Ernest-Hemingway, Schriftsteller

  • In dem Falle ist es doch genau umgekehrt..... :D


    Der mutmaßliche Täter brüstet sich mit der Tat und ein angeblicher Zeitzeuge, der ihn wohl auf Schritt und Tritt frontnah begleitet hat
    (naja)
    versucht ihn "reinzuwaschen".


    Für diesen Mann, Zitat aus Meyers Lexikon:


    " Er suchte Bewährung in der Konfrontation mit Formen der Gewalt und des Todes, die sich ihm in existenziellen Formen des Lebens
    ( Krieg, Stierkampf und Jagd ) boten " - und auch Waffennarr ist es doch kein Thema, Exzesse an Krauts zu begehen!!


    Das Töten machte diesem Mann einfach Spass, ja es endete im eignen Suizit.


    Als es dann keine "Nazis" und "Bastards" mehr gab, polierte man die holprige Art durch angebliche "Zeitzeugen" wieder auf um das nach Jahrzehnten mit Gutachten zu bestätigen,welches sicher erst aufgrund der geplanten Veranstaltung im badischen Triberg zustande kam.

    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
    Die Nichtswürdigen regieren mit List und der Edle wird in ihre Netze fallen." Joh. W. von Goethe: "Götz von Berlichingen."

  • Hallo,


    Rainer @"...Und damit ist das Buch des Zeitzeugen Weidingers eine Lüge."


    Ich wüsste nicht warum der ehemalige Regimentskommandeur Weidinger in dem Verbrechen von Oradour als Zeitzeuge angesehen werden sollte, da er in den drei verschiedenen Untersuchungsverfahren die er zu überstehen hatte, beweisen konnte dass er in der die Vorkomnisse in Südfrankreich betreffenden Zeit in Urlaub war und das Regiment "DF" erst nach Eintreffen in der Normandie übernommen hatte, am 14. Juni 44.


    Gruss

    Suche alles zur : 2.SS-Pz.Div."Das Reich" 3./"DF" 10./"DF" 11./"D"

    Edited once, last by pitt ().

  • Quote

    Original von pitt
    Ich wüsste nicht warum der ehemalige Regimentskommandeur Weidinger in dem Verbrechen von Oradour als Zeitzeuge angesehen werden sollte, da er in den drei verschiedenen Untersuchungsverfahren die er zu überstehen hatte, beweisen konnte dass er in der die Vorkomnisse in Südfrankreich betreffenden Zeit in Urlaub war und das Regiment "DF" erst nach Eintreffen in der Normandie übernommen hatte, am 14. Juni 44.


    Hallo,
    hier etwas dazu:
    http://www.geschichtsthemen.de/oradour.htm
    etwas zu Zeitzeugen, als Zeitzeuge muss man nicht unbedingt direkter Zeuge bei einem Ereignis gewesen sein:
    http://www.iuk.hdm-stuttgart.d…undJung/Llref._schsch.htm
    http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitzeuge
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo,
    vielleicht sollte man bei dieser Diskussion mehr an die wissenschaftliche Basis von Lebensgeschichten/Zeitzeugenberichten gehen. Wie sich Erinnerungen im Laufe des Lebens verändern und zum Grossteil dann dazu dienen das eigene Leben zu rechtfertigen.


    Im Zuge der Oral History und auch Sozialpsychologie geht man hierbei von einer komplemänteren Bearbeitung aus. Das bedeutet: Man verbindet Lebensgeschichtkliche Aussagen mit Daten und Fakten; überprüft den Wahrheitsgehalt.


    Ein sehr interessantes Buch zum Thema, wie das Gedächtnis Lebensgeschichte schreibt und verändert ist:


    John Kotre: Weisse Handschuhe
    und auch:


    Lutz Niethammer: Lebenserfahrung und kollektives Gedächtnis. Noch immer Basiswerk mit Beiträgen von vielen internationalen Wissenschaftern für Zeithistoriker, die Zeitzeugen-Aussagen analysieren.


    Hallo Rainer,
    tut mir leid, dir zu sagen, dass dein Link zu iuk.hdm-stuttgart nicht sehr zielführend ist. Ich habe mit Gariele Rosenthal bereits zusammengearbeitet. Ihre Analyse von Zeitzeugenberichten besteht darin, dass sie aus einem mehrstündigen Zeitzeugeninterview einen Satz aussucht und den dann "analysiert"! Sie ist nicht interessiert an der Gesmtsituation und der Gesamtheit des Interviews. Sie ist Sprachwissenschafterin.......


