Ladungsträger "Goliath"

  • Hallo zusammen,


    Wieder mal habe ich Spezielle fragen zu einem Fahrzeug, und ich hoffe Ihr könnt mir helfen, und wie so oft ein paar Sachen davon Aufklären :)
    Für eure Mühe währe ich sehr dankbar.


    Es geht wie der Artikelname schon sagt über den Schweren Ladungsträger, ich habe nun schon hier und da etwas darüber gelesen werde aber aus einigen Dingen nicht schlau, da es dort widersprüchliche Angaben gibt.


    Zum einen wird geschrieben der Schwere Ladungsträger wurde Ferngesteuert, zum anderen das er von einem Fahrer bedient wurde. Und dann gibt es auch noch das der Fahrer bis kurz vor das Ziel mit dem Fahrzeug fuhr, und es dann Fernsteuerte ?
    Im LDW findet nicht mal das es einen Fahrer gab ?


    Nun ja, wie war das denn nun wirklich ?
    Und was mich dazu noch Interessiert, wie war beim Einsatz die vorgehensweise, Operierten diese Fahrzeuge allein, in Gruppen ? bzw. welchen Einheiten waren sie zugeteilt ?


    Dann hört man das die vorläufer Fahrzeuge (B1) aus Beton bestanden haben, bzw. zum Teil. Trifft das auch beim Schweren Ladungsträger zu ?


    So, Ihr seht mal wieder viele Fragezeichen und ich hoffe das Ihr helfen könnt und wir ein wenig darüber Diskutieren können.


    mit freundlichen grüßen Björn


    P.S. wenn jemand zum Thema Literatur empfehlen kann, immer raus damit =)

  • Hallo,


    habe deine Frage hier dran gehängt und den Beitrag von Andeas gelöscht.


    Gruß
    Raffael

  • Hallo Drexl,


    vom "Schweren Ladungsträger B IV" gabe es die Versionen a,b und c.
    Diese unterschieden sich in der Motorisierung ( a+b= 49 Ps, c= 78 Ps )
    und der Panzerung ( a= vorne 5mm Seite0mm, b= 10mm Front und Seite, c= 20mm Front und Seite.). Auch wurden ab dem B IV b ( zumindest ab der letzten Lieferung) die Ketten von geschmierter Kette auf Trockenketten umgestellt. Alle drei wurden von einem Fahrer auf der Straße bis ins Einsatzgebiet gefahren, dort auf Funksteuerung umgeschalten und bis zum Ziel ferngelenkt gefahren. Alle drei Modelle
    auch Sd. Kfz 301 genannt, waren aus Stahl gefertigt, da diese anders als die leichten Ladungsträger wieder verwendet werden konnten.


    Über die Einsatzweise und die Truppenteile kann ich leider nichts sagen.


    Grüße


    Ulrich

    Gruß
    Ulrich


    "Jeder Angriff muß mit einem Verteidigen enden!" Carl von Clausewitz

  • Hallo,


    ein paar kleine Ergänzungen zu den Ausführungen von Ulrich.


    Wie schon angedeutet wurde das Fahrzeug durch einen Fahrer ins Einsatzgebiet gefahren, dort auf Funk umgestellt und ins Ziel gelenkt. Dann erfolgte die Auslösung durch Sprengnieten, entweder mechanisch oder durch Funksignal. Daraufhin rutschte die Sprengladung runter.
    Dann gab es die Möglichkeit das Fahrzeug mitsamt der Ladung zu sprengen oder (und so war es eigentlich gedacht) das Fahrzeug fuhr zurück und die Ladung wurde mittels eines Sicherhheits-Abstands-Schalters gezündet.


    In erster Linie sollten damit Befestigungswerke zerstört werden.


    Die Produktion des Typ B IV B wurde Anfang 1944 eingestellt, die des Typ C Ende Dezember 1944.


    Die Sprengladung war zwar sehr stark, aber die Modelle litten doch an ihrer Beschußempfindlichkeit, auch wenn ihre Panzerung später bis auf 20mm angehoben wurde. Zudem gab es in den Rückzugskämpfen immer weniger Gelegenheit sie sinnvoll einzusetzen.
    Und zur Panzerbekämpfung hatte man längst bessere Waffen. Zudem waren sie ziemlich teuer (28.000 RM; dafür bekam man schon zwei 7,5cm Pak 40 oder 400 Panzerschreck !!)


    Insgesamt wurden 1193 gefertigt, von denen im Januar 1945 noch 397 Stück vorhanden waren.


    Hier kannst Du mal die Gliederung einer entsprechenden Einheit sehen:
    http://www.wwiidaybyday.com/kstn/kstn1171f1jun44.htm


    Literatur:
    - Waffen Revue Nr. 8
    - Spielberger: Spezial-Panzerfahrzeuge des Deutschen Heeres
    - Datenblätter für Heeres -Waffen- Fahrzeuge -Gerät 1944


    Anbei noch der Auszug aus den Datenblättern.


    Viele Grüße
    Steffen

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    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

    Edited once, last by Papa ().

