Wert der Landserhefte für unser Geschichtsbild

      Wert der Landserhefte für unser Geschichtsbild

      Hallo Leute...
      ich hab jetzt schon öfter Kritik gegenüber den Landserheften vernommen. Ein paar von uns scheinen den Eindruck zu haben, daß diese Hefte ein falsches Bild erzeugen können. Ich möchte darüber eine Diskusion anregen. Was wollen die Landserhefte vermitteln? Entsteht durch die Hefte ein falsches Bild, fernab der Realität? Sind sie ein Beitrag, um uns die Ereignisse im II.WK näher zu bringen? Ich hoffe auf zahlreiche Beiträge!
      Gruß

      RE: Wert der Landserhefte für unser Geschichtsbild

      Original von Beresina
      ich hab jetzt schon öfter Kritik gegenüber den Landserheften vernommen. Ein paar von uns scheinen den Eindruck zu haben, daß diese Hefte ein falsches Bild erzeugen können.

      Sollen wir nicht lieber den Spieß umdrehen!? Wer ist denn hier ernsthaft der Meinung, dass die Landserhefte (und Romane) ein "richtiges Bild" vermitteln?
      Glück Auf!
      "Basil"

      "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)
      Moin

      Ob Romane/Erzählungen ein "richtiges" Bild abgeben können
      hängt vielleicht auch vom Leser und den Erwartungshaltungen
      ab.

      Etwas O-T
      So wird u.a. "Im Westen nichts Neues" als DER Roman über
      den ersten Weltkrieg gesehen, während "In Stahlgewittern"
      in die Kategorie "Kriegsverherrlichung/verharmlosung" gesetzt
      wird.

      Nachdem ich "In Stahlgewittern" gelesen habe, würde ich
      nicht wirklich für ein Buch halten, dass einem "Lust auf Krieg"
      bereitet.


      Zurück zum Thema
      Nun ich habe es schon geschafft mal eine Ausgabe einer Landser-
      "Ritterkreuz"-Ausgabe zu lesen. Mein Fazit zur Ausagbe: Es gibt
      schon ein Bild des Krieges wieder, aber ob es ein "richtiiges"
      Bild wiederspiegelt... Kommt wohl darauf an wie man selbst
      das Gelesene reflektiert.

      Im Vergleich zu einem Konsalik-Stalingrad-Roman wirkte es
      auf mich sachlicher. Wenn man "Operation James Biond"
      hinzuzieht könnte man den "Landser" fast schon als
      wissenschafltliche Abhandlung sehen ;)

      In diesem Sinne

      Gruß

      Walter

      RE: Wert der Landserhefte für unser Geschichtsbild

      Original von Beresina
      Was wollen die Landserhefte vermitteln? Entsteht durch die Hefte ein falsches Bild, fernab der Realität?


      Ich greife mal diese eine Frage auf:

      Natürlich will der Verlag Geld verrdienen, aber er bedient eine Nachfrage, die nicht gerade gering ist. Wie ist das also einzuordnen?

      Interessant ist die Einordnung der Hefte in die 50er Jahre (lt. wiki 1957 erschienen, wobei es zahlreiche Romanserien zuvor und danach gab. In dem Zusammenhang könnte man noch erwähnen:
      SOS- und Anker-Hefte
      Fliegergeschichten
      etc.

      (u.a.) dazu gibt es eine Untersuchung, wobei ich das Buch nicht kenne:
      hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2004-3-020

      Post was edited 1 time, last by “cpa95” ().

      Hallo
      ...Walter, bei Stahlgewittern hatte ich genau den selben Eindruck wie du.
      ...basil, na ja...ich find, daß die Hefte ganz in Ordnung sind. Eine Kriegsverherrlichung konnte ich nicht feststellen. Wenn ich daran zurückdenke, was mir zur DDR-Zeit über die Wehrmacht in der Schule erzählt wurde, würden mir die Landserhefte zumindest die Erkenntnis bringen, daß menschliche DNA in den Soldaten vorhanden war. Wie Walter schon erwähnte, sagt man ja "In Stahlgewittern'' auch so ein paar Dinge nach, die ich scheinbar übersehen habe. Kommt wohl auf die Sichtweise des Betrachters an, bzw. das was er sehen will. Ich find ein Buch/ Roman über den II. Weltkrieg auch lesenswert, wenn ausnahmsweise mal keine Kriegsverbrechen darin vorkommen. Insofern stellen die Hefte eher wohl die "leichte'' Lesekost da...wie gesagt, eine Verherrlichung kann ich nicht feststellen....also, durchaus in Ordnung.
      Gruß
      Moin

      Also was den Punkt der Verherrlichung betrifft,
      so spielen wohl mehrere Aspekte mit rein.