    Gruss
    Oliver

  • Quote

    ... Ich habe mit Gariele Rosenthal bereits zusammengearbeitet. Ihre Analyse von Zeitzeugenberichten besteht darin, dass sie aus einem mehrstündigen Zeitzeugeninterview einen Satz aussucht und den dann "analysiert"! Sie ist nicht interessiert an der Gesmtsituation und der Gesamtheit des Interviews. Sie ist Sprachwissenschafterin.......
    .


    Dann hat die Zusammnenarbeit anscheinend zu Fehlschlüssen geführt.


    Rosenthal ist keine Sprachwissenschaftlerin, sondern den Bereichen Soziologie, Politologie und Psychologie zuzuordnen, siehe ihren Lebenslauf
    http://www.uni-goettingen.de/de/34269.html
    (u. a. Habilitation im Bereich interpretativer Soziologie, Dissertation zum Thema biographisch-narrative Interviews)

  • hallo cpa95,
    danke für Deine Richtigstellung. Dann habe ich mich falsch erinnert. Ich habe damals internationale ERASMUS und SOKRATES Hochschullehrgänge organisiert: Neue Methoden in der Geschichtswissenschaft. Ich hatte rosenthal als Literaturwissenschaftlerin in Erinnerung, weil sie immer nur an einem Satz klebte. Vor allem ist sie keine Historikerin! Geschweige denn Zeithistorikerin.


    Gruss
    Oliver

  • Hallo Forum


    Wäre Hemingway ein Deutscher gewesen, hätte man ihn sicherlich für seine Lippenbekenntnisse vor ein deutsches Kriegsgericht gestellt, und ihn vielleicht sogar mit der Todesstrafe bestraft.
    Hemingway ist Amerikaner und er machte keinen Hehl daraus, dass er keine „Krauts“ mochte...
    Wir Deutschen ehren ihn für seine Werke, die an unseren Schulen Beachtung finden. Jeder sollte über das eigene Bild von Hemingway selbst entscheiden dürfen...
    Ob man in ihm nun den Dichter, Nobelpreisträger oder Mörder sieht
    meint
    Jane

  • Quote

    Original von schober
    ... rosenthal als Literaturwissenschaftlerin in Erinnerung, weil sie immer nur an einem Satz klebte. Vor allem ist sie keine Historikerin! Geschweige denn Zeithistorikerin.
    Gruss
    Oliver


    Hallo Oliver,


    das ist eine Frage der Erkenntniszieles der Befragung. Einem klugen Historiker und dem noch klügeren Zeithistoriker wird man stets nachsehen, die Expertise einer "Hilfswissenschaft" (natürlich nur aus Sicht der Geschichtswissenschaft :D ) zu Rate zu ziehen, ob nun Psychologen, Ökonomen, Soziologen, Geologen oder Juristen etc. Umgekehrt ist es sicher für die jeweiligen genannten Disziplinen angebracht,den Historiker hören, wenn man sich X-geschichte als Teilfach denkt.


    Eigentlich wollte ich mich zu Hemingway nicht äußern, kann das auch nicht inhaltlich bereichern, aber ein Hinweis auf dieser Basis

    Quote

    Original von Caprinus
    Jeder sollte über das eigene Bild von Hemingway selbst entscheiden dürfen...
    Ob man in ihm nun den Dichter, Nobelpreisträger oder Mörder sieht
    Jane


    ist vielleicht erlaubt.


    Auf Hoths eher "nationale" Zentrierung eines Interesses oder Desinteresses an der Schuldfrage möchte ich dabei nicht eingehen, die erscheint mir nebensächlich und überzogen. Auch ohne gleich in die Nähe von Nestbeschmutzung gerückt zu werden, ist sicher eine kritisch-nachdenkliche Betrachtung der causa Hemingway ohne belastende Postulate erlaubt.


    Hat er es getan - oder doch nicht - oder gibt es einen wahren Kern der Geschichte, das Faktische? Ich weiss es nicht.


