Übertrieben

  • Hallo,
    das zeigt eigentlich das man in Deutschland immer noch Problem hat mit der Geschichte umzugehen.
    Die Generation der "Täter"( bitte seht das jetzt nicht zu eng!!!) lebt fast schon nicht mehr. Kinder dieser Generation ist auch meist schon weit über 60 Jahre. Was jetzt in Deutschland lebt sind die Kinder die weder was von der Geschichte in der Schule oder Elternhaus erfahren haben oder aber zur Multi-Kulti, sprich Ausländer-Generation gehören.
    Viel wichtiger wäre eine vernünftige Unterrichtung über die Vorfälle und Taten die mit den 2.Weltkrieg in Verbindung stehen. Nicht aber etwas verbieten wo die meisten schon nicht mehr wissen können womit es in Verbindung stand. Sonst müssten ja auch Schreibweisen wie SS oder SA (Autokennzeichen) oder Schreibgebrauch( oder gab es deswegen das ß ?) verboten werden. Manchmal verstehe ich wirklich nicht was in Berlin durch die Köpfe geht!!!


    Jörg

  • http://www.landkreis-aurich.de/wunschkennzeichen.html


    Gruß,
    Arnold


    Nachtrag: Als das hier eingeführt wurde, gab es einigen Ärger. Der Nachname 'Janssen' ist hier mit etwas 4 Prozent aller Nachnamen ziemlich verbreitet. Ebenso der Vorname 'Hermann'.


    Ergab also als Wunschkennzeichen 'HJ'. Die mussten ein anderes Nummernschild nehmen..

  • Hallo,


    @ Hallo Arnold.

    Quote

    Was will uns die '666' sagen? Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen Hallo miteinander, in letzter Zeit stelle ich verstärkt Anmeldungen fest, die in ihrer Mail-Adresse den Zusatz '666' haben. In der mittelalterlichen Zahlenmystik ist diese Zahl ja nicht so ganz ohne. Aber was hat das im Internet zu suchen? Vielleicht klärt mich jemand darüber auf... Gruß, Arnold


    Das trift in ähnlicher Form auf den obigen Betrag auch zu.Verfällt man jetzt in Deutschland in die Hysterie ?Über 60 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg und dem Nationalsozialismus fällt einigen Leuten plötzlich auf das auf Grabsteinen Runen oder Buchstabenkombinationen stehen, werden Kennzeichen bemängelt, Werbungen verboten/kritisiert. Plötzlich versucht man 90 Jährige Greise noch für Sachen haftbar zu machen (an die sich diese Personen aus Demenz kaum noch erinnern können). Kasernen, Straßen,Häuser,Schiffe, werden umbenannt (Darf VW noch so heißen ?). In jeden Zahl, in jeden Wort sucht man nach irgend einen versteckten Hintergrund. Ich kann nur schmunzeln wenn ich mir ausmale wo das noch hinführen könnte. Wie viele Worte, Sätze, Zahlen wurden in der Zeitgeschichte missbraucht ? Dürfen wir überhaupt noch was Schreiben?


    Wie schon oben schrieb, Aufklärung tut not.


    ?(
    Gruß Jörg

  • Hi,


    sehe das ganze etwas anders.
    Wenn man eine doch in weiten Bevölkerungskreisen erstaunliche Geschichtslosigkeit konstatiert,
    sind es genau diese Vorkommnisse, die eine Diskussion entfachen können.
    Einer, wie ich finde, häufig ausufernden PC rede ich dabei nicht das Wort;
    vielmehr versuche ich, mich dem nicht zu unterwerfen, sondern zu reden (und zu denken),
    "wie mir der Schnabel gewachsen ist".


    Bevor wir jedoch ein wirklich unverkrampftes Verhältnis zu unserer Vergangenheit entwickeln können,
    sollten wir zuerst einmal Klarheit haben über, wie hier, den Mißbrauch eines Wortes während der NS-Zeit.


    Wir hatten an anderer Stelle des Wort "Versuchskaninchen".
    Jeder hätte Verständnis, würde ein Tierschützer die Verwendung dieses Wortes kritisieren.
    Doch gerade hier im Forum sollten wir mehr darüber wissen, denn:
    die in Ravensbrück in medizinischen Experimenten gequälten Frauen wurden genau so bezeichnet.