      - konkrete Ausgabe (verschiedene Autoren)
      - eigene "Gewohnheiten"/Reflexion
      - Zeitgeist

      Aus dem von cpa95 verlinktem Beitrag
      [..]
      Vielmehr ging es um die Inszenierung eines heroisch tragischen
      Männlichkeitstypus, der sich in der moralischen Distanz zu den Nazis und im
      heldenhaften Handeln beweist.
      [..]
      Am Ende der 50er-Jahre verschwindet dieses Landserbild - linke und linksliberale
      Medien beginnen mit der Tabuisierung der Kriegserinnerung und -erfahrung
      und ihren Darstellungsformen. Ende der 50er-Jahre entsteht in Reaktion darauf
      jene Nischenkultur, die auch heutzutage noch von Landserheften und Militaria
      aller Art versorgt wird.
      [..]

      [Hervorhebung von mir]

      Da heutzutage der Begriff Held an sich schon gar nicht mehr so einfach
      zu fassen ist, würde ich fast schon behaupten wollen, dass viele heute die
      Texte nicht mehr unbedingt als Verherrlichung sehen.

      Zwar gibt es den Vorwurf, aber Menschen das Denken abnehmen zu wollen,
      indem jeder Landser-Leser automatisch ein Kriegsfreund ist, macht
      es dann doch zu einfach.

      Was die Beschreibung von evtl. Tötungen und/oder Verbrechen betrifft,
      so muss es ja nicht immer durch episch-voyeuristische Beschreibungen
      betont werden, was manchmal Erzeählt wird. Häufig wird der Tod in diesen
      Geschichten fast beiläufig beschrieben, aber da könnte man auch andere
      Darbringungsformen von Informationen als Vergleich nehmen.

      Einfach mal die Nachrichten-Sendungen verschiedener Sender vergleichen. ;)
      Oder Filme mit ähnlicher Thematik aus verschiedenen Zeiten.



      Gruß

      Walter

      Post was edited 1 time, last by “Walter23” ().

      Hallo Walter,

      ich hätte etwas anderes hervorgehoben, was eben diese Hefte anfangs bedient haben: "Tabuisierung der Kriegserinnerung und -erfahrung
      und ihren Darstellungsformen."

      Das muss man sich in den Folgen vor dem Hintergrund von Millionen Kriegsteilnehmern+Heimgekehrten sowie ihren Familien in den 50ern vorstellen. Wer mit dieser Generation der Kriegsbeteiligten selbst in Kontakt war, weiß, dass es zwei gegensätzliche private Umgangsformen zu dieser Zeit gab: die einen konnten darüber stundenlang erzählen, bei anderen wurden die Erlebnisse verdrängt und es wurde nichts erzählt. Beschäftigt haben die Erinnerungen aber beide Gruppen.

      Auf breiter gesellschaftlicher Ebene waren die Kriegsereignisse jedenfalls kein großes Thema. Das änderte erst in den 60ern, als in der Breite auch Fernsehsendungen dazu kamen (vielleicht erinnert sich noch jemand an "HKL - Hauptkampflinie", eine Serie in den Dritten Programmen, die Kriegsereignisse vorstellte und kommentierte. Die Entwicklung geht bis heute, wo man fast täglich auf irgendeinem Kanal eine Sendung zum WK II findet; dazu gab es die Welle der Computerspiele mit WK II-Bezug. Überraschen sollte das nicht: immerhin die größte militärische Auseinandersetzung der Weltgeschichte, und im Zeithorizont noch einigermaßen greifbar.

      Etwas provokativ könnte man die These aufstellen, dass um 1950-1960 in der breiten Bevölkerung immer noch (nur) der Kenntnisstand der Wehrmachtsberichte und der Propaganda zum Kriegsverlauf vorhanden war. Zur gleichen Zeit fing die Geschichtswissenschaft mit ersten Aufarbeitungen des Quellenmaterials an. Parallel entstand die Memoirenliteratur.