    Soweit ich das aus dem Internet überblicke, ist wohl unstrittig, dass er manisch-depressiv und Alkoholiker war, medizinisch wird so etwas wohl als eine bipolare affektive Störung bezeichnet. Der Suizid paßt dazu, ebenso wie es hier eine familiäre Kette der Störungen zu geben scheint (Vater-Sohn-Urenkel). Weiterhin sind diverse Exzesse, Männlichkeitswahn etc. bekannt, ich muss das nicht wiederholen. Im Gutachten wird außerdem auf sexuelle Motivation angespielt, ansonsten fällt der Begriff der Realitätsdiffusion, die wohl allgemein akzeptiert ist. Hilft das nun weiter? Nein, aber:


    Damit spricht einiges dafür, den Vorgang unter einem anderen Aspekt zu betrachten, zumal Historiker dazu bislang nichts beitragen konnten. Der Vergleich zur forensisch-psychatrischen Forschung liegt nahe, die sich u.a. mit dem Phänomen des Leugnens, aber auch der Selbstbezichtigung befaßt, zB
    "Über die forensisch-psychiatrische Beurteilung falscher Geständnisse und Selbstbezichtigungen"
    European Neurology 1964 S. 248-260


    Mit dieser "speziellen" Form der "Oral History" ( ;) ) haben sich nämlich die Juristen etwas länger als die Historiker zwangsweise und leider auf sehr breiter empirischer Basis zu befassen. Und die Juristen ziehen wiederum ziehen Psychologen, Soziologen etc. zu Rate. Auch dazu kann ich leider nichts beitragen, nur etwas nebensächliches aus meiner forensischer Erfahrung wäre anbietbar.


    Aber die hilft hier nicht weiter, da sich Analogien in solchen Fällen schon situativ verbieten. Jeder Fall ist individuell bedingt, aber es gibt diese Fälle eben - massenhaft. Und dabei müssen nicht einmal pathologische Gründe vorliegen, also Abnormität. Bei Hemingway würde man wohl in erster Linie, wie auch in dem von RK zitierten Gutachten, pathologische Gründe vermuten. Hier ist der Fall, einmal laien- und daher lückenhaft die Anwendung forensischer Psychiatrie unterstellt, außerdem viel komplizierter: die schriftliche Selbstbezichtigung ist wohl einwandfrei und schon im Ansatz schwieriger zu beurteilen als die mündliche (die nämlich ad hoc die Möglichkeit des Nachfragens gestattet und damit der fraglichen Fall näher treten kann).


    Bleibt es also dabei: ich habe keine Vorstellung, ob die Selbstbezichtigung stimmt, gleichwohl würde ich der gutachterliche Äußerung Plausibilität zubilligen (weswegen sie nun nicht den historischen Fakten entsprechen muss), auch, weil mir die Zahl von 122 Morden unwahrscheinlich vorkommt (bei einem, 2 oder 3 wäre ich eher skeptisch). Und dazu muss man den möglichen (!) Fall der Selbstbezichtigung wohl nicht einmal in die Nähe der Falschaussage rücken, er habe mit seiner Yacht Pilar ein deutsches U-Boot aufgebracht und früher mit Mata Hari ein Verhältnis gehabt.



    Hat er nun ? Vielleicht, ... vielleicht aber auch nicht. Ich wende mich also wieder meinen profaneren Fällen zu und lausche auch zukünftig gastweise dem faszinierenden Leugnen, und manchmal auch den Selbstbezichtigungen, bzw. den Fällen, die dazu erklärt werden.


    Damit ist es auch genug, ich wollte nur einmal zum Nachdenken anregen. Zur Klärung kann ich ohnehin nichts beitragen.


    Grüße
    cpa95

    Edited 4 times, last by cpa95 ().

  • Quote

    Original von Caprinus
    Wir Deutschen ehren ihn für seine Werke, die an unseren Schulen Beachtung finden.


    Hallo Jane,


    stimmt nicht - nicht "wir Deutschen", sondern die, die für Literatur-Lehrpläne in Schulen und sonst in unserem Leben das Sagen haben und uns damit durch und durch erziehen.


    Auf wen und wessen Meinung bei unserer lebenslangen - hmm - Erziehung seit Jahrzehnten besondere Rücksicht genommen werden muß, dürfte uns doch allen klar sein. Bloß nicht als Deutschland und Deutscher riskieren, daß dort auch nur die Stirn gerunzelt wird ...


    Ich bspw., als Deutscher, ehre diesen Kerl nicht für seine Werke, sondern verachte ihn für seine brutalen, ekelhaften Taten, seine Verbrechen an unseren Soldaten und Landsleuten, und seien sie von ihm evtl. auch nur in widerlicher Prahlerei verkündet worden. Kein wirklich großer Mensch verhält sich so ... War also wohl nur eine arme Kreatur.