    Weiß ich das, verbietet sich - jedenfalls für mich - der Gebrauch dieses Wortes im Scherz.


    Es gäbe viele weitere Beispiele.


    Gruß, Kordula

  • Hallo,
    dazu kann ich nur sagen, man kann es treiben, aber man kann es auch übertreiben.
    Wenn ich dran denke, in den 50er oder 60er Jahren war es vollkommen normal, dass bei der Amtseinführung etc. von Beamten in einen neuen höheren Dienstposten in den Zeitungsberichten dabei stand: Im Krieg diente er als XXX in XXX,XXX, und XXX.
    Wir leben heute in einer etwas anderen Zeit. Zum Glück.
    Nach dem Krieg war Wiederaufbau angesagt und da war es uninteressant, dass bestimmte Berufe aktiv das NS-Regime unterstützten wie die Masse der Juristen. In dem Buch "Volk ans Gewehr" von 35 oder so hat mich ein Bild wirklich geschockt: das waren die an einem Galgen aufgehängten Paragraphen. Und so war es dann wirklich im III. Reich.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Quote

    Original von Der Sanitäter
    Wie viele Worte, Sätze, Zahlen wurden in der Zeitgeschichte missbraucht ? Dürfen wir überhaupt noch was Schreiben?


    Hallo,
    sicherlich war/ist der Missbrauch größer, als es uns (noch) bewusst ist. Sprache kann auch ein Werkzeug zur Manipulation sein...
    Vielleicht reagieren wir darum so sehr auf manche Bezeichnungen?
    Denn Ausdrücke an denen sich neuzeitlich so viele Gemüter reiben, stammen bekanntlich aus der Zeit als es ein Propagandaminister gab, der sprachliche Richtlinien aufstellte, die streng eingehalten werden mussten. So wurde z.B. 1940 der Begriff „Kinderlandverschickung“ erfunden, was man vorher schlicht als Evakuierung bezeichnete.
    Die Nazis waren Meister im erfinden harmloser Umschreibungen wie „abholen“ für deportieren, „sich melden“ für Verhöre durch die Gestapo, „abgewandert“ für verschleppt in ein Konzentrationslager. Man hatte auch nicht gestohlen oder geraubt, man hat sichergestellt. Es gab keinen Gastod für die Juden, es gab aber eine „Endlösung
    Das sind nur ein paar Beispiele, so hatte es die NSDAP innerhalb von 12 Jahren geschafft eine Sprache die von Abkürzungen, Euphemismen und Herabwürdigungen gesprenkelt war, durchzusetzen.
    Unliebsame Maßnahmen wurden beinahe liebenswürdig umschrieben, um des Volkes Ungehorsam möglichst im Keim zu ersticken...
    Durch einfache Zusatzsilben entstanden neu Wortschöpfungen die ihre Wirkung nicht verfehlten. Es gab „volksnahe Volksfeste, volksferne Volksgenossen und Volksfeiertage“.
    Aus den Volksempfänger diktierte die Partei den bedingungslosen Volkswillen „Du bist nichts - dein Volk ist alles!“ Dann gab es auch den Volkswagen, welch ein Erfolg...
    Das Thema ist für mich unmittelbar mit dem Thread „Umstrittene Straßennamen“ verknüpft. HIER


    Wie schon gesagt, Sprache ist ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug, wir sollten es nicht nur nutzen, sondern auch pflegen.


    Frische Grüße
    Jane

    Edited once, last by Caprinus ().

  • Quote

    Original von Caprinus
    Durch einfache Zusatzsilben entstanden neu Wortschöpfungen die ihre Wirkung nicht verfehlten. Es gab „volksnahe Volksfeste, volksferne Volksgenossen und Volksfeiertage“.
    Aus den Volksempfänger diktierte die Partei den bedingungslosen Volkswillen „Du bist nichts - dein Volk ist alles!“ Dann gab es auch den Volkswagen, welch ein Erfolg...


