war die Wehrmachtsuniform eigentlich praktisch ?

      Uniform Ausrüstung

      Hallo Martin,

      zugegeben, es hat ur am Rande mit der Uniform zu tun, möchte es aber trotzdem hier einstellen, weil ich auf Deine Hinweise antworten möchte:
      Die DW hat z. B. das Finnenzelt mit Sperrholzboden,
      die Erfahrungen der Finnen in dem Merkblatt für
      "Waldkampf - und Spähtruppausbildung in Finnland"
      voll übernommen.
      Zugegeben ab 1943, Merkblatt dann 1944. Dieses Merkblatt sollte das Merkblatt vom 31. 3. 1943 ergänzen.
      Auszug zur Einleitung:
      .........................dass es für uns vorteilhaft ist, die bewährten finnischen Waldkampfgrundsätze für unseren Kampf.............zu ÜBERNEHMEN".
      Diese Merkblatt 18a/26 ist komplett in einem Thread im Forum abgedruckt.
      Im November 1942 erschien aber bereits ein ausführliches "Taschenbuch für den Winterkampf", welches die Erfahrungen aus dem Winter 1941 umsetzte. Dieses ist sehr ausführlich und im Nachdruck DIN a 5 immer noch 191 Seiten stark.Solche Taschenbücher gab es auch für den "Werwolf",genannt "Winke für Jagdeinheiten, "TB für den Krieg in Wüste und Steppe", "TB für militärisches Bergsteigen" letzteres ist mit Ausnahme der Abseil -, Sicherungstechnik und dem veralteten Material m. E. heute noch anwendbar.
      Damit es halbwegs zum Thema paßt: In diesen TB sind auch Tips für die Trageweise der Uniform und Ausrüstung enthalten.

      Gruß Karl
      .
      Hallo,

      ein paar Anmerkungen zur Problematik Hitler - OKH und die Winter-Situation

      " Es mag sein, daß Hitler seinen Kommandeuren verboten hatte, über das Problem der Winterausrüstung zu sprechen. Das hatte Halder jedoch nicht davon abgehalten, seit Anfang Juli 1941 entsprechende Maßnahmen anzuordnen. Hunderte von Vorschriften, Anordnungen und Rundschreiben des Generalquartiermeisters beschäftigten sich den ganzen Herbst über mit den Wintervorbereitungen."

      Zu dem Zeitpunkt ging man von einer Besatzungsarmee mit 56 Divisionen aus. Ende September mußte das Winterprogramm um 50% erhöht werden. Anfang Nobvember musste man jedoch erkennen, daß wohl das ges. Ostheer dort verbleiben müßte um dann im Dez. wurde nicht nur klar, daß es keine Teil-Zurückführung geben kann, sondern sogar noch Verstärkungen nötig sind.

      " Es sollte also die Masse der Verbände im Winterkampf eingesetzt werden, in Räumen die kaum Möglichkeit zum Leben auf dem Lande boten, mit einer erschöpften Truppe, verschlissenem Material und ohne ausreichend ausgelagerte Vorräte. Dadurch entstand ein Bedarf an Winterausrüstung und Nachschub, auf den der Generalquartiermeister nicht vorbereitet war."

      "Mitte September wies dsa OKH die Verbände des Ostheeres an, sich selbst um die Anlage von Wintervorräten zu bemühen.."

      Der Generalquartiermeister setzte im Operationsgebiert ein umfangreiches Produktionsprogramm in Gang.

      "Neben Badewanne, Feuerhaken und anderen Geräten gehörte dazu u.a. auch die Herstellung von 252.000 Taschentücher, 445789 Stück Trikotagenunterwäsche und 30000 Schneehemden."

      "In der Annahme eines schnellen Kriegsendes im Osten schien die Erwartung gerechtfertigt zu sein, nach Abschluß der Operationen den notwendigen Winterbedarf ohne Schwierigkeiten im Herbst zuführen zu können".

      Doch der Kriegsverlauf zwang zur ständigen Priorität der Munitions- und Betriebsstoffzüge, so daß z.b. die vom 22-30.10.41 geplante Zuführung (Stichwort "Bogen") von Bekleidung, Unterkunftsmaterial und -gerät, Kfz-Winterausrüstung, Schlitten und Skier, der Transportsperre der Eisenbahn zum Opfer fiel.

      Einzelne Armee mußten daher, notfalls zu Lasten der Munition, Bekleidung anfordern (z.b. 2. Armee im Okt. 1941 47.000 Paar Handschuhe und 68.000 Stück Kopfschützer).

      "Der bei Winteranbruch sprunghaft steigende Bedarf an Winterausrüstung hätte eine Zuführung von einigen hundert Zügen verlangt, was angesichts der gleichzeitig sich verschärfenden Transportkrise völlig unmöglich war."

      "Erschwerend kam hinzu, daß die bereitgestellte Winterkleidung den Anforderungen es russischen Winters nicht genügte".

      Als dann im Nov. 70-80% der Lokomotiven schlichtweg ausfielen, erreichten dann die Armeen tagelang keine Nachschubzüge.
      Nichtsdestotrotz fuhren Züge mit deportierten Juden weiter.!!

      "Der wichtigste Grund für das Scheitern der Versorgungsführung dürfte im Fehlschlag des operativen Grundgedanken (d.h. Vernichtung der Masse der Roten Armee westlich des Dnjepr) liegen."

      Aber Hitler und die militärische Führung wollten, als Ende Juli der Operationsplan i.G. schon gescheitert war, keine Änderung der Strategie vollziehen. Der Generalquartiermeister Wagner war nicht in der Lage Einfluss zu nehmen. Die Gründe lagen in der militärischen Hierarchie und der traditionellen Unterbewertung der Logistik gegenüber der operativen Führungskunst.

      Quelle: Boog u.a. (Hrsg.): Der Angriff auf die Sowjetunion, Frankfurt 1993

      Viele Grüße
      Papa
      "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky) / feldpost-online.de.vu

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      Hallo,

      ich habe zwei Bilder gefunden, die zeigen mit welchen Umständen die dt. Truppen im Winter 1941/42 zu kämpfen hatten und wie sie improvisierten.

      Viele Grüße
      Steffen
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      "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky) / feldpost-online.de.vu

      Merkblatt Nr. 25b/31 Merkblätter für Infanterie Nr. 8

      Grüße an alle,

      Auszüge aus der Akte 408, des "Russisch-deutschen Projektes zur Digitalisierung deutscher Dokumente in den Archiven der Russischen Föderation", über die Winterbekleidung und das Mitführen von Waffen und Munition:

      OKH, General der Infanterie: Merkblatt für Infanterie Nr. 8 – Hinweise für den winterbeweglichen Einsatz der Infanterie auf Grund der Erfahrungen der Kampfhandlungen an der Ostfront.

      Grüße

      Wolfgang
      Files

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      Hallo zusammen,

      Jahrgang39 wrote:


      Die US-Amerikaner, die Sowjets und tw. auch die Briten gingen da andere
      Wege. Im Krieg gab es bei denen für die kämpfende Truppe keine Dienstuniformen mehr, sondern nur noch Kampfanzüge und für den Winter zusätzlich wärmere Uniformen.


      Hoth wrote:


      Die US-Amerikaner, die Sowjets und tw. auch die Briten gingen da andere Wege.

      Ab wenn denn und weshalb? Genau, ab Mitte der 40-iger Jahre aufgrund der Kriegsereignisse-und erkenntnisse und zum selben Zeitpunkt, als auch bei der WH der Winterkampfanzug aufgrund der Rußlanderfahrungen eingeführt wurde.


      Die Dienst- und gleichzeitig Ausgehuniform (Coats, Wool Serge, OD oder "Service Coat" samt Trousers, Wool Serge) der U.S. Armee bis 1941 und danach nur noch als Kasernen- und Paradeuniform genutzt war, wie die Dienstuniform des Heeres der Wehrmacht, eine aus wollenem Tuch und unterschied sich nicht großartig von den Uniformen des Ersten Weltkriegs. Die 1941 eingeführte Jacket, Field, OD (oder "M41") war aus Baumwolle und im Winter zu kalt, im Sommer zu warm. Kein Wunder, dass US-Infanteristen versuchten, sich von den gepanzerten Einheiten die wollgefütterte Jacket, Combat, Winter ("Tanker Jacket") zu besorgen . Die aus den Kriegserfahrungen entstandene Jacket, Field, M-1943 mit einknöpfbarem Futter (deren Weiterentwicklung M-65 auch als "Schimanski-Jacke" bekannt ist) konnte bis Kriegsende die "M41" nicht vollständig ersetzen (ebenso wie die passenden M-43-Hosen nicht jeden US-Soldaten erreichten). Auf Bildern aus der Zeit der Ardennenoffensive sieht man noch viele GIs mit tuchwollenem Overcoat, Wool, Roll Collar - der sicherlich nicht viel wärmer als der Vorkriegs-"M36"-Feldmantel des deutschen Heeres war (der ja übrigens auch mit einem besseren Futter als "M42" oder "Wachmantel" während des Krieges aus laufenden Erfahrungen ein "Update" erfuhr).

      Welche Uniform Eindruck gemacht haben muss, war wohl die der Briten - sonst hätten nicht sowohl die U.S. Army (Jacket, Field, Wool oder "Ike Jacket") als auch die Wehrmacht ("M44") gegen Kriegsende in kleinen Zahlen dem britischen Battle Dress ähnliche Feldblusen eingeführt.

      fezzo1 wrote:

      [...]
      es gab schon eine durchdachte Tropenausstattung, nur war diese nicht
      durchdacht genug.
      So bekam jeder Soldat für Nordafrika eine Leibbinde,die gegen Unterkühlung schützte.Ein Paar wollene Fingerhandschuhe gehörte ebenso dazu,wie die leinenbesetzten Schnürschuhe,welche von vielen gehaßt aber auch bei vielen beliebt waren.

      Obwohl man die klimatischen Verhältnisse kannte,verzichtete man,aus welchen Gründen auch immer,entsprechende Maßnahmen einzuführen.
      Z.B. die Mäntel,welche bei den Italienern und Briten,auf Grund der gemachten Wüstenerfahrung, zum Standart gehörten.


      Es gab doch auch einen braunen Mantel für die deutschen Truppen in Nordafrika bzw. ähnlichen Gefilden?!
      Gruß

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