      Btw:
      Ein anderer Fall, ein anderes Beispiel, in einer Dissertation aufgearbeitet: die Kenntnisnahme der deutschen Bevölkerung/Kriegsheimkehrer von der Operation Zitadelle, die Rezeption der Kursker Schlacht. Interessanterweise fanden - abgesehen von der Memoirenliteratur, die in den Auflagen kleinere Reichweiten hatte - die "Erwähnungen" gerade in Landser-Heften statt, die sich dem Thema mit ganzen Bänden widmeten.
      Hallo,
      ich persönlich habe mit 15 Jahren (1975) begonnen für zwei Jahre Landserhefte zu kaufen.
      Als ich mich vor einigen Jahren wieder intensiv mit dem Thema II. Weltkrieg beschäftigte habe ich die alten Hefte wieder vom Speicher geholt. Ich persönlich kann nur 3-4 Hefte nach einander lesen, dann hab ich wirklich genug. Die normalen Hefte haben doch immer die gleiche Machart. Der Landser zeigt nur das Bild des heldenhaften Soldaten.
      Ich habe mit 17 Jahren mit dem Landser lesen aufgehört da mir das Kriegsbild zu einseitig war und nicht richtig mit den Berichten meines Vaters von der Ostfront übereinstimmte.
      Heute blättere ich bei meinen 2-3 jährlichen Besuchen auf Flohmärkten mal durch die Großbände um im Magazinteil nach interessanten Kurzartiekeln zu suchen. In diesen Kurzartikeln habe ich öffter für mich neue Informationen gefunden.
      Überraschender Weise habe ich nach dem Kauf eines Heftes, wegen eines Artikels im Magazinteil, festgestellt, dass dieser Roman einen für die Landserhefte vielschichtige Sichtweise hatte. Dieses Heft war eine Neuerscheinung.
      Anfangs sollen die Landserhefte ja unter anderem von ehemaligen PK-Angehörigen geschrieben worden sein. Die Redaktion soll laut eines Spiegelartikel in den 9oern zu erst bei 7 EX-Feldwebeln der Wehrmacht gelegen haben. Beim erscheinen des Spiegelartikels führte der letzte der dieser Feldwebel das Heft. Wer steckt heute dahinter? Schon damals schrieb der Spiegel, dass die Auflage immer weiter zurückgeht, nur nach der Wiedervereinigung ging die Auflage kurz hoch. Wie ist die Auflage Heutzutage? Wer schreibt die neuen Hefte?
      Gruß Martin
      ML

      Post was edited 1 time, last by “falkmart” ().

      Hallo,
      die Machart der Landserhefte kann man schon an der festgelegten Seitenzahl feststellen. Auftragsschreiber bekommen einen groben inhaltlichen Rahmen vorgegeben und füllen diese bis zur vorgeschriebenen Seitenzahl aus. Ist im Prinzip so wie die Lore-, Ärzte-, Jerry Cotton- etcromane.
      In meiner Jugend habe ich auch gelegentlich diese Hefte gelesen. Nach der Zeit bei der BW war damit Schluss.
      Gruss
      Rainer
      Suum cuique
      Hallo cpa95

      Nun meine Hervorhebung ist so gesehen ja die Kurzform der
      gesellschaftlichen Betrachtung der im Landser thematisierten
      Zeit. ;)

      Was die beginnende Aufarbeitung in den Sechzigern betrifft,
      so verwundert mich häufig, dass in den letzten ~10 Jahren manche
      "neue" Erkenntnis an sich schon in den Sechzigern bekannt war...

      Heinz Höhnes "Der Orden unterm Totenkopf - Die Geschichte der SS"
      enthält viele Info, die in den Kultur-Seiten von Zeitungen oder anderen
      Medien als "neuste" Erkenntnis angepriesen werden. Als im ZDF die Reihe
      "Die SS" (oder wars Waffen-SS ?) lief hoffte ich, dass diese evtl. mal
      etwas "neues", bzw differenzierteres, bringen würde, weil Herr Höhne
      auch unter den Beratern war, aber irgendwie hatte ich den Eindruck, dass
      er nicht wirklich viel beratenden Einfluss hatte...

      [..]
      Etwas provokativ könnte man die These aufstellen, dass um 1950-1960 in der breiten Bevölkerung immer noch (nur) der Kenntnisstand der Wehrmachtsberichte und der Propaganda zum Kriegsverlauf vorhanden war.
      [..]


      Nun ich wurde die These insofern erweitern, als dass es heute zwar anders
      aber nicht unbedingt besser/"richtiger" im Gedächtnis "des Wolkes"
      vorhanden ist. Das Bild ist anders aber nicht unbedingt differenzierter.

      Gruß

      Walter

      Landser-Hefte

      Hallo,

      was ist an diesen Landser-Heften wirklich real? Ich habe Hefte gesehen, da kann man vermuten, der Autor ist persönlich bei den Kampfhandlungen anwesend gewesen. Angeblich sollen sie ja authentisch geschrieben sein, aber ich habe da so meine Zweifel.

      Wer kennt diese Hefte?

      Viele Grüße

      Katrin
      ich habe ca. 400 stück. es ist wie bei den meisten romanserien, es gibt gute und weniger gute. bei originalberichten wird dies in der einleitung meist vermerkt. im grossen und ganzen ist es schöne kurzweil und sicherlich besser als deutschland sucht den superstar, germanys next topmodel und der ganze hirnmist, der die jugend blöd macht. da seh ich doch lieber, wenn mein neffe abends nen landser liest, statt sich staatlich finanziert, verblöden zu lassen.
      interessant finde ich die landser über ritterkreuzträger und die anhänge, welche seitenweise hinten zu finden sind.
      mein absoluter landser-favorit ist landser gb 532 "martin hrustak"

      Landserhefte

      Es geht doch in dieser Heftreihe nicht um Helden !!! Aber es ist doch wirklich so das zu einem gewissen Zeitpunkt ein Mg-Schütze oder ein Richtkanonier einer Pak genau das richtige getan hat wozu er ausgebildet wurde, deswegen ist er doch noch lange kein Held.

      Teilweise werden in diesen Heften Kampfhandlungen beschrieben die wirklich so abgelaufen sind, ich meine jetzt nicht die einzelnen Graben- oder Häuserkämpfe sondern im Überblick gesehen.

      Und die Leistungen die der "deutsche Soldat" im II. Weltkrieg gebracht hat ist schon sehr bemerkenswert, auch wenn das andere jetzt eventuell anders sehen möchten, das hat nichts mit Heldentum zu tun, es war eine Leistung!

      Eriinnert Euch doch mal wenn bei der Bundeswehr ein Marsch von 10 oder mehr km angesagt war, alle stöhnten oder liefen ins Revier! Die Weicheier haben heute das größte Maul.Was sind 10 km Marsch gegen das was die Infanterie laufen mußten, das war kein Gänzemrasch im Schneckentempo.

      Jedes andere Volk wäre Stolz darüber, seht EUCH nur mal diese amerikanischen Kriegsfilme genauer an, sie sind immer die besten in jeder Lage, so einen MIST schaue ICH MIR schon lange nicht mehr an!

      Der Landser will ja nur eine etwas vereinfachte Geschichtsschreibung anhand von Kriegstagebücher der allgemeinheit näher bringen, denn die Einheiten und die Kriegsschauplätze stimmen immer überein. Es geht doch nicht um Einzelschicksale sondern um das ganze.

      Wer in diesen Heften eine verherrlichung des Krieges sieht, na ich weiß nicht, was diese Leute sonst für Sachen lesen...

      Gruß KuGra
      KuGra

      RE: Landserhefte

      Original von KuGra

      Eriinnert Euch doch mal wenn bei der Bundeswehr ein Marsch von 10 oder mehr km angesagt war, alle stöhnten oder liefen ins Revier! Die Weicheier haben heute das größte Maul.Was sind 10 km Marsch gegen das was die Infanterie laufen mußten, das war kein Gänzemrasch im Schneckentempo.

      Jedes andere Volk wäre Stolz darüber, seht EUCH nur mal diese amerikanischen Kriegsfilme genauer an, sie sind immer die besten in jeder Lage, so einen MIST schaue ICH MIR schon lange nicht mehr an!

      Hast du noch mehr Bullshit dieser Art auf Lager? Was soll das denn?
      Ich war Mitte der 80er bei der BW und habe nicht gestöhnt und ins Revier bin ich auch nicht!
      Allein der Vergleich BW/WH ist schon Schwachsinn genug...
      Aber mach mal weiter so...
      Schönen Tag noch!
      Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

      RE: Landserhefte

      Original von KuGra

      Teilweise werden in diesen Heften Kampfhandlungen beschrieben die wirklich so abgelaufen sind, ich meine jetzt nicht die einzelnen Graben- oder Häuserkämpfe sondern im Überblick gesehen.

      Und die Leistungen die der "deutsche Soldat" im II. Weltkrieg gebracht hat ist schon sehr bemerkenswert, auch wenn das andere jetzt eventuell anders sehen möchten, das hat nichts mit Heldentum zu tun, es war eine Leistung!