  • Hallo Jane,
    wenn du Geschichte studierst, kannst du laut österreichischem Studienplan es nicht als Einzelstudium studieren. Du musst auch Vorlesungen, Proseminare, Seminare in Politikwissenschaften, Statistik, Sozialpsychologie, Wirtschaft, Jus belegen und natürlich die Prüfungen dazu ablegen. Darum ist das Geschichtsstudium eines der längsten. Ich habe dann ein weiteres Studium der Social Science in London und New York abgeschlossen, was noch mehr Fächerübergreifend ist.


    Somit können wir vielleicht mit dem Titel eines Buches über die Schule der ANNALES: "Alles Gewordene hat Geschichte" diese Diskussion beenden. Es gibt keine Hilfswissenschaften: Alles ist Geschichte. Wie es auch Jahrhundertelang an Universiräten war.


    Gruss
    Oliver

  • Hallo,



    Niki


    Quote

    ....außer sein unwiderrufenes handschriftliches Geständnis - und zwar in einem Brief und nicht ewta unter Folter oder basierend auf Drohungen und falschen Versprechen.


    Das ist allenfalls ein Beweis für (s)eine ausgeprägte Phantasie. Freilich bringt es nichts, das Dokument - vom Kontext isoliert - zu werten. Gerade durch die amerikanische Voruntersuchung - bei der es übrigens nicht um (Kriegs-)Verbrechen ging - ist Hemingways Tätigkeit in Europa stark beleuchtet worden. Davon abgesehen hat er im Zuge der Befragung zwei aufschlussreiche Aussagen getätigt:


    1) Er hatte und hat keine Waffe seit Betreten des europäischen Festlandes in seinem (unmittelbaren) Besitz.

    2) Er war zu keinem Zeitpunkt an irgendeiner Kampfhandlung beteiligt, seitdem er an diesem Feldzug teilnimmt.


    Vgl. hier und in weiterer Folge Reynolds, "Final Years".


    Wie also ein Kriegsberichterstatter, der nach Eigenaussage keine Waffe besaß und auch nicht in Kampfhandlungen verwickelt war, zu derartigen Ergebnissen im Stande sein soll - noch dazu unter (de facto) permanenter "Beobachtung" verschiedenster Personen die seine Abenteuergeschichten zudem nicht bestätigen können - ist ohne eine gehörige Portion Fiktion wohl nicht erklärbar. Abseits dessen erscheint mir die hier vorgebrachte Logik aber ohnehin höchst sonderbar, denn der Wahrheitsgehalt einer Aussage bemisst sich nicht durch die dargebrachte Form (schriftlich/mündlich), sondern ob sie einer Verifikation standhält.


    Thomas


    Quote

    […]auch, weil mir die Zahl von 122 Morden unwahrscheinlich vorkommt[…]


    Natürlich ist diese Zahl absurd. Besonders deutlich wird das, wenn man die Entstehungsgeschichte dazu berücksichtigt. Demnach hat Hemingway, in Briefen an verschiedene Personen, nach Kriegsende die Zahl der angeblich getöteten Menschen kontinuierlich "gesteigert". Außerdem dürfte der juristische Begriff Mord per se falsch gewählt sein, da Hemingway seine Taten meistens vor dem Hintergrund kriegerischer Auseinandersetzungen darstellte. So verweist er in diesem Zusammenhang beispielsweise explizit auf "bewaffnete Deutsche", die er getötet hätte.


    Insgesamt ist diese Diskussion aber völlig überflüssig. Fakt war, ist und bleibt, dass sich keinerlei stichhaltige Hinweise für seine Behauptungen finden lassen. Warum also die bereits erwähnte, fehlende Faktizität wohl ausschließlich im deutschsprachigen Raum für ein derartiges Aufsehen sorgt, bleibt mir rätselhaft. Die dafür investierte Aufmerksamkeit steht jedenfalls in keinem Verhältnis zum Sachverhalt.



    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

  • Hallo, hier ein Artikel aus der Welt von 2014, über den ich gerade gestolpert bin. Da findet auch Hemmingway Erwähnung. Vom renommierten Wissenschaftler, Experte über den Krieg an der Westfront, wird die Schilderung Hemmingways nicht grundsätzlich in Frage gestellt, da es durchaus zu solchenÜbergriffen alliierter Soldaten kam:https://www.welt.de/geschichte…se-auf-beiden-Seiten.html


    Schöne Grüße

    Andreas

    Beste Grüße, Andreas


    "Die Würde des Menschen ist unantastbar". (Art.1GG)