schwerer Generatorsatz auf Anhänger 3achsig = (Rundfunksender auf Rädern)

      schwerer Generatorsatz auf Anhänger 3achsig = (Rundfunksender auf Rädern)

      Hallo Leute,

      bin neu hier im Forum und muss zugeben, dass Militaria und Wehrmacht eigendlich nicht meine Themen sind. Allerdings brauch ich jetzt mal Hilfe von Leuten, die sich mit dem Thema gut auskennen. Der Grund: Ich hab seit Jahren dieses niedliche Gerät im Vorgarten stehen und sammle gerade alles an Informationen darüber was ich kriegen kann. Allerdings ist die Ausbeute im Netz eher gering. Deshalb meine Frage: Wer kann mir genaueres über produzierte Stückzahlen und Einsatzgebiete sagen.

      Allen euch meinen Dank im Vorraus, Michi

      Hier ein paar technische Daten zum Generatorwagen

      Fahrgestell:

      Gothaer-Waggonfabrik AG Gotha
      Bj. 1940
      Gewicht: 12,3 to
      3-achsig mit Einzelbereifung, 12.00-20
      Achsdrücke: vorne 5000 kg, hinten je Achse 3750 kg
      Serien-Nr.: 140143
      Länge ohne Deichsel: 6,65m
      Breite: 2,30m
      Höhe: 2,85m


      Antrieb:

      6 Zylinder MAN Diesel W6V17,5/22
      200 PS bei 1000 U/min
      Serien-Nr.: 40149-154
      Bj. 1940
      Hubraum: unbekannt
      Bosch Einspritzpumpe

      Lichtmaschine:

      Garbe-Lahmeyer & Co.
      162 kW bei 1000 u/min
      Drehstrom 400V
      Bj. 1938
      Typ: FA 1000 90 S
      Serien-Nr.: 375815

      Alternativ: 65V, 33A, 2,3kW bei 1000 U/min Serien-Nr.: 375835

      Anlasser:

      Klöckner-Humboldt-Deutz AG Köln
      1-Zylinder Diesel
      Hubraum: unbekannt
      Nr.6886?4 E
      Der Motor erzeugt Druckluft und befüllt 2 Druckluftflaschen, die den MAN-Diesel starten.
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      Hallo Michi,

      herzlich Willkommen bei uns im Forum.

      Du hast au jeden Fall keine Einzelstück, es sei denn du wohnst in Norwegen. :D

      Ich habe schon zu dem Generator recherchiert, weder versierte Kenner
      der Gothaer-Waggonfabrik AG noch das Staats Archiv Thüringen haben
      Unterlagen zu dem Anhänger. Das einzige was sicher ist, das die Gothaer
      die Fahrgestelle gebaut habe. Wer schlussendlich den Generator aufgebaut
      hat ist nicht klar.
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      Gruss Dieter
      Hallo Dieter,

      ja, das ist der Norweger, Nr. 140 137 oder 187 von 1939.
      Bei Holger Erdmann findest du auch ein Foto des Anhängers, da ist er aber nur halb drauf. Das Foto stammt von 1942 in der Nähe der Ukrainischen Stadt Donezk.

      Ich vermute mal, dass das Gerät auch in Gotha montiert wurde, da ein nachträglicher Einbau der tonnenschweren Komponenten kaum möglich war, oder gab es damals schon Gabelstabler?

      Interessieren würde mich auch mal der Hubraum des MAN-Diesel, da die Motoren ja auch in den kleinen Wehrmachtslokomotiven (LT12 ?) verbaut waren.

      mfG Michi
      Hallo Michi,
      Interessieren würde mich auch mal der Hubraum des MAN-Diesel, da die Motoren ja auch in den kleinen Wehrmachtslokomotiven (LT12 ?) verbaut waren.


      den hab ich leider auch nicht. Unsere "Eisenbahner" werden das aber heraus bekommen. Im Ursprung wurde der Motor in der Wehrmachtsbaureihe "WR 200 B14" (VL12) eingebaut. Im Netz findet sich auch Infos zu einem türkischen Triebwagen mit diesem Mototyp.
      Auffällig ist das alle Komponenten-Lieferanten eine Bahnhintergrung haben.

      Ich habe mit erlaubt meine Unterlagen mit deinen Technischen Daten zu
      komplettieren. Danke ! ;)
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      Gruss Dieter
      Hallo Zusammen;

      Also ich kenne aus den alten KatS-Tagen ziemlich baugleiche Konstruktionen,
      da waren die Einbauten bzw. der Zusammenbau der Komponenten von Strüver HH-Grosborstel bzw. Niendorf. Da ist aber jetzt ein paar Jahrzehnte her .....

      Das war aber auch ein Eisenbahnhersteller: u.a. der "Schienenkuli"
      Viele Grüße
      G.

      Post was edited 2 times, last by “Gunther” ().

      Hallo Dieter,

      so so, fremde Fotos ins Netz stellen! Dafür gibts in anderen Foren richtig den Allerwertesten voll. :D

      Sorry, hast natürlich recht, VL 12 is richtig. Hab die Fotos des Schienenbusses in Izmir auch gesehen. Werd bei nächster Gelegenheit dort mal schauen ob das Gefährt dort noch existiert.

      An Gunther: Mein Kleiner ist nicht umsonst THW-Blau lackiert. Woher weißt du das mit der Montage von Strüver? Hab ich da vielleicht eine PLakette am Hänger übersehen?

      Grüße aus dem Norden, Michi
      Hallo zusammen,

      ich hätte hier bloss :


      hallo Micha, ist ja wohl fishing for kompliments 8) , das ist es ja wohl !
      Hub/Hubvolumen/G-Volumen. Was will man mehr. Danke dafür.

      @Michi,
      Alternativ: 65V, 33A, 2,3kW bei 1000 U/min Serien-Nr.: 375835


      das könnte der Generator für die Erregerspannung für den
      "Hauptgenerator" sein. Um das genau zu sagen müsste man
      das Prinzip dieses Generators kennen. Wenn ich recht erinnere
      hatte die Funkmessgeräte der Lw. auch eine "komische" Versorgungs-
      spannung.

      Ich werde über die Schiene Garbe-Lahmeyer & Co versuchen
      ob es noch Lieferlisten gibt.

      Drehstrom 400V


      Die 400V/3~ deuten auf eine Überholung hin denn zum Herstellungszeitraum hätte es doch 380V/3~ heißen müssen, oder ?
      Gruss Dieter
      Hallo Hellas !

      Ich lese und schreibe auch im Forum für Deutz- Traktoren/ Motoren mit.

      Vielleicht stellst Du mal ein Bild vom "Anlassermotor" ein, das ich dann im Deutzfoum verwenden "darf".

      Ist das denn ein liegender oder stehender Motor, luft oder wassergekühlt?

      Es gibt dort Experten , die Anhand der Motornummer auch das Herstellungsjahr eingrenzen können.

      mfg bfg
      Hallo August Dieter

      Interessant wäre ja auch die Frage wer oder was benötigte solch eine hohe Leistung? Diese müßte ja auch irgendwie verteilt worden sein? Sind damals ganze Netze fremdeingespeist worden?
      Bei welchen Einheiten und wo überall?

      Foto Hiolger Erdmann: Rußland ,Donezk
      1.Standort : Hannover
      2.Standort : Norwegen

      @Hellas wie sieht denn die Ableitung aus? Stecker oder Klemmbrett?

      viele Grüße

      Henning
      Moin,moin,

      Dank an Micha für die Hubraumdaten!

      An bfg: hier ein Foto des Deutz-Motors und eins vom angeschlossenen Kompressor.

      Mehr Fotos und Infos gibts im Laufe der Ostertage.

      Michi

      Nachtrag: Hallo Henning,

      hier auch für dich ein Foto des Schaltkastens. Allerdings ist hier die Hälfte nicht mehr Original, da das THW über Jahrzehnte den Generator unter seine Fittiche hatte. Unten kannst du die 4-Klemmschrauben sehen. Daneben, so vermute ich, wurde die Frequenz von 50 Hertz geregelt. Allerdings hab ich keine Frequenzanzeige gefunden
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      • Deutz-Anlasser.jpg

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      • Kompressor.jpg

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      Post was edited 1 time, last by “Hellas” ().

      Hallo Hellas

      ... dies Thema find ich echt spannend!!!
      Bei welchem THW OV wurde er denn genutzt?Kann man über diese Schiene denn noch ein paar Infos bekommen?
      Das THW ist ja recht zentralistisch geführt, vielleicht gibt es in Inventarlisten noch weitere Generatoren diesen Types?

      viele Grüße aus dem "Alten-Land" ;)

      Henning
      Hallo zusammen,

      Interessant wäre ja auch die Frage wer oder was benötigte solch eine hohe Leistung?


      soo hoch ist sie Leistung auch nicht. ;)Wenn wir davon ausgehen das der
      Generator immer "normalen" Drehstrom (380/400V) geliefert hat bleibt
      der Einsatz auf eine größer Baustelle in der "Pampa" (Norwegen) oder
      die Notstromversorgung für kleinere Orte oder Ortsteile mit Lichtstrom.

      Als Nutzer kämen neben der Wehrmacht der OT oder die TN in Frage.

      Das ganze steht und fällt aber mit der These, das der Generator immer
      "normalen" Drehstrom geliefert hat. Wenn er im Ursprung anders gewickelt
      war dann sieht die Sache anders aus.
      Das dass Aggregat umgebaut/repariert worden ist ist sicher, nur wie nicht !
      Gruss Dieter
      Original von Hellas
      ..oder gab es damals schon Gabelstabler?

      mfG Michi


      Hallo,

      so hab ich zum Thema zwar nichts, aber ja gab es. Es gab zum Beispiel von Opel den "Opel Blitz"-Hubtransporter. Bild hab ich mal angehängt.

      Grüße
      Files
      "Vollständigkeit entsteht nicht dann,wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern, wenn man nichts mehr wegnehmen kann." -Antoine de Saint-Exupéry
      Hallo Leute,

      hier noch ein paar ergänzende Infos von mir.

      Zu Dieter, der meinte, dass die Lichtmaschine umgewickelt worden wäre: Das glaube ich nicht, da die Umstellung von 380 auf 400V gefühlt mal gerade vor 10-15 Jahren stattgefunden hat. Das Gerät steht jedoch schon über 25 Jahre bei uns auf dem Hof, und ich kann garantieren, dass da niemand dabei war. Die technischen Daten auf den Plaketten sind sowieso irritierend. Wenn ich 400V mit 233A multipliziere, dann erreiche ich maximal 93 kW Leistung und nicht wie eingestanzt 162 kW. (s. Fotos unten)

      Was das THW geändert hat: Vieles im Schaltkasten, die Innenbeleuchtung (Neonröhren), rote Drehstromsteckdosen eingebaut, im Heck fehlt der große Feuerlöscher inkl. Halterung und auch die hölzerne Werkzeug- und Kurbelhalterung in den Hecktüren wurde entfernt. Die Deichsel wurde geändert. Das Original bestand aus massivem Rundstahl. Hier hat das THW den Rundstahl bis auf kurze Stummel herausgeschnitten und ihn durch U-Stahlprofile ersetzt.

      Zur Standortfrage: Mal abgesehen von dem historischen Foto von Holger Erdmann, das belegt, dass das Gerät in der Ostukraine war, haben die jetzigen Standorte keine Aussage über das Einsatzgebiet der Geräte. Norwegen ist groß und der Wagen kann nach dem Kriege noch lange durch das Land gezogen worden sein. Auch, dass unser Wagen in Hannover steht, hat keine Aussagekraft, da wie ich schon sagte das THW den Generator in Betrieb hatte. Einzig kann gesagt werden, dass der Hänger nach Ende des Krieges sich im Bereich der westlichen Alliierten befunden haben muss, sonst wäre er gar nicht ans THW gegangen. Außerdem hatte Schwiegervater das Gerät schon Jahre vor dem Berliner Mauerfall erworben, so dass es nicht aus dem Osten stammen kann.

      Zu den Spekulationen darüber, wofür die Generatoren gedacht waren:
      Dabei sollte man ein paar Randbedingungen bedenken.
      1. Die frühen Baujahre. Die Hänger müssen schon vor Beginn des Krieges auf dem Papier bestanden haben und deshalb auch für frühe Kriegsziele gedacht gewesen sein. (Invasion Norwegen oder England?)
      2. Die geringe Geländetauglichkeit. Ihr Einsatz konnte nur dort stattgefunden haben, wo es auch befestigte Wege gab. Gegen die Geländetauglichkeit spricht das hohe Gewicht und die Steifheit des Rahmens und des Aufbaus.
      3. Die hohe Leistung. Dazu fallen mir eigentlich nur kleine Industrieanlagen, behelfsmäßige Flugplätze weit abgelegen oder kleinere Hafenanlagen ein.
      4. Die auf Grund des geringen Wissens über die Geräte wahrscheinlich kleine Stückzahl. Dies spricht für einen kleinen und begrenzt spezifisch geplanten Einsatz. Was nicht ausschließt, dass die Hänger zu einem späteren Zeitpunkt auch an andere Waffengattungen weitergegeben wurden.

      So und nun noch ein paar Fotos zum Schluss.

      Michi
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      Hallo Hellas !

      Ein Experte im Deutzforum sagt, das sei ein:

      Deutz MAH 711
      Baujahr 1940
      Ausführung mit einem Schwungrad, dafür steht das E
      8 PS bei
      1500 Umdrehungen
      Bohrung: 110 mm
      Hub 100 mm
      Hubraum: 864 ccm
      Gewicht:160 kg
      Bauzeitraum : von 1935 bis 1954
      Gesamtstückzahl : 31351

      Der Motor hat eine sog. Verdampfungskühlung, also keinen Kühler.

      mfg bfg