  • Hallo Steffen,


    danke für die Ergänzungen und den Link!


    Gruß


    Ulrich

    Gruß
    Ulrich


    "Jeder Angriff muß mit einem Verteidigen enden!" Carl von Clausewitz

  • Hallo Ulrich,


    Gerne :)


    Für die KStn musste ich echt lange suchen. Ich wusste, daß dort eine solche ist, aber daß sie "leichte Panzerkompanie f" hieß, dass wusste ich nicht und der Name ist ja auch nicht sofort erkennbar (für mich jedenfalls) eine Funklenkeinheit.


    Viele Grüße
    Steffen

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

    Edited once, last by Papa ().

  • Hallo,


    Vielen Dank an euch, das sind Informationen mit denen ich etwas anfangen kann. Da im LSW die Sache nicht ganz so Präzise wiedergegeben wird, währe das doch an für sich auch Infos die dort stehen könnten.(speziell die Fahrer-Geschichte)
    Und besten Dank für den Link, somit kann ich mir auch was über die Truppen raussuchen.


    Dankeschön für eure Mühe !


    So nun werde ich aber erst mal an See fahren, bei 35grad lässt sich schwer Recherchieren  8)


    mit freundlichen grüßen Björn

  • Hallo J.H.,


    Danke dafür, dies ist ein feiner zug von Dir.
    Muss ich gleich mal Lesen :)


    grüße Björn

  • Hallo zusammen, ich habe hier im Forum gesehen, dass die Sturm-Pionierbataillone 500 und 501 mit Ladungsträgern Goliath ausgestattet waren


    Sturm-Pionier-Bataillon 500

    Sturm-Pionier-Bataillon 501


    Wie kommt es aber, dass Goliathe auch in Atlantikwall-Stützpunkten, wie im Widerstandsnest W 5 in der Normandie, eingesetzt waren?

    Der Stützpunkt war meines Wissens von Männern des Grenadierregimentes 919 (oder 352) besetzt, also sicher nicht von Sturmpionieren.

    Es muss also noch andere Wege der Zuweisung dieser Fahrzeuge gegeben haben. K.St.N. gibt es dazu wohl nicht, oder weiß hier jemand

    irgendetwas Bestimmtes? Oder kennt jemand noch andere nicht-Sturmpionier-Einheiten, bei denen Goliathe nachgewisen sind?


    Schönen Gruß, Thomas!

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo auch...


    der Goliath wurde bei der Invasion eingesetzt, aber teilweise kam er nicht bis zum Strand vor, da er in die vorhandenen Bombentrichter reinfuhr aber nicht mehr herauskam.


    Ein paar Erfolge gab es aber die sind es nicht Wert aufgezählt zu werden...


    Soweit ein Bericht des Armee-Pionierführers der 7. Armee ....


    Gruß KuGra

  • Hallo!
    Ich habe gerade mal geschaut und insgesamt drei Waffen-Arsenal Bände gefunden. (Nr.68, special Bd.10 und special Bd. 12), die sich mit dem Thema befassen.
    Es sind dort Bilder und auch Einheiten genannt, u.a. Einsatz bei Sewastopol, Anzio, Warschau.
    Es gibt auch eine polnische Webseite, die sich mit dem Einsatz von Ladungsträgern in Warschau beschäftigt.


    Gruß
    Gerd

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    Logik ist die Kunst, zuversichtlich in die Irre zu gehen.

  • Quote

    Original von HiWiOder kennt jemand noch andere nicht-Sturmpionier-Einheiten, bei denen Goliathe nachgewisen sind?


    Schönen Gruß, Thomas!



    Hallo Thomas,


    da gab es noch


    Panzer-Kompanien (Funklenk) und
    Panzer-Abteilungen (Funklenk)


    http://www.lexikon-der-wehrmac…/PanzerAbt/Gliederung.htm


    zusätzlich hatte die Panzer-Lehr-Division im Rahmen ihres Pz.Rgt. eine FKL-Kp.


    uwe

  • Hallo,


    anbei noch zwei weitere Presseartikel zum Goliath allgemein und seinem Einsatz bei Nettuno.
    Quellen: Znaimer Tagblatt vom 20./21.Mai 1944, Seite 2 u. Neue Warte am Inn Nr. 17 vom 26.April 1944


    Gruß, J.H.

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    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo zusammen,


    im Anhanng einmal ein Bericht des AOK 14 vom 30.April 1944 über ein Stosstruppunternehmen an der Nettuno-Front,bei welchem auch Goliaths der Pz.Pi.Kp.811 zur Unterstützung eingesetzt wurden.



    Gruss Chris

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    • Stosstrupp1.jpg

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    • Stosstrup2.jpg

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  • Hallo zusammen,


    im Anhang noch ein Erfahrungsbericht der Pz.Abt. 300 vom 22.Juni 1942 über den Einsatz von ferngelenkten Sprengstoffträgern inklusive des Typs "Goliath" vor Sewastopol.



    Gruss Chris