      Eriinnert Euch doch mal wenn bei der Bundeswehr ein Marsch von 10 oder mehr km angesagt war, alle stöhnten oder liefen ins Revier! Die Weicheier haben heute das größte Maul.Was sind 10 km Marsch gegen das was die Infanterie laufen mußten, das war kein Gänzemrasch im Schneckentempo.

      Jedes andere Volk wäre Stolz darüber, seht EUCH nur mal diese amerikanischen Kriegsfilme genauer an, sie sind immer die besten in jeder Lage, so einen MIST schaue ICH MIR schon lange nicht mehr an!

      Der Landser will ja nur eine etwas vereinfachte Geschichtsschreibung anhand von Kriegstagebücher der allgemeinheit näher bringen, denn die Einheiten und die Kriegsschauplätze stimmen immer überein. Es geht doch nicht um Einzelschicksale sondern um das ganze.


      Hallo,
      die Schreiber der Landserhefte haben ganz klare Vorgaben, wieviel Seiten, grober handlungsablauf etc. Sie sind nichts anderes als Ärzte-, Lore-, etc. romane.
      Wenn ich mich recht entsinne, gibt es derartige Dinger, wo schon die Einheit zum angegebenen Ort und Zeitpunkt nicht existierte. Die Dinger sind alle gleich aufgebaut und man ändert einfach Ort, Namen, Einheiten Zeitpunkt und man hat einen neuen Roman.
      Die Leistungen der Soldaten waren sicher erheblich, aber man sollte immer dabei an die Ideen der Verantwortlichen denken, denn die Wehrmacht wurde von einer Mörderbande gegen Kriegsende erbarmungslos verheizt. Und ein Teil der Typen entzog sich durch Selbstmord der verantwortung.
      Was das jammern über 10 km Marsch bei der BW angeht, kann ich nicht nachvollziehen. Unser erster Marsch in der AGA war so um die 10 Km. Das erhöhte sich im Lauf der Zeit auf ein Mehrfaches von zehn. Und revierrennerei haben einige nur einmal gemacht, denn die entgangene Ausbildung wurde am Wochenende durch einen motivierten KpChef und noch mehr motivierte Unterführer :D ziemlich brutal nachgeholt.
      Landserhefte als vereinfachte Geschichtsschreibung zu bezeichnen, ist noch ein paar Etagen zu hoch.
      Gruss
      Rainer
      Suum cuique

      RE: Landserhefte

      Original von Rainer
      Landserhefte als vereinfachte Geschichtsschreibung zu bezeichnen, ist noch ein paar Etagen zu hoch.


      Hallo, durch Zufall sind mir am Wochenende einige Landserhefte auf einem Flohmarkt in die Hände gefallen. Ich habe mir den Aufsatz über das Ende der 134. ID bei Bobruisk mal durchgelesen und ich muss sagen, dass die Schilderung mit einigen doch zu vernachlassigenden Lücken, korrekter war, als ich das eigentlich erwartet hätte.

      Die Autoren haben aus den zur Verfügung stehenden Informationen und einigen bekannten Namen einen Handlungsrahmen entwickelt und ihn mit "Geschichten" angereichert, die zwar erfunden sind, aber dennoch das Geschehen angemessen beschreiben; so könnte es wirklich gewesen sein.

      Kurz: Ich kann zumindest diesen Bericht nicht verdammen, über die literarische Qualität kann man sicherlich Bedenken anmelden. Aber wie sagte Konfuzius so schön: Das Wesen des Ozeans ist aus dem Tropfen nicht ersichtlich.

      Gruß,
      Arnold
      ... and you'll never walk alone ...
      Hallo!
      Ich hab auch eine zeitlang Landser Romane gelesen und bin später auf richtige Bücher umgestiegen.
      Es ist bei mir das Interesse am Militär und speziell etwas vom Krieg in Erfahrung zu bringen. Wen hätte man denn fragen sollen?
      Das, was hier durch Veteranen möglich ist, gab es eben nicht. Ich kann es nicht richtig beschreiben aber man hat versucht sich da in die Geschichte hineinzudenken.
      Sicherlich gab es da auch Unterschiede in der Qualität der Geschichten und vom Wahrheitsgehalt spreche ich nun auch nicht.
      Wie aber schon gesagt wurde, es hätte durchaus so sein können, wie es dort teilweise beschrieben wird/wurde.

      Schönen Abend!
      Logik ist die Kunst, zuversichtlich in die Irre zu gehen.