Kriegsende Großenhain

      Kriegsende Großenhain

      Hallo alle zusammen,

      ich bin relativ neu hier und bin auf der Suche nach Informationen/Literatur/Schilderungen bezüglich der Stadt Großenhain in Nordsachsen und deren Umgebung (die beide Threads im Forum habe ich bereits durchstöbert).

      Ich bin bei meinen Recherchen auf eine Katre vom Frontverlauf von Anfang Mai 45 gestossen.
      Dabei ist westlich von Großenhain eine Division 469 eingezeichnet. Kann mir jemand sagen, was es mit dieser Division auf sich hat?

      Vielen Dank im voraus

      Gruß Frank
      Files
      • karte.jpg

        (88.67 kB, downloaded 683 times, last: )

      RE: Kriegsende Großenhain

      Hallo Frank,

      über die Division Nr. 469 ist wohl nicht allzu viel bekannt:

      lexikon-der-wehrmacht.de/Glied…ionNr/DivisionNr469-R.htm

      Wenn es wie hier um ganz örtlich begrenzte Kampfhandlungen in den letzten Kriegstagen geht,
      sind oft die Orts-/Schulchroniken eine anschauliche Quelle. Vielleicht findest Du den einen oder
      anderen Heimatforscher, der sich damit beschäftigt hat !

      Gruß
      Rudolf (KINZINGER)
      Falls Euch meine Bücher interessieren:

      RE: Kriegsende Großenhain

      Hallo Frank,

      Der Divisions-Stab z.b.V. 469 wurde am 24.09.1944 in Eisenach aufgestellt und war Teil des Ersatzheeres.
      Ihm unterstanden :
      - Ersatz-Aufklärungs-Abteilung 7
      - Ersatz-Nachrichten-Kompanie 467
      - Ersatz-Grenadier-Regiment 387
      - Ersatz-Grenadier-Regiment 517
      - Ersatz-Gebirgsjäger-Regiment 537
      - Ersatz-Infanterie-Geschütz-Kompanie 467
      - Ersatz-Artillerie-Regiment 57
      - Ersatz-Beobachtungs-Bataillon 7
      - Ersatz-Pionier-Bataillon 7
      - Ersatz- und Ausbildungs-Pionier-Bataillon 54
      - Pionier-Lehr-Bataillon 3
      - Ersatz-Infanterie-Pionier-Kompanie 467
      - Ersatz- und Ausbildungs-Nachschub-Bataillon 2
      - Fahrer-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 7
      - Ersatz-Panzerjäger-Kompanie 467
      Die Division 469 unterstand im April und Mai 1945 dem LXXXX. Armeekorps, das ab dem 10.04.1945 der 7. Armee unterstand; ab dem 30.04.1945 unterstand das LXXXX. Armeekorps der 4. Panzerarmee.
      Am 10.04.1945 übernahm die Division 469 den Abschnitt Gispenleben - Kiliani - Erfurt - Möbisburg - Moisdorf. Zu diesem Zeitpunkt setzte sich die Division aus Teilen der Ersatz- und Ausbildungsgarnisonen Langensalza, Erfurt, Weimar und aus Volkssturmkräften zusammen. Sie hatte weder eine einheitliche Gliederung, noch Führungsmittel, noch schwere Waffen.
      Anschliessend kämpfte die Division im Raum Chemnitz, Riesa und Meissen.
      Gruss

      Wolfgang
      Original von Frank79
      . . . Gehe ich recht in der Annahme, das der militärische Nutzen der Division eher sehr limitiert ist? . . .


      Hallo Frank,

      das siehst Du schon richtig ! Gerade in den letzten Kriegsmonaten wurde diesen Divisionen als Personal
      alles zugewiesen, was gerade mal ein Gewehr tragen konnte ("letztes Aufgebot"). Ausbildung
      im Verbandsrahmen hat nie stattgefunden; entsprechend war der Gefechtswert gering anzusetzen.
      (Und was nützte es, wenn ein kampfstarkes Bataillon dabei war, der Feind aber bei den Volkssturmkräften
      durchbrach ?)

      Gruß
      Rudolf (KINZINGER)
      Falls Euch meine Bücher interessieren:
      Hallo,

      ist zwar schon ein bissel älter das Thema, aber eventuell helfen die Hinweise doch noch:

      Es gibt da einiges an Literatur:
      1) das Buch aus dem der gezeigte Kartenausschnitt stammt
      2) Pest und Brand im Großenhainer Land
      3) Großenhainer Geschichten von Großenhainer Bürgern
      4) ...

      Daneben gibt es im Internet jede Menge Seiten mit taktischen Karten der verschiedenen Kriegsparteien.


      Ulf

      PS: Und vergiß nicht die älteren Bewohner von Adelsdorf. Da gibt es einige, die können viel berichten.
      Suche alles zum Luftkrieg im Mitteldeutschland am 17.April 1945

      Post was edited 1 time, last by “Torgau” ().

      Hallo Ulf,

      vielen Dank für den Tipp. Das Buch kannte ich noch nicht. Ich werde mich aber mal umschauen.

      Von den alten Aldelsdorfern habe ich bis jetzt erst wenige gesprochen, da ich relativ selten in der Heimat bin. Das war aber trotzdem sehr aufschlussreich.

      Sehr interessierte mich auch der Kommentar von Policeman aus dem Thread über TÜP Königsbrück über den Angriff im Raschützwald. Ich bin auf der Suche nach weiteren solchen Augenzeugenberichten.

      Den Schießstand im Wald habe ich mehrmals besucht, u.a. da dort das Haus meines Großvaters stand. Sehr interessant war auch der Bericht zu dem Gedenkstein im Wald von Brockwitz.

      Weißt du wie es zu der fast vollständigen Zerstörung durch Adelsdorf kam?

      Gruß Frank
      Hallo Frank,

      kleine Korrektur, das Buch heißt "Krieg, Pest und Brand im Großenhainer Land". Hast schon mal mit der Adelsdorfer Chronistin oder der Tochter vom ehemaligen Bürgermeister (1945) gesprochen? Die können Dir viel erzählen (Ich hoffe Beide leben noch).
      Ich habe viel im Raum Großenhain wegen Flugzeugabstürzen recherchiert. Einiges habe ich klären können, aber vieles ist noch unklar. Komplett klären konnte ich z.B. den Absturz einer P-51 Mustang bei Adelsdorf im April 1945.

      Ulf
      Suche alles zum Luftkrieg im Mitteldeutschland am 17.April 1945
      Hallo Torgau,

      vielen Dank für die Infos.

      Die Chronistin von Adelsdorf erfreut sich bester Gesundheit. Leider weiß ich nicht wer 1945 Bürgermeister war. Kannst du mir helfen (evt auch via PN)?

      Ich habe im Netz Informationen dem Absturz einer Mustang am 31.12.1944 gefunden. Die Einschlagstelle soll in einem Wald noch gut erkennbar sein. Leider kann ich die Stelle nicht genau zuordnen. dietrich-alsdorf.de/absturzstellen.html

      Kannst du mir nähere Informationen über den Absturz in Adelsdorf geben

      Gruß Frank
      Hallo Allerseits,
      das Thema interessiert mich auch, speziell der Fliegerhorst. Dort soll die vorgesetzte Stelle des FlgH-Kommandos von Altenburg - Koflug 7/III gewesen sein. Kannst du das bestätigen?
      Ferner gibt es immer wieder die Geschichten von unterirdischen Hangars. Ich habe ein Buch vom Anfang der 30er Jahre, wo dieses von Großenhain behauptet wird. Hast du Hinweise zu solchen Hangars.
      Für eine Antwort bedankt sich jetzt schon der Archivsucher
      Hallo Archivsucher,

      es freut mich weitere Diskutionspartner zu finden. Leider bin ich diesbezüglich totaler Anfänger und kann nur wenig beisteuern.

      Ich war früher ab und zu auf dem Flughafen unterwegs. Da ist mir bis jetzt bzgl. der unterirdischen Anlagen nichts zu Ohren bekommen. Der Flughafen wird aber immer noch be- und umgebaut, ein kleiner im Norden wurde auch noch nicht freigegeben, so das abschließendes noch nicht gesagt werden kann. Der Flughafen hat jedoch eine eigene historische Seite (flugplatzgeschichte-grossenhain.de/). Vielleicht können die weiter helfen.

      Interessante Randnotiz: In Zabeltitz standen bei Kriegsende Tarnziele bzw. Flugzeugnachbauten.

      Gruß Frank

      Post was edited 2 times, last by “Frank79” ().

      Hallo Frank,

      zum 31.12.1944: Grossenhain bei Cuxhafen.
      Rest per PM

      Folgende Flugplätze und Abstellflächen rund um Großenhain sind mir bekannt:
      * Klein-Raschütz / Skassa (zu Kriegende mehrere He 111 geparkt)
      * Rostig
      * Wildenhain / Bauda / Walda (Abstellfläche)

      zu Zabeltitz: An Zabeltitzer Wehr soll ein Soldatengrab sein.

      Hallo Archivsucher,

      die Geschichte mit den unterirdischen Hangars schwirrt für viele Flugplätze durch die verschiedensten Veröffentlichungen. Bisher konnte aber keine der Geschichten bestätigt werden. Selbst die Engländer veröffentlichten Zeichnungen ihrer Piloten, auf denen deutsche Flugzeuge zu sehen waren, die aus unteririschen Hallen starteten.
      Dagegen bekannt sind unterkellerte Werfthallen bei verschiedenen Flugplätzen, dort wurden aber keine Flugzeuge untergebracht.
      Kannst Du mir mal bitte den Titel des von Dir erwähnten Buches mitteilen.

      Zu Großenhain <=> Altenburg: lt. Mattiello stimmen die Angaben

      Ulf
      Suche alles zum Luftkrieg im Mitteldeutschland am 17.April 1945

      Post was edited 1 time, last by “Torgau” ().

      Hallo Ulf,

      vielen Dank für die Infos.

      Das Buch habe ich mir bestellt. Sind die Daten von dem Absturz der Mustang nahe Adelsdorf irgendwo einsehbar oder kannst du mir nähere Informationen geben?

      Ich habe eine interessante Seite über den Nordberliner Raum gefunden. luftkrieg-oberhavel.de/

      Gibt es so etwas ähnliches auch für den Dresdner Raum?

      Gruß Frank
      Hallo Frank,

      nähere Infos zur Mustang gibt es in dem Buch "Krieg, Pest und Brand im Großenhainer Land". In diesem Buch ist auch eine Erwähnung eines alliierten Absturzes 1944/45 zwischen Quersa und Brockwitz. Diese hatte der Autor auch nur so ohne nähere Angaben erhalten.

      Eine Web-Seite wie die von Oberhavel gibt es für den sächsischen Raum nicht. Es gibt hier mehrere Dinge, die mich von so etwas z.Z. abhalten:
      * Zeit
      * ich habe es schon mehrfach selbst erlebt, daß nach entsprechenden Infos auch an Vermißtenstellen "Andenkensucher" unterwegs waren.
      * andere die Infos kopiert und als ihre ausgegeben haben
      * ...

      Deshalb bin ich eher auf einen gezielten / persönlichen Informationsaustausch aus. Es gibt hierzu mehrere Netzwerke, die sehr gut zusammenarbeiten.


      Ulf
      Suche alles zum Luftkrieg im Mitteldeutschland am 17.April 1945
      Hallo Ulf,

      das kann ich verstehen. Trotzdem oder gerade deshalb vielen Dank für die Infos. Beim Pilze suchen kamen mir letztens auch Typen mit Sonden entgegen X(

      Das Buch liegt wahrscheinlich unterm Baum.

      Gruß Frank

      Post was edited 1 time, last by “Frank79” ().

      Hallo Torgau,
      das Buch ist von Dorothy Woodman (Alias-Name) und heißt
      "Hitlers Luftflotte startbereit" und ist aus dem Jahr 1935, Verlag aus Paris.
      Das Buch ist antiquarisch schweineteuer. Ich habe ein "zerfleddertes" Exemplar aus der Schweiz relativ günstig gekauft. Ich brauchte nur die Aussage bzgl. Großenhain.
      Wie kommt deine Verbindung zum FlH Altenburg zustande?
      Die Planung war wohl damals so, nahegelegene Kiesgruben mit Netzen zu überspannen und die Flieger dort einzulagern. Also keine U-Anlagen aus Beton. Kiesgruben gab es ja um den FlH Nobitz herum.

      Es grüßt der Archivsucher
      Hallo Ulf,

      bei dem Soldatengrab in Zabeltitz soll es lt. Aussagen eines Zabeltitzers sich um einen russischen Soldaten handeln, der nach dem Ende der Kampfhandlungen ums Leben gekommen ist.

      Weitere Abstellflächen sollen sich lt. dem o.g. Buch (welches sehr schlussreich war - vielen Dank für den Tipp!) in den beiden Wäldern nahe Adelsdorf gewesen. Hier sollen Stukas abgestellt gewesen sein. Dafür konnte ich bis jetzt keine weiteren Belege finden.

      Bei einem Spaziergang am Espischwald ist mir letztens eine Vertiefung im Boden aufgefallen. Sie ist ca. 200 m südwestlich des alten Schießstandes auf dem Feld. Ist dies die Absturzstelle der Mustang?

      Gruß Frank