Elbübergänge April / Mai 1945

  • Hallo,


    mein Großvater war bei der LW-Flak. Meine Großmutter konnte seine Feldpost-Nummer "L 38676 Luftgaupostamt Dresden" noch auswendig:


    5. Batterie schwere Flak-Abteilung 432


    Siehe auch: http://www.lexikon-der-wehrmac…ngenschwer/Gliederung.htm


    Er erzählte immer, daß die Batterie auf dem Rückzug vor der Russen, die bereits gesichtet worden waren, Kontakt mit den Amerikaner aufgenommen hatten. Diese sagten Ihnen eine Gefangenschaft in US-Gewahrsam zu. Daraufhin ließ man sämliche Fahrzeuge am Elbufer stehen und überquerte auf einer Brücke die Elbe. Auf der Brücke entledigte er sich seines Koppels mit seiner Pistole. Am andern Ufer wurden sie von amerikanischen Soldaten übernommen und später ins Munsterlager gebracht. Entlassen wurde er laut Entlassungsschein im Juli 1945.


    Frage: Wo existierten (feste) Übergänge über die Elbe im April/Mai 1945 um sich in US-Gefangenschaft zu begeben?


    Leider sind beide verstorben, sodaß ich nicht mehr an Informationen habe.



    Vielen Dank,


    Stefan

    Edited 2 times, last by Stefan1 ().

  • Hi
    Um nach Munster zu gelangen geh ich mal von folgenden Brücken aus:
    Magdeburg, Tangermünde, Wittenberge, Dömitz
    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Stefan,


    hilfreich wäre es, das Datum der Elbüberquerung zu wissen.
    Die Dömitzer Brücke wurde am 20.04.45 und die
    Lauenburger Brücke weitgehend am 19.04.45 gesprengt.


    Alle anderen Brücken sind viel weiter von Munster entfernt.


    Gruß Christa

  • Hi
    Das war nicht so gemeint die Entfernung nach Munster.
    Mein Opa kam auch bei Wittenberge in Gefangenschaft.
    Munster und dann ab zu den Russen rüber. Seitdem vermißt.
    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo zusammen,


    von einem genauen Datum kann ich leider nicht ausgehen.


    Am 13. Februar 1945 waren sie noch in Cottbus, auf dem Weg "zur Ostfront".


    Dies steht auf dem Sterbeblättchen eines Kameraden, denn der Transport geriet im Cottbusser Bahnhof in einen Bombenangriff.


    Einer seiner Kamerden aus einem Nachbarort fiel durch einen Volltreffer, als er in Panik über die Bahngleise rannte, während mein Opa in einem Graben Schutz suchte.


    Was danach geschah bis zur Flucht zur Elbe, weiß ich leider nicht.


    Mein Opa hat immer nur vom April / Mai 1945 gesprochen, jedoch nicht von der Zeit nach der Kapitulation.


    Gesprengte Brücken kommen wahrscheinlich nicht Betracht, eher noch Behelfsbrücken oder Pontonbrücken der Amerikaner. Von einem Klettern über Brückentrümmer war nie die Rede in seinen Ausführungen. Es klang immer nach einer Überquerung einer vollständigen Brücke, wo von ich ausgehe.


    Gruß Stefan

    Edited 3 times, last by Stefan1 ().

  • Hallo Stefan1,


    in dem Buch "Soldaten an der Elbe" von Uwe Niedersen (Hrsg) sind die Elbübergänge gut beschrieben,
    ich werde mal nachsehen was ich finde, dauert nur ein paar Tage.


    MfG Lemmy

  • Hi!


    Dömitz und Lauenburg scheiden aus, da ging es in die andere Richtung. Das heißt man floh bzw. zog sich über die Brücken vor dem Feind zurück. Bei Lauenburg lagen auch keine Amerikaner.


    Es wird Wittenberge, Tangermünde oder Magdeburg gewesen sein.


    Gruß
    Andre

  • Hallo Stefan!
    Hast du das Buch ,,Das Ende zwischen Weichsel und Elbe 1944/45'' ?
    Wenn nicht, dann meld dich per Mail. Die Brücke von Tangermünde war zwar zerstört, doch man konnte auf ihr noch über die Elbe, zumindest was den Personenverkehr betrifft. Auch ganz in der Nähe, beim Ort Fischbeck, soll sich eine ,,Notbrücke'' befunden haben. ( Quelle o.g. Buch )
    Hier hast du ein paar Bilder zu Tangermünde, von heutigen Zustand. Die alte Brücke gibt es seit ein paar Jahren nicht mehr. Man hat ca 800 Meter nördlich vom alten Standort eine neue Brücke gebaut.


    Hier die Zufahrt aus Richtung Osten. Die Strasse verläuft durch den Bau der neuen Brücke, nun völlig anders als damals. Hier siehst du den Verlauf der Strasse, wie er damals auch war.
    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/4bdy-ug.jpg]



    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/4bdy-uh.jpg]


    Ein Blick von der alten Straße über die Elbwiesen. Im Hintergrund erkennt man Tangermünde.
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    Hier der Einschnitt in den großen Deich.
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    Dort endet heute die Strasse. Früher begann dort die Brücke. Sie war ganz schön lang. Da sie zum Großteil auch über die Elbwiesen führte.
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    Im Hintergrund nochmal Tangermünde.
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    Hier der Blick zum Westufer, genau den Verlauf der Brücke entlang . Orientiere dich einfach am Baum in der Bildmitte, dann hast du rechts davon die alte Brückenauffahrt am Westufer.
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    Hier der Blick zur neuen Brücke, welche nördlich der ehemaligen Brücke liegt.
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    Bilder vom Westufer folgen gleich...

  • ...hier nun die Bilder von Westufer.


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    Hier der Blick welcher genau den Verlauf der alten Brücke zeigt.
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    Nicht weit von der Brücke befindet sich die Altstadt von Tangermünde...
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    ...sowie die alte Kaiserburg.
    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/4bdy-uu.jpg]


    Schwere Kämpfe um die Brückenkopfstellung fanden vor allem im Bereich des Ortes Wust statt. Die Russen kamen die B 188 aus Richtung Rathenow entlang. Der Geburtsort von Bismark lag ebenfalls im Bereich des Brückenkopfes ( Schönhausen ). Im Park des Geburtshauses, welches zwar den Krieg überstand, aber nicht die SED-Herrschaft, befindet sich heute ein Gedenkstein für die 12.Armee.
    Auch ein Gedenkstein für Major Prinz zu Sayn Wittgenstein befindet sich dort.


    Gruß

  • Hallo "Bresina",


    vielen Dank für deine interessanten Bilder !!!


    Nein, das Buch ,,Das Ende zwischen Weichsel und Elbe 1944/45'' habe ich leider nicht. Ist es empfehlenswert?


    Wenn Tangermünde in Betracht kommt, als möglicher Elbübergang meines Opas, dann kommen selbstverständlich deine Bilder in meine Familiendokumentation.


    Besten Dank und Grüße nochmals,


    Stefan


    P.S. Hast du zu meiner Vermisstensuche nach meinem Onkel Richard Bungert (siehe auch im "Vermisst-Gefallen-Forum") etwas Neues zu berichten? Dem Namen "Beresina" nach interessierst du dich auch für das Thema "Bobruisk"?

    Edited 2 times, last by Stefan1 ().

  • Hallo Stefan!
    ...dann send ich dir die Bilder gleich mal per Mail, dann hast du sie in guter Qualität. Was das Buch und Bobruisk betrifft, schreib ich dir gleich eine PN, schau mal rein in dein PN-Fach.
    Gruß

  • Hi,
    recht detailliert in Günter W. Gellermann " Die Armee Wenck, Hitlers letzte Hoffnung", Verlag Bernhard & Graefe, Koiblenz, 1990.
    Könnte dir ein paar Seiten scannen oder faxen. Gib mal Nachricht per E-Mail, wenn du möchtest.

    Gruß Bernd S.
    Nicht der Glanz des Erfolges, sondern die Lauterkeit des Strebens entscheidet über den Wert des Menschen.
    (GenO Erich Hoepner)

  • Hallo Lemmy,


    besten Dank für deine Bilder.



    Die schwere Flak-Abteilung 432 (o) zählte zuletzt zur Flak-Division 14, zum Erdkampf Nähe Pritzwalk an der Elbe.


    Allerdings ist der Einsatz der Flak Division 14 bei Tessin, Band 3, was den besagten Einsatzort angeht, mit einem "Fragezeichen" versehen.


    Frage: Von Pritzwalk aus gesehen, ist die Brücke von Tangermünde diejenige die in Frage käme?


    Gehörte die Flak-Division 14 auch zur Armee Weck, wie mein vermisster Onkel Emil Hintze?


    Gruß
    Stefan

    Edited once, last by Stefan1 ().

  • Hallo
    Ja sie gehörte zur 12.Armee, jedoch stand sie im Raum Halle/ Leipzig, zur Sicherung der Hydrierwerke.
    Zum Teil Ortsfest eingebaut.
    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Stefan,


    wenn die schw.Flak-Abt.432 (o) wirklich in der Nähe Pritzwalk war, dann gehörte sie zur 21.Armee und nicht zur 12.Armee und in Tieke (Das Ende zwischen Oder und Elbe) sind bei Pritzwalk die Brg. Schirmer und die 4. SS.Pol.Div. eingezeichnet. Am 1./2.05.45 wichen die dt. Verbände über die allgemeine Linie Meyenburg-Plau-Karow-Krako-Güstrow-Bützow aus. Sie kamen in der Mehrzahl ab 2.05.45 westlichlich der Linie Dömitz-Elde-Müritz-Kanal-Stör-Kanal-Schwerin-Wismar in amer. und brit. Gefangenschaft.
    Das ist Lage wenn der Tessin stimmt dann wäre glaube ich ein Brückenübergang in Tangermünde fraglich.
    von Pritzwalk bis Tangermünde sind es ca. 80 Km.
    Die Frage die man zuerst klären müßte wo war die 14.Flak-Div. bzw. schw.Flak-Abt.432 (o) jetzt wirklich im April/mai 1945 ?
    Für den Bereich der 12. Armee kommt fast nur Tangermünde in Frage.


    MfG lemmy

  • Hallo
    Anfang mei gab es im Prinzip keine 14.Flak-Div. mehr.
    Merseburg, Halle, Leipzig sind gefallen und die 12.Armee auf dem Rückzug nach Norden.
    Werde mal sehn ob ich was rauskriege über die Abt..
    Meine Theorie ist das die Abt. von der Ostfront kam.
    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure zahlreichen Antworten.


    Ich weiß nur aus dem Sterbeblättchen eines Kameraden vom Februar 1945, daß die Batterie auf dem Weg zur Ostfront war.


    Dies hatte ich am 11.12.08 bereits geschreiben.


    Weitere Angaben fehlen mir leider.


    Jedoch besitzte ich aus dem Nachlaß meines Opas ein Foto, wo zwei LW-Offiziere mit PKW abgebildet sind. Auf dem Kotflügel hinten rechts ist ein mir unbekanntes taktisches Zeichen abgebildet.


    Könnte dies helfen? Den Aufnahmezeitpunkt kenne ich nicht.


    Seine Feldpostnummer war die L 38676= 5. Batterie schwere Flak-Abteilung 432 (o).


    Gruß
    Stefan

    Edited 2 times, last by Stefan1 ().

  • Hallo...man muss aber auch berdenken, daß die Ammis einige Pontonbrücken über die Elbe aufgebaut hatten, die aber dann schnell wieder demontiert wurden, als sich die Ostfront auf sie zu bewegte. Eine solche Brücke gab es bei Tangermünde und Toppel. Warscheinlich auch andere Stellen. Die Kämpfe wurden so um den 23.4. herum an der Westfront eingestellt. Der Ami hat dann auf der Ostseite Erkundungen durchgeführt, auch Ortschaften besetzt. Gruß Bonzo