachvollziehen.


    Grüße, Kordula

  • Hallo Kordula,


    Ich kenne die Aussage auf der Webseite, deswegen hatte ich damals ja nachgefragt bei Hr. Demnig.


    Hier die Antwort von Gunter Demnig:


    Quote

    Hallo >>>> diesmal aus Würzburg + Dank für Ihre Nachfrage + Irritationen. Das gehört gehört ja wohl auch zum Projekt. >>>>>
    also: das Projekt habe ich von Beginn an für alle Opfer-'Gruppen' der Nazi's gedacht !
    Das Zwangsarbeiterter in ihrer Baracke nicht 'ZU HAUSE' waren ist ja klar. Deswegen gibt es Steine ohne Überschriften.
    Herzliche Grüße, Gunter Demnig


    Viele Grüße
    Steffen

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

    Edited once, last by Papa ().

  • Danke Steffen.


    Dann ist der Regelfall, wie auf der Webseite beschrieben (letzter frei gewählter Wohnort).
    Gunter Demnig wird jedoch, wenn ihn eine Anfrage wie die zu dem von Dir beschriebenen
    Zwangsarbeiter erreicht, auch da einen Stein verlegen - und die Angaben entspr. anpassen.


    Also wäre auch Shanghai möglich.


    Grüße, Kordula

  • Guten Abend, Euch,


    Stolpersteine Hamburg erinnert an das Schicksal des Arztes Dr. Hermann da Fonseca-Wollheim


    Dr. Hermann da Fonseca-Wollheim * 1893
    Bahrenfelder Marktplatz 19 (Altona, Bahrenfeld)


    Dr. Hermann da Fonseca-Wollheim,
    geb. 22.8.1893, ab 27. 8.1943 KZ Fuhlsbüttel, ab 7.3.1944 im KZ Buchenwald, dort umgekommen am 13.5.1944


    "Weil er aus seiner Meinung über das Hitlerregime überhaupt keinen Hehl machte, haben wir ihn wiederholt
    gebeten, doch etwas vorsichtiger zu sein, aber das entsprach überhaupt nicht seinem Temperament. Er hat
    uns viel über die russischen Männer und Frauen in dem Barackenlager im Volkspark erzählt, vor allem über
    die Frauen, die unter unvorstellbar harten Bedingungen in den Altonaer Fabriken arbeiten mussten. Dr. Woll-
    heim musste sie ärztlich betreuen und hat das wohl zu gut getan … jedenfalls wurde er plötzlich verhaftet."
    So erinnerte sich Hilde Kuhlmann, eine alteingesessene Bahrenfelderin, an ihren Hausarzt Dr. Hermann
    da Fonseca-Wollheim. ......."


    Weiterlesen bitte hier Klick


    Es grü0t Margarete

  • Hallo zusammen,


    in dieser Woche wurden die letzten zwölf der insgesamt 21 Stolpersteine in der Stadt STADE verlegt.
    Der Kreis der geehrten Opfer zeigt noch einmal deutlich, dass es nicht darum geht, irgendeine Opfergruppe herauszustellen, sondern dass an die Opfer des NS-Regimes ohne Ansehen der Person erinnert werden soll !
    Bemerkenswert finde ich auch, dass v.a. Jugendliche (tw. über AGs in den Schulen) in das Erinnern eingebunden wurden.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo,


    aktuelle Gerichtsentscheidung des AG Stuttgart zum Thema "Stolpersteine als Grundstücksmakel": das AG hat gestern die Klage eines Ehepaars aus Ludwigsburg als unbegründet abgewiesen, das die Beseitigung der Stolpersteine gefordert hatte, da es durch die Mahnmale den Haus- und Grundstückswert seines Eigentums gemindert sah. Das Gericht konnte allerdings keinen Anspruch auf Beseitigung feststellen.


    Dass solche abstrusen Klagen überhaupt vor Gericht verhandelt werden, geht mir - ehrlich gesagt - nicht in den Kopf! Das ist vergleichbar mit Gerichtsentscheidungen, die sich mit "Kinderlärm" (was für ein Unwort) befassen oder mit Klagen auf Entschädigung wegen "entgangener Urlaubsfreude", weil im gleichen Hotel zur gleichen Zeit auch eine Gruppe Behinderter zu Gast war, was die Kläger gestört hat!


    Gruß, Stefan


    <edit> Rechtschreibng <edit>


    Quelle u. a.: http://www.stuttgarter-nachric…d8-a559-6a7b0d578692.html

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

    Edited once, last by stefan_reuter ().

  • Quote

    Original von stefan_reuter
    Dass solche abstrusen Klagen überhaupt vor Gericht verhandelt werden, geht mir - ehrlich gesagt - nicht in den Kopf! Das ist vergleichbar mit Gerichtsentscheidungen, die sich mit "Kinderlärm" (was für ein Unwort) befassen oder mit Klagen auf Entschädigung wegen "entgangener Urlaubsfreude", weil im gleichen Hotel zur gleichen Zeit auch eine Gruppe Behinderter zu Gast war, was die Kläger gestört hat!


    Hallo Stefan,


    da sprichst Du mir aus der Seele, mehr als treffend formuliert!


    Gruß
    Marc-Oliver

    Suche alles über die 58. Infanterie-Division und das Artillerie-Regiment 158 sowie der Veterinärkompanie 158!

  • Hallo,
    das ist halt unsere heutige Gesellschaft. Kinder sind weniger wichtig, als das "Wohlergehen" einiger.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo zusammen,


    Quote

    das ist halt unsere heutige Gesellschaft. Kinder sind weniger wichtig, als das "Wohlergehen" einiger.


    ist zwar o.T. aber warum das so ist, bringt Stéphane Hessels in seinem Pamphlet Empört euch! sehr schön auf den Punkt.
    Es ist absolut lesens/hörensswert und bringt vielleicht die so dringend nötigen Denkanstösse.

    Gruss Dieter

  • Hallo Dieter,
    ich hatte so einige Sachen in Deutschland erlebt, wie als ich in Zivil zu einem "Dienstlichen Schiessen" in einem Auto mit ausländischem Kennzeichen fuhr. Ein OG meinte sagen zu müssen: Was will der Scheissausländer denn hier. Ich konnte mir nicht verkneifen nach Anziehen der Uniform mir den etwas zur Brust zu nehmen. Auch als etwas seltsam empfand ich, wenn ich als asozial, wegen unserer Kinderzahl, bezeichnet wurde.
    Was Hessels schreibt ist im Prinzip richtig, aber es ist vielleicht nicht so einfach auf die bundesdeutsche Gesellschaft anwendbar.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo,


    Quote

    das ist halt unsere heutige Gesellschaft. Kinder sind weniger wichtig, als das "Wohlergehen" einiger.


    die Egomanie macht sich bei uns immer mehr breit, siehe auch das Thema Japan: An erster Stelle steht nicht das Mitgefühl für die Opfer, sondern die Diskussion, inwieweit uns die Katastrophe dort betrifft bzw, welche Schlüsse wir daraus ziehen.


    Unten die Stolpersteine für eine Familie, der das kulturelle Leben unserer Stadt viel zu verdanken hatte. Nathan Höchster gründete und leitete Musik- und Fussballverein, sein Vater Herz gab gerne Geld, wo es dringend gebraucht wurde.


    Offenbar haben die Leute das irgendiwe vergessen, als man den Vater in den Selbstmord trieb und Mutter und Sohn deportierte.


    Grüße


    Thilo

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    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo zusammen,


    @Rainer,


    Quote

    Was Hessels schreibt ist im Prinzip richtig, aber es ist vielleicht nicht so einfach auf die bundesdeutsche Gesellschaft anwendbar.


    das stimmt. Das Pamphlet ist sehr frankophil und das die französische
    Gesellschaft anders "tickt" als die deutsche ist auch klar.
    Der Denkanstoß ist es, der für mich belegt dass etwas faul ist
    im "Staate Dänemark" und das ist so genauso faul in Frankreich
    wie bei uns.



    @Thilo,


    Quote

    An erster Stelle steht nicht das Mitgefühl für die Opfer, sondern die Diskussion, inwieweit uns die Katastrophe dort betrifft bzw, welche Schlüsse wir daraus ziehen.


    und warum, weil für ein paar Silberlinge eine breiter gesellschaftlicher
    Konsens aufgegeben wurde. Es ist etwas faul im "Staate Dänemark" !!

    Gruss Dieter

  • Hallo,


    Am Freitag, den 8. April 2011 wurden in Rostock, Weißgerberstr. 6 zwei neue Stolpersteine verlegt.


    Erinnert werden soll damit an den Kaufmann Bernhard Rubensohn und seine Frau Gudrun.


    Anfang 1939 waren sie nach Amsterdam emigriert, dort wurden sie 1940 verhaftet und nach Theresienstadt gebracht. Am 9.10.1944 kamen sie ins Vernichtungslager Auschwitz und wurden dort ermordet.


    aus:
    Pistor, Maria: Stolpersteine für Bernhard und Gudrun Rubensohn, In: NNN, Nr. 84, 9.4.2011, S.17


    Viele Grüße
    Steffen

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

  • die aktion ist gut und nötig, aber gerade in köln extrem doppelzüngig. warum?


    einerseits gibt es in köln immer ein aufschrei und massendemos, wenn pro-köln gegen die mega moschee protestiert, aber anderseits wird in köln seit jahren ein mieses und eckliges schauspiel eines arbeitslosen antisemiten, die sogenannte "klagemauer" geduldet.


    und sagt mir nicht, dass vergleiche zwischen israel und den nazis oder sätze wie "die israelis unterdrücken seit JAHRHUNDERTE andere menschen" oder karrikaturen, auf denen juden genüsslich arabische kinder essen, "israelkritik" sind.


    stolpersteine sind gut, aber letzlich unnütz, wenn gleichzeitig seitens der linken und islamisten der judenhass in deutschland immer gefährlichere formen annimmt.

  • Hallo "Bigbaba",


    um mit seinen Argumenten ernst genommen zu werden, ist es gut, auf die hier üblichen Gepflogenheiten wie Grußformeln und korrekt Schreibweise zu achten.


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    ich lehne diese Stolpersteine ausdrücklich nur deshalb ab, weil der Grund für ihre Entstehung in einem Zeitraum von 12 Jahren gesucht wird.


    Klar ist das jeder Mensch es wert ist, sich in irgendeiner Form an Ihn zu erinnern. Jedoch soll die Form und Art des Gedenkens jedem selbst überlassen werden und nicht öffentlich angeordnet/verordnet werden (bei den Stolpersteinen ist es genau dies, nichts anderes.)


    Grüße


    Andreas

  • Hallo Andreas,


    diese Argumentation kannst Du aber bei jedem Denkmal / Gedenktafel o.ä. anführen.


    Der Zeitraum für den I. Weltkrieg wäre vier Jahre, Deutsch-Französischer Krieg ein Dreiviertel-Jahr. Wo willst Du in Bezug auf den Zeitraum der Entstehung eine Grenze setzen bitte ? Bei hundert Jahren, oder bei Tausend Jahren (wobei das ja schon wieder passen würde) ?


    Man darf hier nicht vergessen, dass Menschen von staatlicher Seite aufgrund Religion, Rasse, politischer Einstellung, Krankheiten usw. verfolgt und ermordet wurden.


    Das ist der Knackpunkt an der ganzen Geschichte ! ! !


    Gruß aus München


    Marcus


    edit: Rechtschreibung

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

    Edited once, last by Lockenheld ().

  • Hallo Andreas!
    hast du dich schonmal mit dem Thema beschäftigt?
    Wer ordnet denn was an?


    Und was meinst du mit:


    Quote

    Hallo, ich lehne diese Stolpersteine ausdrücklich nur deshalb ab, weil der Grund für ihre Entstehung in einem Zeitraum von 12 Jahren gesucht wird.

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

  • Quote

    Original von Bodensee_D
    . . . Jedoch soll die Form und Art des Gedenkens jedem selbst überlassen werden und nicht öffentlich angeordnet/verordnet werden (bei den Stolpersteinen ist es genau dies, nichts anderes.) . . .


    Hallo Andreas,


    folgerichtig müßtest Du also jede Art von Gedenkstätten ablehnen !?!


    Bei den Stolpersteinen mußt Du etwas falsch verstanden haben. Sie werden weder öffentlich angeordnet, noch verordnet. I.d.R. werden sie nach öffentlicher Diskussion und einem Ratsbeschluss der jeweiligen Kommunalvertretung verlegt. Die Finanzierung erfolgt i.d.R. nicht durch Steuergelder, sondern durch private Paten.


    . . . und wem die Stolpersteine nicht "passen", der kann darum herumgehen (ohne zu gedenken) ! Ich kann Deinen Einwand also in keiner Weise nachvollziehen.


    Gruß und schönes Wochenende !
    Rudolf (KINZINGER)