Wert der Landserhefte für unser Geschichtsbild

      Guten Abend,

      gebe ja selten was zu Worte, aber hier mal schon:

      1. zum Link von Kordula (nichts gegen dich Kordula):

      Dieser Bericht schlaegt meiner Ansicht nach vollends ueber die Straenge. Einen Totalverlust von 2 U-Booten, als milde Wortwahl zu bezeichen, ist... tja ich dachte "total" (Totaler Krieg) waere eine harte Wortwahl? Ein Spargel ist ein Spargel und Aal ist ein Aal, auch heute noch.
      Der Autor hat meiner Ansicht nach "sehr gut" rescherschiert (schreibt man das so?)...

      2. Generell, Ich habe vor ein paar Jahren die Landser meines Vaters ausgegraben und gelesen und auch heute lese ich sie noch. Zwar nur ausgewaehlte Hefte (Marine, technisches etc.), da sich die Ostfront-Hefte etc. doch schon sehr gleichen.

      3. Benutzte ich diese Hefte nur als Klolektuere (leichte Unterhaltung fuer schwere Geschaefte)

      4. Nazi bin ich auch Keiner geworden, sondern vielmehr ein rechtgerichteter, demokratisch-christlicher Kommunist, der gerade sein Spargluehlampe eingeschraubt hat.

      Mein Fazit: Wenn jeder doch nur einen Teil seines Verstandes benutzten und Karl-May lesen wuerde...


      Gute Nacht, ich muss noch meinen Arztroman fertig lesen.... :D

      braeuti
      Na ja, auch ich muss mich outen....
      Ich lese die Hefte heute noch, aber ganz in dem Bewusstsein, das das alles nicht nicht ganz der Wahrheit entspricht....

      Der grobe geschichtliche Rahmen passt meistens, der Rest ist halt Roman.

      Allerdings habe ich festgestellt, das es manche Autoren allerdings auch heftigst übertreiben...
      Franz Kurowski hat in einem Heft einmal tatsächlich behauptet, in Stalingrad hätten sie durch verhängen der Fahrersichtschlitze 17 T-34 ausgeschaltet.

      Gruß
      Andree
      Hallo Gemeinschaft.
      Wieder möchte ich euch etwas fragen.
      Wieviel Wahrheit steckt in den "Landser"-Heften?
      Habe wohl an die 300 Stück davon und sie fast alle gelesen.
      Manchmal kommt mir einiges echt "spanisch" vor. Ist dies
      "künstlerische Freiheit" oder wird das wirklich Erlebte geschrieben.

      Vielen Dank und eine schöne Woche
      Horst
      Es kostet viel Kraft, ständig gegen den Strom zu schwimmen.

      Landserhefte

      Hallo,

      ich bin reichlich erstaunt, welche Resonanz die Eingangsfrage zu den "Landser - Heften" von Drexl ausgelöst hat. ?(
      In diesem Forum hier gibt es

      - bei allem Respekt der an dieser Diskussionen Beteiligten -

      viele und sinnvollere Diskussionsgrundlagen bzw. - Anregungen zu Diskussionen;)

      Mag die Frage von Drexl auch noch so berechtigt und verständlich sein, so hat sie doch einen Umfang an Beiträgen erreicht, der mich fragen lässt wo die Ernsthaftigkeit an der historischen Wahrheit in diesem Thema zu suchen ist.

      Zugegeben, in der Jugend habe ich verbotenerweise ein paar "Landser - Hefte" gelesen, aber obwohl mein Vater Offizier war, hat er diese Hefte als " Schundliteratur" und "Groschenromane" bezeichnet.
      Diesem Urteil habe ich mich später sehr gerne angeschlossen.

