Mannschaft zu Offizieren

  • hallo, ich bin neu hier und versuche mal hier eine Antwort zu finden betreff meines Vaters.


    Er wurde 1937 im Juli als Wehrpflichtiger mit Abitur eingezogen, nach der langen Friedensausbildung NICHT zum 30.06.39 entlassen sondern gleich an die polnische Front in Bereitstellung gelegt.
    Dann der ganze Schlamassel von Polen, Holland, Frankreich bis in die Bretangne und dann Brest, Byalistok, Tula, Wasma, Kursk- Orel, den Zusammenbruch und der Vernichtung der Heeresgruppe Mitte nur sehr knapp entronnen durch einen gnädigen "Heimatschuß".


    Jetzt viele Jahre später frage ich mich warum so ein "Frontschwein" ( teils 18 Monate ohne Urlaub ) mit Abitur nie zur Kriegsschule kam und Offiziersanwärter wurde?


    Gab es politische Bremsen, seine zwei Brüder waren KP-Genossen und kurzeitig auch im KZ.


    Halberstädter


    P.S.
    Würden sich solche Bremsen auch in den noch vorhandene Personalakten der Wehrmacht finden lassen?

  • Hallo Halberstaedter,


    herzlich Willkommen bei uns im Forum und ein Frohes Neues.


    Zu deiner Frage,


    es hing von der Beurteilung der Vorgesetzten ab ob jemand zur Offizier Ausbildung vorgeschlagen wurde und Beurteilung hin vom Verhalten usw. ab.
    Es war auch nicht immer sehr erstrebenswert Offizier zu werden denn die Chance zu fallen wurde naturgemäss größer.


    Quote

    Würden sich solche Bremsen auch in den noch vorhandene Personalakten der Wehrmacht finden lassen?


    Ja,wenn die noch vorhanden wären dann könnte man es in den Beurteilungen nachlesen. Das sie noch vorhanden sind wäre eine "sechser"
    im Lotto.

    Gruss Dieter

  • Vielleicht ganz einfach: er wollte nicht.



    Ergänzung: eventuell war er im Denken durch die Erfahrung seiner Brüder schon weiter als viele andere. Ich meine damit, dass er den Krieg ablehnte und sich nicht durch das Regime vereinnahmen lassen wollte, ohne andererseits ein "echter" Widerstandkämpfer zu sein.

    Edited once, last by B_aus_MV ().

  • Erstmal danke für die schnellen Antworten.
    Eine andere Frage die mich beschäftigt, wie war denn die Überlebensquote der Frontkänmpfer die als Infanterie oder PAK-Kannoniere von 1939 an dabei waren und NICHT in rückwärtige Posten kamen?


    Einfach gefragt, ( Halberstadt ! ), welche Frontkämpfer des IR12 vom 1.9.1939 lebten noch am 9.5.1945?


    Ich kenne den Ausdruck eines russischen Schriftstellers ebenfalls Jahrgang 1917, die "97%-Generation", von meinem Jahrgang überlebten nur 3%....


    In der Bevölkerungspyramide Deutschland ist das auch deutlich zu sehen, aber ganz allgemein, geburtenschwacher Jahrgang im 1.Weltkrieg und hohe Verluste, deutlicher Frauenüberhang!

  • Hallo
    Habe dir eine Nachricht geschickt.
    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Quote

    Original von Endzeit-Jan
    Hallo
    Habe dir eine Nachricht geschickt.
    Jan


    @ *Endzeit-Jan*


    Hab Dir KEINE Nachricht geschickt!


    Aber diese "Nachricht" hier im Thread ist für alle anderen Forenmitglieder von "unheimlicher Unwichtigkeit".


    Dafür gibt es doch immer noch die PN (persönliche Nachricht) oder eMail-Anschrift des Betreffenden - falls hinterlegt!!


    Gruß, Uwe


    NB: @ Admin's/Mod's: Dieser Beitrag ist nicht von Wichtigkeit, sondern beinhaltet nur einen "Denkanstoß", welcher nach entspr. Reaktion gelöscht werden kann/soll.

    Edited once, last by Gesperrt ().

  • Quote

    Original von Halberstaedter
    Erstmal danke für die schnellen Antworten.
    Eine andere Frage die mich beschäftigt, wie war denn die Überlebensquote der Frontkänmpfer die als Infanterie oder PAK-Kannoniere von 1939 an dabei waren und NICHT in rückwärtige Posten kamen?


    Hallo ich vermute hier wird es keine Informationen geben.


    Quote

    Original von Halberstaedter
    Ich kenne den Ausdruck eines russischen Schriftstellers ebenfalls Jahrgang 1917, die "97%-Generation", von meinem Jahrgang überlebten nur 3%....


    Das kann ich mir nicht vorstellen, Todesrate des Geburtenjahrgangs 1917 sind ungefähr 30 % bezogen auf die Gesamtstärke der männlichen Geburtenjahrgänge 1917 (Wehrmacht). Das entspricht ungefähr der Todesrate im Heer der Geburtenjahrgangsklasse 1916-1920.


    MfG
    Andreas

    Immer auf der Suche nach Daten, Bildern und Material über die 32. Infanterie Division, sowie über Straf,- und Bewährungseinheiten.

    Edited 2 times, last by 32. Infanterie Division ().


  • Hallo,
    das mit dem befördert werden ist so eine Sache. Ein Verwandter von mir wurde anscheinend Ende 1938 zum Wehrdienst einberufen. Ende 1939 war er Gefreiter, Ende 1940 wohl Unteroffizier und ein Jahr später Feldwebel. Zivilberuf war Kaufmann, Schulbildung wohl Voljsschule..
    Ein anderer Verwandter, Zivilberuf Lehrer, wurde Anfang 1940 als Wehrpflichtiger mit mit fast 29 Jahren einberufen. Grundausbildung erfolgte in einerKraftfahrersatzabteilung. Sen Westfeldzug machte er als MKF mit. 1.8.40 Beförderung zum G, 1.1.1941 zum U. In den fünf Monaten zwischen Befördung von G zu U hat er an Truppenlehrgängen teilgenommen. Anfang 1942 wurde er mehrmals versetzt um dann in Raum Kirkenes auch Schreinstubenunteroffizier einer Kraftwagenkolonne zu werden. 1.12.43 Beförderung zum Feldwebel und OAOA nach Teilnahme an OA-Lehrgängen. Am 1.4.43 erfolgte die Beförderung zum Fahnenjunker d. R., am 1.7.43 wâhrend des Lehrgangs an der Heeresnachschubtruppenschule Oberfähnrich d. R. und am 1.8.43 Beförderung zum Leutnant der Reserve. Verwendungen bis Kriegsende waren Zug- und Kompanieführer beim nachschub und ein halbes Jahr Ordonnanzoffizier. Allerdings wollte er nicht Mannschaftsdienstgrad bleiben.
    Was Urlaub angeht, so hatte er den letzten Heimaturlub im Januar 1944. Dreieinhalb Jahre spâter war er dann das nächste Mal zu Hause.
    Wenn ich an die BW denke, dann wurden wehrpflichtige Abiturienten auch nicht automatisch für die RO-Laufbahn genommen.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique