SS-Aufkl.Abt.10 Frundsberg

      SS-Aufkl.Abt.10 Frundsberg

      Hallo
      Ich möchte gern den Weg der SS-Aufkl.Abt.10 Frundsberg im April 1945 wissen.
      Wo zog dieser Verband hin?

      Außerdem würd ich gern wissen welche Verbände im April 1945 östlich, südöstlich, nordöstlich von Berlin in Auffrischung/Aufstellung befanden. Die Aufstellung der Division Jahn ist bekannt.

      mfg Jan
      Der Anführer eines Heeres kann besiegt werden, aber den festen Entschluss eines Einzigen, kannst du nicht wankend machen!!!

      RE: SS-Aufkl.Abt.10 Frundsberg

      Hallo Jan,

      das ist leider nicht einfach zu beantworten, da die Abteilung im April/Mai 1945 schon sehr zersplittert unterwegs war. Um was geht’s dir genau?

      Hier mal grobe Auszüge aus den handschriftl. Aufzeichnungen des ehemaligen Abteilungsführers der SS-Pz.A.A.10 „Frundsberg“ SS-Sturmbannführer Heinz Brinkmann.

      „Ostersonntag, 1.April 1945:
      Bahnverladung in Briesen nach Lauban zur Armeereserve, da Breslau schon eingeschlossen ist.

      Dienstag, 3. April 1945:
      Ausladung in Lauban. Ab da Armeereserve vom 3. bis zum 16. April 45.
      Unterziehräume der SS-Pz.A.A.10 weiträumig Heidersdorf.

      Montag, 16. April 1945:
      Mot-Marsch über Görlitz-Niesky-Weisswasser-Spremberg-Kottbus in den Raum Kahren-Kathlow. Stellungen nördlich Autobahntrasse.

      Dienstag, 17. April 1945:
      Heftige Abwehrkämpfe mit vorgestoßenem zahlenmäßig starkem sowjetischen Panzerfeind beiderseits der Autobahntrasse.

      Von Mittwoch, 18. bis Freitag 20. April 1945:
      Sicherung von Kottbus [heute Cottbus] Richtung Südosten gegen durchgestoßenen sowjetischen Panzerfeind. Abwehrstellung der SS-Pz.A.A.10 in HKL nördlich Autobahn Kottbus und Bahnlinie Kottbus-Spremberg. Abt.Gef.Std. SS-Pz.A.A.10 in Kottbus-Sachsendorf.

      Freitag, 20. April 1945:
      Nach ganztägigem ununterbrochenem sowjetischen Artilleriebeschuss abends befehlsgemäßer Abmarsch ohne Ablösung aus dem brennenden Kottbus in Richtung Burg.

      Von Sonnabend dem 21. bis Mittwoch dem 25. April 1945:
      Mot-Marsch in Richtung Berlin, über Birkholz – Märkisch-Buchholz und Neubrück an Königswusterhausen vorbei – da dort die Sowjets leider schon vor uns da waren – nach Deutsch-Wusterhausen und Ragow. Abt.Gef.Std. Schenkendorf.

      Von Donnerstag, 26. bis Sonntag dem 29. April 1945:
      Mot-Marsch über Mittenwalde und Bestensee in den Raum Groß- und Klein-Köris nach Neubrück. Dorthin zur Flankensicherung der 9. Armee verlegt.

      Sonntag, 29. April 1945:
      Mot-Marsch nach Halbe. Ausbruch aus dem Kessel über Autobahn- und die Eisenbahntrasse nördlich Baruth.

      Von Montag, 30. bis Dienstag 1. Mai 1945:
      Über Mückendorf und Kummersdorf durch die Wälder von Beelitz, dort über die Autobahn nach Brück und Belzig. Meldung bei der Armee Wenck.

      Mittwoch, 2. Mai 1945:
      Ganztägiges Warten in Belzig auf Befehle der Armee Wenck, die aber nicht erteilt werden.

      Donnerstag, 3. Mai 1945:
      Da immer noch kein Befehl der Armee Wenck vorliegt, selbstverantworteter Abmarsch nach Genthin.

      Ab Freitag dem 4. bis Sonnabend dem 5. Mai 1945:
      Die bis hierhin zusammengehaltenen Reste der SS-Pz.A.A.10, etwa 100 Führer, Unterführer und Mannschaften, ziehen abwartend in den Waldungen zwischen Redekin und Jerichow an der „Alten Elbe“ unter.

      Sonntag, 6. Mai 1945:
      In Tangermünde/Elbe begibt sich um 18:35 Uhr der Rest der SS-Pz.-Aufklärungs-Abt.10 geschlossen in US-Gefangenschaft.

      Quelle: u.a. Die Hellebarde 20/99

      Andere abgespaltene Teile der SS-Pz.A.A.10 waren aber, wie oben schon erwähnt, auch noch ganz woanders unterwegs, z.B. u.a. in Bautzen, Senftenberg, Kausche, Neupetershain, Calau, Alt-Döbern, Lübbenau, Finsterwalde, Luckau, Kasel, Golzig, Dahme, Herzberg, Liebenwerda, Elsterwerda, Grossenhain, Radeburg, Radeberg ... usw.

      Ansonsten ist noch folgende Literatur zum Thema wärmstens zu empfehlen.

      Stephan Cazenave „Chronik der SS-Pz-AA 10, Ausbildung, Buczacz, Arnheim, Normandie, Pommern, Halbe“, Edition Heimdal 2008, 304 Seiten

      Franz Widmann „Mit Totenkopf und Frundsberg an Ost- und Westfront, Kriegserlebnisse eines Kradmelders“, Nation & Wissen Verlag 2011, 248 Seiten

      Grüsse Daniel
      "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.
      Hi
      Vielen Dank für deine Ausführliche Schilderung.
      Leider passen die Ortsangaben nicht mit meinen überein.
      Das heist es war nicht die Aufkl.Abt. sondern die Flak-Abt.10.
      Kannst du mir dabei eventuell auch helfen?

      Mir geht es um die Feststellung von Einheiten der Waffen-SS und des Heeres auf Truppenübungsplätzen im Bereich westlich, nordwestlich und südwestlich Berlins, da, wie es mir scheint, es hier etwas nachholbedarf besteht.

      Habe oben versehentlich nord-, südöstlich und östlich geschrieben, das ist falsch.
      Kann das einer der Mod`s bitte ändern!!!??

      mfg Jan
      Der Anführer eines Heeres kann besiegt werden, aber den festen Entschluss eines Einzigen, kannst du nicht wankend machen!!!
      Hi,

      die SS-Pz.-Flak.Abt. 10 "Frundsberg" hat ein ähnliches Ende erlebt wie die Aufklärungs-Abteilung. Ebenfalls abgespalten von der Division gelangte sie über Cottbus, Luckau, Jüterbog, Treuenbritzen zur Reichsautobahn Leipzig-Berlin. Von dort aus bewegte sie sich Richtung Norden. Als Marschziel war vorher Berlin ausgegeben worden, welches aber zum Zeitpunkt (24. April 1945) ebenfalls nicht mehr erreicht werden konnte. Nach "raffinierten Sprittbeschaffungsmaßnahmen" gelangte die SS-Pz.-Flak.Abt. 10 dann, trotz aller Widrigkeiten, rechts der Elbe an Brandenburg, Rathenow, Perleberg, Ludwigslust, Schwerin und Lübeck vorbei nach Schleswig-Holstein und konnte so, mit allen ihren mitgeführten Angehörigen, einer sowjetischen Gefangenschaft entkommen. Nach erfolgreicher Kapitulation der Deutschen Wehrmacht befahl der Abt.-Kdr. SS-Sturmbannführer Rudolf Schrembs, die Auflösung der Abteilung. Die Auflösung erfolgte im Raum nördlich Bad Segeberg in einem dortigen Wald. In einem anderen Erlebnissbericht eines ehemaligen Angehörigen wird die Gegend d. Ortschaften Gockels, Schenefeld, Hanerau-Hademarschen und Bokhorst genannt. Während die Engländer am Wald vorbeizogen, wurden die Geschütze, sonstige Waffen u. Gerät, sowie Fahrzeuge unbrauchbar gemacht und Unterlagen verbrannt.

      Ein Rest der 1.Bttr./SS-Pz.-Flak.Abt. 10 soll bei Riesa über die Elbe gegangen sein und war dann noch, unter SS-Ustuf. Graen, bei Dresden im Einsatz.

      Quelle: Die Hellebarde

      Grüsse Daniel
      "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.