Der Kampf um Bahn, Pommern

  • http://www.bilder-hochladen.net/files/8ypt-3-jpg.html[/IMG]


    Hallo allerseits,
    oben findet sich ein Bericht aus der Pommerschen Zeitung Nr.236 vom Feb.1945 über den Kampf um Bahn (südl. Stettin).
    In diesem Kessel befand sich über 14 Tage auch die dritte Batterie der 1.Abt. Flakregiment 34 (mot) mit ihren vier 8,8cm Geschützen. Diese Einheit wurde bei der Suche nach der FPn L62564 hier im Forum schon erwähnt. Sie war verantwortlich für die Vernichtung von 14 russischen Sherman-Panzern, dazu 2 Panzerspähwagen und mehreren LKW´s und damit maßgeblich für das Halten des Kessels. Der Entsatz von außen kam nicht nur durch Fallschirmjäger, sondern vor allem durch den Einsatz der Schlachtflieger des Oberst Rudel (lt. mündl. Bericht meine Vaters).
    Im Nachlass habe ich neben dem Zeitungsausschnitt eine ganze Reihe von Fotos gefunden; die Männer aller Geschütze mit ihren Namen, die zerstörten Panzer, die Stellungen, die zerstörte Kleinstadt.
    Meine Frage: Gibt es irgendwo weitere Informationen? Oder gar Teilnehmer, die noch nicht gestorben sind, bzw. Angehörige, die mehr wissen??
    Gruss
    JueStr

  • Hallo Jü,


    du hast ein gutes Auge:
    Becker, Herrmann, Kutschka(?),Hildebrandt, Stegemann, Koll,
    Hallus, Schultze, Schmidt, (?)
    Ein H kann es nicht sein (s. Hildebrandt und Herrmann),
    das S entspricht Schultze und Schmidt.


    Weißt du, während welcher 14 Tage das Flakregiment 34 (mot) sich im Kessel bei Bahn befand?


    Ich versuche nämlich herauszufinden, welches Flakregiment ab 10.02.45 im Süden und Osten
    des Bereichs Neuwedell / Arnswalde eingesetzt wurde und dem X. SS A.K. zugeordnet war
    (=lebensgeschichtliche Erinnerungen aus dem Bekanntenkreis).
    Nach deinen Zeitangaben ist es unwahrscheinlich, dass auch dort
    die dritte Batterie der 1.Abt. Flakregiment 34 (mot) eingesetzt war.



    Oberst Rudel war mit seiner Staffel Ende Januar/Anfang Februar 45 auf dem Flugplatz Schönfeld stationiert.


    Gruß Christa

  • Hallo JueStr,


    in "Die Eroberung Pommerns" von E.Murawski wird über Bahn berichtet:


    1.Am 3.Feb. trafen 2 Flak-Batt. mit je drei 8,8cm Geschützen und 2cm Vierling ein, die dem Kampfkommanten unterstellt wurden (leider keine Einheitenangabe).Die 8.8cm wurden am Süd- und Ostrand des Ortes eingesetzt.
    2. Otto Rackmann, Mölln, der sich mit der Gesch. seiner Heimatstadt Bahn befaßt hat, hat dem Autor reichlich Material zu Verfügung gestellt. Hervorgehoben wird ein 11 seitiger Schreibmaschinenbericht vom Kampfkommandaten von Bahn, Jürgen Schmeling "Der Kampf um Bahn".
    ( Dieses Material müßte doch noch irgenwo existieren).


    cmzander,


    in "Der Kampf um den Kreis Arnswalde" von F.Mörke, wird bei den dt. Kampfverbänden im Feb.1945, an Flak-Verbänden genannt:


    1.) le.Flak-Abt.83,
    Kdr. Hptm Wehrt
    2.) SS-Flak-Abt.11
    Kdr.Hstuf.Kurz
    Stabskp.. Ostuf.Schneider
    1. le. Bttr. Ostuf. Leube
    2. schw. Bttr. Ostuf. Delfs
    3. schw. Bttr. Ostuf. Mende
    4. schw. Bttr. Ostuf. Holtboog
    3.) Flak.Rgt. Hermann Göring = Führ.Flak.Abt.= verst. Flak-Abt. FBD
    Kdr. Mj. Roth
    Adj. Oblt. Schmitz
    Abt.Kdr. Hptm. Lücke
    1. Flak-Bttr. Hptfw. Klostermann
    2. Flak-Bttr. Oblt. Pachmeier
    3. schw, Bttr. Oblt. Springstein
    4. Oblt. Günther
    Obtl. La grange, Gerdes, Lt. Jäger, Rosengarten, Weingarten.


    Mehr habe ich leider nicht.


    MfG Lemmy

  • Hallo,


    Zur Info:
    Mein Vater war zu dieser Zeit Chef der 3. Batterie/I. Flakregt. 34 (mot), bestehend (lt.Bildern) aus drei 8,8 cm Geschützen (Berta, Cäsar, Dora) etc., mit Halbkettenzugmaschinen (wie üblich). Er selbst hat noch am 10.1.1945 den Führerschein für Halbketten KFz bis 10to und Maultier-KFz bis 4,5to gemacht. Prüfungsergebnis und Schein liegen vor. Ich werde es mal scannen, zur Info über die Bürokratie vor Toresschluss.
    Nun wieder zum Thema:
    Mein Vater ist leider im Jahr 2000 an Krebs gestorben. Er wäre heute 85 Jahre alt; damals also noch keine 22!
    Er war seit dem 1.8.1944 Leutnant, ohne davon zu wissen; in Bahn also "Oberfähnrich". Die Einheit ist kurz vorher neu ausgerüstet worden; in Stargard, wenn ich mich recht erinnere. Sie war lt. Fotos im Januar 1945 in Str(i)zegowo, auf dem Rückzug (liegt zw. Warschau und Danzig in Polen).
    Auf allen 23 Fotos steht als Datum leider nur "Bahn, Feb. 45". Einige weitere Fotos sind im Moment verschollen. Ich erinnere mich an ein Bild, mit dem Geschütz mitten in einer Kreuzung von 3 oder 4 Straßen, am Ortsrand.
    Ich meine, er sei mit seinen Männern längere Zeit in Bahn und die ganze Zeit im Kessel gewesen.
    Von einer zweiten Flakeinheit hat er mir nie erzählt (s.u.).


    In einem Brief an seine Eltern vom 25.2.1945 schreibt er, daß er mit seiner Einheit 14 Panzer, 2 PzSpähwagen und zwei (?) LKW und ....., (Rest kann ich noch nicht entziffern) "geknackt", und 16 (!!) Feindangriffe abgewehrt hat. Das deckt sich in etwa mit dem Bericht in der Zeitung. Ich werde den Brief veröffentlichen, falls Interesse vorhanden. Ich möchte ihn vorher aber erst vollständig verstanden haben.
    Mein Vater ist dafür am 13.2. mit dem EKII, am 17.2. mit dem EKI, am 30.3. mit dem Erdkampfabzeichen der Luftwaffe ausgezeichnet worden. Zusätzlich erfolgte noch die Einreichung zum Deutschen Kreuz in Gold. Die Originalurkunden liegen vor mir. Eine kurze Notiz darüber hat er auch am 4.3. seiner damaligen Freundin, meiner Mutter, geschrieben.


    Fazit: Es besteht nicht der geringste Zweifel, daß sich die 3./I. Flakregt. 34 (mot) für längere Zeit in Bahn befand (16 für den Feind verlustreiche Angriffe). Er hat mir auch mehrmals davon erzählt. Aber das ist leider schon länger her. Auf den Bildern trägt er schon das EKII (?), es muß also nach dem 13.2. aufgenommen worden sein. Dabei unterstelle ich, daß die Auszeichnung nicht vor dem Ausstelldatum getragen wurde.


    http://www.bilder-hochladen.net/files/8ypt-6-jpg.html[/IMG]


    Das Erlebnis in Bahn muß wohl sehr einschneidend gewesen sein, wenn ich mir die aufbewahrten Dokumente, die Auszeichnungen und Erzählungen vergegenwärtige. Sonst gab es allenfalls mal Bemerkungen zu den Orten Smolensk, Orel, Weliki-Luki in Russland.


    Mein Vater war in dieser Einheit seit März 44.


    Auf den Bildern vom Geschütz "Berta" taucht der Name "Stegemann" auf, s. Rubrik "Vermisst".


    Das Bild von "Berta" (oben) zeigt auch, wie die Geschütze verbotenerweise in Stellung gingen: Nicht abgeprotzt, Zugmaschine noch angehängt, nur die Seitenholme runtergeklappt. Damit war ein relativ schneller Stellungswechsel möglich.