    Frische Grüße
    Jane



    http://www.karstadt.de/produkt…id=3345527&partner=komdat


    Uwe

  • Quote

    … sei entweder eine «nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit» oder ein Beispiel «totaler Geschichtsunkenntnis». Dass dies immer wieder geschehe, sei zu einem «erheblichen Anteil» im unzureichenden Geschichtsunterricht an Schulen zu suchen.
    … das Unternehmen habe «nie die Absicht gehabt, Gefühle zu verletzen». Der Slogan sei «unglücklich» gewählt.

    So what?


    Quote

    Was jetzt in Deutschland lebt sind die Kinder die weder was von der Geschichte in der Schule oder Elternhaus erfahren haben oder aber zur Multi-Kulti, sprich Ausländer-Generation gehören.
    […]
    Plötzlich versucht man 90 Jährige Greise noch für Sachen haftbar zu machen…

    Jörg Sanitäter, ich würde sagen: Thema verfehlt.


    Lieber Rainer, in den 50ern war ich noch kein großer Zeitungsleser, auch in den 60ern „las“ ich lieber Bilder…
    Als „Adler sen.“ verbeamtet wurde, nahm davon die Zeitung keine Notiz. Aber ich verfüge über einen handgeschriebenen Lebenslauf von ihm. Darin kommen seine Tätigkeiten als Ingenieur fein aufgelistet vor. Dazwischen wird kurz & knapp lediglich Fluglehrer und Flugzeugführer angeführt.
    „Im Krieg diente er als XXX in XXX,XXX, und XXX…“ kam bei „Adler sen.“ nicht vor. Ich fänd es direkt interessant so etwas mal zu sehen; vielleicht zeigst Du uns mal ein, zwei Beispiele. Es werden sicher keine KZ-Wächter dabei sein – oder? Und es ging hier ja um das Stoppen des Slogans über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald.


    Quote

    Doch gerade hier im Forum sollten wir mehr darüber wissen,
    […]
    Weiß ich das, verbietet sich - jedenfalls für mich - der Gebrauch dieses Wortes im Scherz.

    Kordula kkn, 100% Zustimmung!


    Die Reaktion von Tchibo und Esso, kann ich nur begrüßen!


    Gruß TAK


    PS.: Uwe, schwarzermai warum so einsilbig?


    [SIZE=7]verbessert[/SIZE]

    Wer verurteilt kann irren – wer verzeiht irrt nie.

    Edited once, last by *AK* ().

  • Hallo Uwe
    nicht :

    Quote

    Zitat: Was jetzt in Deutschland lebt sind die Kinder die weder was von der Geschichte in der Schule oder Elternhaus erfahren haben oder aber zur Multi-Kulti, sprich Ausländer-Generation gehören. […] Plötzlich versucht man 90 Jährige Greise noch für Sachen haftbar zu machen… Jörg Sanitäter, ich würde sagen: Thema verfehlt.



    Wie soll eine Schule Geschichte vermitteln, wo 40-60% der Klasse aus der ganzen Welt stammen? Vermutlich stammten die Werbestrategen ebenfalls schon aus einer Altersklasse wo die "Geschichte" nicht mehr gelernt wurde. Frag mal einen 17 Jährigen was Kz waren !
    Die selbe Generation lebt teilweise von Harz 4 und fragt sich warum Justiz Geld für der Verfolgung alter Nazi- Größen ausgibt. Und da stellt sich eigentlich auch die Frage, was haben die Behörden eigentlich die letzten ca.50 Jahre gemacht.


    Was ich damit sagen will, je multikultureller es wird um so schwerer wird es Wörter,Bezeichnungen,Begriffe zu vermeiden, die wir noch in Verbindung mit dem 3.Reich bringen.
    Ich selber arbeite(te) mit US-Amerikaner, Niederländer, Polen, Kenianer, Belgier und noch ein paar anderen zusammen. (und fallen dann schon mal Begriffe die mich Nachdenklich machen)


    Gruß
    Jörg

  • Quote

    Original von TransportAdlersKind
    Ich fänd es direkt interessant so etwas mal zu sehen; vielleicht zeigst Du uns mal ein, zwei Beispiele.