      Grüße von einem ( kritischen) Karl
      Ich oute mich mal und sage das auch ich mehrere hundert Landserexemplare gelesen habe. Wobei auch ich im Laufe der Zeit das Gefühl bekam, das sich vieles wiederholte. Was aber auch logisch ist. Für einen Frontsoldaten an der Ostfront, war der Alltag nicht viel anders als für einen in Afrika. Um einen herum fielen die Kameraden oder wurden schwer verwundet oder verstümmelt. Auch der Blick den wir heute auf die Ereignisse haben, kann von den Männern nicht erwartet werden. Die wussten von den tatsächlichen Gegebenheiten in ihrem Schützenloch genauso viel, wie heute der Normalbürger von der hohen Politik. Die Etappe und die Front waren über Jahre hinweg, für viele das einzig existierende. Und ganz zum Schluß sind die Landserhefte eben Romane. Und die müssen sich nicht an alle Fakten halten. Daher werden sicherlich viele Sachen durch die Redaktion gar nicht erst gegengeprüft. Hier haben sich Menschen ihre Erinnerungen von der Seele geschrieben. Wobei hier viele sicherlich unabsichtlich, so einiges geschönt haben. Auch das ist leicht nachvollziehbar. Hier kommt nämlich die sogenannte Verdrängung ins Spiel. Viele vergaßen tatsächlich, was passierte. Es war zu grausam, um es objektiv zu verarbeiten.

      Mein Fazit; Die technischen Informationen am Ende, sowie die Informationen zu Einheiten, Witzen und Persönlichkeiten, die oftmals zusätzlich, gerade in den Sammelbänden eingebaut sind, finde ich/ fand ich, am interessantesten und so wird es wohl auch bleiben.

      Und wie immer und überall, muss man halt gegenprüfen und hoffen, das man an die korrekten Quellen gerät. Wobei diese allein schon schwer auszumachen sind.

      Grüße Maik
      Setze ich mich vor meine Pommern und Märker und habe schon die Hälfte meiner Monarchie verloren und verliere nur selbst den Kopf nicht, so jage ich den Teufel in die Hölle. Friedrich der Große an Rüchel, Potsdam 1781

      Post was edited 2 times, last by “SG Maik” ().

      "Der Landser" vor Verbot, Prüfung auf NS-Verherrlichung

      Hallo zusammen,
      wen die Entwicklung nach der neuen Wiesenthal-Studie
      interessiert, hier ein Link dazu
      newsroom.de/news/detail/$HVKWG…s_nationalsozialismus_vor

      Gruss
      Udo Rudi
      Gott strafe jedes Land, das da glaubt, seine Träume seien das Blut eines jungen Menschen wert." (Howard Spring)

      Post was edited 1 time, last by “udorudi” ().

      Guten Tag, ...

      Der verlinkte Link ist absolut unobjektiv! Beispiel:"Stein des Anstoßes ist die Zeitschrift "Der Landser", ein kriegsverherrlichender Heftroman." Also so geschrieben, als ob es eine Tatsache wäre.
      Aber dieser Link erklärt den Grund der Vorwürfe. Ohne Vorurteile zu streuen, aber es ist bezeichnend, dass ein Jude sich darum bemüht, den Landser zu verbieten. "Dr. Klemp hat 29 Ausgaben von "Der Landser" überprüft. 24 dieser "Helden" gehörten zu Einheiten, die während des Zweiten Weltkrieges Verbrechen begangen haben." Von 2888 gehören 24 zu Einheiten, denen vorgeworfen wird, Verbrechen begangen zu haben. (Vorgeworfen wird deshalb, weil ich nicht dabei war und nicht weiß, welche Anschuldigungen wahr sind.) Und dann die Landser-Hefte mit der NSDAP vergleichen????
      Das zeigt viel besser als alles andere seine verzerrte Sicht der Realität!

      Gruß, ...

      Post was edited 1 time, last by “Master” ().

      Hallo "Master",

      man kann schon hinterfragen, in wie fern die einseitige Schreibweise unter Ausblendung
      jeglicher Kriegsverbrechen nach fast 60 Jahren noch zeitgemäß ist.
      Vielleicht halten ja nur noch einige erzkonservative Erben die geringe Auflage aufrecht.
      Angaben zur aktuellen Auflagenhöhe werden ja wie ein Staatsgeheimnis behandelt.


      @Kordula
      Danke, das hier ist der richtige Platz für den Beitrag



      gruss
      Udo Rudi
      Gott strafe jedes Land, das da glaubt, seine Träume seien das Blut eines jungen Menschen wert." (Howard Spring)
      Hi allseits,

      damit das ganze etwas genauer wird - hier der Link zur Studie klick auf Englisch;
      falls die deutsche Version zu bekommen ist, könnte sich jeder ein Bild machen.

      Habe noch nicht vollständig gelesen, jedoch wird in der Einleitung beschrieben,
      was und wie geprüft wurde. Als Einstieg Zitat S. 2-4 untenstehend.