    Die Befreiung durch "Rudel" und die Stukas wurde mir mehrfach erzählt.


    Eine Anekdote für die "Waffenfreaks": Um die Feuerkraft zu erhöhen und die Panzer abzuschiessen, bevor diese zum Schuss kamen, wurde die Granate bei gezogenem Abzug in den Verschluss "geworfen". Das war extrem anstrengend für den Kanonier, wohl sehr gefährlich und strengstens verboten. Der Zweck heiligt aber die Mittel; in der Rubrik "Waffen" werde ich mal nach Details dazu fragen. Der Spezialist dafür war der "Panzerschlachter Kroll" (Beschriftung der Rückseite eines Bildes nur von Kroll), direkt rechts neben meinem Vater. Im Zivilberuf war er Schlachter/Metzger und wohl sehr kräftig.


    Zum Hinweis von Lemmy bitte ich alle Teilnehmer am Forum um aktive Unterstützung mit Rat und Tat, um an den/die zitierten Berichte zu kommen. Das wäre sicher auch wichtig für Mathias, Neffe (?) des in Bahn vermissten "Stegemann".
    Gruss
    JueStr



    Quote

    Original von Lemmy


    2. Otto Rackmann, Mölln, der sich mit der Gesch. seiner Heimatstadt Bahn befaßt hat, hat dem Autor reichlich Material zu Verfügung gestellt. Hervorgehoben wird ein 11 seitiger Schreibmaschinenbericht vom Kampfkommandaten von Bahn, Jürgen Schmeling "Der Kampf um Bahn".
    ( Dieses Material müßte doch noch irgenwo existieren).

  • Quote

    Original von juestr
    Auf den Bildern trägt er schon das EKII (?), es muß also nach dem 13.2. aufgenommen worden sein. Dabei unterstelle ich, daß die Auszeichnung nicht vor dem Ausstelldatum getragen wurde.


    Danke für diesen interessanten Bericht ! Sollten noch mehr Fotos vorhanden sein besteht sicher interesse, insb. weil sie dazu Bezug zu den Kämpfen Bahn haben.


    Auf dem Foto trägt er das EK 1, Aufnahme also ab 17.02.1945 !


    Beste Grüße
    Andreas

    Immer auf der Suche nach Daten, Bildern und Material über die 32. Infanterie Division, sowie über Straf,- und Bewährungseinheiten.

  • Hallo,


    ein weiterer Ansatzpunkt wäre die Heimatstube des ehemaligen Kreises Greifenhagen, zu dem Bahn gehörte:


    Archiv Kreis Greifenhagen


    Vielleicht weiß man dort mehr zu dem oben genannten Bericht über die Kämpfe in Bahn.


    Grüsse,


    Ralf

    Suche Informationen zur 1. Infanteriedivision (IR 1, IR 22, IR 43)

  • Hallo an alle,
    um eure Neugierde zu befriedigen, nachdem Juestr. und ich Daten ausgetauscht haben, besteht eigentlich kein zweifel mehr, dass der Stegemann von den Bildern mein gesuchter W.Stegemann aus Bahn ist.
    Jürgen und ich bleiben in Kontakt und ich denke mal, dass Jürgen Euch über weitere Übereinstimmungen unterrichten wird.


    Ich hoffe ich habe Jürgen nicht zuweit vorgegriffen, aber das ist, als wenn jetzt schon Weihnachten ist.


    Gruß an Alle


    Christian

  • Hallo Allerseits,
    Die Verbindung von persönlichem Erleben und unmittelbarem Zeugnis darüber mit Recherchen und Vermutungen aufgrund von Dokumenten, dazu meine persönliche Betroffenheit, haben schon eine besondere Qualität.