    Hallo TAK,
    zeigen kann ich nichts, jedoch berichten:
    Als sich ein Familienmitglied 1980 bei der DGzRS bewarb, wurde er im Einstellungsgespräch vom Personalleiter gefragt, ob er gar nicht gedient hätte, weil die Bundeswehrzeit nicht im Lebenslauf erschien.
    Der Mann wurde eingestellt, obwohl er nicht gedient hatte.
    In unserer Familie hatte diese Art der Nachfrage noch lange für Gesprächsstoff gesorgt...


    Gruß
    Jane


    PS. Ich bin jemand, der beispielsweise das Wort PERSONALausweis überhaupt nicht mag...
    Wieso eigentlich Personal und nicht PERSONENausweis? ?(
    Ich bin kein Personal des Gesetzesgebers, als das ich mich ausweisen muss.


    [SIZE=7]Edit: Grammatik korrigiert [/SIZE]

    Edited once, last by Caprinus ().

  • Hallo Jane,


    Quote

    ..ob er gar nicht gedient hätte....


    Auch die Schlussfolgerung die ihr ggf. aus der Äusserung gezogen habt
    ist eine Vorurteil. Wenn man als Personalleiter mit Bewerbern die einen
    bestimmte Stationen im Leben durchlaufen haben gute Erfahrungen gemacht hat dann fragt er das Fehlen natürlich ab. Wenn man es neutral sieht ist das
    ein professionelles Vorgehen.


    Das "haben sie gedient" in Sinne von Wilhelm Voigt oder 08/15 hat er vielleicht gar nicht gemeint.


    Was ich Sagen will; wir stecken alle voller Vorurteile.


    P.S.


    Wenn dir jemand erzählt,so beiläufig im Gespräch, er hätte jemanden
    kennen gelernt von dem er weiss das er eine "grün/rote Socke" ist und der würde sich jetzt intensiv mit der Wehrmacht beschäftigen was denkst du ? Mahler !? oder. Mir käme das auf jeden Fall in den Sinn.


    Wenn ich denjenigen nicht kennen würde aber... :D :D

    Gruss Dieter

  • Hallo,


    ich machte einen kleinen Kurlaub in Marienbad/Tschechien. Dort bekam ich Anwendungen verpasst die, auf Grund ihrer Bezeichnung, in deutschen Kurorten sicher zu Protesten geführt hätten. Als Anwendungen bekam ich u.A. 2 mal Gasbad und 2 mal Gasinjektionen verordnet. Vermutlich sind die Tschechen in solchen Dingen weniger empfindlich. Aber als ich die Bezeichnungen auf meinem Verordungsblatt las, war ich allerdings auch etwas irritiert.


    Gruß
    Erich

  • vielleicht sollten wir hier nicht selbst etwas produzieren, worüber wir uns hernach dann aufregen! Der nächste wirft vielleicht noch ’ne „Explosionszeichnung“ ein...


    Tchibo und Esso haben eine gemeinsame Werbeaktion für Kaffeesorten unter dem Slogan «Jedem den Seinen» gestoppt, weil die Redewendung über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar gestanden hatte.


    Andreas Piratte – ... Ist es in anderen Ländern dann auch so das die in der Werbung (z.B.) aufpassen müssen das sie die richtigen Zitatte nehmen? – sei gesagt: Du hast jedenfalls 2x ss (oder ß) vergessen und Zitate schreibt man tatsächlich auch anders.


    Wir sollten uns hier (FdW) meiner bescheidenen Meinung nach,
    wirklichen Themen zuwenden


    Gruß
    TAK

    Wer verurteilt kann irren – wer verzeiht irrt nie.

  • Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau. Auch in Hessen wird an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die zentrale Gedenkveranstaltung fand am Montag in Hadamar statt
    [...]
    Mit dem zeitlichen Abstand wachse die Gefahr des Vergessens, sagte Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU). Ein Weg, die Erinnerung zu bewahren, sei die Verankerung grundlegender Werte in der Verfassung.


    In der einstigen hessischen Landesheilanstalt in Hadamar wurden zwischen 1941 und 1945 rund 15.000 behinderte und physisch kranke Menschen von den Nazis ermordet: Die Opfer wurden vergast oder mit überdosierten Medikamenten und mangelhafter Ernährung systematisch getötet...


    Siehe


    Nachdenklich
    TAK

    Wer verurteilt kann irren – wer verzeiht irrt nie.