      Grüße, Kordula

      PS: Dir, Master, habe ich die Grußformeln in Deinen Betrag gesetzt;
      zur Erinnerung an die Gepflogenheiten hier im Forum.


      [list]The results of my research:
      24 out of the 29 SS men featured by Der Landser served in units that participated
      in Nazi war crimes.

      Here is the list of the units where these 24 were attached:
      1st SS-Panzer Division Leibstandarte Adolf Hitler (Times and places of crimes committed:
      May 1940 France; Taganrog Oct. 1941, Febr. 43 Soviet Union, Sept. 1943 Italy)
      2nd SS-Pz.Div. Das Reich (September 1941 Minsk, June 1944 France)
      SS-Pz.Gren.Rgt. 4 “Der Führer” (Oradour, 10. June 1944)
      3rd SS-Pz.Div. “Totenkopf” (May 1940 Bethune/France, 1941-1942 Soviet Union)
      4th SS-Polizei Pz.Gren.Div. (März 1944 Larissa, Distomo/Greece June 1944)
      5th SS-Pz. Div. Wiking (Summer 1941 and Feb. 1944, Soviet Union; Warsaw, Summer 1944)
      8th SS-Kavallerie Div. “Florian Geyer” (1943 Warsaw)
      SS-Kavalleriebrigade (Summer 1941 Prpjet swamp, Pinsk)


      Examples of Nazi War Criminals featured in Der Landser:
      Worse, three of the SS-Fuehrer presented in Der Landser are known Nazi war criminals.

      The first and most prominent Nazi war criminal who made it into Der Landser is Hermann
      Fegelein who was commander of the SS-Kavalleriebrigade in 1941 and responsible for the
      murder of 40,000 Jews in the Soviet Union. He is introduced as a hero in Der Landser
      Großband Nr. 715. (Document 4) He was not convicted after the war only because he was
      killed in 1945 in Berlin.

      The second Nazi war criminal is SS-Standartenführer Günther Anhalt who served as an
      officer in the 2nd SS-Police Regiment when it exterminated the Ghetto of Glebokie in Belarus
      on August 20, 1943, where 3,000 Jews were murdered. He also participated in many so called
      “anti Partisan operations” in Belarus in 1943 and 1944 as commander of this unit. (Der
      Landser Nr. 2113, Document 5) He also was killed in Berlin just before the end of the war.

      The third SS-Fuehrer who can be characterised as a Nazi war criminal and is introduced by
      Der Landser is Anton Ameiser (see above). (Der Landser Nr. 2885, Document 3)
      He lived in Germany until he died in 1976.[/list]

      Bauer-Verlag stellt "Landser" ein

      Weltkriegs-Heftchen: Bauer-Verlag stellt "Landser" ein

      ""Der Landser" wird eingestellt: Das seit 1957 erscheinende Magazin, das 14-täglich laut Eigenbekundung "Dokumentationen über hochausgezeichnete Soldaten und bedeutende militärische Ereignisse des Zweiten Weltkrieges" veröffentlicht, hat keine Zukunft mehr. Die Bauer Media Group teilte am Freitag mit, die Reihe "nicht fortzuführen"."

      spiegel.de/kultur/gesellschaft…landser-ein-a-922179.html
      Grüße von imation
      Hallo zusammen,

      SPIEGEL:
      ... die Auflage des "Landsers", von dem in den Fünfzigern noch eine halbe Million Exemplare verkauft wurden,
      Schätzungen zufolge nur noch bei wenigen tausend Kopien lag.


      dann haben wenige tausend Exemplare noch eine passable Rendite abgeworfen -
      eigentlich kaum zu glauben. Oder gab es irgendwo Unterstützer, die das Werk
      ggfls. auch durch Zuzahlungen am Leben erhielten ?

      Ich bin erst vor Kurzem auf einige kuriose Begebenheiten zu den Landserheften
      gestoßen.

      In einigen Netzforen wird ernsthaft diskutiert und analysiert, mit wievielen Pseudonymen
      der bekannte Buchautor Franz Kurowski die Heftchen geschrieben hat
      (Alman, Kollatz, Kühn, Schulze-Dierschau, Kaufmann,Schulz, Bernig, Greif, etc...)