    Erst einmal zum Fall des Vermißten Willi Stegemann:
    Die von "Boomer" seit vielen Jahren und mit viel Energie befragten offiziellen Stellen wie DRK, VDK, WASt haben trotz Bemühung eigentlich mehr verwirrt als genützt. Die eidestattliche Erklärung eines Kameraden wurde nicht besonders beachtet. Die lt. Kamerad letzte FPN L62564 des Vermissten wird von der WASt als 3. FLIEGER-Regiment 34 motorisiert bezeichnet, kann aber nicht bestätigt werden.
    Siehe dazu http://www.vksvg.de/thread.php?threadid=3247.
    Diese FPN befindet sich auf dem Umschlag eines Briefes meines Vaters aus der Stadt Bahn vom 25.2.1945. Zwar kannte ich seine Einheit durch andere Dokumente, wollte aber die mir unbekannte FPN daraufhin überprüfen. Es war die Einheit meines Vaters, die 3. Batterie der I. Abt. des Flak-Regiments 34.
    Und so wurde ich auf den Fall aufmerksam, siehe weiter oben in diesem Thema. Ich habe dann die Fotos aus einem Album gelöst und auf den Rückseiten überall Kommentare und Namen vorgefunden. Auf DREI Bildern der 8,8 Geschützbedienung "Berta" taucht der Name "Stegemann" auf. Die Fotos sind AM oder NACH dem 19.Febr. entstanden, da mein Vater schon das am 19.2. verliehene EKI trägt. Zusammen mit der Aussage eines heimgekehrten Kameraden ist also mit Sicherheit zu sagen, daß W.Stegemann in Bahn war (im Gegensatz zu den Expertisen) und nach dem 19.2. mit sehr großer Wahrscheinlichkeit dort gefallen und begraben ist.


    Nun zum Kampf um Bahn:
    Den Bericht des Stützpunktkommandanten Hptm. Schmeling konnte ich nocht nicht auftreiben. Alle Angeschriebenen antworten bisher nicht. Die kurzen Briefe an meine Großeltern und Mutter (damals Freundin) konnten inzwischen entziffert werden. Trotz des persönlichen Characters habe ich mich entschlossen, sie im Forum zu veröffentlichen, da sie anschaulich zeigen wie unterschiedlich Wirklichkeit und spätere Berichte und Ausarbeitungen sein können:


    an meine Großeltern , Feldpost L62564/ Frankfurt/Oder:
    http://www.bilder-hochladen.net/files/8ypt-7-jpg.html[/IMG], 1.Seite
    den 25.2.1945
    Meine lieben Eltern!
    Lange habt Ihr nun schon nichts mehr von mir gehört. Deshalb will ich eine günstige Gelegenheit ausnützen, um Euch ein Lebenszeichen zu senden.
    Seit dem 13. waren wir eingeschlossen. Deshalb kam nichts an die Außenwelt.
    Nun ist der Sack erst mal wieder auf.
    Aber Ihr braucht Euch absolut keine Sorgen zu machen. Es geht mir ausgezeichnet. Ein paar schöne Kampftage (!!) haben wir schon hinter uns.
    Unser Stützpunktkommandant Hptm. Schmeling hat das Ritterkreuz bekommen.
    Wir sind auch schon des öfteren im Wehrmachtsbericht genannt worden.
    Sogar im Frontbericht ist im Radio schon von uns gekommen. (?)
    Wir sind natürlich mächtig stolz darauf.
    Bevor der Sack zugemacht wurde war der Reichsmarschall auch hier und hat seine Flakartilleristen hier erfreut.
    14 Panzer, 2 Pz.Spähwagen, und zwei LKW und sonstigen Kleinkram haben wir vernichtet .
    Und dabei 16 Feindangriffe abgeschlagen. Das sind natürlich schöne Erfolge.
    Wie geht es Euch denn dort? Ich hoffe, dass alles in bester Ordnung ist. Hoffentlich bekommen wir auch bald mal wieder Post.
    Nun seid auf das allerherzlichste gegrüßt von
    Eurem Friedrich
    Sobald Zeit ist, hört Ihr mehr.


    An meine Mutter, Auszug, Normalpost abgestempelt in Stettin:
    http://www.bilder-hochladen.net/files/8ypt-8-jpg.html[/IMG]
    4.3.45
    ...........
    Ganz kurz ein Lebenszeichen von mir, nur damit Du Dir keine Sorgen zu machen brauchst. Mir geht es gut. Alles noch in alter Frische.
    Muß ja auch. Harte Tage haben wir allerdings schon hinter uns.
    In Bahn waren wir 14 Tage eingeschlossen, aber sind gestern gut wieder raus gekommen.
    EKI und II hab ich dort auch bekommen. 14 Panzer auch von mir geknackt.
    Ganz schöner Erfolg..............


    Die Fakten also, berichtet unmittelbar nach den Ereignissen:
    - Die 3./I. Flakregt. 34 war vor dem 13. Feb. bis zum 3.3. in Bahn
    - Bahn war vom 13.2. bis zum 25.2, ca. 14 Tage, von sowjetischen Truppen und Panzereinheiten eingeschlossen.
    - Reichsmarschall Göring war vor dem 13.2. in Bahn!!
    Vielleicht hat das dazu beigetragen, daß zur Befreiung von außen Fallschirmjäger und Schlachtflieger eingesetzt wurden.


    Über die Abt. meines Vaters habe ich diese Infos gefunden:
    - die I. / Flak-Regiment 34 und der leichten Flak-Abteilung 83. Im April 1945 unterstand der Stab der 27. Flak-Division im Raum Stettin.
    - Im Januar 1945 hatte die Abteilung im Weichselbogen schwere Verluste. Die Reste standen anschließend bei Prenzlau.


    Die Diskrepanz ist vor dem Hintergrund der Ereignisse gegen Kriegsende mit ständigen Rückzugsbewegungenja verständlich, sollte aber auch bei allen Informationen und Expertisen "nach Aktenlage" kritisch berücksichtigt werden. Wie heißt es in einem Nachkriegsbrief eines Kameraden an meinen Vater:
    "Auch wir gingen damals, genau wie Sie, mit der Batterie ständig und sicher westwärts.........." (= von Smolensk, Orel)


    Nenen den reinen Fakten aus der unmittelbaren Sicht des Beteiligten machen mich die Briefe aber auch sehr nachdenklich. Wie dachten, fühlten diese so jungen Soldaten und Offiziere wirklich? Wie sahen sie angesichts des baldigen Endes ihre Zukunft? Wie gingen 21-jährige mit der Verantwortung für Menschen und Material um, monatelang in fast jedem Moment mit Entbehrungen und dem Tod konfrontiert?
    "Muß ja auch", den Spruch habe ich später öfter gehört, zuletzt beim "Kampf" gegen den Krebs. Nicht aufgeben!. Ansonsten haben mich meine Eltern zu einer kritischen und differenzierten Sicht der damaligen Ereignisse erzogen. Und daß ich vor vielen Jahren eine "Erbfeindin" aus dem Westen geheiratet habe, hat sie sehr erfreut!!


    Zur Abrundung noch kurz, wie es weiterging:
    Ab Bahn Richtung Ostsee (Stettin??). Dort bei Artillerie/Katjuscha-Angriff verschüttet worden. Ausgegraben durch aufmerksame Kameraden, verletzt auf Boot der Marine verfrachtet und nach Kopenhagen ins Lazarett. Dort herrschte der reinste Frieden. Nach Kriegsende in engl. Gefangenschaft; über Husum auf die Insel Föhr. Am 24.7.45 Urlaub als "holsteinischer Landarbeiter !!" zum Einsatzort Elmshorn. Dort Ausstieg vom LKW direkt vor dem Elternhaus zum Einsatz in der großelterlichen Baumschule. Am 12.10. Entlassung aus der "Gefangenschaft". Glück gehabt!!


    So, jetzt werde ich mich wieder auf die Spuren meines Großvaters begeben. Außer Bildern mit Kommentaren und einem Dokument gibt es nichts Schriftliches. Siehe Flakregiment 50. auch hier ist die Aktenlage nicht mit dem Dokument vereinbar.


    Gruss
    Jürgen (JueStr)


    weitere Bilder:
    http://www.bilder-hochladen.net/files/8ypt-e-jpg.html[/IMG]
    http://www.bilder-hochladen.net/files/8ypt-f-jpg.html[/IMG]
    weitere Bilder folgen, da auf diesem Weg reichlich umständlich

  • Hallo,


    nach einer Bitte habe ich eine Frage aus dem Thema heraus geteilt.


    juestr schrieb:


    Raffael

  • Hi,
    8,8 cm Kanonen in Bahn befanden sich in drei Platzen:
    - an Bau Strasse,
    - neben Ober Tor,
    - an Markt.


    Sehe Karte von Bahn.
    [Blocked Image: http://img187.imageshack.us/img187/5184/28840380lm2.jpg]


    2 cm Vierlinggeschutze war an nordliche und ostliche Vorstadt von Bahn.


