Kriegsverbrechen der Amerikaner - Rheinwiesenlager

      Kriegsverbrechen der Amerikaner - Rheinwiesenlager

      Hallo zusammen,

      ich stieß auf folgendes Dokument "Rheinwiesenlager", das einige der diesbezüglichen Kriegsverbrechen der Amerikaner beschreibt. Ein Auszug:

      2. Zustände der Rheinwiesenlager

      Die Zustände in den Lagern waren möglicherweise gezielt geplant, um den Tod einer sehr großen Anzahl Gefangener zu verursachen. Die Lager verstießen gegen die Haager Landkriegsordnung und die Genfer Konvention von 1929.

      Diese sehen vor, daß Kriegsgefangene in Beziehung auf Nahrung, Unterkunft und Kleidung auf dem selben Fuße zu behandeln sind wie die siegreichen Truppen. Gefangene, die nicht verpflegt werden können, müssen nach der Genfer Konvention freigelassen werden.
      Außerdem dürfen nach der Genfer Konvention keine Kriegsgefangenen an eine andere Nation überstellt werden.

      Die Amerikaner schufen unter dem Befehlshaber Eisenhower für die deutschen Soldaten, die nach der Kapitulation gefangen genommen wurden, einen Status, den sie DEF-Status (Disarmed Enemy Forces - entwaffnete Feindkräfte) nannten. Dieser völkerrechtswidrige Status beinhaltete, daß die Gefangenen nicht wie Kriegsgefangene behandelt
      werden durften:
      - Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz durfte keinen Zugang zu diesen Lagern bekommen.
      - Die Gefangenen durften keine Verbindung zur Außenwelt haben und keine Post empfangen.
      - Die Verpflegung mußte unter das Existenzminimum reduziert werden.
      - Die hygienischen und sanitären Bedingungen waren miserabel und führten schnell zu tödlichen Krankheiten.
      - Die Gefangenen waren auf freiem Feld in Stacheldrahtumzäunungen unterzubringen.
      - Die Einrichtung von Unterkünfte wurde verboten.
      - Am 9.5.1945 wurde verboten, unter der Bevölkerung Lebensmittel für die Gefangenen zu sammeln.
      - Zahlreiche der überlebenden Kriegsgefangenen wurden Frankreich zur Zwangsarbeit überstellt.

      Insbesondere ist für mich äußerst empörend, daß deutsche Behörden noch zwischen 1986 und 1989 nachhaltig und wirksam verhindern konnten, daß durch sachgemäß geplante Grabungen bspw. in Bretzenheim Vermißtenschicksale und damit amerikanische Kriegsverbrechen aufgeklärt werden konnten:

      4. Das Lager Bretzenheim

      Symptomatisch für die Rheinwiesenlager war das US-Kriegsgefangenenlager Bretzenheim, das auch unter dem Namen "Feld des Jammers" einen traurigen Ruhm erlangte.

      5. Die Untersuchung des Kriegsgefangenenlagers Bretzenheim

      Der Bauer Tullius, dem das Ackerland gehört, auf dem dieses Lager sich befand, förderte beim Pflügen immer wieder Knochen und Schädel zutage und beauftragte daraufhin den Grabungsexperten Schmitt, die sterblichen Überreste zu bergen, damit sie an würdiger Stätte beigesetzt und viele Vermißtenschicksale aufgeklärt werden könnten, was anhand der Erkennungsmarken auch heute noch möglich ist. In Bretzenheim hatten der Landwirt Tullius und der Grabungsexperte Schmitt in den Jahren 1985/86 aus freien Stücken damit begonnen, Bergungsgrabungen durchzuführen, aus Pietät und um Vermißtenschicksale aufzuklären.

      Die Kreisverwaltung Bad Kreuznach hat unter dem Aktenzeichen 363-II/18-0 mit Schreiben vom 28.1.1986 und 6.3.87 alle weiteren Grabungsversuche untersagte. Man schickte am 16.7.87 noch einen Verfügungsbescheid hinterher. Bei Zuwiderhandlung wurde eine Geldbuße bis zu DM 250.000,- angedroht. Ausgefertigt und unterschrieben wurden diese Aktenstücke von den Verwaltungsmitarbeitern Bergs und Paulus. Folgende Begründung wurde u.a. angegeben:
      "Nach §3 des Denkmalschutz- und -pflegegesetzes sind Kulturdenkmäler Gegenstände aus vergangener Zeit die
      a) Zeugnisse, insbesondere des geistigen oder künstlerischen Schaffens oder des handwerklichen oder technischen Wirkens,
      b) Spuren oder Überreste menschlichen Lebens oder
      c) kennzeichnende Merkmale der Städte und Gemeinden sind.
      Funde im Sinne des Denkmalschutz- und -pflegegesetzes sind Gegenstände, von denen bei ihrer Entdeckung anzunehmen ist, daß sie Kulturdenkmäler (§ 3) sind (§ 16 Denkmalschutz- und -pflegegesetz)."


      Einige leitende Mitarbeiter der Kreisverwaltung Bad Kreuznach und des Kreis-Rechtsausschusses, sowie einige Richter am Verwaltungsgericht in Koblenz waren sich vermutlich darin einig, Bergungsgrabungen zu unterbinden. Allem Anschein nach war der Leiter der Archäologischen Denkmalpflege in Mainz hierbei federführend gewesen, denn die Akten lassen darauf schließen, daß er sowohl in der Kreisverwaltung Bad Kreuznach wie auch vor dem Verwaltungsgericht Koblenz seinen Einfluß in diesem Sinne geltend machte.
      ...
      Alle bisher bekanntgewordenen Begründungen der Grabungsverbote verstärken den Verdacht, daß hier alliierte Kriegsverbrechen verheimlicht werden sollen.
      ...
      Hallo,
      das mit dem Grabungsverbot finde ich nicht gerade intelligent.
      Aber wieviel Tote soll es denn da wirklich gegeben haben? Baques ist da sehr liederlich an die Sache rangegangen.
      Ich habe sein Buch gelesen und muss sagen, es ist nicht gerade seriös. Und es hat ja auch keine wissenschaftliche Kritik überstanden.
      Aber wenn es wirklich viele gegeben hat, als was sind die denn dann auf den Kriegerdenkmälern eingemeisselt worde? Vermisst 1945?
      Das mit der Überstellung von KG als Zwangsarbeiter an Frankreich war aber ein gelinder Witz, denn jemanden beim Wiederaufbau des Landes einzusetzen, der gar nicht arbeiten konnte wurde von den Franzosen sehr schnell reklamiert. Und in Frankreich war die Versorgungssituation 1945 auch nicht gerade gut, und in Kriegsgefangenenlagern teilweise noch weniger.
      Ich habe einen Brief des IRK Genf an meine Grossmutter, dass es in dem Lager wo mein Vater war auch Anfang 1946 es zu Problemen in der Versorgung ,Unterbringung etc. komme, ähnliches hätte die französische Zivilbevölkerung auch zu erleiden. Es steht auch noch in dem Brief, dass das Lager bis zur Auflösung im Februar 1946 165.450 Kg Lebensmittel aus amerikanischen Beständen und 44.431 Kg vom IRK Genf bekommen habe. Der Brief stammt vom 11. April 1946 und da wird auch noch geschrieben, dass in der Gegend die Versorgungslage sich wieder verschärfen könne aus wirtschaftlicher Gründen. IRK sieht sich ausserstande wegen fehlender Mittel weitere Hilfe zu leisten.
      Gruss
      Rainer
      Suum cuique
      Ich habe diesbezüglich vor kurzem noch im Internet von einem "Heimatforscher" gelesen, der - ich meine in Koblenz - nachgraben wollte und es scheinbar untersagt bekam.

      Ich meine mich auch erinnern zu können, dass er im Bereich der ehemaligen Latrinen graben wollte, weil wohl grade die Leute die dort reingefallen sind, niemals geborgen wurden.

      Kennt jemand die Seite? Ich find sie jedenfalls im Moment nicht wieder.
      "Vier Eigenschaften gehören zu einem Richter: höflich anzuhören, weise zu antworten, vernünftig zu erwägen und unparteiisch zu entscheiden." Sokrates
      Original von Rainer
      Aber wieviel Tote soll es denn da wirklich gegeben haben?

      Tja, das wird man aufgrund der von den Amerikanern irgendwo in der Umgebung und ohne Zeugen angelegten Massengräber und des Grabungsverbots seitens deutscher Behörden wohl leider niemals mehr herausfinden können.

      Original von Rainer
      Baques ist da sehr liederlich an die Sache rangegangen.

      Hm, das sehen aber die zahlreichen Leser und Rezensenten fast durchweg völlig anders!

      Die Beurteilung von Bacque (sic!) - er ist übrigens Kanadier - und seinem Ermittlungsergebnis wird offensichtlich hin- und wieder eher vom Standpunkt des Lesers abhängig gemacht anstatt von den von ihm ermittelten Fakten alliierter Unmenschlichkeit ...

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      Kann jemand einen unwissenden mal aufklären. Welches Buch von Bacque (?) ist wo wie rezensiert worden? danke!
      Glück Auf!
      "Basil"

      "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)
      Offenbar geht es um "Der geplante Tod". In diesem Buch setzt er sich mit den Gefangenenlagern auseinander.

      In den Kommentaren von Amazon findet man so Aussagen wie:

      "Bitte mehr davon ! Dieses Werk sollte Pflichtlektüre an allen deutschen Schulen werden! Ja, wir wissen wie schuldig wir sind, dies haben wir in den letzten 60 Jahren ausgiebig gelernt. Aber wissen wir auch von dem Schuldanteil anderer Nationen am Krieg?"

      Das Buch gibt es mittlerweile in einer überarbeiteten Neuauflage. Hier wurden wohl auch Erkenntnisse aus russischen Archiven herangezogen.

      Übrigens wird Bacque von einigen Historikern Revisionismus vorgeworfen. Man wirft ihm eine oberflächliche Vorgehensweise, Fehler in der Quellenauswertung und einen unkritischen Umgang mit "Oral History" vor.
      Zudem wird gesagt, er vergleiche die Rheinwiesenlager mit den nationalsozialistischen Konzentrationslagern.

      Die Kritik stammt offenbar von Herrn Günter Bischof, der sich offenbar auch schon mit dem Thema beschäftigt hat:

      Link zu einem seiner Bücher bei Amazon.
      "Vier Eigenschaften gehören zu einem Richter: höflich anzuhören, weise zu antworten, vernünftig zu erwägen und unparteiisch zu entscheiden." Sokrates
      Hallo!
      Es tut mir leid, aber für mich sind Kommentare bei Amazon keine Rezension die irgendwie aussagekräftig sind! Gerade bei so einem Thema. Ich würde mich freuen, wenn es Hinweise auf wissenschaftliche Rezensionen gibt. DIE würde ich dann erstnehmen!

      Nachtrag:
      Wenn man keinen Hinweis auf Rezensionen in etalbierten Geschichtszeitschriften findet ist dies meist (EDIT immer durch meist gegeändert) ein Zeichen dafür, dass es sich wohl nicht um ein Buch handelt, welches Wert ist rezensiert zu werden...

      Das habe ich aber im Netz finden können:
      doew.at/thema/thema_alt/rechts/revis/eisenhower.html

      Diese Review bezieht sich allerdings auf die erste Auflage des Buches "Der geplante Tod". Es soll allerdings eine Erwiderung von dem Autor in der zweiten Auflage gegenüber den Vorwürfen von Bischoff geben! Dazu habe ich aber im Netz nichts gefunden.
      Glück Auf!
      "Basil"

      "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

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      Hallo!
      ist diese Frage ernst gemeint oder sollte es nur eine Provokation sein?
      Glück Auf!
      "Basil"

      "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)
      Hallo,
      auch ich habe das Buch von James Bacque. Er beschreibt die Zustände in den Lagern auf den Rheinwiesen eindrucksvoll und absolut wahrhaftig.
      Ich selbst war im Rheinwiesenlager bei Rheinberg in der Zeit vom 16. April 1945 bis Anfang Mai 1945 und habe erlebt wie Jugendliche unter 16 Jahren und alte Männer über 70 regelrecht verreckt sind, nur weil ihnen von der Lagerleitung notwendige Medikamente verweigert wurden. Wieviele es waren, wird wohl niemals geklärt werden. Ich erinnere mich nur noch daran, dass früh morgens die Toten mit Lastwagen abtransportiert wurden. Diejenigen die in den Latrinen versanken wurden ja nicht geborgen. Da wurde halt daneben eine neue Latrine ausgehoben und die alte Latrine mit dem Aushub zugeschüttet.

      Erich
      Hallo Erich!
      Soweit ich es verstanden habe, werden die meisten Fakten was die Umstände im Lagerleben betrifft in dem Buch als "real "angsehen, die Rückschlüsse des Autors aber, die aus diesen Umständen resultieren, werden in der Wissenschaft nicht ernst genommen.
      Glück Auf!
      "Basil"

      "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)
      Original von basil


      Nachtrag:
      Wenn man keinen Hinweis auf Rezensionen in etalbierten Geschichtszeitschriften findet ist dies immer ein Zeichen dafür, dass es sich wohl nicht um ein Buch handelt, welches Wert ist rezensiert zu werden...


      so einfach ist das, wunderbar! Klingt nach "Die Partei hat immer recht!"

      stellt sich natürlich die Frage, wer entscheidet, was eine etalbierte Geschichtszeitschrift ist ....

      Aber ich wills nicht wissen.

      Uwe
      Olof Palme "Die Wirklichkeit ist unser größter Widersacher!"
      Hallo Uwe!
      Ich würde es sehr begrüßen wenn du eine gewisse Sachlichkeit an den Tag legen würdest. Danke! Auf dein Niveau mit dem SED Vergleich werde ich sicherlich nicht eingehen.
      Wenn du ernsthaft daran interessiert bist, dass ich deine Frage beantworte, dann lass es mich wissen. Aber du hast ja schon gesagt: "Aber ich wills nicht wissen". Schöne Umgangsform von dir, erst provozieren, dann dies bestätigen, einen unseeligen SED Vergleich bringen und an einer ernsthaften Diskussion kein Interesse zeigen. Vielleicht nimmst du dir die Forenregeln nochmal etwas zu Herzen, wäre doch schön wenn man auch mit dir ernsthaft über ein Thema reden könnte. DAnke!

      Edit: Oben im Thread "immer" durch "meist" ersetzt. Eine Pauschalisierung wäre sicherlich falsch!
      Glück Auf!
      "Basil"

      "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

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      Original von basil
      Hallo Erich!
      Soweit ich es verstanden habe, werden die meisten Fakten was die Umstände im Lagerleben betrifft in dem Buch als "real "angsehen, die Rückschlüsse des Autors aber, die aus diesen Umständen resultieren, werden in der Wissenschaft nicht ernst genommen.


      Hallo Basil,

      ich werde mich zu "wissenschaftlichen Themen" und ihrer Verfasser nicht äussern. Dazu habe ich hier im Forum und andeswo feststellen müssen, dass auch diese Spezis verschiedenen Lagern angehören. Ich verlasse mich lieber auf eigene Erfahrung und Kenntnisse.

      Gruß Erich
      Hallo Veteran43,

      mein leider bereits verstorbener Großvater war auch in einem der Rheinwiesenlager - von ihm hab ich im Übrigen auch das genannte Buch "geerbt". Die geschilderten und von dir bestätigten Umstände decken sich mit seinen Erzählungen.

      Die Frage die vom Autor aufgeworfen wird ist vielmehr, ob die Umstände vorsätzlich und geplant von der amerikansichen Führung herbeigeführt wurden oder nicht.
      Das verschiedene wissenschaftlicher unterschiedliche Thesen verfolgen ist dabei natürlich auch klar. Ich denke nur, wenn man weiß, welcher "Schule" man die betreffenden Herrn zuordnen kann, kann man deren Werke auch besser einschätzen.

      Was die Frage von Schwarzermai angeht empfehle ich Wikipedia. ;)
      "Vier Eigenschaften gehören zu einem Richter: höflich anzuhören, weise zu antworten, vernünftig zu erwägen und unparteiisch zu entscheiden." Sokrates
      Original von veteran43

      Hallo Basil,

      ich werde mich zu "wissenschaftlichen Themen" und ihrer Verfasser nicht äussern.


      Hallo Erich!
      Da haben wir doch was gemeinsam, zu "wissenschaftlichen Themen" äußere ich mich auch meist nicht. Zu wissenschaftlichen Themen aber sehr gerne.
      Glück Auf!
      "Basil"

      "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)
      Original von Chinanski


      Die Frage die vom Autor aufgeworfen wird ist vielmehr, ob die Umstände vorsätzlich und geplant von der amerikansichen Führung herbeigeführt wurden oder nicht.

      Um einmal wieder zurück zum Thema zu kommen, dass hier ist es des Pudels Kern. Ist die schlimme Lage in den Sammellagern der allg. wirtschaftlichen Not und Logistik (usw.) gezollt, oder steckte ein gewisses Kalkül dahinter. Wenn ja welches und warum!
      Wie sah es in anderen Lagern der Amerikaner aus? Hatten andere Alliierte auch die gleichen Probleme, ober wie wurde es dort gelöst!?
      Dann erst kann man das ganze versuchen in Kategorien einzuordnen.

      Ich bin mal gespannt was so noch zum Thema kommt!
      Glück Auf!
      "Basil"

      "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)