      Es werden ihm alleine Hunderte von Heften zugeordnet.

      Und dan entdeckt sogar der echte Ritterkreuzträger Georg Bose ein Heftchen über seine Kämpfe / Sturmartillerie,
      die so nie stattgefunden haben und frei erfunden sind.

      Was alles möglich ist...


      gruss
      Udo Rudi
      Gott strafe jedes Land, das da glaubt, seine Träume seien das Blut eines jungen Menschen wert." (Howard Spring)
      Hallo,
      dass diese Hefte nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen, ist ja schon seit längerrer Zeit bekannt. Das ergibt sich auch schon durch die vorgegebene Seitenzahl, Loreromane haben, glaube ich, die gleiche Seitenzahl, andere "Romane" dieses Genre dito.
      Gruss
      Rainer
      Suum cuique
      Hallo,

      habe heute im Radio gehört,das die Produktion dieser Landserhefte durch eine Intervention eingestellt wurde.


      Hauptgrund für die Einstellung dürften die schwachen Auflagezahlen sein.

      bauermedia.com/presse-start-si…-der-publikation-der-lan/

      Wer noch welche rumliegen hat, der hebt sie besser auf, denn ihr Wert (wenn auch nicht der Inhaltliche) dürfte in ein paar Jahren steigen.

      Grüße

      Thilo
      Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941
      Guten Abend,
      hier im Forum ist mal wieder die Romanreihe "Der Landser" angesprochen worden. Das nehme ich zum Anlass dieses alte Thema hervorzuholen.
      Vor einigen Jahren fiel mir der Landser Nr. 385 "48 Stunden in der Hölle - Kampf um die Bunkergiganten von Langrune-sur-Mere" von Konrad Fischer-Borken in die Hände.
      Darin schildert der Autor die ca. zweitägige Verteidigung der Besatzung des Widerstandsnests in Langrune-s-Mere gegen die alliierte Invasion in der Normandie vom 06.06.-07.06.1944.

      Diese Verteidigung hat es tatsächlich gegeben und sie verhinderte den geplanten Zusammenschluss der Landeabschnitte Juno und Sword, den Royal Marine Commandos vollziehen sollten.
      Die Schilderung war sehr realistisch und die Behandlung dieses historischen verbürgten, wenig bekannten, zweitägigen Kampfes macht mich neugierig, so das ich die Landser-Redaktion anschrieb und wissen wollte ob Fischer-Borken dabei war oder jemanden kannte der dabei war. So viele Jahren nach dem Erscheinen des Heftes war dort leider niemand mehr in der Lage mir meine Fragen zu beantworten. Meine Fragen blieben lange unbeantwortet. Bis ich eines Tages das War Diary des dort eingesetzten Royal Marine Commandos No. 48 las.
      Viele von Fischer-Borken erwähnte Umstände fanden sich dort, u.a.
      -die Beschreibung der Straßen(-führung)
      -der abgetriebene Commando-Soldat der direkt vor dem dt. Stützpunkt an Land geht und gefangengenommen wird.
      -das Vorhandensein von Panzerbüchsen
      -das Erscheinen der britischen Panzer und ihren Einsatz und ihre Verluste

      Mit dem War Diary lag die Quelle vor mir, Fischer-Borken hatte nicht mehr als hier stand. Aber das Dokument war bis 1975 gesperrt. Nach einer Online-Recherche fand ich heraus das das Royal Marine Commando No. 48 gleich nach Kriegsende 1946 ein kleines Erinnerungsbüchlein für Angehörige der Truppe herausgegeben hat. Hier wurde wohl reichlich aus dem War Diary zitiert und das wird Fischer-Borken in die Hände gefallen sein. Meine Enttäuschung war groß, hatte ich doch gehofft Fischer-Borken wäre selbst dabei gewesen. Aber er hatte nur einen britische Quelle auf die deutsche Sicht umgeschrieben, aber immerhin eine Primärquelle!

      Wer also möchte kann den (in meinen Augen) historisch-korrektes Landser (Nr. 385) lesen und dann das War-Diary vom Royal Marine Commando No. 48 zum Vergleichen aufrufen:

      pegasusarchive.org/normandy/frames.htm

      Links klicken auf "War Diaries" und dann unter 4th Special Service Brigade....

      Viele Grüße
      Andre

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