    Der Schriftsteller behauptet, dass Flakeinheit zu Bahn in Nacht vom 1 nach 2 Februar ankommen. Soldaten war in Hotel ,,Drei Krone" einquartieren.
    An 2 Februar: 5 Panzer zerstoren.
    An 4 Februar: 4 Panzer beschadigt.
    Aber wie Juestr hat gesagt diese Flakeinheit war nicht dort... So ich bin uberzeugt, dass diese Daten falsch sind.


    Quelle: ,,Festung Bahn" - kronika walk o Banie i okolice (styczen - marzec 1945) in: Banie nad Tywa, pod redakcja E. Rymar, Pyrzyce 1999.


    Quellen fur diese Kapitel war:
    - Rackmann Otto, Der Kampf um Bahn im Februar 1945, Pomm. Zeitung 1969,
    - Murawski Erich, Die Eroberung Pommerns durch die Rote Armee, Boppadr a. Rhein 1969,
    - Golczewski K., Wyzwolenie Pomorza Zachodniego w r. 1945, PoznaD 1971.


    H. Lindenblatt in ,,Pommern 1945" schreibt: ,, An diesem 3. Februar hatte sich die Verteidigung von Bahn weiter verstarkt. Drei schwere Flak-Geschutze und 2-cm-Vierlings-Flak, die sich zur Abwehr von Panzer - wie von Infanterie-Angriffen gleichermassen gut eignenten, waren eingetroffen."

    Uber verlieren die letzte 2 cm Kanone gibt es info hier:
    http://www.pomorze.zp.pl/index.php?strona=2&id=27


    Man kann dort lesen, dass die letzte Kanonne war ohne Tarnung neben Bahnhof unterbringen und durch direkt Schuss von Russische Panzer zerstoren. Alle Soldaten war getotet.


    Gruss,
    Tom

    Edited once, last by fanatyk6 ().

  • Hallo,
    mit "fanatky" bin ich inzwischen im direkten Kontakt (über "Panzerarchiv")
    Vielleicht hat er meinen Text nicht ganz richtig verstanden:
    Da ich meinen Vater nicht mehr fragen kann, muß ich mich auf die beiden Briefe beziehen.
    Demnach war seine Einheit VOR dem 13. Feb. schon einige Zeit dort, u.a. Besuch des Reichsmarschalls.
    Können also gut am 2. oder 3. Feb. angekommen sein.
    Sie sind bis zum 3.3. in Bahn geblieben.
    Der Brief an meine Mutter ist mit Normalpost am 5.3. in Stettin abgestempelt.


    Jetzt noch ein paar Bilder, die zum Beitrag von "fanatky" gut passen:


    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/8ypt-k.jpg]


    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/8ypt-g.jpg]


    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/8ypt-p.jpg] 1. Opfer nach Hochheim


    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/8ypt-h.jpg] bei Hochheim


    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/8ypt-i.jpg]


    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/8ypt-j.jpg] xxx auf der Straße nach Marienaue


    Sie zeigen ein Geschütz an der Kreuzung an der Ostseite von Bahn (Kommentar: in den ersten Tagen) und die ersten 5 Opfer von 14.
    1 + 3 Sherman bei Hochheim, einer auf Strasse Richtung Marienaue, siehe Karte mit von mir vermutetem Standort.


    Das Bild im Ort (s. Post weiter oben) mit dem auf der Straße robbendem Soldaten ist auf der Rückseite beschriftet: "auf dem Wege zu Cäsar". Vielleicht kann "fanatky", der in der Nähe wohnt, die Stelle identifizieren und mit dem Bericht abgleichen.
    Ich vermute aber auch, daß in dem ganzen Monat die Geschütze öfter mal den Standort gewechselt haben.


    Gruss
    Jürgen (JueStr)

  • Hallo zusammen,
    auch wenn ich leider zum Einsatz der Flak-Einheiten in Bahn im KTB der Division Denecke nicht fündig geworden bin, zu dem

    Quote

    .... Besuch des Reichsmarschalls.....


    Reichsmarschall Göring war am 7.2.1945 im Brückenkopf Schwedt, bei der nordöstlich von Schwedt eingesetzten Division Deneke, wo auch Teile der neuaufzustell.9.FschJgDiv. eingesetzt waren, war Göring am 9.2.1945, s.a. Wagner, 9.FschJgDiv., S. 33


    Vielleicht hilft´s ja weiter ... ?(


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump